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Predigt von Vikar Darius Tomczak am 12. Februar 2006Liebe Gemeinde, Heute möchte ich über das Thema "Die Konsequenzen des Humanismus für die Christen" sprechen. Dazu lesen wir aus der Bibel, aus dem Buch Jesaja Kapitel 5, die Verse 20-21. 20 Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!21 Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug! Es gibt eine Täuschung. Und die Natur, das Wesen der Täuschung liegt genau darin, dass man sie nicht sieht. Der, der getäuscht ist, weiß nicht, dass er getäuscht worden ist. Die Täuschung ist also da, wo man sie nicht vermutet und ist oft nicht da, wo man sie vermutet. Nehmen wir zum Beispiel den Turmbau zu Babel. Die Menschen sprachen: Wohlan, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reicht, damit wir uns einen Namen machen, denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. Lasset uns einen Namen machen. Wir wollen einen Namen haben, wir wollen etwas sein - lasst uns einen Turm bauen. Wir kennen das Ende der Geschichte, ich will hier nur auf dies hinweisen: Der Mensch will sich einen Namen machen. Er baut für sich eine Stadt, er baut für sich einen Turm, er baut für sich eine Oase. Ich bin ein ehrlicher Mensch darum habe ich meine Schwierigkeiten mit dem Gemeindeziel, das mit den Worten "wir" beginnt. Sind wir wichtiger als ER? Die Heilige Schrift sagt: "Er soll in allen Dingen der Erste sein, den Vorrang haben" (Kol.1,18). Ein Lehrer brachte im Deutschunterricht seinen Schülern bei, dass "ich" als erste Person, "du" als zweite und "er" – "sie"- "es" als dritte Person bezeichnet wird. Danach hatte er die gleichen Schüler im Religionsunterricht. Da sagte er ihnen: "Wisst ihr, es gibt auch eine göttliche Grammatik. Die ist genau umgekehrt: da heißt die erste Person "Er", die zweite "du" und die dritte "ich"! Und dann erklärte er, das "Er" stehe für Jesus, der für uns starb. Darum hat "Er" das Recht, an erster Stelle in unserem Leben zu sein. Ein gewisser griechischer Philosoph sagte dagegen: Der Mensch ist das Maß aller Dinge. Damit hat er den Humanismus mit einem Satz zusammengefasst. Der Mensch entscheidet, was richtig und was falsch, was gut und böse ist. Auch wir sind umgeben von Leuten, die das Böse gut nennen und das Gute böse, und die die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; Menschen, die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem. Das ist es, was wir in Europa heute sehen- genau so, wie es Jesaja damals beschrieben hat. Wir sind so sehr davon umgeben, dass uns oft selbst gar nicht mehr bewusst ist, was hier eigentlich geschieht. Um die heutige Situation in den Gemeinden Gottes besser zu verstehen, müssen wir in der Geschichte etwa 150 Jahre zurückgehen. Als der abtrünnige Theologe Charles Darwin, ohne einen
Studienabschluss in Biologie seinen Evolutionsglauben veröffentlichte, wurde der
Angriff auf das Wort Gottes in Europa eröffnet. Obwohl Satan das Wort Gottes
ständig angreift, so war es diesmal, als ob die Jagdsaison auf die Bibel
eröffnet wurde. Die erste Gruppe waren die Liberalen, die Evolutionsgedanken akzeptierten und zu ihrer Generation sagten: "Im Anfang schuf Gott... glauben wir nicht, aber es ist gut, wenn ihr in die Kirche kommt und weiterhin fleißig bezahlt. Über das Leben nach dem Tod können wir nichts sagen, aber wir können sagen, wie das irdische Leben glücklicher zu machen ist. Eure Lebensreise wird mit der Kirche etwas komfortabler." Dies ist ungefähr die Essenz des Liberalismus. Es ist nichts weiter, als etwas Zucker im bitteren Kaffee, um das Leben etwas zu versüßen. Dies ist alles, was die Liberalen zu bieten haben. Es gab einen Mann, der von vielen Liberalen bis heute bewundert wird. Dr. Albert Schweitzer, ein Philosoph, Doktor, Musiker, Komponist, unzweifelhaft ein brillanter Mensch. Albert Schweitzer war ein Humanist. Eines Tages saß er auf dem Boot, und während er Richtung Kongo fuhr, beobachtete er die belgischen Beamten, die mit ihren Gewehren auf die Krokodile schossen. Sie waren da, und es war ihr Sport, auf Krokodile zu schießen, um möglichst viele zu töten. Eine kolossale Verschwendung des Lebens!- dachte er. Es war ein Ort, an dem er seine Philosophie sah: Die totale Verehrung des Lebens. Menschenleben oder eben Krokodilleben war für ihn ab jetzt das höchste Gut im ganzen Universum. Vielleicht hatte Dr. Schweitzer deswegen die dreckigste Station in ganz Afrika. Er war so überzeugt von seiner Philosophie, von der Verehrung
des Lebens, dass er sich weigerte, Bakterien zu töten. Denn Bakterien sind auch
Lebewesen, und er wollte keine Art von Leben töten. Er schaute sich die Orgel an und fand in der Orgel ein Kakerlakennest. Und mit allem Eifer, den ein Amerikaner hat, begann er, die Kakerlaken zu zertrampeln, um auch nicht eine einzige entkommen zu lassen. Als der Dr. Schweitzer kam und dies sah, standen ihm alle Haare zu Berge und er sagte voller Zorn: "Du hörst sofort auf damit!" "Wieso? - Sie ruinieren deine Orgel!" "Das ist schon in Ordnung, es ist eben in ihrer Natur", sagte
er, "Du darfst sie nicht töten!". Und einer seiner Jungen kam herbei und
sammelte die übrigen Kakerlaken ein, legte sie in eine kleine Kiste und brachte
sie in den Wald, um sie dort freizulassen. Im Rahmen der 150 Jahrfeier der Eupener Friedenskirche hielt unser Synodalpräsident ein Referat über den Protestantismus. Ich zitiere daraus: "Nichts ist perfekt, und auch der Protestantismus kennt seine Mängel. Zum Beispiel halten gewisse protestantische Kreise an der Verurteilung der Evolutionslehre fest. Es handelt sich bei ihnen um integristische Gruppierungen, in denen die Kinder eine höchst schwache Ausbildung erhalten." Die Gruppierungen, die an der Verurteilung der Evolutionslehre festhielten und weiterhin an den Schöpfungsbericht glaubten, waren zur damaligen Zeit die Opposition der Liberalen. Es waren die Vorfahren der heutigen Evangelikalen, die so genannten Fundamentalisten. Diese Christen sagten sich: Wir glauben an die Inspiration der Bibel! Wir glauben dass Gott den Menschen erschuf. Wir glauben an den Tod und die Auferstehung Christi! Es dauerte nicht lange, bis wir die Situation hatten, dass diese Christen sich untereinander alle kannten, weil sie gesagt hatten "Wir glauben diese Dinge!". Es waren größtenteils Menschen, denen Gott begegnet ist. Aber
es dauerte nicht lange, und sie sagten: "Diese Dinge etablieren uns als gläubige
Christen, diese Lehren kennzeichnen uns!". Viele von solchen Lehren sind leider humanistisch. Die Lehre "Nehmen Sie Jesus in Ihr Herz an" ist eine davon. Dieses humanistische Konzept ist nicht biblisch. Das biblische Konzept der Rettung ist, dass der Mensch durch die Gnade Gottes in Christus angenommen wird. Ehe du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen, sagt Jesus zu Nathanel. Die Lehre "Nehmen Sie Jesus in Ihr Herz an" stellt dagegen den Menschen im Mittelpunkt. Diese Lehre behauptet, die Rettung geschieht im menschlichen Herzen. Doch es ist völlig unbiblisch zu denken, dass die Rettung eines Menschen im sündigen menschlichen Herz stattfinden kann. Der natürliche Mensch vernimmt überhaupt nichts von Gott. Viele Evangelikalen glauben zutiefst, dass sie Christus als ihren persönlichen Retter empfangen haben, während tatsächlich sie nur an ein Ritual geglaubt haben. "Lassen Sie Jesus über Ihr Leben regieren" ist eine andere bekannte humanistische Lehre in den evangelikalen Kreisen. Diese Lehre ist falsch, weil der souveräne Gott des Universums seine Kreation lenkt. Er ist, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens. (Eph 1,11). Der Mensch wird nicht aus dem "kontrollierten Verhalten" gerettet, sondern aus dem Glauben an Jesus durch die Gnade Gottes. Sonst ist es nicht die Gnade, sondern die billige Gnade. "Geben Sie Jesus Ihr Leben damit Sie gerettet werden". Auch diese Lehre ist zutiefst humanistisch. Zuerst ist das ewige Leben ein freies Geschenk. Der Mensch gibt gar nichts für das freie Geschenk. Gott schenkt dieses Geschenk demjenigen, den er in Christus verpflanzt. Ewiges Leben ist ein freies Geschenk von Gott. Eine Person gibt nichts für ein freies Geschenk. Die Statements wie "Geben Sie Jesus Ihr Leben" setzen falsch voraus, dass eine Person etwas hat, das von Gott angemessen ist, zu geben. Die Tatsache ist, dass der tote Mensch nichts geben kann, was ihm von seinen Sünden retten kann, weil der Mensch in der Sünde tot ist. Vor allen diesen humanistischen Lehren warnt uns Paulus im Gal 1,6-7. 6 Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium, 7 obwohl es doch kein andres gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. Ich glaube, dass der Humanismus von allen philosophischen Richtungen der tödlichste ist, der je über den Grubenrand der Hölle gekrochen ist. Der Humanismus hat unseren christlichen Glauben total durchdrungen. Der Humanismus steht im äußersten und totalen Gegensatz zum christlichen Glauben. Unglücklicherweise wird das selten erkannt. Wer das Buch "Leben mit Vision" kennt, könnte erschrocken sein, dass der Humanismus so subtil ist, dass er sogar dieses Buch durchdrungen hat. Dieses Buch spricht von 5 Lebenszielen: Jedes Lebensziel beginnt mit den Worten: "Sie wurden erschaffen um dieses und jenes zu tun". Humanismus ist Vergöttlichung des Menschen und genau das tut dieses Buch. Auf der ersten Seite dieses Buches stellt der Autor, Rick Warren die folgende Frage: "Wozu um alles in der Welt lebe ich?" Und dann schreibt er, sein Buch kann mir helfen den Stress zu verringern und zufriedener zu leben. Er schreibt, was der Humanismus sagt: Das Ziel allen Daseins
ist die Zufriedenstellung des Menschen. Der christliche Glaube dagegen sagt: Das
Ziel allen Daseins ist die Verherrlichung Gottes. Und das schlimmste von euren Verbrechen ist, dass ihr es nicht einseht! Wenn ihr nicht wegen eurer Sünden und Verbrechen gegen einen heiligen Gott weint, George Whitefield wird für euch weinen!" Und er heulte wie ein kleines Kind. Warum? Weil seine Zuhörer in der Gefahr nicht zufriedenen Lebens standen? Nein! Weil sie Monster der Ungerechtigkeit waren, die noch nicht einmal den Ausmaß ihrer Sündhaftigkeit gesehen haben Diesem Prediger ging es nicht darum, gute Menschen zu überzeugen, dass sie Probleme mit einem bösen Gott haben. Es ging ihm vielmehr darum, böse Menschen davon zu überzeugen, dass sie den Zorn, die Strafe und das Gericht eines guten Gottes verdient haben. Die Konsequenz seiner Predigten war die Busse, die zum Glauben führte, und somit auch zum wahren Leben. Das ist der Grund, wieso niemand Christus als Retter erfahren kann, solange er nicht Busse getan hat. Und niemand kann Busse tun, solange er nicht überführt ist. Und die Überführung ist ein Werk des Heiligen Geistes und nicht ein Werk eines Menschen. Hier liegt der Unterschied zwischen einem Prediger des 21. Jahrhunderts und einem Prediger wie George Whitefield. Whitefield war ein Prediger, der die Heiligkeit Gottes und nicht den Menschen in den Mittelpunkt stellte. Darum taten so viele Sünder Busse und darum kamen so viele zu Christus. Mit der menschlichen Natur können Sie Gott nicht verherrlichen, das ist unmöglich. Kein Fleisch darf sich vor dem Herrn rühmen. (Röm 7,18). Das Geniale an unserem Glauben ist, dass wir von Gott an einen Platz geführt werden, an dem wir erkennen, dass wir gar nichts, aber auch wirklich gar nichts tun können. Dieser Platz heißt Golgatha, dort können wir mit Paulus sagen: Ich bin mit Christus gekreuzigt! (Gal 2,20). Es ist der Ort der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen. Ihre Einstellung muss deshalb diese sein: Ich kann nichts von mir selbst aus tun (Joh. 8,28). Wenn ich zu Ihnen sagen würde: "Kommen Sie und lassen Sie sich erretten, damit Sie in den Himmel kommen. Kommen Sie zum Kreuz, damit Sie ein glückliches Leben haben" hätte ich Sie in die Falle des Humanismus geführt. Ich habe einmal ein Zeugnis gehört, von einem Pastor, der jahrelang vom Humanismus beeinflusst war. Er hielt sich für weise und verständig und er glaubte bekehrt zu sein. Niemand wagte ihm etwas zu fragen, denn er wusste die Antwort auf jede Frage. Aber eines Tages kam ein Gast in sein Haus, und diesem Gast konnte er keine Antwort geben. In sein Haus kam der Tod um seinen Sohn mitzunehmen. Oder anders gesagt: Das Kind wurde unheilbar krank. Der Krankenwagen nahm das Kind ins Spital und das Kind war langsam am Sterben. Und so war dieser Pastor in seinem Haus und er weinte, aber er hörte keine Antwort vom Himmel. Der Arzt rief ihn an und er sagte: "Es geht Ihrem Sohn schlecht, bereiten Sie sich diese Nacht auf das Schlimmste vor". Eine Stunde später rief der Arzt wieder an und er sagte: "Es ist noch viel schlimmer geworden, ich habe Ihnen nichts gutes zu berichten." Drei Stunden später rief er wieder an und sagte: "Schlimmer kann es nicht mehr sein, Ihr Kind ist bereits an die Apparaturen angeschlossen, wir denken, das Herz schafft das nicht mehr." Und dieser Pastor weinte und weinte vor Gott. Gott war ihm aber barmherzig. Er hörte plötzlich in seinem Inneren die Stimme Gottes. Er dachte zuerst, Gott würde ihn bestimmt trösten. Aber Gott fragte ihn: "Wer bist du? Sehe, wie du deine Frau behandelst, sehe wie du deine Geschwister in der Gemeinde behandelst, sehe wie du deine Kinder behandelst. Was denkst du, wer du bist? Für wen hältst du dich eigentlich? Schaue, wie du deine eigene Frau und deine eigene Kinder erniedrigst hast! Gehe und tue Busse von allen deinen Sünden." Der Pastor stand auf und er lief ganz schnell zu seiner Frau, die ganz verzweifelt in der Küche allein saß. Er fiel ihr zu den Knien, und weinend sagte er: "Ich bitte dich um die Verzeihung, ich war böse während vielen Jahren. Ich habe dich so oft erniedrigt. Vergib mir bitte." Darauf fing seine Frau auch zu weinen an und sie sagte: "Auch du vergib mir bitte alle meine böse Worte, ich konnte dich nicht lieben und ich konnte niemanden davon etwas erzählen." Und so weinend beteten sie gemeinsam weiter zu Gott. Und als sie so beteten in ihrem Haus, schauten sie nach oben, und da sahen sie keine Decke mehr, denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte diesen Raum. Und sie hörten die Stimme Gottes. Die gleiche Stimme, die ihn zuerst ermahnte, sagte zu ihm: "Jetzt aber gehe ins Spital und bringe den Jungen nach Hause." Er stand von den Knien auf, als das Telefon klingelte. Der Arzt am Telefon sprach: "Ich weiß nicht, was passiert ist, aber der Junge sitzt auf dem Bett, schaut sich um und er fragt mich, wo Mama und Papa sind." Keiner von uns kann zwei Herren dienen wie dieser Pastor vor seiner Bekehrung tat. Tatsache ist, wir müssen uns für das Eine oder das Andere entscheiden. Wenn Ihnen nun bewusst geworden ist, dass Sie den Einflüssen des Humanismus erlegen sind, dann ist jetzt der Moment, Busse zu tun. Wenn Sie erkennen, dass Sie zum Teil im Licht, zum Teil in der Finsternis gewandelt sind, dass Sie der Versuchung erlegen sind, Süßes und Bitteres, Gutes und Böses vermischen zu wollen, dann bitten Sie Gott, dass ER Sie davon erlöst. Lernen Sie was es heißt, das eigene ich sterben zu lassen, damit ER die Ehre bekommt. Es geht nicht darum, was DU von Gott bekommst, sondern was ER von dir bekommt! Off 5,12: die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Gott segne Sie alle. Amen. |
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