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Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 5. Dezember 2004 (2. Advent)Liebe Gemeinde, Advent heißt Ankunft. Und Adventszeit bedeutet sich auf die Ankunft Jesu vorbereiten. Wenn man sich auf die Ankunft einer Person vorbereitet, dann sollte man wissen, wann sie ungefähr kommt. Genau das haben die Jünger Jesus gefragt. Sie wollten wissen, woran sie erkennen können, wenn Jesus vor der Tür steht. Und sie bekommen folgende Antwort: Ich lese aus dem Matthäusevangelium Kapitel 24, die Verse 3 bis 14: Und als Jesus auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu
ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und
was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt? Jesus
aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe.
Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus,
und sie werden viele verführen. Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei;
seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht
das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein
Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier
und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der
Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines
Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele abfallen und werden sich
untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich
viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die
Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer
aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden
dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und
dann wird das Ende kommen. Und die Jünger wollen wissen, wann endlich das Chaos dieses
Herrschers zu Ende ist. Wann endlich wird Jesus als König antreten und sichtbar
herrschen. Wer wie die Jünger fragt, der erwartet vielleicht eine genaue Zeitansage im Sinne von. „Ich komme im Jahr 2015 zurück.“ Doch Jesu antwortet so, dass man über seine Worte nachdenken muss. Es gibt mehrere Anzeichen, die darauf hinweisen, dass er kommen wird. Das erste Zeichen, wovon er spricht, das ist Verführung. Als Jesus am Kreuz sagte: „Es ist vollbracht“ und mit seiner Auferstehung hat Jesus dem Teufel den Todesstoß gegeben. Damit war die Hauptschlacht gegen den Teufel geschlagen. Darum ist nur noch eine Frage der Zeit, bis dieser Sieg offenkundig wird. Gleichzeitig setzt die Propaganda des Teufels und seiner Helfershelfer alles daran, diesen Sieg zu vertuschen und klein zu reden. Man kann diesen Sachverhalt etwa mit der Schlacht von
Stalingrad vergleichen. Nach der Schlacht von Stalingrad hatte Hitler den Krieg
verloren. Seine Heere konnten danach den Siegermächten nicht mehr standhalten.
Umso mehr drehte man damals die Propagandamaschinerie auf. Man versuchte den
Leuten weiß zu machen, dass sie jetzt erst recht durchhalten sollten. Man log
die Leute praktisch an und alle, die etwas anderes behaupteten als an den
Endsieg zu glaubten, die wurden bedroht. Doch irgendwann kommt dann ein Punkt, dass Jesus etwas in den
Hintergrund tritt. Und schnell ist man dann dabei, doch wieder etwas zu tun,
ohne nach dem Willen von Jesus zu fragen. Das zweite Zeichen: Geschichtliche Katastrophen Ich glaube, dass auch die Erdbeben zunehmen werden. Doch mehr
noch denke ich, dass Erdbeben in vielerlei Hinsicht geschehen: Es wird alles
erschüttern, was uns heute als fest erscheint, damit das, was unerschütterlich
zum Vorschein kommt: Der Glaube und die Liebe Gottes wird in seinen Gläubigen
zum Leuchten kommen und vielen Menschen Halt und Errettung geben. Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie
euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um
meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele abfallen und werden
sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden
sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die
Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Und dass die Liebe erkalten wird, ist einer der dunkelsten
Punkte dieses Kapitels. Doch es bleibt nicht bei dieser dunklen Stelle: Jesus sagt: Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen. So schlimm es auch drunter und drüber geht, so finster es auch wird: Es wird Christen und Gemeinden geben, die in dieser Dunkelheit hell leuchten und Menschen anziehen. Viele Menschen werden gerade deswegen errettet, weil ihnen in dieser dunklen Weltzeit die Augen geöffnet werden. Sie bekommen ein Gespür dafür, was wirklich echt ist, was leuchtet und darum gehen sie dahin wo es hell ist und sie leuchten selber. Und so wachsen das Evangelium und die frohe Botschaft unaufhaltsam. Jesus sieht die große Ernte. Und diese große Erweckung, die meiner Ansicht nach bereits in China begonnen hat, sie wird auch unsere Länder und islamische Länder ergreifen und die Gemeinde wird strahlend ihrem kommendem Herrn entgegengehen. Darum lasst uns nicht ängstlich auf die ersten drei Zeichen
blicken – lasst uns auf das Licht blicken, dass es uns ergreift, erhellt und
leuchtend macht. „In einem Flüchtlingslager in der Wüste, in der Nähe der sudanesischen Hauptstadt Khartum, wurden auf Befehl der islamischen Behörden zehn Kirchen zerstört. In Nigeria steckten Islamisten das Haus von Pastor Sunday Madumere und seiner Familie in Brand, während sie schliefen. Der Pastor, seine Frau, drei ihrer Kinder und zwei weiter Familienangehörige kamen dabei ums Leben. Nur Daniel, einer ihrer Söhne, konnte den Flammen entkommen. In Nordkorea plagen sich unzählige Christen unter erbärmlichen Bedingungen in Straflagern ab. In Malaysia ist es in einigen Provinzen verboten, christliche Bücher zu verkaufen. Man könnte diese Liste endlos fortsetzen. Warum sind die Christen heutzutage die meistverfolgten Gläubigen? Warum werden Kirchen zerstört, Pastoren getötet und treue Christen, Männer, Frauen und Kinder brutal misshandelt? Das Licht Jesu Christi verheißt Wahrheit, Liebe und Freiheit für die Menschen. Deshalb ist es für die Mächte der Finsternis unerträglich. Diese Mächte wollen die Menschen in den Fesseln der Unterdrückung, Ausbeutung und des Aberglaubens gefangen halten. Jedes noch so kleine Licht einer christlichen Ausstrahlung muss ausgelöscht werden. In Europa, einst das christliche Abendland genannt, von dem die Missionierung aller Nationen ausging, stoßen die Kirchen auf Verachtung und Gleichgültigkeit. Zu viele haben wegen mangelnder Bibeltreue ihre Glaubwürdigkeit verloren. Gleichzeitig gibt es immer mehr Moscheen. Werden die islamischen Gebetsrufe aus den Lautsprechern der Minarette bald lauter ertönen als die Kirchenglocken? In meinem Dorf steht zwar keine Moschee, aber die Behörden haben uns verboten, die Kirchenglocken sonntags länger als fünf Minuten zu läuten. Die Stille zählt mehr als die Erinnerung an die Frohe Botschaft. Diese Zeichen mahnen uns zur Wachsamkeit und rufen uns auf, an Gottes Wort festzuhalten, treu im Gebet zu verharren und Zeugen der Liebe Christe zu sein. Die Verfolgung in unseren Ländern droht rascher näher zu rücken, als wir denken. Trotzdem gibt es keinen Grund, uns zu fürchten, denn Jesus ist der Herrscher. […]“ Die verfolgten Christen gehen uns mit ihrem Beispiel voran und weisen uns den Weg. Wenn sie auf Misshandlungen und Diskriminierung mit Liebe und Vergebung antworten, handeln sie nicht aus eigener Kraft, sondern mit der Macht des heiligen Geistes. Das Leiden wird zwar nicht erspart, aber: „dann werdet ihr Zeugnis für mich ablegen können“, sagt Jesus. Die Beharrlichkeit, Treue und der Glaube werden in der Verfolgung gestärkt. Die Gemeinde Gottes wird wie das Gold im Feuer geprüft. Die Verfolgung hat in den Kirchen Chinas und Vietnams eine beispiellose Erweckung bewirkt. Dies geschieht nun auch in Indien, wo die Kirche wachsender Feindseligkeit ausgesetzt ist.“ Also: Fürchten wir uns nicht, glauben wir einfach. Amen. |
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