Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

Home Nach oben Gebet Konfirmation Musik Mitarbeiter Predigt Rundfunk Royal Rangers Archiv Inhalt Links

Tut Buße                                    

   

Predigt von Vikar Dariusz Tomczak am 23. Oktober 2005 

Liebe Gemeinde,

wie Sie wissen, fliege ich mit meiner Familie am Tage nach dem Reformationsfest in das Heilige Land nach Israel.

Ich fühle mich mittlerweile in Ostbelgien so wohl, dass ich Eupen als mein neues Zuhause bezeichne. Und wenn ich von Israel zurückfliegen werde, so Gott will, werde ich bestimmt das Gefühl haben, dass es jetzt endlich wieder nach Hause geht!

Aber auch in die Schweiz fühle ich mich wie zu Hause. Und wenn ich in Polen bin, fühle ich mich ebenfalls wie zu Hause. Sollte ich eines Tages von irgendeiner Reise nicht zurückkommen, dann trage ich die Freude in mir, denn ich weiß, ich werde doch nach Hause kommen. In das himmlische ewige Haus, welches der HERR meiner Familie bereitet hat. Sie sehen, so oder so, komme ich immer nach Hause, ist das nicht schön?

In der Welt wissen Millionen Menschen nicht, wenn sie diese Welt verlassen, wohin sie gehen werden. Sie haben nicht die Heilsgewissheit, die wir als Christen haben. Deshalb habe ich keine Angst, wenn im Fernseher von den schlimmsten Katastrophen berichtet wird, denn ich weiß, ich werde nach Hause kommen.

Zur heutigen Predigt möchte ich aus dem Buch Joel vorlesen, Kap. 5. Vers 3:

Und es soll geschehen: wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Entronnenen, die der HERR berufen wird.

Und in Lukas 13,1-5 steht:

Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.

Und Jesus antwortet und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben?

Ich sage euch: Nein, sondern wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle auch so umkommen.

Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen?

Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle auch so umkommen.

Ich vermute, auch heute könnte Jesus dieselbe Worten zum WTC in New York sagen. Er könnte dieselbe Worte zu anderen menschlichen Tragödien sagen. Und Jesus sagt ganz direkt: wenn wir keine Busse tun werden, werden wir alle auch so umkommen.

Warum regen sich so viele Menschen auf, wenn man über die Busse predigt? Ganz einfach, denn dadurch wird unser ICH erniedrigt.

Heute herrscht die Mode das eigene ICH hervorzuheben, damit der Mensch sich gut, friedlich und wohl fühlt. Und das ist wahr, jeder Mensch will sich so fühlen.

Doch es gibt verschiedene Quellen unseres Wohlfühlens. Gott verspricht uns den Frieden, der stärker ist, als alle Geschehnisse dieser Welt. Heute wird z.B. in meiner Heimat der neue Präsident wiederholt gewählt. Eine Hälfte will einen liberalen und eine andere Hälfte will einen konservativen Präsidenten wählen. Viele Politiker zerbrechen sich ihre Köpfe, sie tragen den Unfrieden in sich, sie wissen nicht, wer gewinnt.

Meine Frau und ich, wir tragen diesen Unfrieden nicht in uns. Denn wir haben Frieden, den uns Jesus Christus gegeben hat. Darum sind wir zwar gespannt wer gewinnt, aber nicht unruhig.

Wissen Sie, was es ist, was die Gemeinde Jesu in Ostbelgien am meisten daran hindert die Herrlichkeit Gottes zu schauen? Es ist ein menschliches nicht verändertes Leben. Ein nicht verändertes Leben kann der Ursprung einer Katastrophe sein.

Die Bibel sagt, viele Menschen, die sich mit ihren Ausreden rechtfertigen werden, werden die Menschen sein, die irgendwelche Zeichen getan haben.

Heute organisiert man z.B. Heilungskampagnen, man lädt dazu viele christliche Heilpraktiker ein, und man weiß am Schluss nicht mehr, wer dort wirklich heilt. Der HERR wird aber zu solchen Menschen sagen: Ich kenne euch nicht, niemals sind wir uns begegnet.

Das Geheimnis dieser Aussage Jesu liegt darin, dass viele dieser Heilpraktiker keine Busse getan haben.

Und wenn jemand mir sagt, es ist genug, dass ich an Gott glaube, dann erlauben Sie mir das zu sagen: Es reicht nicht zu glauben um das ewige Leben zu bekommen. Es reicht nicht zu glauben wenn man keine Busse getan hat.

Die frohe Botschaft lautet: Tut Busse und glaubt dem Evangelium.

Die Bibel sagt, bevor wir überhaupt glauben, müssen wir zuerst Busse tun.

Busse wird heute leider zu Worten reduziert, die man nur noch in einem Gebet wiederholen muss.

Jemand sagt: Herr Jesu, wir wiederholen Herr Jesu,

ich komme zu dir, ich komme zu dir,

du bist mein Erlöser, du bist mein Erlöser,

du bist für mich gestorben, du bist für mich gestorben,

Amen, amen!

Also du bist jetzt gläubig mein Bruder. Willkommen in der Gemeinde Jesu!

Das ist ein so genanntes McEvangelium welches wie Fast Food in vielen Kirchen serviert wird. Doch Busse ist etwas mehr als das.

Die Menschen, die nach vorne kommen, lassen sich oft von ihren Gefühlen steuern. Gefühle sind wichtig, aber sie spielen nicht die tragende Rolle.

Der Mensch ist ein emotionelles Wesen, und er braucht Gefühle. Doch der Mensch darf sich niemals von seinen Emotionen regieren lassen.

Der entscheidende Faktor, der über das Schicksal eines Menschen entscheidet, ist sein Wille. Wille und Emotionen sind nicht identisch.

Einer der erfolgreichen Evangelisten aller Zeiten, ein herausragender und einzigartiger Mann, war Charles Finney.

Finney sagte: Ich predige nicht auf die Emotionen der Menschen, ich spreche viel mehr ihr Verständnis an und ich versuche ihren Willen zu bewegen.

Meiner Meinung nach ist das ein großes Geheimnis. Denn wir wissen, es ist Gottes Güte, die uns zur Busse leitet. Und es ist meine Entscheidung ob ich es tue oder nicht.

Busse wird oft mit einem Gefühl assoziiert, man versucht es zu erzeugen. Auch wenn Sie nach vorne kommen, und sie 10 Minuten weinen, heißt das immer noch nicht, dass Sie Busse getan haben.

Als die Leute zu Johannes dem Täufer kamen und behaupteten, sie hätten Busse getan, sagte er: Wo sind eure Früchte? Wo ist die Veränderung?

Wo es keine Busse gibt, gibt es auch keine Veränderung. Das ist das Problem. Ich will den Unterschied erklären.

Jemand sagte einmal: man hat die Vergebung dann erlangt, wenn man das nicht mehr tut, was man bis jetzt getan hat. Das ist ein gutes Prüfungskriterium.

Das Problem vielen Christen heute ist, dass sie im Grunde genommen keine Entscheidung mehr treffen Busse zu tun.

Ihre Zornesausbrüche werden Sie lebenslang begleiten, bis Sie die Entscheidung treffen eines Tages Busse zu tun. Erst dann werden sie nicht mehr von Ihrer Laune regiert, sondern vom Geist Gottes.

Wenn Sie sich von irgend jemanden beleidigt fühlen, heißt das für mich, Sie haben keine Busse getan.

Das ganze Evangelium beginnt mit den Worten: Tue Busse! Es gibt keinen Ersatz dafür. Sie müssen eine konkrete bestimmte Entscheidung treffen.

Das und das habe ich an mir geduldet, doch ab jetzt ist aus damit.

Das werde ich nicht mehr dulden. Wenn Sie in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes eine feste konkrete Position einnehmen, dann ist es wirklich aus damit.

Viele von uns spielen seit Jahren mit bestimmten Schwächen herum, die wir toleriert haben, die man jedoch niemals tolerieren sollte.

Auch ich habe erkannt, wie ich in meinem Büro gewisse CD-ROMs toleriert habe. Sie wissen, ich habe in Basel Theologie studiert. Ich lernte dort jede Menge netter Leute kennen.

Eines Tages bat mich ein Studienkollegen ihm beim Umzug zu helfen. Danach noch einmal, und danach noch einmal. Er hatte viel Kram, denn er war verheiratet, und er wohnte jedes Mal in einer sehr großen Wohnung.

Er gab mir kein Geld dafür, aber er schenkte mir die beste theologische Software, die es überhaupt auf der Welt gibt. Die wichtigsten Werke von Kirchenvätern, alle Werke der Reformatoren, die besten Bibellexika, die besten Theologischen Wörterbücher, einfach alles das schenkte er mir.

Er bezahlte dafür 2000 Euro. Und er schenkte mir das, aber nicht die originalen CD-ROMs, sondern kopierte. Bis zu diesem Zeitpunkt meines Lebens hatte ich keine geraubte Software zu Hause. Aber als er mir diese CDs schenkte, konnte ich einfach nicht widerstehen.

Die Versuchung war so groß, dass ich dieses Geschenk angenommen habe. Und bis jetzt habe ich dieses Geschenk in meinem Büro toleriert. Doch heute habe ich mich entschieden diese geraubten CD-ROMs im Wert von 2000 EUR zu vernichten. Das ist meine Entscheidung zur Busse.

Ich habe mich letzen Sonntag entschlossen mein Leben erneut dem HERRN zu übergeben. Darum kann ich keine geraubte Software mehr in meiner Umgebung tolerieren. Und ich lade Sie ein, das gleiche zu tun. Gott toleriert keine Diebe und er wird nicht auf sie hören, bis er die Veränderung bei Ihnen gesehen hat.

In unseren Gemeinden sitzen viele Diebe. Ganz viele. Wir genehmigen uns wieder und wieder etwas zu kopieren, wofür wir nicht bezahlt haben. Das ist Diebstahl. Und das achte Gebot sagt: Du sollst nicht stehlen!

Darum können Sie sich heute wie ich entscheiden. Sie können mit mir sagen: Das ist jetzt vorbei. Man kann gewisse Dinge bis in die Ewigkeit tolerieren, oder man entscheidet sich und es ist vorbei.

Darum möchte ich Sie bitten, treffen Sie heute Ihre beste Entscheidung der letzen Tagen, tolerieren Sie die Sünde nicht mehr.

Ich möchte Ihnen noch eins vermitteln. Die meisten wichtigen Dinge des Lebens werden durch Entscheidungen geregelt! Man kann durch das Leben nicht ohne Entscheidungen gehen, und man kommt in den Himmel nicht ohne dass man Busse getan hat.

In der Bibel steht geschrieben, wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist ER treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Man kann zwar ständig wiederholen, dass man moralisch gut ist, dass man heilig genug ist, man kommt schließlich jeden Sonntag in die Gemeinde.

Doch die Busse verändert die Richtung unseres Lebens. Wir fangen an das zu suchen, was göttlich ist, und nicht was menschlich ist. Alles ändert sich radikal.

Wir lachen über das, worüber wir früher geweint haben, und weinen über das, worüber wir früher gelacht haben. Man geht in eine total andere Richtung, denn man sucht das, was göttlich ist. Man schwimmt gegen den Strom dieser Welt.

Und man bekommt die Sehnsucht Gott zu gefallen. Das ist der echte Protestantismus. Ein Protestant geht nicht mit der Masse. Er protestiert gegen die Ungerechtigkeit der Masse.

Heutzutage, gibt es genauso viele nicht wiedergeborenen Christen unter Freikirchlern wie Landeskirchlern. Der Teufel hat viele freikirchliche Christen so weit gebracht, dass sie zornig werden, wenn man sie als Landerkirchler fragt: Hast du dich wirklich bekehrt?

Kommen wir zurück zu unserer Geschichte. Jesus sagte nicht, dass die römischen Legionären von Gott hart bestraft werden. Obwohl die Legionäre bestialisch mit den Juden umgegangen sind, und sie überhaupt keine Achtung vor dem jüdischen Glauben gezeigt haben, so hat Jesus trotzdem nicht über sie gespottet.

Jesus sagte: Das ist alles schrecklich was passiert ist, aber IHR müsst Busse tun, sonst wird eines Tages diese Tragödie euer Leben berühren.

Wenn wir keine Busse tun, wenn wir unser Leben nicht reinigen, so wird eines Tages diese Tragödie auch zu uns kommen.

Als die WTC Türme einstürzten und die amerikanischen Pastoren zur Busse aufriefen, haben viele amerikanische Politiker nur über sie gespottet.

Doch die Wahrheit ist, dass es immer mehr solcher Katastrophen geben wird. Und die Wahrheit ist, dass der Geist Gottes seine Gemeinden zur Busse aufruft. Dass wir uns als Gläubigen reinigen, heiligen und umkehren von allem, was von der Sünde befleckt ist. Gott will uns trainieren, dass wir selbst, wenn die Verfolgung kommt, im Glauben beharren.

Ich hörte von einem Presbyter in Russland, der vom KGB verhaftet wurde, damit er die Gläubigen verrate. Der KGB schloss ihn in eine Zelle, dann kamen zwei muskulösen Folterknechten, rissen ihm die Kleider vom Körper und schlugen brutal auf ihn ein. Am Schluss lag dieser Presbyter blutüberströmt am Boden.

Aber dieser Presbyter sagte später: Sie haben mich bis auf die Unterhosen ausgezogen und sie haben mich geschlagen, aber ich habe nur den ersten Schlag gespürt und danach nichts mehr. Und als sie gegangen waren, da habe ich mich sogar ganz gut gefühlt. Und ich habe keine Wunden bei mir gesehen.

Und am nächsten Tag kamen die Folterknechte erneut und fragten ihn: Bist du bereit wieder Schläge zu bekommen? Und er sagte: Ich bin bereit.

Und sie fragten ihn genauer: Wie ist das möglich, dass du dich heute so gut fühlst und gestern fast tot warst? Und er sagte: Jesus hat mich geheilt. Die Folterknechte aber sagten: Es gibt keinen Jesus. Da fragte der Presbyter: Das heißt, ich bin nicht geheilt?

Sie sehen, wenn wir Busse tun, wenn wir ein geheiligtes Leben führen, dann wird Gott uns auch in schwierigen Situation helfen und retten. Und wir werden nicht umkommen.

Einem anderen Mann in Russland drohte der KGB den Sohn zu töten. Und sie sagten zu ihm: Verleugne Jesus oder wir werden deinen Sohn so lange misshandeln, so das du ihn niemals wieder sehen wirst.

Denn die KGB Offizieren wussten, sie könnten ihn totschlagen, und trotzdem würde er seinen HERRN nicht verleugnen.

Und dieser Mann stand in seiner Zelle, er tat Busse und er betete: Lieber Herr, wenn es um mich ginge, sie könnten sie mir das Leben nehmen, aber es geht um meinen Sohn.

Und dann tröstete ihn Gott und ER sagte zu ihm: Wenn sie ihn töten, beharre im Glauben, denn auf der anderen Seiten wird dein Sohn auf dich warten, wenn du mich aber verleugnest, wirst du ihn niemals wieder sehen.

Glauben Sie an das Evangelium? Haben Sie in Ihrem Leben Busse getan? Glauben heißt nicht zweifeln an dem, was man noch nicht gesehen hat.

Sie wissen, dass die heutigen Charismatiker zum Mercedeshändler gehen, ihre Hände auf die Marke einer Limousine legen und bekennen, dass Jesus ihnen dieses Auto gegeben hat.

Der Glaube besteht nicht aus Worte, sondern der Glaube ist ein Wandeln mit Gott. Der Sohn Gottes wurde verfolgt und hat sich erniedrigt und seine Jünger werden davon nicht frei.

Aber auch mitten aller Katastrophen, mitten aller menschlichen Tragödien, wenn Sie mit Gott wandeln, kann ER Sie retten.

Und wenn eines Tages der Arzt die Hände über Ihren Körper ausstrecken und er sagen wird: Ich kann hier nichts mehr tun. Und der Pfarrer die letzen Worte über Sie am Friedhof sprechen wird, und auch er nichts mehr für Sie tun kann. Und die Menschen nach Hause gehen werden, und Ihr Sarg im Loch bleiben wird, dann wird der letzte, der über ihrem und meinem Grab stehen wird, Jesus sein.

Denn ich weiß, mein Erlöser lebt. Gott segne Sie alle.

Amen.

 

Home ] Nach oben ]

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: webmaster@ev-Kirche-Eupen-NeuMoresnet.org 
Stand: 04. Juni 2010