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Predigt von Vikar Darius Tomczak am 5. Juni 2005Liebe Gemeinde, liebe Taufeltern und Paten Der Predigttext steht in Matth. 3,13-16 13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen. 16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Die Taufe Jesu wird von allen 4 Evangelisten überliefert. Diese Taufe hat eine große Bedeutung. Denn bei seiner Taufe trat Jesus aus seiner Verborgenheit in seine Wirksamkeit. Jesus wurde getauft, als er dreißig Jahre alt war. Warum so spät? Nun, dazu müssen wir das Leben Jesu uns kurz vor Augen führen. Er wurde als kleines Kind nach dem jüdischen Gesetzt beschnitten. Beschneidung bedeutet für die Juden, dass man in jüdische Gemeinschaft eingegliedert wird. Mit 12 Jahren wurde Jesus als religionsmündig als Bar Mizwa d.h. Sohn des Gesetztes von den Juden erklärt. Doch bis zum seinen 30 Jahr lebte er als einfaches Glied der jüdischen Gemeinde. Erst mit 30 Jahren trat Jesus als Rabbi auf, er wurde zum Lehrer. Er begann die Jünger zu sammeln und er lehrte sie den Willen Gottes. Mit anderen Worten, erst mit 30 Jahren sah sich Jesus als qualifiziert an, um als Ältester des jüdischen Volkes aufzutreten. Was will uns Gott dadurch zeigen? Gott will uns dadurch zeigen, dass wir uns demütigen und wir geduldig warten sollen, bis unsere Zeit kommen wird. Erst dann können wir als Älteste der Gemeinde Gottes auftreten, wenn wir im Glauben und im Alter gewachsen sind. Jesus kam zu Johannes und er ließ sich von ihm taufen. Johannes der Täufer bewirkte in dieser Zeit die große Umkehr im ganzen Israel. Tausende von Menschen kamen zum Jordan und bekannten ihre Sünden. Viele wurden frei, doch viele auch nicht. Die Pharisäer und die Sadduzäer bekannten ihre Sünden nicht, darum wurden sie von Johannes nicht getauft. Doch Jesus ließ sich taufen. Die Frage ist nun, mit welcher Taufe wurde Jesus getauft? War das die Taufe des Johannes oder war das eine neue Taufe? Wir lesen, dass der heilige Geist auf Jesus herabkam, als er im Wasser getauft wurde. Und dann sprach Gott, der Vater aus dem Himmel: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Man kann sagen, Gott hat alle Himmel in Bewegung gesetzt um uns die Bedeutung dieser Taufe zu zeigen. Ich möchte jetzt über die Bedeutung dieser Taufe etwas sagen. Die Taufe Jesu ist keine Taufe zur Busse, den Jesus hatte keine Sünden, über die er Busse tun müsste. Er wurde nicht getauft weil er Busse getan hatte. Was war der Sinn dieser Taufe? Jesus sagt es selbst: Lasst es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Er sagt nicht, denn so gebührt es mir, sondern er sagt: Denn so gebührt es uns. Er identifiziert sich mit allen, die mit ihm durch die Wassertaufe nachfolgen werden. Er sagt: Es ist angebracht, es ist angemessen, auf diese Weise alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Gottes Wille ist, dass wir Jesus in dieser Taufe nachfolgen. Als Christen werden wir nicht mit einer Taufe zur Busse getauft. Man wird nicht auf den Namen Jesu Christi getauft, weil man ein Sünder ist. Sondern wir werden getauft um alle Gerechtigkeit zu erfüllen, die Gott uns durch seinen Sohn schenkt. Dieses Thema ist sehr wichtig. Denn die christliche Taufe ist keine Taufe zur Busse. Der Brief an die Römer sagt: Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft worden sind, die sind in seinem Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Durch die Taufe auf den Namen Jesu beginnen wir nach dem Römerbrief eine Reise mit Gott. Bei der Taufe werden wir nass. Mann wird nass entweder durch das völlige Untertauchen im Wasser oder man wird nass durch das Abwaschen des Körpers mit dem Wasser. Durch Abwaschen wurde der aussätzige Naaman im Jordan von seiner Krankheit geheilt. In der griechischen Version des Alten Testament steht an der Stelle des Abwaschen das griechische Wort baptisw. Baptizo meint in der Bibel entweder untertauchen oder abwaschen. Die christliche Taufe wird als heilige Handlung auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes vollzogen. Die Formel "auf den Namen" stammt aus dem antiken Bankwesen und bedeutet dasselbe wie unsere Bezeichnung "auf das Konto des ...". Taufe "auf den Namen" Christi besagt also die Übertragung eines dem Tod verfallenen Menschen in das Eigentum des lebendigen Gottes. Von ihrem Ursprung her ist die Taufe ein Akt der Verbindung und Identifikation mit etwas oder mit jemandem. Man lässt sich also auf etwas taufen. Die christliche Taufe verbindet den Taufkandidat mit dem Leib Christi. Ursprung der christlichen Taufe ist der Taufbefehl Jesu, alle Jünger auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Im Matthäus Evangelium 28,19-20 lesen wir: Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Bei diesem Taufbefehl Jesu schwanken die griechischen Handschriften zwischen machet zu Jüngern und taufet sie und machet zu Jüngern (lehret sie), nachdem ihr sie getauft habt. Die letztere Form findet sich bereits in alten Handschriften. In dem so genannten Codex Vatikanus, der ersten vollständigen Handschrift mit allen Bücher des Neuen Testament finden sich diese Form auch. Lehret sie, nachdem ihr sie getauft habt, oder machet zu Jüngern (lehret sie) und dann taufet sie. Beide Formen sind nach dem ältesten griechischen Urtext des Neuen Testament möglich. In welcher Reihe diese Handlung geschieht, überlässt Gott den Eltern selbst. Doch wenn wir unsere Kinder taufen, verpflichten wir uns sie christlich zu erziehen. Darum ist die Wassertaufe ein Bekenntnis an die Gemeinde Jesu die Kinder christlich zu erziehen. Jesus wurde mit Wasser durch Johannes getauft, um zugleich mit dem Geist Gottes gesalbt zu werden. Dadurch setze er für uns ein Zeichen. Nikodemus, ein Theologe kommt später zu Jesus und versteht nicht, wie ein erwachsener Mensch vom neuen geboren werden kann. "Aus Wasser und aus dem Geist" erklärt ihm Jesus. Hier spricht Jesus von der Wassertaufe und von der Geistestaufe. Das Neue Testament kennt nämlich mehrere Taufen. Die Wassertaufe ist nach dem Missionsbefehl Jesu die Aufnahme eines Menschen in die Gemeinschaft der Gläubigen. Hier möchte ich betonen, dass die Wassertaufe nicht heilsentscheidend ist. Heilentscheidend ist der Glaube an den gekreuzigten und den auferstandenen Christus. Der Mensch wird gerettet alleine aus Glauben. Dieser Glaube wird in der Geistestaufe uns von Gott geschenkt. Die Taufe aus dem Heiligen Geist kann deshalb kein Mensch bewirken. Diese Taufe muss zeitlich nicht mit der Wassertaufe zusammenfallen. Denn bei unzähligen Menschen wächst der Glaube erst nach der Wassertaufe "so richtig", andere haben hingegen schon Jahre vor ihrer Wassertaufe ein tiefes Glaubenserlebnis gehabt. Unabhängig von der zeitlichen Reihenfolge und dem subjektiven Empfinden gilt: In der Wassertaufe wird Gottes Liebe zu einem Menschen auf besondere Weise hörbar, sichtbar und spürbar. Und weil sie "im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" vollzogen wird, ist sie sicher mehr als nur ein Ritus oder eine schöne Bekenntnis-Feier. Denn: "Groß an Kraft ist dein Name spricht Jeremia 10,6. Kraftvoll ist daher auch die Wassertaufe, die im Namen Gottes geschieht. Die Gnade des Herrn Jesu sei mit uns jetzt alle. Amen. |
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