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Die Geburt Jesu                                    

   

Predigt von Vikar Darius Tomczak am 24. Dezember 2005 (Familiengottesdienst)

Jesu Geburt, Lukas 2, 1-21

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung1 war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. 4Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, 5damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.

Liebe Kinder,

Vor 200 Jahren lebte der große Napoleon, Kaiser der Franzosen. Er heiratete 1810 die österreichische Kaisertochter Marie Louise.

Als diese am 13. August 1811 ein Kind erwartete war die halbe Welt in gespannter Erwartung. Fürsten, Herzöge und Generäle eilten nach Versailles, einem wunderschönen Schloss in Frankreich, zum Ort der Geburt.

Zwei kostbare Betten standen dort bereit das Kind des Kaisers aufzunehmen.

Ein blaues, wenn es ein Knabe war, ein rotes, wenn es ein Mädchen sein sollte.

Die Stadt Paris schenkte sogar eine goldene Wiege für das kaiserliche Kind.

Endlich, nach langem, ungeduldigen Warten, wurde dem Kaiser die fröhliche Nachricht überreicht, dass ihm ein Thronfolger geboren war. Sofort teilte er die freudige Nachricht weiter.

Er gab seinen Sohn den Titel "König von Rom" und erklärte ihn damit zu seinem Nachfolger. 101 Kanonenschüsse wurden abgefeuert und grenzenloser Jubel herrschte überall im Land.

Liebe Kinder! Jetzt vergleichen wir diese Geburt des Kaisersohnes mit der Geburt Jesu. Welch ein Gegensatz. Welch ein Unterschied:

Nicht die halbe Welt war in gespannter Erwartung, sondern eine kleine Menge der Menschen freute sich demütig über die Geburt in dieser heiligen Nacht.

Nicht Fürsten, Herzöge und Generäle eilten zum Kind, sondern arme Hirten kamen, um es anzubeten. Nicht zwei Betten und eine goldene Wiege standen bereit, sondern eine armselige Krippe stand da, weil kein Platz in der Herberge war.

Nicht Kanonenschüsse wurden abgefeuert, sondern in die Stille der Nacht verkündeten die Engel die frohe Botschaft und sangen "Ehre sei Gott in der Höhe". Nicht grenzenloser Jubel brach aus, sondern tiefer Friede und wahre Freude herrschte in den Herzen der Menschen.


Der 13. August 1811 sagt heute keinem Menschen mehr etwas, doch der 24. Dezember hat viele Herzen erobert, weil an diesem Tag die Geburt des Erlösers gefeiert wird.

      Was feiern wir also an Weihnachten liebe Kinder?

Wir feiern den Geburtstag von Jesus Christus. Wir feiern also einen ganz besonderen Geburtstag.

Darum müssen wir alle da hin, da müssen wir alle dabei sein, mitfeiern und uns freuen, dass Jesus Christus in diese Welt kam!

Ihr alle, liebe Kinder, seid diesem Ruf gefolgt und in die Kirche gekommen, um diese Geburt Jesus des Erlösers zu feiern.

Genauso wie die Hirten damals, die von der Geburt des Messias in der Stadt Davids hörten, die Bethlehem heißt, und den Geburtstag feiern wollten, den Geburtstag des Retters.

Diese armen Hirten hätten sich nie getraut an einem festlichen, großen Geburtstagsfest eines großen Herrschers und Königs teilzunehmen. Sie waren ja nur arme Hirten.

Als sie aber hörten, dass das Kind in einer Krippe lag, in Windeln gewickelt, ganz arm, da fanden sie Mut zu ihm zu gehen, da verloren sie die Angst und die Scheu.

Sie hatten nichts mitzubringen, außer ihrer Armut. Aber das Kind war auch arm, und da sagten sie sich: "Da dürfen auch wir hingehen, weil es so arm in einer Krippe liegt."

Der Unterschied zum Sohn Kaiser Napoleons ist also groß. Noch heute wird in Paris die kostbare, goldene Wiege gezeigt, die bestimmt war, den Sohn des großen Kaisers Napoleon aufzunehmen.

Diese Wiege ist ein totes Museumsstück geworden, die Krippe jedoch ist zu einen Zeichen geworden, und dieses Zeichen steht heute im Mittelpunkt der ganzen Welt.

So wie die Hirten in Bethlehem, habt auch ihr, liebe Kinder, euch aufgemacht in diese Kirche zu kommen, nicht um die Krippe zu bewundern, sondern um Jesus Geburtstag zu feiern. Nun, wie ihr wisst, bei jedem Geburtstag gibt es auch Geschenke.

Was wollen wir Jesus heute zum Geburtstag schenken? Womit machen wir ihm eine große Freude? Die Hirten hatten sicherlich nicht große Reichtümer. Aber die Freude war trotzdem sehr groß.

Denn am meisten freute sich Maria und Josef über ihre Anwesenheit. Und über ihre Botschaft, die sie mitbrachten.

Die Hirten erzählten, was ihnen über dieses Kind gesagt worden ist. Erinnert ihr euch was Ruth und Anna uns aus der Bibel vorgelesen haben? Ich wiederhole es noch einmal.

Der Engel sagte damals: "Ich verkünde euch eine große Freude. Es ist euch der Retter geboren, der Messias." Das hörte Maria. Es ist die Bestätigung von der Botschaft, die sie vom Engel Gabriel gehört hatte.

"Dieser Sohn, den sie gebären soll, wird groß sein und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden. Er wird herrschen in Ewigkeit!"

Wie groß muss ihre Freude gewesen sein:

1. Die Freude über die Geburt ihres erstes Kindes.
2. Die Freude, dass es der Retter ist, auf den das Volk Israel schon so lange gewartet hat.

Und sie bewahrte das alles in ihrem Herzen. In ihrem Herzen war Maria überglücklich, denn es kamen Menschen um ihr alles Gute zu wünschen.

Auch wir bereiten bei diesem Familiengottesdienst Jesus eine sehr große Freude. Jesus freut sich sehr, dass ihr alle nach hier gekommen seid.

Aber er wird sich noch mehr freuen, liebe Kinder, wenn ihr eure Eltern ehrt und ihnen dankt.

Es sind eure Eltern und sie sind wert von euch geliebt zu werden. Jesus freut sich auch, wenn ihr nicht sündigt. Das heißt, dass ihr nicht lügt, denn wer lügt, der sündigt und dann kann sich Jesus nicht mehr freuen.

Aber jederzeit könnt ihr Jesus um Verzeihung bitten. Ihr könnt euch IHM ganz anvertrauen, indem ihr mit IHM sprecht. Er hört eure Gebete und er freut sich, wenn ihr zu IHM spricht. Sprechen zu Gott wird auch oft Gebet genannt.

Gott liebt eure Gebete, darum würde er sich bestimmt freuen von eurem zweiten Geschenk an diesem Abend, bevor ihr schlafen geht, nämlich dass ihr mit IHM redet. Am Tage seines Geburtstag solltet ihr mit Jesus reden und IHM danken.

Gott danken, dass ER uns so liebte, dass ER sogar seinen einzigen Sohn, Jesus Christus gab, damit wir, die wir an IHN glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.

Wir haben einen wunderbaren Gott, der uns ein neues ewiges Leben schenken wird. Und heute, an Weihnachten wollen wir IHM dafür danken. Wir wollen mit IHM feiern. Wir wollen feiern, dass Gott unter uns wohnt. Wir wollen IHM die Ehre geben, wir wollen IHN preisen und loben.

Und das alles wollen wir ganz besonders an Weihnachten tun.

Darum wünsche ich euch liebe Kinder und Ihnen liebe Eltern, und auch euch, liebe Brüder und Schwester, gesegnete und frohe Weihnachten.

Gott segne Sie alle,

Amen.

 

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Stand: 04. Juni 2010