 
Manfred und Betty Kämpf / Casilla 1 / Pucallpa / PERU
Telefon: 0051 61 59 90 03 / E-Mail:
mbkaempf@gmx.net
Rundbrief Familie Kämpf
Liebe
Verwandte und Missionsfreunde,
Noch kurz vor
meiner Abreise zu den Machiguengas, möchten wir euch wieder einmal einen
Gruß aus dem peruanischen Urwaldgebiet senden. Bei euch in Europa wird es
langsam Herbst und immer kühler. Wir sind noch in der Trockenzeit. Die
Wiesen sind braun und die Wege staubig. Über Mittag herrscht oft eine
derartige Hitze, dass nicht einmal mehr eine kalte Dusche eine länger
anhaltende Abkühlung bringt. Die Zitrusbäume haben ihre Blätter teilweise
aus Wassermangel eingerollt. Im Oktober beginnt dann langsam die
Regenzeit, wo sich die Natur (und auch wir) wieder erholen kann. (Betty
hat weniger zu klagen, denn ihr Büro ist klimatisiert!)
Brüsker Wechsel
Kurz nachdem
wir euch den letzten Rundbrief mit der guten Nachricht vom neuen Direktor
des Indianer-Lehrerseminars verschickt hatten, wurde er von einem Tag auf
den anderen abgesetzt. Was war geschehen? Er hatte sich zwar positiv für
die Verbesserung der Ausbildungsqualität dort am Seminar eingesetzt und
lud auch uns als Mission ein, dabei mitzuhelfen. Daneben organisierte er
aber auf ungesetzliche Weise eine Landbesetzung, die ihm und anderen,
befreundeten Lehrern Wohnparzellen sichern sollte. Das Land war ein
unbebautes Stück, welches dem Seminar gehörte. Das ließen sich die
Studenten nicht bieten. Auch die Lehrer, die bei der Sache leer
ausgegangen waren, wehrten sich. Es kam zu einem regelrechten Aufstand, wo
schließlich die Polizei eingriff und die Regionalregierung den Direktor
seines Amtes enthob. Dieser brüske Wechsel gab uns zu denken. Ein Leiter
muss in allen Bereichen integer sein, sonst disqualifiziert er sich
selber. Das gilt wohl auch für jeden glaubwürdigen Christen. Wir können
nicht einzelne Lebensgebiete für uns selber behalten, sondern müssen es
zulassen, dass Jesus unser ganzes Wesen verändern kann.
Natürlich
fragten wir uns, wer nun die Direktion des Seminars übernehmen würde.
Dankbar hörten wir, dass die Frau, die provisorisch die Leitung innehat,
den christlichen Werten positiv gegenübersteht. So kann Anselmo, unser
peruanischer Mitarbeiter, weiterhin Zusammenkünfte mit den Studenten
abhalten und erteilte auch einen Schweißkurs.
50 Jahre Indicamino
Nach den
beiden im letzten Rundbrief beschriebenen Aktivitäten feierten wir mit
unseren Nachbarn unser “goldenes” Jubiläum. Wir stellten ihnen den
aktuellen Stand der Missionsarbeit vor und konnten
mit vielen von ihnen während des gemeinsamen Mittagessens ins Gespräch
kommen.

Danach
besuchten wir die nahe gelegene Primar- und Sekundarschule an ihrem
Jahrestag und schenken beiden Stufen je wertvolle Bücher für ihre
Bibliothek – unter anderem eine Anzahl Bibeln für das Fach Religion.
Jeder Schüler
und Lehrer erhielt ein Päckchen mit christlicher Literatur.
Dann gab es
auch einen Empfang für die Behördenvertreter und Repräsentanten
verschiedener Institutionen, mit denen wir zusammen arbeiten. Es ist uns
ein Anliegen, dass sie das Gehörte nicht unberührt lässt und sie gerade
auch ihr Verhältnis zu Gott überdenken.
Wenn es keine Vergebung gibt
Bei
der Jahresversammlung von FAIENAP, der Organisation, welche die
Gemeindeverbände der Indianerkirchen zusammenfasst, nahm auch einer
unserer ersten Bibelschüler, Abel Mayán teil. Er kommt vom Stamm der
Aguarunas, der im Norden des Landes beheimatet ist. Er erzählte mir aus
seiner Arbeit dort am Cenepafluss und den Freuden und Schwierigkeiten als
Prediger, Bibelschulleiter und Präsident des dortigen Gemeindeverbandes.
Unter anderem
berichtete er von einer Schwierigkeit im Nachbarort. Valentín aus Suvaa
war ins nahe gelegene Dorf Tutino gekommen. Er nahm dort an einer
Geburtstagsfeier teil. Es wurde gut gegessen und auch etwas zuviel vom
Maniokbier getrunken. Nicht mehr ganz nüchtern wollte er nachts zurück in
sein Dorf. Wilson, ein Bewohner von Tutino brachte ihn mit einem Kanu ein
stückweit flussabwärts, wo er dann den Weg zu Fuß in sein Dorf suchte.
Dort ist er aber nie angekommen. Abel vermutet, dass er aus irgend welchen
Gründen von einem Mischling umgebracht wurde, der dort alleine in einem
Haus wohnt, wo Valentin verschwunden ist. Die Familienangehörigen des
Verschwundenen beharren aber darauf, dass bestimmt Wilson, der ihn mit dem
Boot transportiert hat, an seinem Tod schuld ist. Dreimal lauerten sie ihm
auf und wollten ihn mit der Flinte töten. Jedes Mal versagte das Gewehr
und Wilson konnte entfliehen. Dieser Konflikt beschränkt sich aber nicht
nur auf Wilson, sondern die Bewohner von ganz Suvaa stehen nun gegen die
Bewohner von Tutino. Es könnte daraus ein regionaler Stammeskrieg werden.
Abel spricht mit beiden Parteien und versucht, zu vermitteln und mit dem
Wort Gottes aufzuzeigen, dass Rache und ungerechte Beschuldigung nicht die
Lösung bringen. Dass Indianerchristen dort in ihrem Umfeld das Licht des
Evangeliums hineintragen und Vergebung predigen, wo man sie vorher nicht
kannte, ist für uns eine große Ermutigung und Freude.
Ferien im Tirol…?!
Das
muss doch bestimmt ein Druckfehler sein, denn das Tirol ist etwas weit
entfernt von Peru! In Wirklichkeit verbrachten wir einige Ferientage in
den Einwandererkolonien Pozuzo und Oxapampa. Vor 150 Jahren waren in jenem
Tal des Hochurwaldes Tiroler und 3 Rheinländer angesiedelt worden, die
unter großen Strapazen bis in dieses abgelegene, noch unerschlossenes
Gebiet gereist waren. Ihre Geschichte hört sich ähnlich an, wie die der
Besiedlung des “Wilden Westens”. Wir bestaunten die Häuser, die sie damals
ganz nach europäischem Stil gebaut hatten und sprachen sogar mit einigen
älteren Leuten deutsch.
Die
Fahrt dorthin war ein Abenteuer für sich. In zwei langen Tagesreisen mit
einem Allradfahrzeug holperten wir über kaum befahrbare Strassen bis nach
Oxapampa. An einigen Stellen dachten wir, dass hier kein Durchkommen wäre.
Einmal waren bereits zwei Räder in der Luft und das ganze Fahrzeug drohte
umzukippen. Aber unser Pickup mit den 10 Schweinen hinten auf der
Ladebrücke, kam schließlich doch noch ans Ziel. Die Schweine, die in den
ersten Stunden bei jedem Schlagloch jämmerlich gequiekt hatten, wurden
immer stiller. Schon dachten wir, sie hätten die 14-stündige Fahrt nicht
überlebt. Am Ziel rappelten sie sich aber doch wieder auf.

Unvergleichliche Natur
Die
Vegetation im Hochurwald faszinierte uns ganz besonders. Über drei Meter
hohe Schachtelhalmstängel und hohe Farnbäume gaben der Gegend etwas
märchenhaftes.
Ruths Praktikum
Leider
gingen die knapp drei Monate, in denen Ruth bei uns war nur zu schnell
vorbei. Sie konnte an der Kasse in der Buchhaltung mithelfen, kochte für
uns und war mit Kinderhüten in der Bibelschule und in den
Missionarsfamilien beschäftigt.
Stammeseinsätze
Betty reist
jetzt am 26. September zu den Machiguengas, um das
Sonntagschulleiterprojekt abzuschließen. Manfred wird dann im
November wieder unterwegs sein.
Wir danken euch, liebe Freunde ganz herzlich für eure treue Unterstützung
im Gebet und mit Gaben. In lieber Verbundenheit grüssen euch

Wenn jemand von euch eine E-Mailadresse hat und den Rundbrief noch mit der
Post zugestellt bekommt, wären wir sehr froh, wenn ihr sie uns mitteilt.
Übers Internet lässt sich der Rundbrief einfacher und billiger versenden
und das wäre für uns von großem Nutzen. Schreibt einfach eine Mail an:
rundbriefkaempf@crealine.net
| Bibelschulen und
Gemeindebau: -Postkonto 90-13366-5
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Soziale Hilfe:
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Gaben bitte mit dem Vermerk: „Für die Arbeit von Fam. Kämpf“
Rundbriefversand: Vreni Füllemann, Kindergartenstr. 19, CH–8623 Wetzikon

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