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Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 24. Dezember 1999, Heilig AbendLiebe Gemeinde Für das Christfest wurde folgender Vers vorgeschlagen, um darüber nachzudenken. In 1. Joh 3,1 steht: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch.“ Johannes gibt uns erst einmal eine Hausaufgabe für Weihnachten. Er schreibt: Seht! Seht, welche Liebe uns der Vater erwiesen hat. Nun, so wollen wir einmal das kleine Baby in der Krippe betrachten, um zu erkennen, wie Gottes Liebe aussieht. Drei Dinge möchte ich von Gottes Liebe beleuchten. 1. Seht, Gottes Liebe – er schickt sein Liebstes. Haben Sie auch schon einmal die Beobachtung gemacht. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit da spielt die Menschheit verrückt. Was sich Menschen so alles antun, wie sie sich wehtun und ausbeuten, welche Schlichen sie erfinden, um andere fertig zu machen. Es ist zum verzweifeln. Ob das der Streit bei Kindern auf dem Schulhof ist, oder das Mobbing bei Erwachsenen im Betrieb, ob das die Steuerhinterziehung ist, oder die Bestechlichkeit großer Politiker. In der Menschheit ist der Wurm drin. Sie sehnt sich nach Ruhe und Frieden und sie streitet und haut sich die Köpfe ein. Was sagt Gott dazu?
Muss ihn die Menschheit nicht anekeln und ärgern.
Wenn wir jemanden nicht mögen, wenn er uns auf die Nerven geht, dann gehen wir
ihm aus dem Weg, trennen uns von ihm.
Doch Gott wendet sich nicht ab. Er wendet sich uns zu. Der Vers redet von Gott als Vater. Viele Menschen haben darum Schwierigkeiten
mit Gott, weil sie schlechte Erfahrungen mit ihrem eigenen Vater gemacht haben
und in Gott ihren eigenen Vater sehen.
Manche haben Angst vor Gott, weil ihr Vater ein gewalttätiger und jähzorniger
Mensch war;
manche verachten Gott, weil ihr Vater sich aus dem Staub gemacht hat, oder sich
nie um seine Kinder gekümmert hat,
und manche scheuen ihn, weil ihr Vater immer so hochgeschraubte Erwartungen an
die Kinder hatte, die unerfüllbar waren und man es ihm nie recht machen konnte.
So haben es viele Menschen schwer Gottes Vaterliebe zu erkennen. Kinder träumen manchmal davon ein Königskind zu sein. Sie wünschen sich in einem großen Schloss leben und spielen zu dürfen in dem alles glänzt und strahlt, wo sie die besten Sachen zum essen und anziehen, die schönsten Spielsachen bekommen. Wo alle freundlich und höflich zu ihnen sind und die vortrefflichsten Diener bei den Hausaufgaben helfen müssen. Wenn Gott uns zu seinen Kindern macht, sind wir Königskinder. Bildlich gesehen kommt der große, erstgeborene Königssohn Jesus in unsere armselige Welt und sagt zu Dir und sagt zu mir: „Ich bin zu dir gekommen und möchte dich fragen: Kommst du mit mir in das
Schloss meines Vaters.“
Und wenn sie „Ja“ zu Jesus Christus, dem Kind in der Krippe und dem Mann am
Kreuz sagen, dann nimmt er sie mit auf einem abenteuerlichen Weg zu seinem
himmlischen Vaterschloss.
Und sagen sie „Ja“, dann sind sie ein Gotteskind. Dann sind sie keine Nummer mehr.
Kein Staubkorn am Rande des Universums. Dann sind sie ein geliebtes und wertvolles
Kind Gottes. Geliebt ohne wenn und aber. Amen. |
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