Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

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Gemeindegebet                                    

   

Predigt von Vikar Darius Tomczak anlässlich seiner Amtseinführung am 29. Mai 2005

Liebe Gemeinde, liebe Pfarrer, liebe Gäste

Der Predigttext steht in 1.Tim 2,1-4.

1 So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2 für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. 3 Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Der 1. Timotheus Brief wurde vom großen Paulus an den jungen Timotheus verfasst. Timotheus bekam gerade ein Amt in Ephesus. Paulus ermahnt den jungen Timotheus, wie er der Gemeinde vorstehen soll. Er legt großen Wert auf das gemeinsame Gebet. Er sagt: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen.

Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen. Alle diese Begriffe kann man zusammenfassend als Gebet bezeichnen. "Bitte" heißt, dass wir uns auf die Suche nach Gott machen. Wir suchen Gott so lange, bis wir IHN gefunden haben. Der beste Weg dieses Suchens ist vor Gott sich zu demütigen. Dies ist der erste Schritt.

Der zweite Schritt ist das Gespräch. Ich spreche zu Gott, Gott spricht zu mir. So etwas kann man auch "Gebet" nennen. "Gebet" ist kein Monolog. "Gebet" ist immer ein Dialog.

Der dritte Schritt im Gebet ist die "Fürbitte". "Fürbitte" heißt vor Gott treten und für einen Menschen oder für eine bestimmte Situation zu beten.

Ein Mensch, der vom Heilige Geist erfüllt ist, kann diese "Fürbitte" vor Gott effektiv bringen.

Erst dann, kann die "Danksagung" folgen. Mit Danksagung danken wir Gott, dass er unser Gebet erhört hat.

Im Vers 2 sagt Paulus für wenn wir beten sollen. Am Ende des ersten Verses spricht er allgemein von allen Menschen. Doch am Anfang des zweiten Verses sagt er uns, für wen wir zuerst beten sollen.

Für welche Menschen sollen wir zuerst beten? Für die Könige und für alle Obrigkeit. Mit Obrigkeit ist die Regierung gemeint.

Wenn die Christen zum Gebet kommen, sollen sie zuerst für den König und für die Regierung beten. Das ist die primäre Aufgabe aller Christen.

Wer ist heute ein Christ? Ein Christ ist ein Mensch, der sich zu Jesus Christus bekennt. Oder anders gesagt: Christ ist - wer sich mit Christus identifiziert.

Ein Christ kritisiert die Regierung nicht. Ein Christ betet für eine gute Regierung. Warum will Gott von Christen, dass wir für die Regierung beten?

Paulus sagt: Damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.

Beeinflusst die Regierung, die wir hier haben unser Leben? Es liegt auf der Hand, dass diese Regierung unser Leben beeinflusst.

Wir sollen beten, dass die Regierung ihre Aufgabe gut und richtig macht.

Das sie effektiv und effizient ihre Funktion wahrnimmt, dass die Gesetze, die Exekutive, ihre Staatsorgane so verwaltet, dass wir das Vorrecht haben, ein ruhiges und stilles Leben zu führen. Ein Leben in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Ein Leben im Frieden mit Gott und mit allen Menschen.

Auf dem Hauptportal unseren evangelischen Friedenskirche ist zu lesen:

Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Gottes Wille ist, dass wir als Christen in Frieden leben.

Im Vers 3 fährt Paulus fort: Er sagt: Dies ist gut und angenehm vor Gott. Worauf bezieht sich "dies"? "Dies" bezieht sich auf die gute Regierung. Gott schätzt die gute Regierung. Gute Regierung ist der Wille Gottes.

Im Vers 4 finden wir warum eine gute Regierung der Wille Gottes ist. Es heißt Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Durch Jesus Christus und seinen Tod und durch die Predigt des Evangeliums hat Gott dafür gesorgt, dass allen Menschen geholfen werden kann. Das geschieht durch die Vergebung, durch die Erlösung und durch das ewige Leben.

Die Menschen können jedoch nicht zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen, solange ihnen kein Evangelium gepredigt wird. Aus diesem einfachen Grund will Gott, dass allen Menschen, überall, die Wahrheit des Evangeliums gepredigt wird.

Eine gute Regierung bewahrt Recht und Ordnung, ermöglicht Kommunikation, bewahrt die bürgerliche Freiheit und schützt die Verkündigung des Evangeliums.

In der evangelischen Friedenskirche wird zwei Mal in der Woche für die Regierung gebetet. Am Dienstag und am Donnerstag zwischen 6.00 und 7.00 Uhr morgens.

Ich habe dieses Gebet gestartet als ich hier meinen Dienst am 1. April offiziell begonnen habe. Am 17. März habe ich bei der Sitzung der Presbytern und der Pfarrern mitgeteilt: Es ist mein Wunsch ab dem 1. April in der Friedenskirche zu beten.

Ich habe damals Jesaja 56 Vers 7 zitiert. Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker.

Vor zwei Monaten wusste ich 3 Dinge nicht:

Ich wusste nicht dass ich am 29. Mai in das Amt eingeführt würde.

Ich wusste nicht, dass ich zu Ihnen predigen würde.

Und ich wusste nicht, dass ich für den König und für die Regierung beten würde.

Nach einer Predigt von einem englischen Pfarrer wurde ich darauf erst aufmerksam. Und seit dieser Zeit bete ich für den König und für die Regierung.

Und wenn ich bete, dann bete ich in folgender Reihe: Ich bete zuerst für den König, danach für die ganze Obrigkeit, danach für die Gemeinde Jesu weltweit, danach für diese Ortsgemeinde, danach für meine Familie und zum Schluss bete ich für mich selbst. Wenn ich das alles gebetet habe, habe ich auch keinen Stress während des Tages.

Diese Reihenfolge des Gebetes versuche ich immer beizubehalten. Ich lade Sie ein, mit mir das gleiche zu tun. Durch solches Gebet werden Sie ruhiger, und Ihr Alltag wird schöner aussehen.

Vor zwei Tagen, betete ich im Pfarrhaus zu Gott, Gott möge mir zeigen was ich am Sonntag predigen soll. "Soll ich über 1.Timotheus predigen", fragte ich Gott?

Und Gott sagte zu mir: "Ja". Und ich fragte: "Herr, bist du ganz sicher?"

Und ER sagte zu mir: "Ja. Du sollst predigen über das Gebet in dieser Kirche". Ich fragte zurück: "Gott, willst du wirklich, dass ich über meine Stille Zeit in dieser Kirche predige?" Und Gott sagte zu mir: "Nimm die Losungen! Lies was dort steht."

Ich nahm die Losungen und ich las was für den 29. Mai geschrieben steht.

Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker.

Und als ich das las, da flossen mir die Tränen. Ich wusste, das dies kein Zufall war. Gott bestätigte mir durch sein Wort seinen Willen für diese Gemeinde.

Gestern war bei uns zu Gast eine Gruppe junger Christen aus Bayern.

Sie kamen auf mich zu, und sie sagten, "wir wollen für die Stadt Eupen beten."

Ich sagte zu ihnen: "Lasst uns in die Kirche gehen." In der Kirche sagte ich diesen jungen Christen: "Wichtig ist, dass wir nicht nur für Stadt Eupen beten. Wichtig ist, dass wir für den König und für die Regierung beten." Sie waren mit mir einverstanden.

Und dann beteten wir gemeinsam ein Gebet des Glaubens. Wir beteten für den König und für die Regierung. Und nach dem Gebet wurde noch im Gang der Kirche musiziert.

So ist Gott. Er lässt die junge Christen aus Bayern hierher kommen um für die Regierung und für diese Stadt zu beten.

Gott ist ein wunderbarer Gott. Er kann die Herzen der Menschen überall auf der Welt bewegen. Gestern war bei uns noch ein Engländer und ein Missionar aus Brasilien. Auch sie beteten mit uns.

So ist Gott, er lässt Menschen aus allen Völker hierher kommen. Denn Gott spricht: Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker. Dafür lasst uns den großen Gott danken. ER regiert. Gott segne Sie alle.

Amen.

 

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Stand: 04. Juni 2010