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Predigt von Vikar Darius Tomczak am 10. April 2005
Der Predigttext steht in Hebräerbrief Kap. 6,4-6
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden
sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am
heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der
zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da
sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen.
In diesen Versen begegnet uns eine der tief gehenden Warnungen der Heiligen
Schrift. Der Verfasser bezieht sich auf die Menschen, die einmal erleuchtet
worden sind und später abgefallen sind.
Was heißt das für uns? Das heißt, auch uns kann so etwas passieren.
Zuerst lasst uns klären, wer die erleuchteten Menschen
sind, die im Text genannt werden.
Die erleuchteten Menschen, das sind Menschen die das Wort Gottes gehört haben.
Es sind konfirmierte Christen und alle andere Menschen, die das Wort Gottes
gehört haben.
Zweitens es die Menschen, die getauft worden sind. Im Text steht nämlich das
Wort einmal erleuchtet. Es geht in diesem Fall um ein ganz bestimmtes
Ereignis, für mich ist das die Taufe. Die Taufe wird in der Regel nicht
wiederholt. Die Taufe ist etwas einmaliges.
Weiter lesen wir, dass diese getauften, erleuchteten Menschen die
himmlische Gabe geschmeckt haben. Was ist das für eine himmlische Gabe, die
Christen bei ihren Zusammenkünften schmecken? Diese Gabe, das ist das Abendmahl.
Die Worte des Hebräerbriefes beziehen sich also auf Christen, die erstens
getauft sind, zweitens erleuchtet sind, drittens die das Abendmahl erhalten
haben.
Wir gehen weiter in unserem Text. Es steht im Text die Rede von Christen, die
Anteil am Heiligen Geist haben. Was heißt das für uns? Das heißt, dass jeder von
uns eine Gabe vom heiligen Geist bekommen hat. Manche von uns haben diese Gabe
schon entdeckt, die anderen warten noch um sie zu entdecken.
Es gibt verschiede Geistesgaben. Hier möchte ich nur drei solcher Gaben
erwähnen. Nämlich die Gabe des Gebets, die Gabe des Glaubens und die Gabe der
Heilung. Ich habe die ersten zwei Gaben vom Herrn schon bekommen.
Dazu eine Geschichte: Vor einigen Tagen begleitete ich zwei Presbyter aus
unserer Gemeinde zum Spital.
Von diesen Presbyter kann ich sehr viel lernen. Die Presbyter engagieren sich
sehr in der Arbeit unserer Kirche. Sonntags sind sie oft in der Kirche. Sie sind
echte Vorbilder im christlichen Glauben.
Die Presbyter und ich, wir gingen zum Spital. Im Spital lag eine Frau und diese
Frau hatte viele Schmerzen. Diese Schmerzen sind nach der Operation besonders
stark gewesen.
Und das war sehr ungewöhnlich. Denn die Frau hatte sich gefreut, sich nach der
Operation besser zu fühlen. Nun aber konnten die Ärzten dieser Frau nicht mehr
helfen.
Diese Frau begann sich daher langsam von ihren Verwandten zu verabschieden. Ihr
Ehemann war sehr betrübt, das zu hören. Die Frau rechnete bald mit dem Tode.
Viele Christen beteten jedoch für diese Frau. Und viele Menschen aus unseren
Gemeinde besuchten diese Frau. Der Frau ging es aber nicht gut.
Doch als ich mit den Presbyter zum Spital ging, spürte ich etwas ganz
ungewöhnliches. Ich spürte die Gegenwart des Heiligen Geistes. Die Frau erhielt
von uns das Abendmahl. Und wir beteten für sie.
Der eine oder andere mag es nicht glauben, doch ich glaube es. Das Gebet kann
einem Menschen helfen. Denn nach ein paar Tagen, fühlte sich die Frau viel
besser, bald durfte sie sogar nach Hause gehen.
Liebe Gemeinde, im Spital, da waren die Kräfte, von denen unser Bibelabschnitt
spricht. Es sind die Kräfte der zukünftigen Welt, die Gott uns schon
jetzt geben will.
Vielleicht sehen einige von Ihnen keinen Zusammenhang zwischen dem Gebet und der
Genesung dieser Frau.
Doch ich sehe es so, unser Verwaltungsratspräsident sieht es so, und der
Bürgermeister sieht es so. Am letzen Freitag begleitete ich nämlich unseren
Verwaltungsratspräsidenten zum Bürgermeister. Der Bürgermeister empfand uns
beide ganz herzlich.
Viele von Ihnen wissen, dass der Bürgermeister von Eupen ein Mediziner ist. In
unserem Gespräch bestätigte uns der Bürgermeister, dass es wunderbare Heilungen
in der Medizin gibt.
Die Menschen werden gesund, obwohl sie schwer krank waren. Und die Ärzte können
das wissenschaftlich nicht erklären.
Kommen wir zurück zu unserem Text. Der Bibeltext sagt, dass
Christen vom Glauben abfallen können. Und wenn sie das tun, kreuzigen sie und
machen den Sohn Gottes zum Spott.
Und dann kann niemand mehr diesen Christen helfen. Denn im
Vers 4 steht geschrieben: Es ist unmöglich sie zu erneuern.
Haben sie das gehört? Es ist unmöglich. Es ist unmöglich, sie wieder zu
erneuern. Für wen ist dies unmöglich?
Es ist für jeden Christen unmöglich, anderen Christen in diesem Zustand zu
erreichen. Es ist unmöglich einem Christen zu helfen, der tief in die Sünde
gefallen ist.
Jeremia prophezeite über diesen Zustand: „Und wenn du schon ihnen dies alles
sagst, so werden sie doch nicht auf dich hören; rufst du sie, so werden sie dir
nicht antworten“ (Jeremia 7,27).
Ebenso sagte Jesus über die solche Menschen: „Denn das Herz dieses Volkes ist
verstockt: ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen sind geschlossen“
(Matthäus 13,15).
Es ist schrecklich den Glauben zu verlieren. Es ist furchtbar alle Hoffnung
aufzugeben. Es ist grausam die eigene Familie zu verlassen. Denn am Schluss ist
man ganz allein.
Man sehnt sich den ganzen Tag lang nach der Nacht. Und die ganze Nacht hindurch
sehnt man sich nach dem Tag. Viele können diesen Zustand nicht ertragen, und sie
machen viele Dummheiten.
In der Gemeinde Jesu haben viele Christen gegen Gott gesündigt. Sie haben zuerst
das Wort Gottes geschmeckt. Danach haben sie das Wort Gottes weggespuckt.
In der Gemeinde Jesu haben sich viele Christen vom Kreuz entfernt. Viele
Christen versinken immer tiefer in der Sünde. Und niemand kann diesen Christen
helfen. Wirklich niemand kann sie zur Busse führen. Auch nicht der Pfarrer.
Nun aber, es steht nirgendwo in der Bibel, dass es Gott nicht tun könnte.
Jesus sagt uns im Lukasevangelium: Was bei den Menschen unmöglich ist, das
ist bei Gott möglich (Lukas 18,27).
Tatsächlich ist keine Person so weit gegangen, dass der Herr sie nicht retten
könnte. Achtung, es gibt eine Ausnahme!
Wenn jemand die Sünde begangen hat, die nicht vergeben werden kann, dann sieht
die Sache ganz schlimm für ihn oder für sie aus. Diese Sünde geschieht dann,
wenn ein Christ das Werk des Heiligen Geist als Werk des Teufels verhöhnt. Ein
solcher Mensch hat Christus völlig aus seinem Herzen verbannt.
Natürlich haben diejenigen Christen, die Angst haben, sie hätten diese Sünde
begangen, sie nicht begangen.
Nur der Mensch, der die Faust gegen Gott erhebt und sagt: „Ich will nie
wieder von dir hören“ kommt bestimmt in die Hölle. Solch ein Mensch fordert
Gott ganz bewusst heraus ihn in die Hölle zu schicken.
Und solch ein Mensch hasst alles, was heilig und rein ist. Und er sucht nach
Gelegenheiten, Jesus erneut zu kreuzigen.
Er spottet über alles, was mit Gott zu tun hat, und freut sich an Lästerungen
wie: „Jesus war schwul.“ Solchen Menschen bin ich in meinem Leben
begegnet.
Solch ein Mensch kommt nicht zum Lobpreisgottesdienst. Denn solch ein Mensch
kann Gott weder loben noch preisen. Und solch ein Mensch bleibt am Sonntag
Vormittag in seinem Bett zu Hause.
Wenn Sie vielleicht denken, gegen den Heiligen Geist gesündigt zu haben, dann
lesen Sie bitte Jeremia 30.
Dort sagt Gott zu seinem Volk: „Ich habe euch gesegnet ... aber ihr habt mir
dafür den Rücken gekehrt...“
Und weiter: „Dein Schaden ist verzweifelt böse, und deine Wunden sind
unheilbar“
Der Herr gab damit zu verstehen: Ihr seid völlig verdorben. Und jetzt ist eure
Wunde so tief, dass sie nicht geheilt werden kann. Keine Medizin kann euch noch
heilen.
Aber hier spricht Gottes Wort von menschlichen Heilmitteln. Keine Macht der Erde
könnte eine solche Wunde heilen.
Aber für Gott ist es nie unmöglich. Nur zwei Verse weiter sagt der Herr zu
denselben Menschen: „Aber dich will ich wieder gesund machen und deine Wunden
heilen ... (Vers 17).
Gott erklärte seinem Volk: Alle haben dich aufgegeben, weil du zu weit gegangen
bist. Sie betrachten dich als verlassen und ohne Hoffnung. Aber deshalb werde
ich dich heilen.
Lieber Gottesdienstbesucher, es sag mag sein, dass Sie sich ganz einsam fühlen.
Die Welt mag Sie abgeschrieben haben. Selbst Ihre Familie und Ihre Freunde haben
sie aufgegeben.
Doch Gott verspricht Ihnen: Ich werde dich nie aufgeben. Ich werde dich retten
und jede Wunde deiner Seele heilen.
König David, betete einmal so: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“
(Psalm 130,1). „Ich rufe zu dem Herrn in meiner Not“ (Psalm 120,1). Und
er schrie: „O Gott, hilf mir“.
Sie denken vielleicht: Meine Sünde ist zu groß. Der Herr kann mir nicht
vergeben. Dann möchte ich Ihnen folgendes sagen: Sie haben Gott nicht mehr
betrübt, als Israel es tat.
Gott bezeichnete dieses Volk als ganz böse und sagte: „Mein Zorn soll über
euch entbrennen. Ich werde euch wegen eurer Sünden vertilgen“ (2. Mose
32,9-10).
Aber in der Bibel steht dennoch, dass Gott seinen Zorn gegen sein Volk abwandte
und statt dessen zu ihnen sagte:
„Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt,
dass er sie umbrächte ... Da gereute den Herrn das Unheil, das er seinem Volk
zugedacht hatte“ (2. Mose 32,12.14).
Liebe Gemeinde, Gottes Herz wird bewegt wird wenn er unser Flehen hört. Und Gott
erhört unser Gebet, indem er uns zur Busse erneuert.
Falls Sie mit den Sünden schwer beladen sind, flehen Sie noch heute zu ihm. In
seinem Sohn, Jesus Christus, will er Ihnen Ihre Sünde vergeben. Gott will Ihnen
einen neuen Anfang geben. Denn was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei
Gott möglich!
Amen.
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