Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

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Jesus das Licht                                    

   

Predigt von Vikar Darius Tomczak am 24. Dezember 2004 in Eupen und am 25. Dezember 2004 in Neu-Moresnet

Der Predigttext steht in Jesaja 9 Vers 1:

"Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Land, scheint es hell."

Liebe Festgemeinde!

Lichter überall. Millionen von Lichtern leuchten momentan überall auf der ganzen Erde zu Ehren des neugeborenen Kindes. Ich wohne in Basel in der Schweiz und die Illuminationen in den Fenstern, auf den Brücken und in den Warenhäusern sind sehr beeindruckend.

Auch hier in Eupen und Kelmis ist vieles sehr schön beleuchtet, auch bei uns in der Kirche leuchten Lämpchen auf dem Tannenbaum. In vielen Großstädten blendet das Licht so stark, dass es den Sternen ihren Glanz nimmt.

Liebe Festgemeinde,

alle diese Lichter sind nur schwacher Abglanz eines ganz anderen Lichtes.

Dieser enorme Aufwand, den wir da betreiben, ist doch nur so etwas wie ein schwaches Echo auf jenes Licht, welches in Christus zu Weihnachten kommt.

Zu Weihnachten feiern wir die Geburt des Sohnes Gottes. Es ist ein Wunder, dass Gott Mensch wird. Gottes Sohn wird nicht in einem Palast geboren, sondern in einem Stall.

Als kleines Kind ist er sogar zart und verletzbar, und seine Eltern müssen aufpassen, dass er nicht von den Tieren zertreten wird. Darum legen sie ihn in eine Krippe.

Zwei tiefe menschliche Sehnsüchte können an Weihnachten erfüllt werden:

  • dass Gott Mensch wurde, um uns mit sich zu versöhnen,

  • dass es für alle Dunkelheit in unserem Leben ein Ende geben kann.

"Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht“

Der Prophet Jesaja sprach diese Worte zu seinem Volk, als es tatsächlich im Dunkeln lebte. Weil die Israeliten den Glauben an den lebendigen Gott verlassen hatten, wurde Israel von der assyrischen Weltmacht unterdrückt.

Wer genau liest, merkt, dass das kommende Licht der Messias ist. Dieser Messias wird vor allem die Herzen der Menschen hell machen.

Jesus Christus kommt in die Finsternis unserer Welt als das Licht, das niemand mehr auslöschen kann.

Der Evangelist Johannes schreibt:

  • „Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen.“

  • „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“.

Aus eigenem Erleben weiß ich, was die Finsternis bedeutet kann. Als Kind habe ich oft Angst vor dunklen Nächten gehabt. Ich konnte nicht einschlafen, da es in meinem Zimmer so dunkel war.

Ich kann mich erinnern wie ich einst Angst hatte, in den dunklen Keller zu gehen, als das Licht dort kaputt war.

In der Nähe meines Elternhauses befand sich ein kleiner Wald. Aber wenn es im Winter so schnell dunkel wurde, wollte ich dort nicht hingehen, obwohl es toll war am Tag dort zu spielen.

Vielleicht hat sich jemand von Ihnen schon in der Dunkelheit verirrt und kann sich an das Erlebnis erinnern, wie unangenehm es einem sein kann.

Der Prophet Jesaja spricht in unserem Predigttext von einer Dunkelheit, die über alle Menschen gekommen ist. Nicht nur über das Volk Gottes. Das können wir uns aus dem Kapitel 60 seines Buches merken.

Erinnern Sie sich was am Anfang im Alten Testament steht?

Als Gott den Himmel und die Erde erschaffen hat, da sprach er „Es werde Licht!“ Die Macht des Chaos beschreibt dort die Bibel als Finsternis.

Seit dem Sündenfall der ersten Menschen haben wir viele finstere Kräfte in dieser Welt. Diese finstere Kräfte stehen in der Feindschaft zu Gott und wir nennen sie die Sünde.

Unsere schlechte Taten und böse Worte sind diese finstere Kräfte. Aber auch die Sorgen um mich selbst, können diese Finsternis sein. Was tun, wenn alles schwarz erscheint und der Horizont dunkel ist?

Wenn uns Gott im Leben egal wird, dann ist das eine große Sünde. Ich würde noch mehr sagen : Alles was uns von Gott trennt ist die Sünde.

Und da nach dem Sündenfall der ersten Menschen niemand ohne Sünde ist, kann niemand den Kontakt zu Gott wiederherstellen. Wir brauchen jemanden, der uns retten kann, und deshalb kam Jesus Christus zur Welt.

Gott liebte die Welt, dass er seinen eigenen Sohn gab. Jesus starb an unserer Stelle, denn er trug die Strafe für unsere Sünde.

Geboren in einem Stall in Bethlehem starb Jesus am Kreuz von Golgota für Sie und mich.

Der Leichnam Jesu wurde in ein Felsengrab gelegt. Doch am Osternsonntag scheint das helle Licht über die Grabeshöhle. Jesus ist auferstanden. Er lebt.

Und er hat den Tod besiegt.

Sie sehen also, Weihnachten und Ostern gehören zusammen.

Wir lesen weiter: „über denen, die da wohnen im finstern Land, scheint es hell.

Gott will nicht, dass die Menschen im Dunkeln stecken bleiben. Er hat uns "berufen von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht" schreibt Apostel Petrus.

Leben im Licht - das bedeutet: Mein Leben gehört dem lebendigen Gott, der mich geschaffen und erlöst hat, in seinem Sohn Jesus Christus. Ich bin in seiner Hand. Ihm darf ich vertrauen, auch an Tagen, die mir nicht gefallen.

Jesus hat einmal gesagt: "ICH BIN das Licht der Welt!" Den drei Jüngern auf dem Berg der Verklärung wird das sogar mit den eigenen Augen klar. „Seine Kleider wurden weiß wie das Licht“ heißt es in Matthäus 17.

Liebe Freunde, wenn die Liebe Gottes aus unseren Augen strahlt dann haben wir dieses Licht der Welt. In Matthäus 6 sagt Jesus folgendes "Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge leuchtet, so wird dein ganzer Leib licht sein“.

Durch Jesus Christus werden wir zu einem neuen Menschen gemacht. Sein Licht ist ein großes Geschenk für uns, das wir nur im Glauben bekommen können.

Weihnachten geschieht in meinem Herzen wenn Jesus das Licht meines Lebens wird. Ein bekannter schlesischer Dichter Angelus Silesius hat es so gesagt:

„Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren.
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren."

So sollten uns die Lichter sagen, die überall in Dörfer und Städten, in unseren Häuser und Kirchen leuchten , Jesus hat mein Leben hell gemacht. Er hat mich aus der Finsternis herausgenommen.

Unser Predigttext wurde von Georg Friedrich Händel in monumentalen Musikstück " Messias " wundervoll vertont. In der vorweihnachtlicher Zeit habe ich mit den ersten Teil Händels "Messias" angehört.

Händel war ein Lutheraner aus der pietistischen Hochburg Halle und wurde von dem englischen König auf die Inseln geholt.

Im Jahre 1742 wurde Händels „Messias“ in einem Dubliner Theater uraufgeführt. Ein Jahr später brachte Händel den „Messias“ in London heraus. Beide Male für einen guten Zweck.

Die Melodie am Anfang zeichnet die unsicheren, suchenden Schritte im Dunkel nach. Doch dann scheint das Licht. Die Verheißung des Propheten Jesaja geht in die Erfüllung.

Der Messias wird in der Krippe geboren. Und die Engel verkündigen den Hirten die erste Weihnachtsgeschichte.

Händels „Messias“ handelt von drei Fakten, die in der Welt geschehen sind:

Weihnachten, Karfreitag und Ostern.
Geburt, Tod und Auferstehung des Messias.

In der Passionszeit des Jahres 1759 wohnte Händel zum letzten Mal einer „Messias“ Aufführung bei. Kurz darauf erkrankte er schwer.

Er starb am Karsamstag um acht Uhr in der Frühe. Sein Freund, der bis zum Schluss bei ihm war, berichtet: „Er starb wie er lebte, als Christ (...) in wahrer Nächstenliebe“. Beigesetzt wurde er in Westminster Abbey.

Über seinem Grab errichtete man ein Denkmal. Es zeigt Händel mit dem linken Arm auf eine Orgel gestützt, während er in der rechten Hand ein Notenblatt hält.

Auf ihm steht der Anfang aus dem dritten Teil des „Messias“: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“.

Im viktorianischen England diente der „Messias“ dazu, die breiten Massen über die Mitgliedschaft im Chor für die christliche Kultur zu gewinnen und sie moralisch zu erbauen.

Seine Absicht war mit den Texten aus dem Alten und Neuen Testaments die Hörer außerhalb des kirchlichen Gottesdienstes den Messias nahe zu bringen.

Liebe Festgemeinde!

Wenn wir schon lange im Glauben stehen, sollten wir uns bewusst werden, wie der Mensch, der in der Finsternis lebt, dort einfach hilflos steht. Jesus sagt in Matthäus Evangelium: „Ihr seid das Licht der Welt“.

Wir selbst dürfen auch Gotteslicht verbreiten, dürfen Gefäße für das Weihnachtslicht sein. Wir sind die Gefäße, Gottes Geist in uns ist das Licht.

In dem wir in dieser Welt tätig und mutig für Gerechtigkeit und Frieden Christi einstehen, sind wir Lichtträger.

Wer im Lichtglanz Jesu lebt, wird selbst zum Licht. Seine Ausstrahlung wird zur Ermutigung für andere.

Und das wünsche ich Ihnen vom ganzen Herzen an diesem Weihnachtsfest, dass Sie im Lichte Jesu stehen, seine Klarheit und Wärme persönlich erleben und an andere weiter strahlen.

Seien sie wie eine einzige Kerze, die gerade in einem dunklen Raum besonders hell erstrahlt.

Jesus Christus, dessen Geburt wir heute feiern, ist die Lichtquelle, an die wir immer kommen können, das wahre Licht, das die Finsternis überwunden hat.

Ihm sei dafür Dank und Lob.

Amen.

 

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Stand: 04. Juni 2010