Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

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Wolfgang Rehbein                                    

   

Pfarrer Wolfgang Rehbein

Wolfgang Rehbein wurde 1927 in Essen geboren und war von Oktober 1964 bis Dezember 1967 Pfarrer unserer Gemeinde. Nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft in Russland zurückkehrte, absolvierte er nach dem Abitur die Kirchenhochschule Wuppertal sowie die Universitäten in Heidelberg und Göttingen. Über Meisenheim, Wuppertal-Barmen, Emmelshausen und Altenkirchen kam er als Pfarrer in unserer Gemeinde und ging anschließend nach Remagen. Nach zehnjähriger Tätigkeit verließ er Remagen und wirkte anschließend als Krankenhaus- und Kurseelsorger in Bad Neuenahr.
 

Pfarrer Rehbein vor der Friedenskirche in Remagen

Es folgen zwei Artikel aus der Brückeausgabe von November 1964 anlässlich der Amtseinführung von Pfarrer Wolfgang Rehbein im Oktober 1964 und vier Artikel aus den Brückeausgaben November 1967, Dezember 1967, Januar 1968 und Februar 1968 anlässlich seiner Berufung nach Remagen, sowie ein Artikel aus der Brückeausgabe September 1978 mit seinem Weggang aus Remagen nach Bad-Neuenahr als Krankenhaus- und Kurseelsorger.

Am 18. September 2005 feierte die evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet das 150-jährige Jubiläum der Eupener Friedenskirche. Zu diesem Anlass besuchte uns - zur großen Freude aller - Pfarrer Rehbein mit Gemahlin aus Remagen.


Aller Anfang ist - schön! - von Pfarrer Wolfgang Rehbein

Natürlich auch schwer. Aber davon will ich jetzt nicht reden.

Schön ist der Anfang für mich und meine Familie, weil wir mit so viel Freundlichkeit und Brüderlichkeit hier in Eupen aufgenommen worden sind. Die lieben Nachbarn, die Familie unseres Küsters, haben uns so hilfsbereit zur Seite gestanden, dass uns die ersten Schritte, das Einrichten des Hauses und das Zurechtfinden in der Gemeinde, recht leicht gefallen sind. Hilfsbereitschaft ist etwas Schönes. Es ist aber auch schön die Gelegenheit und Anlass zum Danken zu haben.

Danken wollen wir auch dem Presbyterium und dem Verwaltungsrat, besonders Herrn Kirchmeister Bahm, für Rat und Tat. Das sage ich nicht nur, weil es sich so schön reimt, sondern weil wir viel Rat und Tat gefunden haben. Wir sind in dem Wissen nach Eupen gekommen, hier eine Gemeinde zu finden, die einen guten Pfarrer hatte. Ich bin gerne der Nachfolger meines Bruders G. Göring und freue mich darauf, «in seine Fußstapfen zu treten». Dank für alle gute Arbeit, die er mit seiner lieben Frau in den vergangenen Jahren geleistet hat. Deshalb ist für uns aller Anfang schön!

Dieses Wort der Begrüßung und des Dankes gilt nicht zuletzt allen Gemeindegliedern und den vielen Gästen, die den Sonntag meiner Einführung durch ihr Erscheinen im Gottesdienst so festlich und froh gemacht haben. Besonders glücklich bin ich, dass so viele aus Altenkirchen da waren, und dass eine solche große Zahl von katholischen Pfarrern dabei war. Ich bin gerne bereit, das gute Verhältnis zwischen den Konfessionen, das am Sonntag meiner Einführung sichtbar geworden ist (und in vielen Worten der Begrüßung auch hörbar war!) weiter zu pflegen.

Aller Anfang ist - schön! Unser Anfang in Eupen war besonders schön. Dank allen, die dabei mitgeholfen haben.

Wolfgang und Inge Rehbein.


Einführung des neuen Pfarrers - von H. Breiholz

In unserer letzten Ausgabe haben wir an dieser Stelle Worte über den Abschied unseres verehrten Herrn Pfarrers Günter Göring gebracht. Abschiedsworte stimmen immer wehmütig. Aber nun können wir von einer großen Freude berichten. Am Sonntag, den 25. Oktober d. J. konnten wir unseren neuen Seelsorger, Herrn Pfarrer Wolfgang Rehbein aus Altenkirchen im Westerwald einführen.

Die Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet hatte sich gut vorbereitet; die kleine Kirche war schön geschmückt und unser Küster, Herr Willy Janssen, dem wir an dieser Stelle ganz besonders dafür danken, hatte keine Mühe gescheut, um unserer Kirche auch ein würdiges Aussehen zu geben. Auch diesmal war die Kirche zu klein. Es war erhebend, so viele Gäste zu sehen. Viele Persönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens waren erschienen. Wir hatten viele eingeladen, aber noch viel mehr waren gekommen. Wieder war unser diensttätiger Herr Bürgermeister, Dr. Miessen, dabei, der damit seine Bereitschaft zeigte, die gute Zusammenarbeit zwischen Evang. Kirchengemeinde und der Stadt Eupen auch für die Zukunft fortzuführen. Neben dem Herrn Präsidenten der Synode der Evangelischen Kirche Belgiens, Pastor Pichal, welcher auch die Einleitung hielt, waren auch noch Pfarrer R. Kousbroek aus la Bouverie als Vakanzverwalter, Pfarrer Braekmann und Pfarrer Gründer aus Lüttich erschienen. Seitens der katholischen Kirche waren u. a. Pfarrer Hilligsmann, Pfarrer Brüll aus Hergenrath, Herr Direktor Müllender, sowie Herr Rektor Pirson zugegen. Die größte Freude war wohl, dass auch von der Seite der bisherigen Wirkungsstätte unseres neuen Pfarrers so viele Besucher gekommen waren. Aus der früheren Gemeinde waren über 80 Personen gekommen, die es sich nicht nehmen ließen, ihrem gewesenen Pfarrer, aber besonders uns, eine große Freude mit ihrem Erscheinen zu bereiten.

Im Anschluss an die Einführung hörten wir dann viele herzliche Worte der Begrüßung, mahnende Worte der Unterstützung und bittende Worte der Mitarbeit seitens der einzelnen Persönlichkeiten.

Pfarrer Rehbein predigte dann über den Schalksknecht, der nicht vergeben wollte, zog dann eine Parallele zu unserem heutigen Leben, um zu dem Schluss zu kommen: «Wir leben von der Vergebung!»

Nach der Feier hatten wir dann noch ein kleines Treffen, das wegen der großen Besucherzahl an zwei Stellen durchgeführt werden musste.

Lebhafte Gedanken beflügelten die Stimmung zu einem neuen Anfang, aber den Mut dazu finden wir nur in der Bibel und bei unserem Herrn und Heiland, Jesus Christus.


Mitteilung von Pfarrer Rehbein über seine Berufung nach Remagen in der Brückenausgabe von November 1967:

Pfarrstellenwechsel

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Remagen (Rhein) hat mich im Gottesdienst am 17. Oktober 1967 zum Nachfolger von Herrn Pfarrer Hentze gewählt. Mit meiner Einführung in der neuen Pfarrstelle ist Anfang Januar 1968 zu rechnen.

Das Presbyterium führt Verhandlungen mit der Synodaldirektion in Brüssel wegen der Wiederbesetzung der Pfarrstelle und der Einrichtung einer zweiten Stelle für einen Religionslehrer in unserer Gemeinde.

Wolfgang Rehbein, Pfarrer


Dankesworte von Pfarrer Rehbein in der Brückenausgabe von Dezember 1967:

Ein Dank zum Abschied

Am 31. Dezember werde ich meinen Dienst in der Gemeinde Eupen - Neu-Moresnet beenden. Ich will keine langen Dankesworte machen, denn sonst müsste ich sie alle beim Namen nennen, die mir in den 38 Monaten meines Dienstes als Brüder und Schwestern zur Seite gestanden haben. Wenn man bedenkt, wie klein unsere Gemeinde ist, dann ist es schon erstaunlich, dass in der heutigen Zeit so viele Menschen hier bereit waren, in der Verantwortung als Presbyter und Küster, bei den Radiosendungen und in den Diensten der Frauenhilfe und des Männerkreises mitzuwirken. Ein besonderer Dank denen, die mit uns einen mutigen Schritt über die konfessionellen Grenzen hinweg getan haben. Die Abende, an denen wir als evangelische und katholische Christen vereint unter dem Worte Gottes saßen, sind das stärkste Erlebnis in dieser Eupener Zeit gewesen. Besonders herzlich grüßen wir auch unsere Patengemeinden in Düsseldorf und Remscheid-Lüttringhausen und danken für so manche Freundlichkeit und brüderliche Hilfe. Ein herzlicher Gruß auch an die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde in Brüssel, Lüttich und Charleroi.

Ich danke für Hilfe und Kritik, für Verständnis und Ermutigung. Wir alle - Eltern und Kinder - haben uns hier sehr wohl gefühlt. Und wir bleiben verbunden im Glauben an den treuen Herrn, auch wenn sich unsere Wege nun trennen werden.

Gott befohlen! Pfarrer Wolfgang Rehbein und Familie


Abschiedsworte der Gemeinde durch H. Breiholz

Danke!

Als Pfarrer Günther Göring uns im Herbst 1964 verließ und Pfarrer Wolfgang Rehbein hier in der Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet sein neues Amt antrat, hat wohl niemand von uns damit gerechnet, dass schon drei Jahre später dies Amt sein Ende finden würde. Unsere Hoffnung war eine andere. Trotzdem können wir nicht umhin, für das, was er in dieser kurzen Zeit geschaffen hat, unseren herzlichen Dank zu sagen. Dank sagen für unsere so schön renovierte Friedenskirche, Dank sagen für unseren herrlichen Pfarrsaal. Dank sagen wir vor allem für die Vertiefung der guten Kontakte zur katholischen Kirche. Wenn wir heute Ordnung in unserem Archiv haben, so ist das ein Verdienst von Pfr. W. Rehbein, sowie seines Schwiegervaters Herrn Husemeyer, der in langwieriger Arbeit alles schön sortiert und geordnet hat. Auch dafür nochmals unseren herzlichen Dank! Dies »Dankeschön« soll darin seinen Ausdruck finden, dass wir für ihn beten, damit der Herr ihn für seinen Dienst besonders ausrüste. Für seine neue Tätigkeit in Remagen wünschen wir ihm und seiner lieben Familie Gottes reichen Segen!

H. Breiholz


Abschiedsfeier von Pfarrer Rehbein

Am letzten Sonntag des Jahres 1967 (Sylvester) fand die Abschiedsfeier von Pfarrer Rehbein und seiner Familie in der Friedenskirche zu Eupen statt. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich aus Nah und Fern eingefunden; so die Vertreter unserer Synodaldirektion, Präsident Pfr. Pichal und Sekretär Pfr. Kousbroek, ferner der Eupener Bürgermeister Pankert und der Stadtsekretär Dr. Sproten, die Vertreter unserer Patengemeinde Düsseldorf und eine große Zahl katholischer Amtsbrüder und Würdenträger. Nach der Predigt von Pfarrer Rehbein ergriffen Präsident Pichal und Kirchmeister Bahm das Wort. Beide dankten Pfarrer Rehbein für seine Verdienste, welche er sich in der relativ kurzen Amtszeit in Eupen und Neu-Moresnet erworben hat. So vor allem für die Radioarbeit - die Redaktion der Brücke - die Kirchen- und Gemeindehausrenovierung - die Weiterführung und Vertiefung des Kontaktes mit den katholischen Gemeinden und nicht zuletzt für die geschichtliche Broschüre »Dornenkrone und Lebenskrone«, welche ein bleibendes Andenken, in und außerhalb Eupens, an Pfarrer Rehbein sein wird.

Anschließend an den Gottesdienst fand ein Empfang im Gemeindesaal statt, wobei die Abschiedsgeschenke überreicht wurden. Hier hatten die geladenen Gäste die Gelegenheit noch einige Abschieds- und Dankesworte an den scheidenden Pfarrer und seine Frau zu richten.

Nach Pfr. Kousbroek aus Verviers, Pfr. Weber aus Düsseldorf, Pfr. Haan aus Seraing im Namen des Regionalrates, dem Finanzkirchmeister der Patengemeinde, Kanonikus Ledur aus Eupen, ergriffen noch Bürgermeister Pankert, Präses Lennertz, Direktor Müllender vom College, Präsident Pichal und Religionslehrer Flückiger aus Neu-Moresnet das Wort.

Ferner ehrten die Herren Dr. Zacharias, Präfekt, und Schulleiter Nyssen vom Athenäum, Dechant Hilligsmann aus Montzen, Pastor Pirson, Welkenraedt, Stadtrat Peters und die Vertreter der lokalen Presse, durch ihre Anwesenheit Pfarrer Rehbein und seine Gemahlin.

Unser nunmehr nach Remagen berufener Pfarrer dankte zum Schluss allen Mitarbeitern, Kollegen, katholischen Amtsbrüdern, Behörden und Gemeindegliedern für das freundschaftliche und herzliche Verhältnis, welches er in Eupen und Neu-Moresnet zu allen hatte.

Rolf Lander


Pfarrer Rehbein besucht unsere Gemeinde

Von Freitag, 5. April, bis Montag, 8. April 1968, weilte Pfarrer Rehbein mit Konfirmanden aus Remagen (11 Mädchen, 9 Jungen und eine Lehrerin) bei uns in Eupen.

Am Freitagabend hielt Missionar Amann in der Jugendherberge, wo die Gruppe Quartier bezogen hatte, einen Vortrag über seine Arbeit in Afrika. Samstag Nachmittag trafen sich die Eupener Konfirmanden mit den Kollegen aus Remagen zu einem gemütlichen Nachmittag im Pfarrhaus auf der Hookstraße (siehe unser Bild). Anschließend wurde die Friedenskirche besucht und bei der Gelegenheit die letzten organisatorischen Fragen für die anderntags stattfindende Konfirmation besprochen.

Am Sonntag morgen fand dann bei strahlendem Sonnenschein und unter starker Beteiligung der Gemeinde die Konfirmation statt.

Pfarrer Rehbein predigte über Phil. 2,5-11 und man hatte das Gefühl, als hätte unser ehemaliger Pfarrer Eupen noch gar nicht recht verlassen. Zumal, wenn man ihn von der alt vertrauten Stelle, auf der Kanzel, predigen sah und hörte. Die Remagener sangen mehrstimmig ein Lied, dargebracht in jugendlicher Frische, und gaben so dem Gottesdienst eine freundliche und festliche Note.

Zum Abschluss machten die Besucher am Montag einen Abstecher nach Lüttich, bevor sie die Heimreise wieder antraten.


Pfarrer Rehbein verlässt die Gemeinde Remagen

Wie wir dem Gemeindeblatt "aktuell" aus Remagen entnehmen, verließ Pfarrer Rehbein seine Gemeinde in Remagen, wo er über 10 Jahre im Dienst stand. Davor hatte Pfr. Rehbein 3 Jahre lang unsere Gemeinde in Eupen geleitet. Pfarrer Rehbein hat eine neue Aufgabe als Krankenhaus- und Kurseelsorger angenommen. Er wird dafür mit seiner Familie nach Bad-Neuenahr ziehen. Mit seiner Tätigkeit wird auch Erwachsenenbildung verbunden sein, ebenso wird er die Arbeit im regionalen Pfarrkonvent fortsetzen. Wir wünschen Pfarrer Rehbein und seiner Familie viel Freude in diesem neuen Aufgabenbereich, sowie Mut, Kraft und Gottes Segen.


Pfarrer Rehbein besuchte am 18. September 2005 unsere Gemeinde

Zur großer Freude aller konnte die evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet Pfarrer Rehbein mit Gemahlin am 18. September 2005 anlässlich der 150 Jahrfeier der Friedenskirche in Eupen begrüßen.

Pfarrer Rehbein und Gemahlin vor der Gottesdienstfeier

 

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Stand: 04. Juni 2010