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Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 23. Februar 2002Liebe Gemeinde, wer wünscht sich das nicht einen Glauben, der Berge versetzen
kann, einen Glauben, der so stark ist, dass er Gottes Herz bewegt, einen
Glauben, der hilft, fröhlich und gelassen zu sein, auch wenn es in meinem Leben
drunter und drüber geht. Einen Glauben, an dem Gott seine Freude hat. Ich denke, in Punkto Glauben können wir bei Abraham in die
Schule gehen. Er wird ja der Vater des Glaubens genannt. Was können wir von
seinem Glauben lernen. Dass auch unser Glaube bahnbrechend, freudig und
gottgefällig sei. Hören wir einen kleinen Ausschnitt aus Hebr. 11 – dem Kapitel
des Glaubens. Im Glauben gehorchte Abraham Gottes Ruf, auszuwandern zu
einem Ort, den er zum Erbe empfangen sollte: Und er wanderte aus, ohne zu
wissen, wohin ihn der Weg führte. Im Glauben ließ er sich nieder in dem Land,
das ihm verheißen war, als Fremdling in fremdem Land, und wohnte dort in Zelten
zusammen mit Isaak und Jakob, den Miterben der Verheißung. Denn er wartete auf
die Stadt, die auf sicherem Fundament steht, weil Gott ihr Planer und Erbauer
ist.
1. Der Glaube hört auf die Stimme Gottes Immer wieder kann man feststellen, dass Menschen, die
praktizierende Christen sind, sich verkrampfen, dass sie ihre Fröhlichkeit
verlieren und ihr Glaube alles andere als ansteckend wirkt. Sie ähneln ein
bisschen der fleißigen Martha – einer Schwester des Lazarus. Denn sie sind sehr
fleißig, sie dienen mit voller Hingabe. Aber doch steckt in ihrem Dienst ein
unausgesprochener Vorwurf anderen gegenüber. Eine Art Bitterkeit, die die
anderen vor Jesus anklagt und sagt: „Herr kümmert es dich nicht, dass meine
Schwester mich alleine arbeiten lässt.“ Und Jesus antwortet: Martha, Martha für
vieles sorgst du dich und bist davon umgetrieben. Aber nur wenig ist nötig –
eigentlich nur eines! Und dieses eine ist „das Hören“. Das hören auf den Ruf
Gottes. Abraham hörte den Ruf Gottes, dann erst zog er los. Und so handelte Jesus nicht nur, weil er eine Not sah, der begegnet werden musste, sondern er wartete auf den Bescheid des Vaters und wurde nur tätig, wenn der Vater es ihm sagte. Mit zwölf Jahren, wusste Jesus, was in ihm steckte. Aber dennoch zog er nicht los. Er hätte vieles in all den Jahren bewirken können. Stattdessen aber bastelte er Stühle, Tische und Dachstühle in seines Vaters Betrieb. Jesus tat nicht alle jene guten Dinge, zu denen Ihm seine Freunde rieten, denn er wusste, wenn er auf Menschen hörte, würde er wohl das tun, was gut schien, würde aber dabei das versäumen, was Gott als das Beste für ihn ersehen hatte. Jesus schrieb keine Bücher, reiste nicht um die Welt und
hatte nur wenige Jünger um sich geschart. Was hätte er mit seinen Qualitäten
alles leisten können. Und es gab auch noch zu seiner Zeit viele ungestillte Nöte
und viel Elend auf der Welt. Aber sein Auftrag war, das Werk des Vaters zu
vollenden. Und auf das allein kam es ihm an. Und genau dies brachte viel Frucht.
Hätte er z.B. auf Petrus kurz vor seinem Tod gehört, so wäre die Welt bis heute
ohne Hoffnung auf Erlösung. Schließlich will Gott ja immer nur das Beste für uns und wenn
wir nicht bereit sind, den Glaubensschritt zu wagen, dann bringen wir uns
selbst, um das, was Gott uns schenken wollte. Abraham zum Beispiel ließ alles zurück. Seine ganzen sozialen
und finanziellen Sicherheiten. Er lebte nicht mehr in einem gemütlichen
Häuschen, sondern in Zelten. Und das nicht nur im Urlaub, sondern jeden Tag, bei
Wind und Wetter. Er genoss nicht mehr den Schutz und die Sicherheiten in einem
stabilen Sippenverband zu leben, sondern war ganz auf Gottes Schutz angewiesen.
Von Abraham heißt es: Denn er wartete auf die Stadt, die
auf sicherem Fundament steht, weil Gott ihr Planer und Erbauer ist. Liebe Gemeinde – wir als Christen können uns glücklicherweise an der Auferstehung Jesus festhalten. Wir können uns in Stunden der Anfechtung sagen: „So, wie Gott aus dem schlimmsten Verbrechen, aus der Ermordung seines Sohnes, etwas Gutes für die Menschheit machen konnte, so wird er auch aus meiner dunklen Stunde, aus meinem Leid und meiner Verzweiflung noch etwas Gutes machen. Und so blickt der Glaubende immer wieder von den schrecklichen Zuständen der Gegenwart weg, auf das, was Gott verheißen hat. Liebe Gemeinde, manchmal sieht man so viel Elend, bekommt so
viel Unrecht zu spüren. Man wird ganz von negativen Gedanken in die Tiefe
gezogen. Manchmal hilft es auch, ein wenig zu träumen. Stellen sie sich vor sie kommen in eine wunderschöne Stadt mit lauter liebevollen, freundlichen, ehrlichen Menschen. Jeder dieser Menschen ist so interessant und sympathisch, dass man ständig mit ihm zusammen sein könnte. Keiner neidet etwas, jeder ist auf das Gute für den anderen bedacht. Sie gehen durch die Stadt. Sie ist voller Gesang, voller Lachen, voller Jubel. Es ist eine wunderschöne Stadt in der die Villenviertel und der Glanz unserer Metropolen noch ärmlicher als eine Siedlung auf einer Müllkippe in Manila dagegen wirkt. Und dann gehen sie in die Mitte dieser Stadt. Sie fühlen sich
dort geborgen und zuhause. Es gibt keinen Ort, wo sie lieber wären. Und dort
steht Gott mit offenen Armen. Er wird Sie allein in seine Arme nehmen und alle
ihre geweinten Tränen abwischen und ihnen die Krone des ewigen Lebens aufsetzen.
Und sie werden seine unendliche und gigantische Liebe spüren. 1. Gesunder Glaube hört auf Gottes Stimme Amen. |
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