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Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 7. Juni 1998Liebe Gemeinde „Ich bin der Herr Dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Das fordert Gott von seinem Volk. Doch Israel nahm dieses Gebot zur Zeit des Propheten Elia nicht besonders ernst. Der Herr, der Gott der Väter war in der Zeit der Wanderschaft für die Vorfahren recht und gut gewesen. Aber nun hatten sich die Zeiten gewandelt. Wenn man auf dem neuesten Stand der Dinge sein wollte, wenn man „in“ sein wollte, dann ging man wie die anderen auf die Hügel, kniete vor einer mächtigen und imposanten Götterstatue nieder, küsste deren Füße, brachte ein Opfer dar und feierte mit den anderen dort ein rauschendes Fest mit wilden Tänzen. Dieser Glaube stand für Wohlstand und Wachstum, für Lust und Lebensqualität. Er stand für Macht, Überlegenheit und Stärke und für den Einklang mit der Natur. Schließlich verlangte auch die mächtige Königin Isebel – die aus der reichen heidnischen Hafenstadt Sidon stammte, dass jeder Untertan diese Landesgötter verehren sollte. Die meisten Israeliten versuchten den alten und den neuen Glauben irgendwie miteinander zu vermischen. Machten Kompromisse – gaben den alten Glauben nicht so ganz auf. Da beauftragte Gott Propheten wie Elia, die das erste Gebot in Erinnerung rufen sollten: „Höre Israel – Gott der Herr ist der einzige – du sollst allein dem Herrn dienen von ganzem Herzen von ganzer Seele mit deinem Verstand und mit allen deinen Kräften – was hinket ihr auf beiden Seiten!“ So rief Elia. Der Prophet nahm Gottes Auftrag ganz zu Herzen
und kämpfte mit aller Kraft gegen den immer stärker einbrechenden Baalsglauben.
Dann trat in der Abendstunde Elia herzu: Er ließ eimerweise Wasser auf das Holz des Opferaltars schütten, und betete: „Herr, zeig dass du der wahre Gott Israels bist!“ DER HERR IST GOTT ALLEIN Und gleich darauf wurden die 400 Baalspriester – alles gute
Bekannte der Königin Isebel - getötet. Ich lese aus 1. Könige 19, 1-13 König Ahab erzählte seiner Frau Isebel alles, was Elia getan und den ganzen Hergang, wie er alle Propheten des Baal mit dem Schwert hatte umbringen lassen. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: „Die Götter sollen mich verfluchen, wenn ich nicht morgen dein Leben dem Leben jeder dieser Baalspriester gleichgemacht habe.“ Da geriet Elia in Angst, machte sich auf und ging davon, um sein Leben zu retten. Als er nach Beerscheba, das zu Juda gehört, kam, ließ er seinen Diener dort zurück. Er selbst aber ging einen Tagesmarsch weit in die Wüste hinein. Als er so weit gekommen war, ließ er sich unter einem Ginsterstrauch nieder und wünschte sich den Tod, indem er sprach: „Nun ist es genug, Herr! Nimm meine Seele hin; ich bin ja nicht besser als meine Väter!“ Dann legte er sich hin und schlief ein. Da, auf einmal rührte ihn ein Engel an und sprach zu ihm: „Steh auf, iss, denn sonst ist der Weg zu weit für dich!“ Da stand er auf aß und trank und wanderte in der Kraft jener Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg, dem Horeb. Er trat dort in die Höhle und übernachtete darin. Und es erging das Wort Jahwes an ihn und er sprach zu ihm: „Was tust du hier, Elia?“ Er erwiderte: „Von Eifer bin ich entbrannt für den Herrn, den Gott der Heerscharen; denn die Israeliten haben dich verlassen, deine Altäre haben sie niedergerissen, deine Propheten haben sie mit dem Schwert umgebracht. Ich allein bin übrig geblieben, und nun stellen sie auch meinem Leben nach.“ Da sprach der Herr: Geh hinaus und tritt auf dem Berg vor den Herrn hin!“ Und siehe der Herr zog vorüber. Ein gewaltiger, heftiger Sturm, der Berge zersprengt und Felsen spaltet, ging vor dem Herrn her; Aber - der Herr war nicht in dem Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben; aber – Der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Erdbeben kam Feuer; aber der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein leises sanftes Säuseln. Siehe, als Elia das vernahm, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat an den Eingang der Höhle. Nein, Elia hatte nicht gesiegt, er war mit seinem Auftrag
gescheitert. Alles war beim Alten geblieben - die Königin Isebel behielt die
Oberhand und bedrohte nun massiv das Leben von Elia – Und die Israeliten sind
ihrem Gott keine Spur treuer geworden. Elia war am Ende. Er floh so weit er
konnte. Ließ seinen Diener und alles zurück. Und machte sich auf in die Wüste.
Dort wollte er sterben, er wollte von allem nichts mehr hören und sehen. Tot
sein, seine Ruhe haben. Das wünschte er sich. Doch in diesen Stunden ist Gott mit uns noch lange nicht am Ende. Gott schickt Elia erst einmal etwas zu essen. Dann lässt er
ihn ausschlafen. Dann bekommt er wieder etwas zu essen. Nichts großes – einen
Krug frischen Wassers und ein geröstetes Brot. Dann lässt er ihn erst einmal
Abstand nehmen – er lässt ihn gemütlich nach Süden wandern. Einmal: Große Shows und Feuerwerke sind nicht Gottes Art.
Menschen wünschen Machttaten und Faszination. Wollen Götter in Pomp mit großen
Zeichen und Wundern. Doch das ist Menschenwille – es gewinnt des Menschenherz
auf die Dauer. Genauso können Energiemassen, Revolutionen, Weltbrände können ein
Menschenherz erzittern lassen, aber praktisch gar nicht zu Gott wenden. Elia
hatte das bitter am Berg Karmel erfahren. Diese Erscheinungen machen Angst,
beeindrucken uns Menschen. Aber mehr nicht. Das sanfte Wehen Gottes hingegen,
kann Herzen bewegen und verändern und zu Gott kehren. Amen |
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