Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

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Historisches Dokument 5                                    

   

Vierter Jahresbericht

des

 

Altenberger Gustav-Adolf-Vereins

zu

Preuss-Moresnet

pro 1890 u. 1891.

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       Eine traurige Zeit liegt hinter unsrer kleinen Diaspora- Gemeinde: Im Juli 1890 wurde ihr nach längerm Leiden der Pfarrer M. Brost durch den Tod entrissen Sein An-denken steht bei allen Gliedern der Gemeinde in Segen. Er hat trotz schwerer Krankheit für die Förderung unserer Gustav-Adolph-Sache gesorgt. Bei seinem Tode belief sich die Zahl der einheimischen Mitglieder auf etwa 20 die der auswärtigen auf annähernd 70.
       In den langen 13 Monaten der Pfarrvakanz sind manche der auswärtigen Mitglieder uns untreu geworden, auch hat die Einsendung der Beiträge fast ganz gestockt, was wohl vielfach darin seinen Grund hatte, dass im letzten Jahre kein Jahresbericht verteilt werden konnte.
          Denjenigen Freunden unsrer Sache, die auch in den letzten beiden Jahren uns durch ihre Beiträge unterstützt,
sprechen wir an dieser Stelle unsern beste» Dank aus.
Den neugewonnenen Mitgliedern danken wir für ihre bisher geleisteten Beiträge und hoffen, dass sie unserm Verein
treu bleiben.

Veranlasst durch die oben geschilderten Verhältnisse bitten wir die verehrl. Mitglieder dringend, ihre noch fälligen Beiträge nunmehr an den unterzeichneten einsenden zu wollen. (Die Gustav-Adolph Blätter werden fortan wieder regelmässig allen Mitgliedern übersandt.)
 

        Es steht noch offen für ...................................

.....................................................................

 Jahresbeitrag pro 189    à M. 2.60, in Summa:

.....................................................................


Preuss.-Moresnet, im Jan. 1892.

              Pfarrer List.

 

   Die einheimischen Mitglieder zahlten ihre Beiträge regelmässig und beläuft sich die Zahl derselben z. Z. auf 27, d. i. über ein Viertel der Seelenzahl unsrer Gemeinde.
Laut Kassenbuch belief sich der Bestand unsrer Kasse nebst den Einkünften im Jahre 1890 auf:

701.38 M
Ausgaben 516.15 „
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Blieben 184.93 M
Bestand und Einnahmen im Jahre 1891:
219.78 M
Ausgaben 36,17 „
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Blieben 183.61 M.

        Die grossen Ausgaben im Jahre 1890 entstanden durch Ratenzahlungen an die Herren Simmler und Venator für gelieferte Fenster. Ihre Rechnung belief sich insgesammt auf 410 Mark.
        Wenn wir nun an unsere verehrl. Mitglieder mit der Bitte herantreten, auch fernerhin unsere Sache zu unter- stützen, so bedarf es wohl einer kurzen Begründung dieser Bitte: In den letzten Jahren ist es uns gelungen, unser kleines Gotteshaus im Innern einfach aber würdig auszuschmücken, der Chor konnte ausgemalt, drei gemalte Glasfenster im Schiff eingesetzt werden.

        Was wir noch für erstrebenswert halten ist folgendes: Die Wände des Schiffes sind in sehr verwittertem Zustan- de, ein, wenn auch einfacher Oelanstrich würde nicht nur zur Verschönerung beitragen, sondern wird mit der Zeit auch notwendig werden. Ein rechtes Schmerzenskind ist unsere Orgel, eine Reparatur derselben (von einer Neuan-schaffung ganz zu schweigen) wird bald unumgänglich sein, wenn nicht der Gottesdienst leiden soll. Sollten dann die Mittel es gestatten, so dürften wir daran denken, die letzten Fenster in Uebereinstimmung mit den übrigen zu bringen.

        Das sind viele Wünsche in Hinsicht auf die geringen Mittel, die uns augenblicklich zu Gebote stehen. Aber wir hoffen zuversichtlich, dass uns durch die Hülfe der Glau-bensgenossen von nah und fern auch das jetzt Unmögliche möglich gemacht wird.

        Es ist ja nichts unberechtigtes, was wir erstreben. Gilt doch unser Bemühen der Stätte, wo uns allsonntaglich das Evangelium erschallt, dem Kirchlein, das als ein Wahr-zeichen evang. Glaubens von der Höhe hineinschaut ins katholische Land.

        Für dieses treten wir denn wiederum vor unsre Freunde und bitten sie:

 

Helfet uns!

PREUSS.-MORESNET, im Januar 1892.

 

Mit frdl. Gruss

              Hermann List.

          Pfarrer.

 

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Stand: 04. Juni 2010