Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

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Und als der Pfingsttag gekommen war...                                    

   

Predigt von Vikar Darius Tomczak am 15. Mai 2005, Pfingstsonntag

Predigttext Apg. 2,1-6 u. 37-41

1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an "einem" Ort beieinander. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

37 Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. 39 Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird. 40 Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! 41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.

Liebe Gemeinde,

Nachdem Jesus auferstanden war, hatte er sich den Jüngern mehrere Male gezeigt. Im ersten Kapitel der Apostelgeschichte lesen wir, dass er von einer Wolke genommen wurde. Jesus ist von der sichtbaren Welt in die unsichtbare Welt gegangen.

Wir sagen dazu heute Himmelfahrt. Bei der Himmelfahrt sicherte Jesus den Apostel zu, dass der Heilige Geist auf sie kommen wird. Er befahl ihnen, auf den Heiligen Geist zu warten und Jerusalem nicht zu verlassen.

In unserem Predigttext geht dieses Wort in Erfüllung. Die Apostel haben dem Wort Jesu gehorcht. Denn obwohl sie voller Angst waren, blieben sie in Jerusalem, bis der Heilige Geist auf sie kam.

Als er dann kam, verschwand ihre Angst. Sie haben dann offen das Evangelium gepredigt. Darum ist  Pfingsten der Geburtstag der Kirche.

Doch woher kommt der Name das "Pfingsten"?

Im Buch Leveticus wird gesagt, dass 50 Tage nach dem Passahfest eine Versammlung der Juden stattfinden sollte. Man sollte ein Fest der Erstlingsfrüchte feiern.

Dieser fünfzigster Tag wird im griechischen Urtext als "Pentekostes" beschrieben. Das deutsche Wort "Pfingsten" leitet sich von diesem Wort "Pentekostes" ab.

Wie erschien der Heilige Geist den Aposteln?

In den Versen 2-4 lesen wir folgendes:

2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Was bedeuten nun diese Erscheinungen? Die Antwort finden wir im Alten Testament:

Feuer steht für die Heiligkeit Gottes.

Feuer als Zeichen des Heiligen Geistes bedeutet, dass derjenige, der mit diesem Feuer in Berührung kommt, selbst brennend wird.

Wen Gott mit dem Feuer des Heiligen Geistes erfüllt, der wird brennend für Jesus.

Dieses "Brennen" der Jünger wird sichtbar: Sie beginnen zu predigen. Dass sie in vielen Sprachen sprechen können, zeigt:

Gott kann die Menschen in verschiedenen Sprachen zerstreuen und er kann auch sie sammeln.

Wind steht dafür, dass Gott mächtig und aktiv ist.

Gott ist in seinem Geist unsichtbar, aber gegenwärtig. Der Wind ist auch unsichtbar, aber seine Wirkungen sind sichtbar.

Der ängstliche Petrus, der sich versteckt hielt und Wochen zuvor Jesus drei Mal verleugnete, beginnt mit dem Heiligen Geist erfüllt zu predigen.

Petrus spricht von Jesus klar und verständlich: "Ihr habt ihn gekreuzigt - Gott hat ihn auferweckt - jetzt herrscht Jesus zur rechten Gottes".

Petrus bezaubert Juden nicht durch wunderschöne Rhetorik. Er ist kein Professor für Redekunst. Petrus erzählt einfach fröhlich und klar den Juden, was Gott durch Jesus für sie getan hat. Getrieben vom Heiligen Geist versteht er die Bibel als Wort Gottes, das in Christus erfüllt wurde.

Liebe Gemeinde, aber wer ist dieser Heilige Geist?

Zuerst - der Heilige Geist ist wie Gott Vater und Gott Sohn eine "göttliche Person".

Er hat wie Gott Vater und Gott Sohn Eigenschaften einer Person. Der Heilige Geist kann lehren und er hat ein Gefühl, das man betrüben kann.

Durch den Heiligen Geist wird die Macht Gottes sichtbar. Durch den Heiligen Geist wirkt Gott in uns Menschen: Gott ist über uns, Christus ist neben uns, der Heilige Geist ist in uns.

Und was bewirkt der Heilige Geist?

Zuerst bewirkt der Heilige Geist in uns eine Umkehr. Wenn ein Mensch zum Glauben kommt, kann der Heilige Geist in ihn einziehen. Wachsen im Glauben ist auch ein Werk des Heiligen Geistes.

Ohne den Heiligen Geist ist überhaupt kein geistliches Wachstum möglich.

Der Geist Gottes ist für unser Glaubensleben das, was der Sauerstoff für unsere Lungen ist. Ohne ihn ist kein Leben möglich.

Paulus schreibt sogar "dass niemand Jesus den Herrn nennen kann, außer durch den Heiligen Geist" 1. Kor 12,3.

Die Bibel sagt, dass jeder Mensch auf Grund seiner verderbter Natur geistlich tot ist. Der Tod ist grundsätzlich ein Zustand allen nicht wiedergeboren Christen.

Tod heißt Tod. Absolut blind, absolut taub, regungslos für die geistlichen Dinge.

Paulus schreibt: "Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes, es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, denn es muss geistlich beurteilt werden". 1. Kor 2,14.

Ein Toter vernimmt nichts von der Sonne, selbst wenn er wollte, er kann es nicht. Wenn jemand tot ist, kann er sich selber absolut nicht helfen, nur von außen kann ihm geholfen werden. Es muss jemand kommen und ihn erwecken, und das kann nur der Heilige Geist.

Das kann kein Mensch tun, keine noch so gute Argumentation, keine ergreifende Geschichte, keine Methode.

Zeugen Jehovas versuchen immer wieder durch gutes Management die Zahl ihrer Sektenmitglieder zu erhöhen. Doch das ist nur ein gutes Management und keine Wirkung des Heiligen Geistes.

Ohne den Heiligen Geist kann kein Mensch die Schrecklichkeit seiner Sünde erkennen. Er ist blind dafür, weil er tot ist.

Dazu möchte ich ihnen eine wahre Geschichte erzählen. Diese Geschichte stammt aus meinem eigenen Leben. Ich möchte Ihnen erzählen, wie sich mein Leben durch die Wirkung des Heiligen Geistes radikal geändert hat.

Ich habe immer schon gemeint, seit dem ich sprechen und lesen konnte, ich wäre ein guter Christ. Doch mit 18 Jahren erlebte ich etwas ganz besonderes in meinem Leben.

In höchster Not beim Bergsteigern in den polnischen Bergen Hohen Tatras betete ich zu Gott. Ich bat Gott um Hilfe, die Situation war kritisch, ich hatte mich im schlechten Wetter verloren.

Einige von Ihnen werden sich an diese Geschichte erinnern. Ich wurde damals auf wunderbare Weise von Gott gerettet. Dadurch fühlte ich mich zu Gott hingezogen. Ich las mehr in der Bibel als sonst und ich versuchte nach den 10 Geboten zu leben. So dachte ich nun, dass ich ein guter Christ sei.

Doch der Heilige Geist wirkte in mir, so dass ich zu einer völlig neuen Erkenntnis kam. Ich hatte einen schweren Ski-Unfall in dem Berner Oberland. Durch den Zusammenstoß mit einem anderen Sportler wurde ich abseits der Piste geschleudert. Ich stürzte mit voller Wucht gegen einen Baum. Ich flog wie ein Vogel von der Piste weg und mein Flug endete an einem dicken Baum. Durch diesen Sturz verlor ich für einige Momente das Bewusstsein.

Und in dieser Zeit der Bewusstlosigkeit hatte ich eine Vision. Der heilige Geist zeigte mir den ganzen Ablauf meines Lebens in kurzen Bildern. Ich sah auch Jesus in seiner ganzen Heiligkeit. Er stand vor mir, das Licht strahlte um ihn, er sah voll Liebe aus, doch er sprach kein Wort zu mir. In dieser Situation merkte ich, dass ich mit meinem Leben nicht vor Gott bestehen kann. Der Heilige Geist leitete mich zur Busse. An diesem Tage geschah ein Wunder in meinem Leben. Ich wurde erneuert durch den Heiligen Geist.

Ich wurde zu einem neuen Mensch, weil es Gott so wollte. Wenige Monaten später, entschloss ich mich ein Theologie Studium zu beginnen.

Es war mir klar, als neuer Mensch wollte ich Gott dienen. Dieses Erlebnis betrachte ich als mein ganz persönliches Pfingsten. Denn an diesem Pfingsten tat ich Busse und ich wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Bevor dieser Unfall passiert war, erinnerte mich zwar immer mein Gewissen, wenn ich etwas falsch tat. Doch die wahre Erkenntnis der Sünde, schaffte bei mir der Heilige Geist bei diesem Unfall.

Jesus sagt vom Heiligen Geist folgendes: "Und wenn der heilige Geist kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht."

Wo der Geist Gottes nicht wirkt, bleiben die Menschen blind. Auch ich war einmal blind. Aber der Heilige Geist öffnete mir die Augen über meine eigene Sünde und über das bevorstehende Gericht.

Ich begegne hier ab und zu Menschen, die wenig vom christlichen Glauben halten. Ich schenke ihnen manchmal ein christliches Buch. Ich lade sie in unsere Kirche ein.

Aber ich weiß, ich kann diese Menschen nicht bekehren. Ohne denn Heiligen Geist kann bei diesen Menschen nichts geschehen.

Wer geistlich tot ist, bleibt auch tot. Man kann eine Leiche streicheln, man kann sie schminken, ja man kann sie sogar schütteln, man kann einen Schlauch mit Sauerstoff in sie einstecken.

Aber wenn nicht wirkliches Leben durch ein Wunder in diese Leiche einzieht, nützt das alles nicht. So abhängig sind wir vom Heiligen Geist. Ohne den Heiligen Geist, geschieht bei diesen Menschen nichts.

Unser Auftrag als Christen ist Menschen für Jesus zu gewinnen. Aber nur solche Menschen werden sich bekehren, die Gott durch den Heiligen Geist zur Busse führt.

Ein sehr bekannter amerikanischer Evangelist hat die Resultate seiner Evangelisationen untersuchen lassen. Und er hat herausfinden müssen, dass nur 3% seiner Bekehrungen bleibend sind.

Es gab eine Zeit, wo Billy Graham eine ähnliche Untersuchung seines Dienstes ausführen ließ. Und er hat herausgefunden, dass etwa nur 5% seiner Bekehrungen bleibend sind. Was ist der Grund dafür?

Der Grund dafür ist, dass diese Menschen keine Busse getan haben. Wenn der Same des Glaubens unter die Dornen gesät wird, bleibt nur wenig Frucht bestehend.

In einem Dienst von Charles Finney im letzen Jahrhundert ist geschätzt worden, dass 80% seiner Bekehrungen bleibend waren. Was war der Unterschied?

Der harte Boden wurde durch den Heiligen Geist aufgebrochen. Die Menschen taten Busse und der Same des Glaubens konnte bei ihnen wachsen.

Es gibt nämlich keinen echten Glauben ohne echte Umkehr. Es gibt keine echte Vergebung ohne echte Busse. Und die echte Busse kann nur der Heilige Geist bewirken. Darum ist der Heilige Geist so wichtig am Anfang des neuen Lebens.

In unserem Predigttext, am Tag der Pfingsten haben Tausenden von Juden die Apostel gefragt: Liebe Brüder, was sollen wir tun?

Was ist das erste Wort, das Petrus gesprochen hat? Er hat gesagt: Tut Busse! Und jeder von euch.....

In anderen Worten: Lasst den Heiligen Geist in Euch wirken. Kehrt um und empfangt die Gabe des Heiligen Geistes.

Liebe Gemeinde, es ist wichtig, dass wir die Menschen nicht verführen.

Wir können Menschen für Christus nicht gewinnen, solange sie keine Busse getan haben. Wir können Menschen nicht verführen, ohne ihnen von der Busse erzählt zu haben.

Es gibt in unseren Gemeinden deshalb so viel Verführung, weil viele Menschen ein falsches Evangelium empfangen haben. Sie haben geglaubt, dass sie gerettet werden können, ohne Busse getan zu haben.

Aber so etwas gibt es nichts. Ohne den Heiligen Geist, ohne die echte Busse, die nur der Heilige Geist bewirkt, kann niemand gerettet werden.

Was wir als Gemeinde Jesu wirklich brauchen ist eine wahre Umkehr. Was Belgien am Nötigsten braucht ist echte Busse.

Das Leben vielen Menschen würde sich in Belgien radikal ändern, wenn wichtige Männer Busse tun würden. Darum ist es so wichtig, das wir für die Regierung beten. Denn wenn die Regierung umkehrt, wird die ganze Nation umkehren.

Zum Schluss dieser Predigt möchte ich die Worte des Präsidenten zitieren. Er sagt folgendes:

"Ich möchte Sie bitten, beten sie für die Regierenden: Unseren König, die Minister, die Bürgermeister, die Schöffen, die Abgeordneten und Gemeindemitglieder".

Ja. Lasst uns an diesem Pfingstsonntag für sie beten. Gott segnet Sie alle.

Amen.

 

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Stand: 04. Juni 2010