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Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 2. Januar 2000Liebe Gemeinde, ich lese aus Jos 1,1-9 Nachdem Mose, der Knecht des Herrn gestorben war, sprach
der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: Mein Knecht Mose ist gestorben;
so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das
Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe. Jede Stätte, auf die eure
Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich es Mose zugesagt habe.
Von der Wüste im Süden bis zum Gebirge Libanon im Norden. Vom Euphrat im Osten,
bis zum Mittelmeer im Westen. Es soll dich niemand besiegen können, solange du
lebst. Denn ich bin bei dir, so wie ich bei Mose gewesen bin. Ich will dich
nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt, denn du sollst
diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren
Vätern geschworen habe. Sei nur getrost und ganz unverzagt. Bemühe dich darum,
das ganze Gesetz zu befolgen, das dir mein Diener Mose gegeben hat. Weiche nicht
davon ab! Dann wirst du bei allem, was du tust, Erfolg haben. Sag dir die Gebote
immer wieder auf! Denke Tag und Nacht über sie nach, damit du dein Leben ganz
nach ihnen ausrichtest. Dann wird dir alles gelingen, was du dir vornimmst.
Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seiest. Lass dir
nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in
allem, was du tun wirst. mit Josua wollte ich nicht gerade tauschen. Sein Freund, Gebieter Mose ist tot. Mose hatte das Volk im Griff. Auf ihn hörte es inzwischen. Mose hatte den besonderen Draht zu Gott und wusste, wo es langgeht. Bisher hatte sich Josua immer auf die Autorität von Mose verlassen können. Doch nun stand er ganz alleine da. Nun sollte er alleine ein großes Volk führen und befehligen. Nun musste er plötzlich die ganze Verantwortung allein tragen. Mir wäre an seiner Stelle Angst und Bange. Aber nicht nur das – er sollte auch noch mit diesem Volk ein
Land in Besitz nehmen, deren Bewohner stärker, zahlreicher und militärisch
überlegen waren mit ihren befestigten Städten, ihren Streitwagen. Und dann
sollte Josua mit Männern, Frauen, Kindern, Gepäck und Vieh einen tiefen und
schnellen Fluss durchqueren. Wer wollte da mit Josua tauschen. Fürchte Dich nicht vor deiner Aufgabe. Ich weiß nicht, was
Sie sich für dieses Jahr vorgenommen haben. Man fasst ja gerne gute Vorsätze zum
Jahresanfang. Meist sind es schlechte Gewohnheiten, die man sich abgewöhnen
will. Wir sollten uns aber auch noch etwas anderes vornehmen. Wir sollten uns
vornehmen, Gottes Auftrag, den er uns gegeben hat, nicht zu vergessen. Jeder
einzelne sollte sich fragen: Welche Aufgabe hat Gott für mich bestimmt. Denn
Gott hat mit Ihnen etwas vor. Er will mir Ihrer Kraft und mit Ihren Fähigkeiten
sein Reich bauen. Es liegt an Ihnen, zu hören, was dran ist, was Gott von ihnen
für dieses Jahr will. Und es gilt diese Aufgabe anzugehen. Das wird sie froh und
unverzagt machen. Diese Aufgabe fällt für jeden einzelnen Christen
unterschiedlich aus. Es gibt keine null-acht-fünfzehn Aufgabe. Ich kann Ihnen
nicht sagen: Gott will, dass du dieses Jahr diese oder jene Aufgabe übernimmst.
Aber ich rate Ihnen: Überlegen Sie sich, welche Gaben Sie haben. Diese Gaben
sollen Sie weiterentwickeln und einsetzen zum großen Auftrag, den Jesus seiner
Gemeinde gegeben hat. Wie heißt sein Auftrag nochmals? Er sagte: Mir ist gegeben
alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Und nun kommt der Auftrag: Darum gehet hin,
und machet zu Jüngern alle Völker. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch
befohlen habe. Es gilt also zu überlegen: Wie kann ich meine Kräfte und Gaben
sinnvoll einsetzen? Vor Josua liegt kein Spaziergang, sondern ein Kampf. Ja, in
gewisser Weise ein Kampf auf Leben und Tod. Ein unabhängiger Fachmann für
Militärstrategien würde Josua wohl abraten, sich auf solch eine waghalsige
Unternehmungen einzulassen. Sie kann nicht nur seinen eigenen Kopf und Kragen
kosten, sondern auch die Männer, Frauen und Kinder des Volkes Gottes in die
Sklaverei, ja in den Tod führen. Denn die Feinde sind stärker als er. 3. Sei getrost und unverzagt, denn Gott ist mit dir. Kürzlich in der Adventszeit kam der Nikolaus in die ehemalige
Krabbelgruppe. Die Kinder hatten große Ehrfurcht, ja fast ein wenig Angst vor
dem großen Mann mit dem langen weißen Bart, seinem Sack, seiner Rute und seiner
tiefen Stimme. Der Nikolaus rief unseren kleinen Jonathan auf, er soll zu ihm
herkommen. Jonathan getraute sich nicht. Aber er wusste eine Lösung. Er rief:
„Papa“ und fasste mich an der Hand und nahm mich zum Nikolaus mit. Für ihn war
klar, wenn der Papa dabei ist, dann braucht er keine Angst zu haben, dann kann
der fremde Mann ihm nichts tun. wenn es uns Angst ist, vor dem, was alles auf uns im
kommenden Jahr zukommt, wenn wir uns fürchten vor den Wegen, die Gott uns führen
will, dann können wir auch unseren Herrn anrufen und ihn bitten, nimm mich an
der Hand, und sei bei mir, wie du es Josua versprochen hast: Zu ihm sagtest du:
Daran will ich mich halten. Amen. |
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