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Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 27. März 2005 (Ostersonntag)Predigtteil 1 für Kinder In den Kindergottesstunden der letzten Monate habt ihr oft Geschichten von Missionaren gehört. Missionare sind Männer und Frauen, die anderen Menschen weitererzählen, dass Jesus lebt und jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben bekommt. Mission geht vom allerersten Ostern aus. Von dem Tag, als Jesus von den Toten auferstanden ist. Ich lese Euch jetzt einen Abschnitt aus dem Osterevangelium vor und ihr müsst mir anschließend sagen, welche Personen darin Missionare waren. 1 Als der Sabbat vorüber war, am frühen Sonntagmorgen,
gingen Maria von Magdala und die andere Maria hinaus an das Grab. [Frage an die Kinder: Welche Personen sind hier Missionare?] Der Jugendliche hieß Sundar Singh. Er war ein Kind reicher Leute und er wuchs wohlbehütet auf. Seine Eltern waren keine Christen, aber sie waren sehr gerecht und liebevoll dem Jungen gegenüber. Doch als er ungefähr fünfzehn Jahre alt war, geschah etwas schlimmes in seinem Leben. Seine Mutter, die er sehr geliebt hatte und sein großer Bruder starben innerhalb kürzester Zeit hintereinander. Sundar war furchtbar traurig und niedergeschlagen. Er sehnte sich so sehr nach den beiden. So gerne hätte er noch einmal mit ihnen gesprochen, hätte sie in seiner Nähe gehabt. Sie fehlten ihm so. Aber seine Religion konnte ihn nicht trösten. Sie sagte ihm, dass die Seelen seiner Verwandten in irgendeiner anderen Form auf die Erde zurückkehren würden. Möglicherweise als ein anderer Mensch, vielleicht auch als ein Tier, vielleicht als ein anderes Wesen. Nur eines war klar – er würde sie nie wieder finden in dem unendlichen Meer der Lebewesen. Und das machte sein Herz unendlich traurig. Damals kamen Christen in den Ort in dem er wohnte und eröffneten eine Schule. Sein Vater schickte ihn in diese Schule und er hörte zum ersten Mal von Jesus. Aber er ärgerte sich so darüber, dass er nach einem Jahr die Schule verließ. Ja, seine Wut war so groß, dass er eine Bibel, die er bekommen hatte vor seinem Vater und vor anderen Leuten aus seinem Dorf zerriss und verbrannte. Und er meinte dabei, er hätte etwas Gutes dabei getan. Auch sein Vater lobte ihn dafür. Doch in seinem Herzen geschah dabei etwas schlimmes. Er fühlte sich noch viel trauriger und elender als vorher. Seine Depressionen wurde nun ganz schlimm. Am Abend des dritten Tages, nachdem er die Bibel verbrannt hatte, hielt er es nicht mehr aus und wollte sich das Leben nehmen. Er betete: „Wenn es einen Gott gibt, dann soll er sich mir zeigen.“ Und er war entschlossen, wenn Gott sich nicht zeigen sollte, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er betete die ganze Nacht darum, dass Gott sich zeigen sollte und gegen halb vier Uhr morgens erstrahlte im Zimmer ein Licht, das immer stärker wurde. Er schaute nach draußen, um zu sehen, woher das Licht kam, aber draußen war es immer noch stockdunkel. Jetzt wusste er, dass etwas Übernatürliches geschah. Er dachte: Jetzt sehe ich Krishna, oder Buddha, oder einen anderen Gott. Doch da sah er Jesus, den er für tot gehalten hatte. Und Sundar schreibt: „Bis in alle Ewigkeit werde ich nie sein herrliches und liebendes Gesicht vergessen noch die wenigen Worte, die Er sprach: „Warum verfolgst du Mich? Siehe, Ich bin am Kreuz für dich und der ganze Welt gestorben.“ Diese Worte wurden wie mit einem Blitz in sein Herz gebrannt und er fiel vor Jesus zu Boden. Gleichzeitig wurde sein Herz mit Freude und Frieden erfüllt und sein ganzes Leben war vollständig verwandelt. Sundar schrieb dazu: „Da starb der alte Sundar Singh, und ein neuer Sundar Singh wurde geboren, damit er dem Lebendigen Christus diene.“ Er war so glücklich darüber, dass er von nun an allen Leuten
von Jesus weitererzählte. Er begann gleich am anderem Morgen damit bei seinem
Vater. Der schimpfte mit ihm und hielt ihn für verrückt. Doch Sundar Singh ließ
sich nicht abbringen. Er wurde ein Missionar und konnte viele Menschen den
Frieden und die Freude weiterschenken, die er vom lebendigen Christus bekommen
hatte. Amen. Predigtteil 2 für Erwachsene Liebe Gemeinde, An Karfreitag habe ich über den großen Glauben des Schächers am Kreuz gepredigt. Dieser Mann vertraute darauf, dass Jesus der Herr war, obwohl alle anderen Leute sich über Jesus lustig machten, obwohl Jesus einen qualvollen Tod am Kreuz starb und alles andere darauf hinwies, dass er der Fürst des Lebens ist. Dieser Glaube hat dem Mann in seiner Todesstunde das Paradies eingebracht. Der Glaube war die Voraussetzung, in das Himmelreich zukommen. Drei Tage später, am Tag der Auferstehung ist es ebenfalls Glaube, eine wichtige Voraussetzung, um dem Lebendigen Jesus zu begegnen. Früh am Morgen ist für diejenigen, die Jesus liebten, die Welt immer noch sehr trostlos: Worauf sie hofften, woran sie glaubten war zerstört worden. Die Frauen, die zum Grab gingen, wollten noch ein Letztes an Liebe für Jesus tun. Sie waren an einem Punkt angelangt, wo man überhaupt nicht mehr hofft und auch nicht mehr wagt, irgendetwas zu glauben. Der Prozess und die Hinrichtung nahmen ihren Lauf, ohne dass Gott eingegriffen hätte. An Karfreitag war kein Engel gekommen, um Jesus zu retten. Warum hat Gott nicht geholfen? Warum hatte er Jesus verlassen? Ich kann mir vorstellen, dass durch solche Warum-Fragen ihr Glaube damit auf dem Nullpunkt angekommen war. Das einzige, was ihnen wohl geblieben war, war ihre große Liebe zu Jesus. Und die konnte ihnen niemand nehmen. Wie mussten daher die Frauen erschrocken sein, als ihnen plötzlich eine übernatürliche Weise ein Engel erschien. Damit hätten sie wohl an diesem Morgen zuallerletzt gerechnet. Liebe Gemeinde, Gott ist immer und immer wieder für Überraschungen gut. Gerade dann, wenn wir mit unserer menschlichen Kraft und unserem Latein am Ende sind, dann plötzlich taucht Gottes Hilfe auf. Für die Frauen war das Eingreifen Gottes eine freudige
Überraschung. Und trotzdem fürchten sie sich zuerst vor dem Engel. Vielleicht,
weil er eine große Macht und Majestät ausstrahlte, vielleicht, weil ihnen
plötzlich bewusst wurde, wie kleingläubig sie über Gott gedacht hatten. Heute bin ich zwar froh, dass die Jünger ein wenig gezweifelt haben. Das erhöht für mich die Glaubwürdigkeit der biblischen Überlieferung. In den Medien wird ja jedes Mal um Ostern herum gegen die Zuverlässigkeit der biblischen Überlieferung zu Felde gezogen. Angeblich stimmt das alles gar nicht und die Auferstehung sei eine erfundene und erlogene Geschichte der Jünger. Doch die Jünger selbst konnten es kaum glauben. Wie können sie dann eine solche Geschichte erfinden? Sie haben es erlebt, sie haben Jesus gesehen, sie haben Jesus gehört, sie haben Jesus berührt. Er lebt. Nun liegt die Herausforderung an uns. Wollen wir den Worten der Jünger Jesu vertrauen, die im Neuen Testament stehen? Wenn ja, dann haben wir die schönste Botschaft. Jesus lebt und mit ihm dürfen auch wir leben. Er schenkt uns ewiges Leben in seinem ewigen Reich. Wenn ja, dann wartet auf uns keine böse Erwartung, wenn wir ihn eines Tages mit eigenen Augen sehen werden, sondern eine freudige. Wenn ja, dann dürfen auch wir seine Boten sein, wie der Engel, wie die Frauen, wie die Jünger und unseren Schwestern und Brüdern und allen anderen Menschen von unserer lebendigen Hoffnung weitererzählen. Und wenn es uns ähnlich wie den Frauen geht, dann wird uns Jesus noch auf unserem Weg begegnen. Amen. |
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