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Predigt von Vikar Darius Tomczak am 11. Februar 2007Liebe Gemeinde, Was ist das Allerwichtigste in unserem irdischen Leben? Wenn Sie jemand auf der Straße fragen würde: "Von allen Dingen dieser Welt, was ist das Wichtigste im Leben für Sie?", welche Antwort würden Sie ihm geben? Paulus sagt im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes, dass von allen Dingen dieser Welt die Liebe das Wichtigste im unseren Leben sei. Alles was wir in diesem Leben haben können, und das Einzige, was wir wirklich haben werden - was länger existieren wird als unser irdisches Leben - das ist die Liebe. Das Wichtigste im Leben ist für Paulus die Liebe. Ich liebe meine Frau, ich liebe meine Kinder, ich liebe meine Eltern, ich liebe meine ganze Familie. Wenn ich das Auto verlieren würde, wenn ich den Job verlieren würde, wenn ich wirklich alles auf dieser Welt verlieren würde, aber immer noch die Liebe hätte, dann würde ich doch das Wichtigste besitzen. Meine Frau liebt mich und ich weiß, dass sie mich liebt. Sie hat mir nicht nur gesagt, dass sie mich liebt, sie hat mir ihre Liebe auch bezeugt. Sie kümmert sich liebevoll um mich: sie kocht mir ein gutes Essen, sie bereitet meine Sachen vor, sie pflegt mich wenn ich krank bin; alles was sie hat, gibt sie meiner Familie. Sie liebt mich und ich bin mir dessen bewusst. Auch mein himmlischer Vater liebt mich. Ich weiß, dass er mich liebt, denn sonst würde er mich durch die Begegnung mit Euch nicht segnen. Aber er liebt mich und er schenkt mir die große Freude, Euch die gute Botschaft predigen zu dürfen. Er gibt mir die Hoffnung auf ein ewiges Leben. Mein himmlischer Vater liebt mich und ich liebe IHN. Ich danke Gott, dass ich mich sein Kind nennen darf und dass ER mein Vater ist. Ich weiß, dass ER mich liebt, und aus Liebe zu uns seinen Sohn in diese Welt gesandt hat. Ich liebe meinen Heilsbringer, Jesus Christus. Und ich liebe seine Braut, die Gemeinde. Wie könnte ich behaupten: "Ich liebe Gott.", wenn ich die Gemeinde Gottes nicht lieben würde? Wenn ich Euch nicht lieben würde, würde ich meinen himmlischen Vater auch nicht lieben. Vor gar nicht so langer Zeit haben wir das neue Jahr begonnen. Viele Änderungen stehen uns in diesem Jahr bevor. Fast die gesamte Mannschaft der Eupener Presbyter tritt zurück und auch meine Wahl steht kurz bevor. Wir befinden uns in einer sehr angespannten Lage, darum sind wir auf die Hilfe unseres himmlischen Vaters angewiesen. Wir möchten seine Liebe zu dieser Gemeinde erfahren und wir werden sie erfahren. Seine Liebe wird uns stark machen. Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? "Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn." Liebe Gemeinde, Lasst uns heute etwas mehr über diese Art der göttlichen Liebe erfahren. Drei wichtige Beobachtungen möchte ich Euch weitergeben. Es sind Beobachtungen, die nicht ich gemacht habe, sondern die uns Paulus weiter gibt. Erstens sagt er: "Die Liebe ist langmütig." Wie können wir wissen, dass die Liebe geduldig ist? Paulus zeigt es uns dadurch, dass er von den Dingen spricht, die die Liebe nicht tut. "Die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf." Die Liebe eifert nicht, sondern die Liebe freut sich, wenn mein Bruder gesegnet wird. Ist das wirklich immer so? Wenn wir selbst in Schwierigkeiten geraten und leiden müssen, Menschen um uns herum aber gesegnet werden, dann gefällt uns so etwas normalerweise nicht. Wenn die anderen sich am Leben voll erfreuen, ich aber erlebe eine harte Zeit, so gefällt das meiner menschlichen Natur nicht. Auch ich möchte gesegnet werden, wenn die anderen in ihren Beziehungen glücklich sind. Auch ich möchte gesegnet werden, wenn die anderen so einfach und schnell zum Reichtum kommen. Darum, wenn wir unzufrieden mit der eigenen Lebenssituation sind, stehen wir in großer Gefahr, auf andere Menschen neidisch zu werden. Wie viel Unheil ist geschehen, weil Menschen nicht erkannt haben, dass der blanke Neid sie antreibt und sie zur Sünde verführt? Die Liebe kennt jedoch keinen Neid. Sie freut sich über das Glück der anderen. "Die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf." Was heißt "aufblähen"? Es heißt sich in den Vordergrund spielen und immer ein großes Maul haben. Aber wie oft blähen wir uns selbst auf? Wir haben uns etwas eingebildet und wir spielen das so gerne vor den anderen vor: Siehe, was ich kann. Siehe, was ich getan habe. Paulus sagt uns jedoch, wenn wir Liebe zeigen wollen, dann sollen wir uns vor anderen nicht wichtig machen. Wenn wir die Liebe haben, dann rühmen wir uns nicht selbst, sondern wir rühmen uns des Herrn. Und Paulus sagt weiter: "Die Liebe verhält sich nicht ungehörig." Man könnte diesen Satz auch so übersetzen: "Die Liebe verhält sich nicht taktlos." Sie sucht nicht das ihre und sie lässt sich nicht erbittern. Das sind alles Dinge, die die Liebe nicht tut. Wahre Liebe pflegt nicht Gefühle von Bitterkeit. Sie ist nicht übersensibel und sie nimmt nicht alles so persönlich. Darum lässt sie sich nicht erbittern. Die Bibel sagt:" Die Liebe ist freundlich und sie rechnet das Böse nicht an." Manchmal sehen wir, wie Menschen um uns herum innerlich verletzt werden und wie oft sagen wir dazu: "Es ist ihnen recht geschehen. Sie haben etwas getan, und jetzt werden sie dafür bezahlen. Das war ihre eigene Schuld." Wir sind sogar manchmal froh, wenn die anderen große Enttäuschungen erleben. Doch wenn wir die Liebe des Herrn haben, werden wir uns nicht freuen, wenn unser Bruder innerlich verletzt wird, sondern wir werden für ihn beten. Das ist, was die echte Liebe bewirkt. Und weiter: "Liebe freut sich nicht am Unrecht." Wahre Liebe hebt in keiner Weise die Fehler anderer hervor. Sie stellt anderen kein Bein, indem sie deren Schwächen missbraucht, sondern sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe ist wirklich glücklich, wenn die Wahrheit siegt. "Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand." Wie fühlen wir uns, wenn unser Bruder aus der Gemeinde sich ein neues Auto kauft? Manchmal sagen wir:" Ich sollte einen neuen Wagen haben. Das ist nicht in Ordnung, dass er ein neues Auto hat. Und ich habe immer noch kein neues Auto." Liebe Gemeinde, wenn wir so reden, haben wir keine Liebe. Denn die Liebe würde uns sagen lassen: "Danke Herr, dass mein Bruder gesegnet wurde. Danke Herr, dass er ein neues Auto hat." Wir wollen eine starke Gemeinde bauen und nicht eine Gemeinde die schwach ist, weil wir einander misstrauen. Wir sollten eine starke Gemeinde bauen; eine Gemeinde die stark ist, weil sie lieben kann. Eine Gemeinde die sich mitfreut, wenn der Herr unsere Geschwister segnet. Eine Gemeinde die sagt: "Danke Herr, dass du meinen Bruder gesegnet hast. Danke Herr, dass du meine Schwester gesegnet hast." Zweitens: "Die Liebe vergeht niemals." Alles andere wird vergehen. Neue Autos werden irgendwann zu Schrott und neue Häuser werden zu Ruinen. Jünglinge werden zu Greisen, hübsche Mädels werden alt. Alles in dieser Welt wird vergehen, mit einer einzigen Ausnahme: der Liebe. Manche Menschen können nicht über den gegenwärtigen Tag in die Zukunft schauen. Und sie denken, dass alles was sie umgibt, immer weiter so existieren wird. Aber die Bibel sagt uns klar, dass wir die Dinge dieser Welt nicht lieben sollen. Die Liebe zu den Dingen dieser Welt kann aus uns Feinde Gottes machen. "Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters", sagt die Schrift. Eines Tages wird diese Welt vergehen. Jedes Ding auf dieser Welt wird vergehen. Doch die Liebe wird nie vergehen. Wie können wir über das hinaus schauen, was sich heute nennt? Wir sollten uns hier den Apostel Paulus als Beispiel nehmen. Er konnte über den gegenwärtigen Tag hinausschauen, als er seine Briefe schrieb. Er erlebte in seinem Leben viele schwierige Stunden. Er wurde gefangen und mehrmals geschlagen. Er wurde gesteinigt und dreimal hat er Schiffbruch erlitten. Er ist oft gereist und war ständig in Gefahr: In Gefahr unter Räubern, in Gefahr unter seinem Volk, in Gefahr unter Heiden, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter falschen Brüdern. Es gab viele Problemen in den Gemeinden, die er gründete, aber die Sorge um die Gemeinden war ihm nicht zu schwer. Er hat alles erduldet und dann erkannt, dass über den gegenwärtigen Tag hinaus nur die Liebe bleiben wird. Darum konnte er auch schreiben: "Die Liebe vergeht niemals". Durch die Liebe können wir in die Zukunft schauen. Und wenn wir wollen, dass unsere Gemeinde wächst und immer mehr Menschen aus dieser Stadt gerettet werden, sollten wir uns untereinander lieben. Hat Jesus nicht gesagt: "Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt?" Darum lasst uns einander lieben. Lasst uns stark im Herrn werden. Wenn wir das tun, wird der Segen über diese Stadt kommen. Und Paulus sagt weiter: "Das prophetische Reden wird aufhören, das Zungenreden wird aufhören, die Erkenntnis wird aufhören - aber die Liebe wird nicht aufhören." Glauben Sie das? Ich danke Gott für die Prophezeiungen, ich danke Gott für das Zungenreden, ich danke Gott für die Gaben des Heiligen Geistes. Aber diese Dinge werden auch vergehen. Prophezeiungen können falsch sein. Der Apostel Johannes schreibt: "Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind, denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt." Nicht jede Predigt, die wir hören, kommt von Gott. Und nicht jede Prophetie, die wir hören, kommt von Gott. Doch das Einzige, was niemals danebengeht, ist die Liebe. Ich habe von Prophezeiungen gehört, die ausgesprochen wurden und nicht in die Erfüllung gegangen sind. Einige Christen wurden dadurch verunsichert und ihr Glaube geschwächt. Menschen um uns herum machen Fehler. Propheten machen Fehler. Pastoren machen Fehler. Aber niemand von uns macht einen Fehler, wenn wir unsere Brüder und Schwestern lieben. Wenn wir ihnen ihre Fehler vergeben. Wenn wir für sie beten. Darum möchte ich Euch heute herausfordern: "Glaubt nicht all zu viel den Propheten, glaubt nicht all zu viel den Predigern, glaubt nicht all zu viel solchen Predigern wie mir, aber ich bitte Euch um eins:" Hört nicht auf mich zu lieben." Und darum bitte ich Euch:" Liebt die Brüder und Schwestern, die in dieser Gemeinde sind. Lasst uns gemeinsam Gott für sie danken." Und ich bitte Euch, lasst uns folgendes verstehen: Auch sie machen Fehler. Doch Gott liebt sie genauso wie ER Dich liebt. Lasst uns Gott danken, dass es etwas gibt, was niemals vergehen wird. Jesus Christus hat gesagt: "Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." Lasst uns Gott danken für diese Worte, lasst uns Gott danken für seine Liebe. Heute Morgen sage ich Euch, dass Gott Euch liebt. Habt Ihr mich gut verstanden? Gott liebt Euch wirklich. Euch alle. Ja, das stimmt, Ihr habt Fehler gemacht. Ja, das stimmt, ich mache Fehler, aber mein Vater im Himmel liebt mich und er liebt Euch. Er hat keinen von uns aufgegeben, solange wir auf sein Wort vertrauen. Wenn wir unseren Herrn vom ganzen Herzen lieben, wenn wir unsere Brüder und Schwester wie uns selbst lieben, wird Gott uns nicht enttäuschen. Gott wird seine Verheißungen an uns erfüllen. Seine Liebe, Gottes Liebe, enttäuscht niemals. Darum zum dritten Punkt: Paulus spricht von der Vollkommenheit, die kommen wird. "Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Alles Unvollkommene wird vergehen, aber das Vollkommene wird kommen." Viele Menschen in den reichen Industrienländern denken: "Besser kann es auf dieser Welt nicht mehr werden". Sie haben gutes Essen, sie haben schöne Kleider, sie haben schöne Autos, sie haben schöne Häuser. Für sie ist der Himmel schon da. Aber wie sehr irren sich diese Menschen. Belgien ist nicht der Himmel, Deutschland ist nicht der Himmel und Amerika ist nicht der Himmel. Eines Tages erst werden wir den Himmel haben. Und der Himmel wird uns haben. Wenn der erste Himmel und die erste Erde vergangen sind, werden wir einen neuen Himmel und eine neue Erde haben. Erst dann werden wir das Vollkommene vollkommen erleben. Wir werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Jesus hat in seiner Bergpredigt gesagt:" Ihr aber sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Sind wir aber schon jetzt vollkommen? Ich versuche es immer wieder, aber es gelingt mir nicht. Müssen wir manchmal nicht sagen: "Entschuldige, so habe ich das nicht gemeint." Haben wir manchmal nicht gesagt: "Ups, es ist mir ein Fehler aus Versehen passiert?" Jeder von uns macht Fehler. Aber wissen wir, dass es jemanden gibt, der niemals Fehler macht? Der nie eine Sünde begangen hat. Der immer seinem Vater gehorsam war. Gibt es unter uns jemanden, der ein solches Kind hat, das ihm immer gehorcht? Wir müssen begreifen, dass niemand unter uns vollkommen ist. Darum ist es so wichtig, dass wir lernen uns einander zu vergeben. Ich bete mit meinem Sohn jeden Abend. Wir fangen mit dem Vater Unser an. Er kennt dieses Gebet in zwei Sprachen. Aber jedes Mal, wenn ich mit ihm bete und zum Satz komme: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern", kommt mir die Frage in den Sinn: "Habe ich wirklich allen meinen Schuldigern vollkommen vergeben?" Denn ich weiß, erst dann wenn ich meinen Schuldigern vollkommen vergeben habe, kann mein himmlischer Vater mir vollkommen vergeben. Darum lasst uns nicht Steine aufeinander werfen, sondern lasst uns die Steine niederlegen. Wir brauchen auch nicht Steine gegen den Teufel und seine Dämonen zu werfen, sondern lasst uns untereinander lieben wie Gott uns geliebt hat. "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem." Gott will diese Gemeinde segnen. Er liebt diese Gemeinde und er hat noch Geduld mit dieser Gemeinde. Diese Stadt braucht unsere Gemeinde, das Land braucht unsere Gemeinde. Jesus spricht: "Ihr seid das Licht der Welt." Darum lasst uns dem Teufel keine Möglichkeit geben uns zu trennen. Gott segne Sie alle. Amen. |
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