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Predigt von Vikar Darius Tomczak am 8. Mai 2005Liebe Gemeinde, Heute möchte ich über das Thema Loben und Preisen sprechen. Ich denke, dass der Herr mir erst jetzt ein neues Verständnis dazu gegeben hat. Denn bis vor kurzem war ich es gewohnt nur traditionelle Gottesdienste zu feiern. Um so mehr freue ich mich in diesem Lobpreisgottesdienst predigen zu dürfen. Wie sollen wir den Lobpreisgottesdienst feiern? Was ist das – Lobpreis? Und was ist das – Gottesdienst? Bevor wir auf diese Fragen angehen, möchte ich den Text aus Psalm 95, Verse 1-7 vorlesen. Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils! Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Die ersten zwei Versen schildern Lob und Dank. Darin wird keine Zurückhaltung geübt. Der Autor ruft zur Anbetung auf. Er sagt: Kommt herzu. Das heißt: Kommt hierher. Kommt und lasst dem Herrn frohlocken. Lasst uns mit Psalmen ihm jauchzen. Psalm bedeutet auf Hebräisch das, was das deutsche Wort "Lobpreis" wiedergibt. Doch das Wort "Lobpreis" ist eine junge Wortschöpfung. Dieses Wort besteht aus zwei Worten: aus dem Wort "Loben" und aus dem Wort "Preisen". In den letzen Jahren hat sich dieses Wort in vielen Gemeinden ganz gut eingebürgert. Wenn wir Gott loben, dann loben wir ihn meistens für das, was er an uns tut. Loben ist zuerst ein Ausdruck des eigenen Herzens. Wenn Sie verlangen nach Gott haben, werden Sie Gott loben wollen. Und es ist eine gute Sache, unseren Gott zu loben und ihn zu preisen. Als Kind Gottes sollten Sie nicht aufhören Gott zu loben. In diesen zwei Versen geht es im weiteren um jauchzen und frohlocken. Dem Autor war es wichtig, Gott nicht heimlich und leise zu loben. Es war ihm wichtig, allen Menschen Gott durch jauchzen zu verkündigen. Denn Gott kann nur schwer einen halben Lobpreis akzeptieren. Wenn wir nicht bereit sind, Gott zu loben, sollten wir es lieber nicht tun. Besser wäre, wenn wir im Lobpreisgottesdienst nicht dabei wären. Denn wenn wir bei dem Lobpreisgottesdienst ganz dabei sein wollen, sollten wir das mit dem ganzem Herzen tun. Ich hatte einmal die Möglichkeit im Cockpit eines großen Passagierflugzeuges zu sitzen. Der Kapitän erklärte mir kurz vor dem Start, um was es geht, damit das Flugzeug abheben kann. Er zeigte mir auf dem Bord-Computer eine Uhr mit zwei Punkten. Er nannte diese Punkte V1 und V2. Und er sagte zu mir: "Sobald wir V1 erreicht haben, können wir abheben. Das heißt, wir müssen das Lenkrad ziehen, und wir können nicht mehr warten. Sobald wir nämlich die Geschwindigkeit V2 überschritten haben, könnte die Situation kritisch sein." In der Fachliteratur man nennt diesen kritischen Punkt: Point of no return. Kein zurück mehr. Kein zurück mehr. Und der Kapitän sagte: "Dann müssen wir abheben, oder wir müssen ganz stark abbremsen und dann können wir nur hoffen. Hoffen dass es noch genügend Platz gibt um abzubremsen. Denn in den meisten Fällen kommt es zu einer Katastrophe." Wow, so etwas wusste ich vorher nicht. Starten ist beim Fliegen viel schwieriger als Landen. Landen kann man sogar praktisch ohne Treibstoff, auch mit einem großen Jumbo Jet. Doch Starten ist viel komplizierter. Das gleiche geschieht meines Erachtens bei dem Lobpreisgottesdienst. Entweder Sie sind ganz dabei, und heben mit uns ab, oder sie bleiben lieber auf dem Flughafen und starten nicht mit uns. Denn wenn die Gemeinde, den Point of no return erreicht hat, und Sie nur mit Ihrem halben Herzen dabei sind, kann die Gemeinde nicht richtig abheben. Ich bitte Sie deshalb von Herzen, heben Sie heute mit uns ab. Und ich werde versuchen Ihnen zu zeigen, wie Sie zu Gott fliegen können. In den nächsten zwei Versen, den Versen 3 bis 5 lesen wir, warum wir Gott preisen und loben sollten. Das gesamte geschaffene Universum spricht von der Weisheit und von der Größe des Schöpfers. Es heißt: Denn der Herr ist ein großer Gott, in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Christen. Er ist ein katholischer Christ und er war mehrere Jahre ein Polizist. Nachdem er sich pensionieren ließ, machte er professionelle Ausflüge in die Schweizer Alpen. Er wandert durch die Gletscher und manchmal klettert er auch auf die Bergspitzen. Er sagte zu mir folgendes: "Wenn ich da oben stehe, ganz hoch, dann bin ich ganz begeistert vom Schöpfer dieser Bergspitzen". Gottes Schöpfung ist wunderbar. Und diese Schöpfung sollte jeden von uns veranlassen Gott zu loben und ihn zu preisen. Doch der Lobpreis ist nicht das Ziel unseres Fluges. Nach jedem guten Flug kommt die sanfte Landung. Deshalb wollen wir jetzt zum Vers 6 und 7 kommen. Wir wollen nämlich landen. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Beim Landen eines Flugzeuges geht es primär nicht um viel Power sondern um die Präzision. Der Computer sagt dem Piloten wie viel Feets er sich über der Erde befindet. Er hört aus dem Lautsprecher die Höhe: 40,30,20,10 und dann dieses kleine Boom. Das Flugzeug berührt den Boden, sanft und der Pilot schiebt sein Steuer nach vorne. Jetzt muss er nur noch alle Triebwerke auszuschalten und das Flugzeug zum Stillstand bringen. Genauso ist das meines Erachtens im Lobpreisgottesdienst. Wenn wir Gott genug gelobt und gepriesen haben, können wir vor sein Thron treten. Und wie nach jedem guten Flug, die Motoren zur Ruhe kommen, so kommt auch der Mensch zur Ruhe, wenn er Gott richtig anbetet. Die ruhige Stimmung ist bei der Anbetung deshalb so wichtig. Vers 7 nennt uns die Gründe, warum wir den Herrn anbeten sollen. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Zuerst beten wir Gott an, weil ER GOTT IST. Und wir sind seine kleine Herde. Wir sind sein Volk, darum beten wir ihn an. Anbetung ist etwas was in ganzem Kosmos nur Gott gebührt. Er ist der Chef des ganzen Universums. Männer und Frauen können wir loben, gute Dinge können wir preisen, aber wir dürfen niemanden und nichts außer Gott anbeten. Anbetung gebührt nur Gott. Und je mehr wir Gott anbeten, desto mehr werden wir sein Abbild sein. Liebe Gemeinde, wir sind berufen um Gott anzubeten. Die wahre Anbetung kommt aus dem reinen Herzen. Das reine Herz hört auf die Stimme des Herrn. Die Schafe folgen dieser Stimme. Der Römerbrief sagt uns im Kapitel 10 folgendes: Der Glaube kommt alleine aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi. Lobpreisgottesdienst ist deshalb nicht nur Loben und Preisen. Nicht nur Musizieren und Singen. Lobpreisgottesdienst ist zuerst immer noch ein Gottesdienst. Und in jedem Gottesdienst will uns Gott durch sein Wort dienen. Martin Luther waren im Gottesdienst zwei Sachen wichtig: Wort und Antwort. Oder anders gesagt: Gott dient uns, wir dienen Gott. Er hat das so formuliert: "denn dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang." Deshalb ist die Predigt im Gottesdienst genauso wichtig wie die Antwort der Gemeinde. Die korrekte Beziehung zwischen Wort und Antwort im Gottesdienst hilft zur Anbetung. Durch den Lobpreis und durch die Predigt können wir zur Ruhe finden. Und diese innere Ruhe, diese Anbetung geschieht dann, wenn Sie meines Erachtens ganz alleine vor Gott stehen. In der Bibel ist die Anbetung in erster Linie eine Haltung. Lesen wir den Vers 6 nochmals. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. Wie geschieht eine korrekte Anbetung? Knien und niederfallen vor dem Herrn. Das ist die reine Anbetung vor Gott. Nicht laute Musik, nicht eine Band auf der Bühne, nicht die modernen Songs. Anbetung heißt in der Bibel: Kopf beugen und auf das Angesicht fallen. Ich habe vor kurzem angefangen das zu praktizieren. Nach dem letzen Konzert, als ich hier ganz allein blieb, fiel ich auf das Angesicht und betete meinen Herr an. Ich danke Gott, dass er mir diese Zeit der Anbetung geschenkt hat. In der Bibel gibt es fast keinen Menschen, der nie auf sein Angesicht gelegen hätte. Sie kennen bestimmt die Geschichte vom Hiob. Er hat praktisch an einem Tag alles verloren. Seinen ganzen Besitz, alle seine Kinder, an einem Tag, einfach alles. Und dann neigte sich Hiob, und er betete: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Gelobt sei der Name des Herrn". Liebe Gemeinde, das ist die echte Anbetung. Hiob hat die Krisenzeit durchgestanden, denn er wusste: "Egal was passiert, ich weiß, dass mein Erlöser lebt." Gerade in Zeiten, wenn es uns nicht gut geht, sollten wir unseren Blick auf Gott richten. Große Beispiele dafür sind Paulus und Silas im Gefängnis, die um Mitternacht Loblieder sangen und Gottes priesen. Auch heute sucht Gott in seinem Volk Menschen, die ihn anbeten können. Gott sucht Menschen, die das Haupt erheben, mitten in Katastrophen. Wir loben und preisen Gott nicht, um ein schönes Gefühl zu bekommen. Wir loben und preisen Gott nicht, um eine gute Stimmung in dieser Kirche zu haben. Wir loben und preisen Gott, weil ER ES WERT IST ES ZU TUN! Hallelujah!!! Preist den Herrn!!! Amen. |
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