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Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 26. März 2001Liebe Gemeinde Der Bibelabschnitt, der dieser Predigt zugrunde liegt, steht in dem Evangelium des Johannes Kapitel 6,47-51. Ich lese: Amen, Amen ich sage euch: Wer glaubt hat das ewige Leben.
Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen
und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von
diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch,
das ich geben werde für das Leben der Welt. was tun wir nicht alles, um unser tägliches Brot zu
bestreiten? Man geht rechtzeitig schlafen, um bei der Arbeit ausgeruht und fit
zu sein, man arbeitet hart und gibt oft sein letztes, um im Schweiße seines
Angesichtes sein Brot zu verdienen. Viele Menschen müssen um ihren Arbeitsplatz
bangen. Darum tut man oft gegen seinen eigenen Willen Dinge, die ein
Brötchengeber verlangt. Viele setzen ihre Gesundheit aufs Spiel. Schließlich
heißt es ja: Wes Brot ich esse, des Lied ich singe. Für das tägliche Brot opfern
wir 2/3 der verfügbaren Lebenszeit. Das größte spirituelle Bedürfnis der Menschen ist: Gott kennen zu lernen. Danach hungern sie. Um diesen Hunger zu stillen tun wir Menschen alle möglichen und unmöglichen Dinge. Inwiefern braucht der Mensch mehr als sein Essen und seine Sicherheit? Ich versuche dies an einer traurigen Geschichte zu
verdeutlichen. Es war zur Zeit von Kaiser Friedrich Barbarossa. Damals stritt
man, welches denn die älteste Sprache der Menschen sei. War es Latein – die
damalige Gelehrtensprache? War es Griechisch, die Sprache des NT oder war es
Hebräisch? Man wollte unbedingt herausfinden, welches dieser drei Sprachen die
älteste ist. Um dies zu erforschen startete man ein Experiment. Man nahm einige
Findelkinder, also kleine Babys, die ausgesetzt worden waren und die niemandem
gehörten und man gab diesen Babys eine königliche Versorgung. Sie hatten
wirklich alles. Doch sie wurden nur von taubstummen Pflegekräften versorgt. Sie
hatten keinen Kontakt mit redenden Menschen. Was meinen Sie, wie sah das
Ergebnis dieses Versuchs aus? Ich bin das, was ihr zum Leben braucht. So wie euer Leib die
Speise braucht, so braucht euer Geist mich, um zu Leben. Vielleicht denkt
mancher insgeheim: Jesus, stimmt das wirklich, was du da sagst? Bist du wirklich
das, was jeder Mensch zum Leben braucht? Bist du Gottes Wort? In unserem Bibelabschnitt heißt es: „Dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.“ Ebenso wie ein Weizenkorn ziemlich Schweres durchmachen muss,
damit es für Menschen genießbar wird, so muss auch Jesus leiden. Körperlich
leiden. Zunächst ist da ein Weizenkorn, das wird in die Erde geworfen, es
stirbt, das neue Leben, das daraus hervorkeimt wird schon bald von den
Schnittern abgeschnitten. es wird gedroschen, gesiebt, gemahlen, durchgeknetet
und in großer Hitze gebacken. Dann wird es zu dem gut verträglichen
Lebensmittel. Es heißt: „Was der Mensch isst, das ist er auch.“ Wenn wir
ein Stück Brot essen, dann nehmen wir es ganz in uns auf. Es geht in unser Blut
über und wird in jede einzelne unserer Zellen transportiert, um sie mit Energie
zu versorgen. Das, was wir essen prägt uns. Ähnlich will auch Jesus uns ganz
erfüllen. Bis in den letzten Winkel unserer Existenz. In unsere tiefste
Dunkelheit, in unseren Willen, in unser Denken, in unser Fühlen, er will uns
verwandeln und zu neuen Menschen machen. Er will, dass wir wie er lieben und
seine Liebe weiter tragen. Amen |
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