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Gott etwas geloben                                    

   

Predigt von Vikar Darius Tomczak am 29. Januar 2006

Liebe Gemeinde,

Ich bin überzeugt, ihr seid nicht aus Tradition hierher gekommen, sondern ihr seid hierher gekommen, da ihr hungrig nach dem Wort Gottes seid. Ich lese den Predigttext aus dem Psalm 56,13:

Ich habe dir, Gott, gelobt, dass ich dir danken will.

Ich habe dir, Gott, gelobt... Ich möchte euch das Wort geloben näher erklären. Geloben ist nichts anderes als ein frei gemachtes Versprechen. Am Verlobungstag habe ich Malgorzata versprochen sie zu heiraten. In anderen Worten, ich habe mich verpflichtet diese Frau zu heiraten.

Das was ich meiner Malgorzata gelobt habe, wurde am Tag unserer Hochzeit verwirklicht. Ich habe meiner Frau die Liebe versprochen bis uns der Tod scheidet.

Im Alten Testament wird die Ehe so beschrieben: Darum wird ein Mann seinen Vater uns seine Mutter verlassen uns seinem Weibe anhängen, und sie werden sein ein Fleisch.

Dort steht das hebräische Wort dabak das hier mit anhängen wiedergegeben wird. Dabak ist ein Begriff, den wir eigentlich mit zusammenlöten übersetzen müssten. Gott wählte diesen Begriff mit Bedacht.

Löten war die denkbar festeste Verbindung des Altertums. Damals kannte man ja noch kein Schweißen. Zwei Metalle wurden erhitzt und so miteinander verschmolzen, dass man sie nicht mehr auseinander reißen konnte.

Ehe bedeutet verbunden zu sein, bis der Tod die Partner scheidet. Natürlich kommt an der Stelle die Frage auf, wann eine Ehe entsteht?

Wann und wie wird zusammengelötet? Nach meiner Auffassung in drei Etappen und in drei Dimensionen. Bei der persönlichen Dimension handelt sich um den ersten Geschlechtsverkehr.

Bei der öffentlich- rechtlichen Dimension handelt sich um den Ehevertrag, der am Hochzeitstag geschlossen wird. Bei der geistlichen Dimension handelt es sich dann, wenn der Segen Gottes zugesagt wird.

Wenn die Ehe auf diese Weise zusammengefügt wird, dann hat das eine gewaltige Konsequenz. Anhängen bedeutet eine lebenslange Treueverbindung, die man sich als Ehepartner gegenseitig gelobt hat.

Wir haben in der Schriftlesung gehört - Jakob hat sich verpflichtet ein Gotteshaus zu bauen. Er hat sich verpflichtet, Gott den Zehntel seines Einkommens dafür zu geben. Dieses Versprechen hat er auch gehalten.

Ich möchte, dass wir unsere Augen auf das Versprechen richten, das Jesus uns gab. In Offenbarung 19 heißt es: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind.

Die Braut Christi, das ist die Gemeinde Gottes, bereitet sich auf das große Hochzeitsmahl vor. Sie wird in manchen Ländern verfolgt, in manchen Ländern verspottet.

Ich bin überzeugt, das große Hochzeitsmahl steht uns kurz bevor.

Die Braut Christi bereitet sich, sie reinigt sich und sie kleidet sich wie nie zuvor. Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.

Das ist das, was die Gemeinde Gottes heute suchen sollte.

In vielen Gemeinden nimmt man jedoch die Gerechtigkeit der Heiligen nicht ernst. Man redet lieber von anderen Dingen. Einige Pastoren predigen wie unser Leben glücklicher sein könnte. Ich möchte euch aber das sagen:

Die Braut Christi schaut in den geistlichen Spiegel. Der geistliche Spiegel, das ist das Wort Gottes. Niemand von uns, der sich im Wort Gottes anschaut, geht vom Spiegel weg und vergisst wie er aussieht.

Denn wenn der Geist Gottes auf uns liegt, dann wird das Wort Gottes uns zeigen, was in unserem Bild verzerrt ist. Wo unsere Fehler, unsere Sünden sich versteckt haben. Und wir werden vom Wort Gottes nicht weggehen, ohne unser geistliches Bild zu korrigieren.

Wer von uns nach einem Motorölwechsel am Auto sich im Spiegel anschaut und sagt: Oh, ich bin im Gesicht schmutzig aber der Rest ist sauber, also kann ich jetzt zur Arbeit fahren! So etwas hättest du bestimmt nicht gesagt. Du hättest zuerst dein Gesicht vom Ölfleck gereinigt.

Die Braut Christi schaut sich im göttlichen Spiegel an. Sie schmückt sich für ihren HERRN. Ich möchte euch sagen: Schmücken ist keine falsche Sache.

Falsch ist sich in schlechten Sachen zu schmücken. Wichtig ist was für einen Schmuck wir verwenden. Wozu gibt es überhaupt Schmuck? Schmuck gibt es um jemanden zu gefallen. Wenn die Gemeinde Gottes sich in Demut und Reinheit schmückt, dann gefällt sie Gott.

Ihr Lieben, wenn wir bereit sind Gott zu gefallen, dann werden wir keine Angst haben Gott etwas zu geloben. Wir werden keine Angst haben eine Stufe höher zu gehen. Denn wenn wir Gott geloben, setzen wir die Grenze, die wir nach unten nicht mehr überschreiten wollen.

Eines Tages kam ein gläubiger Christ zum Pfarrer und er sagte: Ich will mit dem Rauchen aufhören. Der Pfarrer aber sagte zu ihm: Du willst bestimmt nicht mit dem Rauchen aufhören!

Doch der Christ sagte: Ich will ernsthaft mit dem Rauchen aufhören.

Der Pfarrer wiederholte: Geh weg, du willst das nicht.

Herr Pfarrer, warum erniedrigst Du mich so? - fragte der Christ.

Der Pfarrer antwortete: Ich sehe aus deinem geistlichen Leben, dass du das nicht willst... Willst du?

Und er sprach: Ich will.

Komm nach vorne. Der Pfarrer nahm ihn nach vorne. Und der Pfarrer sprach: Hebe deine Hände.

Er hob die Hände. Wiederhole meine Worte: Herr Gott, und er sprach Herr Gott, der nächste Mensch, der mir eine Zigarette in den Mund steckt, ob ich oder jemand anders...

Und er spricht: der nächste Mensch, der mir die Zigarette in den Mund steckt, ob ich oder jemand anders ... töte ihn auf der Stelle. Amen.

Er hatte Angst das zu wiederholen. Der Pfarrer sprach also noch einmal:

Willst du mit dem Rauchen aufhören oder nicht?

Wenn du willst, dann sprich: Bei der nächsten Zigarette werde ich tot umfallen. Der Mann fürchtete sich das zu sagen, doch schlussendlich sagte er: Töte ihn!

Er kam nach Hause und es kam ihm die Lust zu rauchen. Er nahm eine Zigarette. Oh Nein. Er hatte Angst.

Ich habe Gott gebeten, ich soll tot umfallen, falls ich eine Zigarette in den Mund stecke. Er warf die Zigaretten weg. Niemals hat er mehr geraucht. Wisst ihr warum?

Dieses Gebet war für ihn wie ein Gelübde vor Gott. Die Grenze nach unten, die er sich selbst setze, wollte er nicht mehr nach unten überschreiten. Von nun an, ging es für ihn nur nach oben.

Der Dienst vieler Mitarbeiter Gottes ist einmal nach oben, einmal nach unten, weil sie keine Gelübde vor Gott abgelegt haben.

Es ist nicht einfach die Menschen zu Jüngern Jesu zu machen.

Viele Christen suchen sich einen leichten Weg zu Gott.

Das moderne Evangelium sagt: Christus hat für dich gelitten, du musst also nicht mehr leiden. Darum ist die Gemeinde so schwach und viele Christen sind so enttäuscht.

Apostel Petrus lehrt uns, dass Christus für uns gelitten hat und uns ein Vorbild hinterlassen, dass wir seinen Fußstapfen nachfolgen sollten.

(1Pe 2,21) Es gibt keinen anderen Weg als sich selbst zu verleugnen und das Kreuz auf sich zu nehmen um Jesus nachzufolgen.

Ein Jünger, das ist ein disziplinierter Mensch. Meine Fleischlichkeit, mein Ego hasst die Disziplin. Doch mein Geist braucht sie. Disziplin ist zum verachteten Wort vieler Jugendlicher geworden. Aber nicht nur die Jugendliche sondern auch einige Christen wollen ihre unbegrenzte Freiheit genießen.

Disziplin wurde in vielen Gemeinden vergessen. Und zugleich hört man in den Gemeinden von der ewigen Ausgießung der Segnungen. Gott wird uns keinen Segen ausgießen, so wie der Lehrer die Schüler nicht lehren wird, solange wir nicht auf ihn hören.

Jüngerschaft das heißt Warten auf Gott in der Stille, im Gebet. Warten auf Gottes Erkenntnis und Segen. Wollen wir solche Jünger sein?

Alles, was geistlich ist, benötigt unserer Disziplin.

Wie viel ich im Wort Gottes lese, wie viel ich zu Gott bete, wie viel ich esse, wie viel ich schlafe, das alles braucht unserer Disziplin. Ein Jünger Jesus ist ein disziplinierter Mensch. Darum muss jeder von uns lernen, das Kreuz auf sich zu nehmen. Und das, was wir in unserem Leben Gott ganz persönlich geloben können, ist unser Leben zu disziplinieren.

Ein Mensch der Disziplin, ein Mensch der Prinzipien ist kein Dickkopf.

Wenn ein Jünger Jesu aus der heiligen Schrift erfährt, dass er geirrt hat, wird er öffentlich seine Fehler gestehen. Ein disziplinierter Mensch kann mit der Bibel in der Hand zugeben, das er kein Recht hatte.

Niemand von uns wird derselbe bleiben, wenn wir vor Gott unsere Gelübde ablegen. Viele Christen sagen: Ich bin frei und niemand kann mir sagen, was ich zu tun habe. Das ist eine Lüge. Du bist überhaupt nicht frei. Der Sohn Gottes hat dich vor 2000 Jahren teuer erkauft. Man hat für dich einen hohen Preis bezahlt.

In den USA arbeitete ein Mensch an einer Hebebrücke. In Amerika gibt es rissige Hebebrücken. Sie werden geöffnet, wenn ein Schiff durchfährt und werden zugemacht wenn ein Zug herüber fährt. An einem Tag war die Hängebrücke offen, so dass die Schiffe freie Fahrt hatten.

Ein Mann hatte an diesen Tag Dienst. Er nahm seinen Sohn mit.

Der Junge wollte sehen, wie der Vater arbeitet. Er bekam ein Telefonat, dass ein Schnellzug vorbeifahren wird. Er ging zum Motor uns sah dass sein Sohn dort spielte, wo er nicht spielen sollte. Dort wo in nächsten Moment rissige Zahnräder herabsinken werden.

Dieser Mensch stand vor der tragischen Wahl. Er wusste, auf den Gleisen fährt mit großer Geschwindigkeit ein Zug voller Passagiere. Er sah seinen Sohn.

Er rief ihn an, er solle weglaufen. Das war ein Fehler. Der Sohn sprang auf, er rutsche ab, und er fiel gerade unter diese rissigen Zahnräder.

Dort blieb das Kind eingeklemmt. Und nun stand dieser Mensch vor der tragischen Wahl. Er sah schon vom Weiten, dass der Zug naht. In diesem Moment drehte er die Hebelstange und die Hebebrücke begann zu fallen.

Die Hebebrücke setzte sich nah unten und zerquetschte das Kind.

Dieser Mensch lief vor seinen Posten und fing an zu weinen. Er schaute mit den Tränen auf den vorbeifahrenden Zug. In den Zugfenstern sah er junge Menschen. Diese fingen an ihm zuzuwinken. Sie lachten ihm zu. Er sah ein junges Ehepaar und er sah einen Geschäftsmann, der die Zeitung las.

Niemand wusste, wie grauenhaft sich der Vater dieses Kindes fühlte, der unter dieser Brücke stand und weinte. Niemand hatte eine geringste Ahnung davon, denn niemand wurde informiert.

Zwei Tausend Jahre vorher, bewölkte sich der Himmel über den Sohn Gottes, der am Kreuz von Golgatha starb. Heute lachen viele junge Menschen sorglos, manche Geschäftsleute rechnen nur mit sich selbst, viele Menschen glauben nur an sich.

Niemanden wollen sie etwas opfern, niemanden wollen sie etwas geloben, sie wissen nicht, dass jemand für sie seinen Sohn opferte. Joh 3,16

Der verzweifelte Vater konnte den Menschen seine Tragödie nicht erklären. Auch heute versteht die Welt nicht, was am Kreuz von Golgatha geschehen ist.

Doch wir sind seine Kinder. Wir wollen Gott gehorchen. Darum wollen wir Gott geloben, darum wollen wir uns Jesus ganz hingeben. Wir wollen die heilige Gelübden ablegen, wir wollen Jesus treu bleiben.

Jesus sagte: mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Doch wir dürfen es nicht vergessen, es ist ein Joch und es ist eine Last. Und Jesus sagte:

Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen.

Ich weiß, dass das was ich predige nicht populär ist. Viele Menschen fühlen sich dabei unwohl.

Ich kann euch aber nicht das predigen, was ihr gerne hören wollt, sondern ich muss euch mit dem Wort Gottes speisen. Gott hat mich berufen, nicht, dass ich euch über Gott predige, sondern dass ich euch von Gott predige.

Viele Menschen wollen nicht mehr auf Gottes Wort hören. Sie sagen, dadurch fühlen sie sich in ihrer Freiheit begrenzt. Das Wort Gottes könnte ihnen den Spaß am Leben verderben. Darum wollen sie nur das positive hören. Und der Pfarrer muss sich das merken. Er soll ihnen auch nur das positive predigen.

Leider muss ich euch das sagen: Diese, die nur das positive predigen, handeln oft negativ. Es ist viel leichter in der Lüge zu leben, als sich selbst vor Gott hinzustellen und sagen: Ich gelobe dir Herr, ich setze mir selbst die Grenze.

Und du wirst mich nicht mehr in dieser und jener Schwachheit sehen.

Ihr Lieben, seid ihr bereit heute euere Gelübde Gott abzulegen?

Nicht dem Pfarrer, nicht der Gemeinde, sondern allein Gott.

Bist du bereit Gott zu geloben: Ab heute werde ich dir Gott den Zehntel nicht mehr klauen? Herr, ich gelobe dir, meine Gemeinde muss nicht arm sein.

Ich verspreche dir meinen Lohn nicht nur für mich auszugeben. Du hast mich gesegnet, damit ich den Anderen helfe.

Keiner von uns, der demütig ist wird sich durch solche Worte beleidigt fühlen. Wir sind seine Jünger. Wir müssen alle lernen. Darum ist es gut, wenn wir Gott etwas geloben. Und das was wir geloben ist zur Ehre Gottes.

Als Hudson Taylor, ein Missionar seinen Dienst für den Herrn anfing, war er ein junger Mensch wie viele unter uns heute. Er führte ein normales Leben, wie jeder von uns in dieser Gemeinde. Doch er wollte wissen, ob er geeinigt für die Mission sei. Darum fuhr er weit weg und wohnte wie ein Obdachloser.

Nicht weil er musste, sondern weil er sich selbst prüfen wollte. Ob er auch dann durchhalten wird, wenn er weit weg in China sein wird.

Unter ganz fremden Menschen ohne jeglichen Kontakt nach England. Wie wird es sein, wenn ihm niemand aus England Geld schicken würde.

Als er eines Tages am Ufer der Nordsee ging, hörte er die Stimme Gottes: Ich werde dich senden, ich werde dich weit weg von hier senden und als Werkzeug gebrauchen.

Hudson Taylor fuhr nach China. Heute Millionen gläubigen Chinesen sind die Frucht des Wortes Gottes, welches dieser Mann gesät hat. Kein anderer Missionar in China konnte so säen wie dieser.

Alle Gemeinden, die die Engländer dort gründeten, wurden vom Kommunismus vernichtet. In diesen Gemeinden hat man sich beim Tee getroffen um über Gott zu sprechen. Hudson Taylor gründete dagegen sehr einfache Gemeinden.

Als der Kommunismus kam, überstanden die Gemeinden eine schwere Prüfung, die er oder Watchman Nee gründete. Die Gemeinden, die auf dem guten Tee und schönen Lieder gegründet worden waren, gingen schon in den ersten Tagen der Verfolgung auseinander.

Ich bin überzeugt, das uns kein leichtes Leben in Zukunft erwartet. Es werden noch viele unerwartete Dinge geschehen. Darum ist es wichtig, dass wir im Gebet beharren. Dass wir unser Leben heiligen. Dass wir Gott unsere Gelübde ablegen. Gott segne euch jetzt alle.

Amen.

 

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Stand: 04. Juni 2010