Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

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Name: Klaus Wolf

Geboren: 16.12.1961

Geburtsort: Köln-Porz-Wahn

Beruf: Informatiker

Familienstand: Verheiratet, eine Tochter

Gemeindezugehörigkeit: seit 1990

Gemeindeaktivitäten: Presbyterium, Lobpreisteam, Chor, Webmaster

Hobby: Fernschach, Schachprogrammierung

Mein Werdegang als Christ:

1989 besuchte ich die Abendschule (Einstieg 12. Klasse - Abitur) und schrieb mich, meiner Frau zuliebe, auch in dem Fach katholischen Religionsunterricht ein. Meine Frau hatte mich mit den Worten "Etwas Religionsunterricht kann dir auch nicht schaden" dazu verführt.

Es waren schon zwei bis drei Wochen vergangen, da fragte mich in der Schule eine junge Frau namens Hetti, ob ich auch am Religionsunterricht teilnehmen würde und wie der Unterricht denn so wäre. Wahrheitsgemäß antwortete ich ihr, dass er mir sehr gut gefiele, denn wir hatten einen wirklich guten Lehrer.

In der nächsten Stunde nahm dann auch Hetti am Unterricht teil. Sobald unser Lehrer nun etwas "biblisches" erzählte, fragte Hetti ihn oft, wo das denn in der Bibel stünde. Er erklärte dann oft, dass man das Ganze nur aus der Tradition heraus verstehen könne und erzählte uns dann wie es dazu gekommen war. Während dem Unterricht geschah es mehrmals, dass Hetti mit einer Bibel bewaffnet, unseren Lehrer widerlegte. Sehr beeindruckend fand ich es einmal, dass unser Lehrer offen zugab, dass Hetti Recht habe, er als katholischer Religionslehrer es aber so lehren müsse.

Hetti animierten mich intensiv die Bibel zu lesen. Da ich grundsätzlich Bücher von hinten beginne, nahm ich mir die Offenbarung des Johannes vor und stieß auf folgenden Vers:

"Ehre, Anbetung, Herrlichkeit und Macht gebührt ihm der auf dem Thron sitzt und dem Lamm für immer und ewig." (Offenbarung Kapitel 5.13)

Durch diesen Vers kam ich zum Glauben.

Die Ehre gebührt ihm der auf dem Thron sitzt und dem Lamm. Die Anbetung gebührt ihm der auf dem Thron sitzt und dem Lamm. Die Herrlichkeit gebührt ihm der auf dem Thron sitzt und dem Lamm. Die Macht gebührt ihm der auf dem Thron sitzt und dem Lamm.

Wahnsinn, dachte ich damals, damit ist ja genau der Teil der katholischen Kirchenlehre widerlegt, der mich immer so störte (Menschenverehrung, Menschenanbetung, Menschenverherrlichung). Übrigens, mit der Ehre habe ich dann doch noch meine Probleme bekommen, schließlich soll man ja auch Vater und Mutter ehren. Dazu aber später mehr.

Ein paar Tage später lud mich Hetti in ihre Gemeinde nach Aachen ein. Von der Predigt war ich tief ergriffen, denn ich hatte das Gefühl dass jedes Wort für mich bestimmt war. Nach der Predigt fragte der Pfarrer, ob jemand sein Leben Jesus übergeben möchte. Ich habe meine Hand gehoben und es wurde für mich gebetet. Ich ging dann noch ein paar mal in diese Gemeinde bevor ich dann in Eupen nach einer Gemeinde suchte.

Hetti hatte übrigens ihre Schule kurz darauf abgebrochen. Ihre folgende Geschichte hat mich dann tief bewegt. Die ersten zwei, drei Wochen des neuen Semesters kam sie nicht zur Schule, weil sie aufhören wollte. Jedoch habe sie vom Herrn den Auftrag erhalten, doch noch zur Schule zu gehen. Nachdem ich zum Glauben gekommen war, sagte sie mir, dass ihr Auftrag beendet sei und sie die Schule nun verlassen würde.

Ich Eupen gab mir ein Freund den Tipp, mal in die Bibelstunde der evangelischen Landeskirche zu gehen. Obwohl er der Gemeinde nicht angehörte, erfuhr ich von ihm Ort und Uhrzeit. Na ja, dachte ich, Landeskirche, dass kann ja schon nichts sein. Doch ich sollte mich irren.

An der Tür begrüßte mich Pfarrer Jürgen Ullmann und fragte mich was ich denn hier wolle. Ich fragte ihn vorsichtig, ob denn hier nicht die Bibelstunde sei. Er sagte: "Doch, doch, aber man erlebt es halt äußerst selten, dass ein Fremder kommt". Dann begann die Bibelstunde und ich war überrascht, dass jeder eine Bibel dabei hatte. So packte ich auch meine Bibel aus. Pfarrer Ullmann las einen Bibeltext vor und anschließend sprachen wir unter seiner Anleitung über diesen Bibeltext. Jedes Mal, wenn mir etwas komisch vorkam - und das war an diesem Abend sehr oft - fragte ich sofort: "Wo steht denn das, was Sie da erzählen?". Geduldig schlug Pfarrer Ullmann Bibelstellen auf, las sie mir vor und erklärte sie mir. Dabei waren die Erklärungen für mich so klar und einleuchtend, dass es daran auch nichts zu rütteln gab. Ich war sehr, sehr beeindruckt.

Am nächsten Sonntag ging ich dann zum ersten Mal in einen evangelischen Gottesdienst, jedoch ohne besondere Erwartungshaltung, schließlich war es ja eine Landeskirche, so dachte ich. Und ich hatte recht! Ich habe überhaupt nichts verstanden und der ganze Ablauf erschien mir recht altmodisch. So sagte Pfarrer Ullmann einmal: "Der Geist Gottes sei mit euch". Ein paar antworteten dann im Gesang "Und mit seinem Geiste" und ein paar andere "Und mit deinem Geiste". Ich nix begreifen. So wurden auch uralte Lieder gesungen, die mich nun wirklich nicht beeindruckten. Aber dann kam die Predigt von Pfarrer Ullmann und die begeisterte mich richtig. Hier wurden klare Worte gesprochen, die ich auch verstand. Ich spürte, dort oben auf der Kanzel wird das Wort Gottes gepredigt. Alles was mich vorher gestört hatte, war wie weggewischt. So ging ich ab diesen Tag jeden Sonntag gerne in den Gottesdienst und freute mich auf die Predigt. Später habe ich mich auch mit der traditionellen Liturgie auseinandergesetzt und sehe heute vieles mit anderen Augen. Jedoch wird sie auf einen Kirchenneuling - wie bei mir - mit Sicherheit befremdlich wirken. Übrigens antwortet man dem Pfarrer: "Und mit deinem Geiste". Früher war es halt üblich, dass ein Liturg den Gottesdienst begann und der Pfarrer erst mit den Worten "Der Geist Gottes sei mit euch" in den Ablauf des Gottesdienstes eingriff. Kann es eine schönere Begrüßung geben? Nur habe ich sie nie als Begrüßung verstanden, weil der Pfarrer ja schon vorher den Gottesdienst leitete.

1993 nahm der Jugendgottesdienst (heutige Lobpreisgottesdienst) Einzug in die Gemeinde. In diesem Gottesdienst war auch vorgesehen, dass jeder die Möglichkeit bekommen sollte, nach vorne kommen und von einer Glaubenserfahrung zu erzählen. Pfarrer Ullmann fragte mich vor diesem ersten Jugendgottesdienst, ob ich im Gottesdienst nicht Zeugnis geben könnte. Ich willigte ein und entschloss mich der Gemeinde zu erzählen, wie ich zum Glauben gekommen war.

Doch nun hatte ich ein Problem. Schließlich wollte ich auch erzählen, wie ich über den obigen Bibelvers zum Glauben gefunden hatte. Aber auf die folgende Frage hätte ich keine Antwort gehabt:  "Du erzählst da was von der Ehre, die nur ihm der auf dem Thron sitzt und dem Lamm gebühren soll. Man soll aber auch Vater und Mutter ehren. Das steht auch in der Bibel. Das widerspricht sich doch. Da kann doch was nicht stimmen." 

Daraufhin sprach ich mit Pfarrer Ullmann darüber und auch noch mit anderen Gemeindegliedern. Am plausibelsten erschien mir noch die Antwort, dass es sich hier um unterschiedliche Arten der Ehre handeln solle. Jedoch überzeugte mich dies überhaupt nicht. Da ich keine befriedigende Antwort bekommen hatte und ich auch keine Antwort in der Bibel fand, wandte ich mich direkt im Gebet an Jesus. Der muss es ja schließlich wissen, dachte ich. Und so wartete ich auf Antwort und wartete und wartete. Obwohl ich ganz ganz fest mit einer Antwort rechnete wurde ich langsam ungeduldig, denn es war schon Freitag Abend. Und so beklagte ich mich im Gebet: "Herr, wenn Du mir jetzt keine Antwort gibst, dann stehe ich Sonntag im Gottesdienst und weiß keine Antwort auf diese Frage. Bitte antworte doch endlich." Zu dieser Zeit saß ich übrigens im Auto und stand vor einer roten Ampel.

Und dann passierte es. Vor meinen Augen erschien eine große schwarze Tafel und auf dieser Tafel lief eine brennende Schrift von rechts nach links ab mit dem folgenden Wortlauf:

Du sollst Vater und Mutter ehren denn dadurch ehrst du mich.

Und dann hörte ich noch eine Stimme die sagte: Denn es ist mein Gebot.

Ich habe damals das Geschehen als völlig normal empfunden und finde es auch noch heute völlig normal, schließlich hatte ich damals ja nur eine Antwort von meinem Vater erhalten. Ich habe noch mehr solcher Erfahrungen gemacht und bin meinem Vater für jede einzelne Erfahrung unendlich dankbar. Übrigens war diese Antwort so einfach und logisch, dass ich mich heute wundere nicht selbst darauf gekommen zu sein.

Heute arbeite ich seit 1997 im Presbyterium mit und bin unter anderem für die Gottesdienstgestaltung mitverantwortlich. Im Presbyterium gab es schwere aber auch sehr schöne Zeiten. Begriffen habe ich in dieser Zeit eins: Wir dürfen uns streiten und unterschiedlicher Meinung sein, solange dies in der Liebe Jesu geschieht.

 

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Stand: 02. Oktober 2008