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Pfarrer Hans Ruedi AmannPfarrer Hans Ruedi Amann begann 1968 seine Arbeit in unserer Gemeinde als Religionslehrer. In der Brückeausgabe Februar 1968 wurde er und seine Familie vorgestellt: Wir freuen unsdass endlich eine Lücke in unserer Gemeindearbeit geschlossen worden ist. Dies ist in der Person unseres neuen Religionslehrers Hans-Ruedi AMANN aus Zürich. Hier kurz einige Angaben über Ihn und seine Familie.
Seine Ernennung durch das Unterrichtsministerium erfolgte vor einiger Zeit und die ersten Religionsstunden am Athenäum sind so bereits erteilt worden. Wie Sie aus der Gottesdienstordnung ersehen können, wird Missionar Amann seine Tätigkeit nicht nur auf den Dienst in den Schulen beschränken, sondern auch in der Gemeindearbeit aktiv mitwirken. Dies fällt ihm umso leichter, da er in der Mission sozusagen mit allen möglichen Aufgaben und Arbeitsbereichen in Berührung kam. Überdies ist unsere Lage hiermit auch wesentlich verbessert worden bezüglich der Wiederbesetzung unserer vakanten Pfarrstelle. Denn dieser oder jener Kandidat hätte sich durch die vielen zu gebenden Religionsstunden in den verschiedenen Schulen eventuell von vorne herein zurückgezogen. Somit besteht die Möglichkeit, dass sich der zukünftige Pfarrer intensiver den mannigfaltigen anderen Gemeindearbeiten widmen kann, was ja auch Pfarrer Rehbeins Wunsch schon immer gewesen ist. Wir hoffen nun von Herzen, dass Missionar Amann und seine Familie sich bald in unserer Gemeinde heimisch fühlen werden. Möge der Herr die Arbeit des neuen Religionslehrers segnen und fruchtbar werden lassen. Rolf Lander Während der Vakanzzeit (Vakanzverwalter: R. Kousbroek, Verviers) von Januar 1968 bis September 1969 half Missionar Amann der Gemeinde aus, indem er unter anderem viele, viele Gottesdienste übernahm. Den ersten Gottesdienst in unserer Gemeinde hielt er in Neu-Moresnet am Karfreitag, den 12. April 1968. Da Missionar Amann praktisch alle Aufgaben eines Pfarrers ausführte, wurde ihm im September 1968 vom Pfarrverwalter und Vizepräsidenten der Synode, Herrn Pfarrer Kousbroek, die Genehmigung zur Ausführung von Amtshandlungen wie Taufe, Abendmahl, Beerdigungen und Trauungen zunächst bis zum 31. Dezember 1968 erteilt. Missionar Amann zog zunächst vorläufig im Pfarrhaus, Hookstraße 40 ein. Am 7. März 1969 wurde Missionar Amann vom Pfarrverwalter und Vizepräsidenten der Synode, Herrn Pfarrer Kousbroek, rückwirkend vom 1. Januar bis zum 31. August 1969 die Genehmigung zur Zelebrierung der Sakramente von Taufe und Abendmahl erneut erteilt. Brückeausgabe Juli/August 1969: Pfarrertitel-Verleihung auf der SynodalversammlungWir haben die große Freude mitzuteilen, dass Herr H. R. AMANN von der Synodalvollversammlung den Pfarrertitel HONORIS CAUSA verliehen bekommen hat und somit in das Pastoralcorps der protestantischen Kirche aufgenommen worden ist. Dies vor allem aufgrund seiner Verdienste, welche er sich in der Mission im Kongo und in Religionsunterricht und Gemeindearbeit in Eupen und Umgebung erworben hat. Präsident Pichal, Religionsinspektor Mahieu, Konsulentpfarrer Kousbroek und Haan empfahlen diese Ernennung aufs wärmste, welche dann auch einstimmig angenommen wurde. Pfarrer Amann stehen nun alle Türen offen und er kann sich für alle Pfarrstellen in Belgien bewerben. Die feierliche Einsegnung wird voraussichtlich nach den Sommerferien stattfinden. Wir freuen uns abermalsVor ungefähr anderthalb Jahren konnten wir unter dem Titel »WIR FREUEN UNS« einen optimistischen Artikel über die Arbeitsaufnahme des neuen Religionslehrers in unserer Gemeinde schreiben. Diesmal können wir einen noch viel besseren Bericht geben, denn zwei wichtige Posten stehen kurz vor der Besetzung und ein dritter ist geplant. Zum Ersten ist es Frl. Bührer, die neue Religionslehrerin, welche, den Dienst in den Landschulen, die wir bis dato noch nicht erreichen konnten, übernehmen wird. Dank den großzügigen Spenden ist es gelungen, die wichtigste Bedingung für den Amtsantritt von Frl. Bührer zu erfüllen, indem das Auto angeschafft werden konnte... (siehe auch weiter unten »Aktion Auto«). Zum Zweiten ist in der Person von Pfarrer Amann endlich ein Kandidat für die Wiederbesetzung unserer vakanten Gemeindepfarrstelle da, den wir nicht mehr vorstellen müssen, weil er in Nah und Fern bestens bekannt ist. Auch dürfte sich eine so genannte Probepredigt erübrigen, da er auch punkto Predigt in Eupen und Neu-Moresnet kein Unbekannter mehr ist. Hatte Pfarrer Amann bei seinem Amtsantritt als Religionslehrer lediglich eine Ordination als Missionar in der Tasche, so hat er heute gleich zwei Pfarrertitel vorzuweisen: den belgischen Pfarrertitel, welchen er an der Synodalversammlung, verliehen bekommen hat und nun auch den amerikanischen Pfarrertitel (Reverend oder wie es in der amerikanischen Amtssprache heißt: Minister of Gospel), der ihm in der Schweiz nach Ablegung eines Examens verliehen worden ist. Dieser Titel wird nicht von einer Schule oder einem Seminar verliehen, sondern von einem Gremium von mindestens drei Akademikern, welche verschiedenen Kirchen angehören. Dieser Prüfungskommission gehört der bekannte Theologe Dr. Elsner an, dessen Gottesdienst Präsident Nixon besuchte, und auch Rev. Mayer, von welchem wir einen Artikel »Freudigkeit zum Beten« in dieser Ausgabe der »Brücke« publizieren. Vor dieser Kommission hat Pfarrer Amann nun, mit zwei anderen Kandidaten, die Prüfung abgelegt und auch bestanden. Aufgrund des einstimmigen Vorschlages des Presbyteriums und ohne Hellseher sein zu wollen, dürfte, die Bestätigung des Herrn Amann zum Gemeindepfarrer durch die Gemeinde am 28. September eintreffen. Da Pfarrer Amann in diesem Falle nicht mehr seine Vollzahl Religionsstunden erteilen kann und ohnedies schon wieder etliche Stunden in Eupen, mangels Lehrer, nicht gegeben werden können, ist eine zusätzliche Religionslehrersteile zu besetzen. Bei günstiger Entwicklung der Lage (inoffizielle Verhandlungen laufen bereits) kämen wir bei Antritt noch eines neuen Religionslehrers auf die stattliche Anzahl von sieben Personen, die evangelischen Unterricht in unserer Gemeinde erteilen. Dies hat es seit der Reformation bei uns noch nie gegeben. Darum: FREUEN WIR UNS ABERMALS und danken wir dem Herrn, der uns so sehr mit Arbeitern für sein Reich gesegnet hat. Rolf Lander PfarrstellenkandidaturIn seiner Sitzung vom 30. Juni 1969 hat das Presbyterium einstimmig, in geheimer Wahl beschlossen, Herrn Pfarrer Amann zum Gemeindepfarrkandidaten für Eupen - Neu-Moresnet zu berufen. Herr Amann hat die Kandidatur angenommen und die Gemeinde muss diese Berufung nun bestätigen. Dies soll nach dem Gottesdienst am Sonntag, dem 28. September geschehen. Jedes konfirmierte Gemeindeglied ist dazu herzlich eingeladen. Auf Anraten des Konsulentpfarrers, hat das Presbyterium ferner beschlossen, die ursprünglich für den 5. Oktober geplanten Wahlen vorläufig zu vertagen, da die Statuten der neuen Kirche noch nicht in Kraft getreten sind und durch die Kandidatur Pfarrer Amanns eine neue Sachlage entstanden ist, welche zuerst zu Ende geführt werden muss. Gemeindepfarrer fast einstimmig gewähltUnter sehr hoher Beteiligung hat sich die Gemeinde am 28. September für die Berufung des Herrn Pfr. Amann zum Gemeindepfarrer für Eupen/Neu-Moresnet entschieden. Von 167 abgegebenen gültigen Stimmen waren 165 JA- und 2 Blankostimmen. Nach zweijähriger Gemeinde- und Schularbeit ist dies ein einmaliger Vertrauensbeweis, den die Gemeindeglieder Pfr. Amann erbracht haben. Wir gratulieren aufs Herzlichste und wünschen unserem neuen Gemeindepfarrer Gottes reichen Segen für sein Amt. Auch Frau Amann engagierte sich intensiv in der Gemeinde: FrauenhilfeDie Versammlung der Frauenhilfe findet am Dienstag, dem 28. Oktober um 20 Uhr im Pfarrhaus, Hookstraße 40, statt. Auf der letzten Versammlung vom 30. September wurde der neue Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammensetzt:
Einsetzung, Ordination von Pfarrer AmannAm Sonntag, den 19. Oktober 1969 fand ein Festgottesdienst zur feierlichen Einsegnung des H. Pfr. Amann mit anschließender Einsetzung, Ordination statt. Dieser Gottesdienst wurde vom belgischen Rundfunk deutscher Sprache übertragen.
Foto: Delhey, Aachener Volkszeitung Zum ersten Mal In der Geschichte ist In Eupen ein evangelischer Pfarrer ordiniert worden. Es können nur böse Zungen sein, die behaupten, dass die vielen Gäste allein aus Neugier deswegen so zahlreich erschienen sind. Tatsache bleibt jedoch, dass die katholischen Brüder und Schwestern bestimmt aus einem anderen Grund so stark an unserer Feier vertreten waren. Ich möchte sagen, wir haben dies als eine ökumenische und liebevolle Demonstration, wie man sie leider anderswo noch allzu selten findet, verstanden... Manch ein Amtsbruder aus Eupen oder Umgebung mag vielleicht mit etwas besorgter Erwartung am 19. Oktober unsere Kirche betreten und sich gefragt haben, ob der neue evangelische Kollege in die Fußstapfen seiner Vorgänger treten, oder als »protestantischer Oktaviani« das brüderliche Verhältnis, wenn auch nicht zunichte machen, so doch bremsen werde. Ohne zu übertreiben darf man sagen, dass Pfarrer Amann genau das getan hat, was wir »Laien« des katholischen oder evangelischen Lagers von Herzen gewünscht haben: er hat die dargebotene Hand ergriffen und seine theologische Linie gleich von Anfang an Christusbezogen und nicht kirchlichtraditionell festgelegt. Solange Christus unser Fundament bleibt, Ist es völlig egal ob das Haus, dass wir »Gemeinde« oder »Kirche« nennen, aus protestantischen, katholischen, alten oder jungen Steinen gebaut ist. Bis vor etwa 12 Jahren hat man die Mauern dieses Hauses fein säuberlich In katholische und evangelische Selten getrennt und dazwischen eine breite Öffnung gelassen, durch die Wind und Wetter eindringen, und dem Haus beträchtlichen Schaden zufügen konnten. Verirrte sich mal ein evangelischer Stein In die katholische Mauer, so wurde er dort alsbald von den anderen erdrückt und ebenso ging es dem katholischen Stein In der evangelischen Mauer: man drängte ihn schnellstens weg, damit er gar nicht erst Fuß fasse. An uns Ist es heute, nicht als starre Steine, sondern als flüssiger, ökumenischer oder noch besser, als wirklich CHRISTLICHER Beton in alle Ritzen und Öffnungen zu dringen und dort härter zu werden als die »hartherzigen« Steine. Die Ideale Zusammensetzung dieses Betons wäre In diesem Falle, um dem Haus einen guten Halt zu geben: halb Katholiken, halb Protestanten. Mit der Ordination von Pfr. Amann hat uns Gott einen neuen Hirten In unsere Gemeinde gegeben, der uns gegenüber eine große Verantwortung trägt und dem wir jedoch, wie es Präsident Dr. Pieters ausdrückte, eine ebenso große Verpflichtung gegenüber haben, Indem wir Ihn vorbehaltlos unterstützen, ihn mit unserer Liebe umgeben und für ihn beten sollen, damit er sein Amt ohne Seufzen und mit frohem Herzen ausüben kann. Einsetzung:
Foto: Gerkens, Grenz Echo Konsulentpfarrer Kousbroek führt seinen Kollegen in die Gemeinde Eupen ein. Umgeben von den zwei Zeugen Haan und Wemers, Präsident und Vizepräsident des Distriktrates, hört Pfarrer Amann die Einsetzungsansprache. Ablauf der Feier in Stichworten: Um 16 Uhr begann das Fest mit einem Orgelvorspiel. Nach dem Eingangslied Nr. 108 »Herz und Herz vereint zusammen« und der Liturgie (Pfr. Kousbroek) mit Schriftlesung (Presbyter Lander und Breiholz), Predigt Dr. A. Pieters, Synodalpräsident. Der Ordination, mit Handauflegung der anwesenden Pfarrer folgt eine hervorragende Darbietung des Baptistenchores aus Aachen. Einsetzung durch Konsulentpfarrer Kousbroek, gefolgt von einem zweiten Lied des Baptistenchores. Nach der Predigt Pfarrer Amanns singt die Gemeinde weitere Strophen des Liedes 108. Presbyter Breiholz verliest die Mitteilungen an die Gemeinde. Gemeinsames Vater unser, gefolgt von Segen und Schlusslied: Großer Gott wir loben dich. 14 evangelische Pfarrer nahmen an der Feier teil und zwar: aus Belgien Pfr. Dr. A. Pieters, Synodalpräsident; Konsulentpfarrer Kousbroek, Sekretär des Exekutivrates der Protestantischen Kirche in Belgien; Pfr. Haan, Präsident des Distriktrates; Pfr. Wemers, Vizepräsident des Distriktrates; Pfr. Pichal, Ehrenpräsident der Synode; Pfr. Mahieu, Religionsinspektor; Pfr. Berchier und Pfr. Van Mameren. Aus Deutschland: die ehemaligen Pfarrer in Eupen Dr. Hennig und Rehbein, Schausteller- und Artistenpfarrer Stegmann, Pfr. Braun von der Patengemeinde Düsseldorf und Vikar de Beaufort als Vertreter der Aachener Gemeinden, sowie der Pfarrer der Baptistengemeinde Aachen. Neben Bürgermeister Pankert, den Schöffen Dr. Mießen und Lechat, Stadtsekretär Küchen, Studienpräfekt Zacharias, den Direktoren Nyssen und Nussbaum und einer starken Delegation der Stadtverwaltung waren die katholischen Brüder mit Kanonikus Ledur, Diözesaninspektor Brüll, Direktor Müllender, Pfarrer Lennertz, sozusagen allen Pfarrern der Landgemeinden und mehreren Ordensschwestern, um nur einen Teil zu nennen, zahlreich vertreten. Bei dem anschließenden Empfang im Hotel Schmitz-Roth, begrüßte Kirchmeister Willems die Gäste. Das Wort ergriffen Vikar de Beaufort, Dechant Ledur, Pfr. Braun, Pfr. Rehbein, Bürgermeister Pankert, Ehrenpräsident Pichal, Pfr. Stegmann und zum Schluss dankte Pfr. Amann für die lieben Worte, die Geschenke und Blumen, mit welchen man ihn buchstäblich überhäuft hatte. Glückwünsche:
Foto: Gerkens, Grenz Echo Der ehemalige Eupener Pfr. Wolfgang Rehbein gratuliert seinem Nachfolger und wünscht ihm Gottes Segen. In der Mitte erkennen wir Religionsinspektor Mahieu und rechts außen hinter Pfr. Amann einen Kollegen aus Lüttich, Pfr. Berchier. Rolf Lander AbschiedIn der Brückeausgabe Februar/März 1982 schrieb Pfarrer Amann: Was ich meiner Gemeinde sagen möchte Nach 23 Jahren im Ausland, wovon fast 15 Jahren in Eupen, werde ich Ende August in meine Heimat zurückkehren. Der Kirchenrat wird sich dafür einsetzen, dass möglichst bald ein neuer Pfarrer für unsere Kirchengemeinde gefunden wird. Ihr Gemeindepfarrer H. Amann Das Pfarrer Amann und seiner Familie der Abschied nicht leicht gefallen ist, zeigt der folgende Artikel aus der Brückeausgabe April 1982: Was ich meiner Gemeinde sagen willMonatsspruch April 1982"Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seiest." (Josua 1,9) Dieses Wort Gottes aus dem Buch Josua passt doch genau in unsere heutige Gemeindesituation. Josua hatte den Auftrag erhalten, das Volk Israel in das verheißene Land zu führen. Das war eine große Aufgabe und Josua hatte dazu nicht viel Mut und Kraft. Aber Gott sagte zu ihm: "Josua, ich habe dir den Auftrag gegeben, ich lasse dich nicht allein. Du kannst getrost und zuversichtlich sein!" Nun musste Josua nicht mehr sagen: "Ich schaffe das nicht!" Diese Worte Gottes gaben ihm Kraft und Mut für seine große Aufgabe. Ich weiß, dass viele von Euch traurig sind über meinen Entschluss die Gemeinde zu verlassen. Ich kann Euch alle sehr gut verstehen und begreifen. Viele Gemeindeglieder und Mitarbeiter versuchten uns zu helfen, damit wir bleiben könnten. Es hat mich sehr bewegt, dies alles erfahren zu dürfen. Ich möchte darum an dieser Stelle einfach nochmals sagen, dass ich innerlich sicher bin, dass dieser Entschluss richtig ist. Meine Frau und ich möchten nach all den Jahren im Ausland nochmals einen Neuanfang in der Schweiz machen. Und da möchte ich eigentlich Euch, meine lieben Gemeindemitglieder, so ganz herzlich bitten, mir mit Eurem Gebet zu helfen. Denn es wird nicht leicht sein für unsere Familie nach so langer Zeit in Eupen. Es wird eine große Umstellung und ich bin ja auch nicht mehr der jüngste! Aber das darf ich Euch sagen, dass ich täglich darum bete, dass Gott für unsere Gemeinde einen guten Seelsorger und treuen Pfarrer erwählt. Das ist das eine. Das andere ist mein großer und starker Wunsch, dass unsere Gemeinde weiterhin zusammenhält und gemeinsam auf dem Weg geht, den Jesus Christus vorausgegangen ist. Und da kann uns allen doch dieser Monatsspruch sehr viel Mut geben: "Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seiest. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst". Ihr Gemeindepfarrer H. Amann Abschiedsworte des Presbyteriums und Verwaltungsrates (Brückeausgabe Juli/August 1982): Zum AbschiedDas Presbyterium und der Verwaltungsrat dankt für so vieles im Namen der evangelischen Gemeinde Eupen - Neu-Moresnet unserem Pfarrer Hans-Ruedi Amann und seiner Gattin, die Ende August unsere Gemeinde verlassen, um in die Heimat zurückzukehren. In den vergangenen 15 Jahren hat Pfarrer Amann seinen Dienst verantwortlich mit viel persönlichem Einsatz im Interesse unserer gesamten Gemeinde wahrgenommen. Seit 1968 musste vieles angepackt werden. Ein besonderer Dank gilt auch Frau Amann, die unendlich viel Arbeit zu bescheiden im Hintergrund geleistet hat. Der Religionsunterricht in den Schulen wurde ausgedehnt. Die Früchte der geistigen Arbeit sind sichtbar. Heute unterrichten junge Lehrer, die aus unserer Gemeinde, überzeugt im Glauben, hervorgegangen sind. Mit Tatkraft wurden ein Bibelstundenkreis und die zahlreichen pfarramtlichen Aufgaben eingerichtet, damit sie auch in Zukunft Bestand haben. Seelsorgerisch war Pfarrer Amann unermüdlich unterwegs. Das Pfarrhaus stand für jeden offen, und mancher Mensch in Not holte sich dort Frieden. Als Prediger erfüllte Pfarrer Amann diese oft nicht leichte Aufgabe mit viel Liebe. Seine Arbeit in Eupen und in Neu-Moresnet und, nunmehr auch seit mehreren Jahren in Eynatten, erforderten viel Kraft. Seine Gottesdienste in der katholischen Pfarrkirche zu Eynatten, eine von ihm erstmals geschaffene Einrichtung, bleiben der Gemeinde unvergesslich. Die Friedenskirche in Eupen und die Johanneskirche in Neu-Moresnet konnten Dank seiner Initiative renoviert werden. Das Pfarrhaus in der Hookstraße zu Eupen, Belgiens ältestes protestantisches Pfarrhaus, verdankt seinem Engagement seine Instandsetzung. Die Pläne zur Renovierung des Pfarrhauses in Neu-Moresnet liegen fertig gestellt vor. Seine guten Kontakte zu öffentlichen Instanzen halfen der Gemeinde bei der Lösung einer Vielzahl von organisatorischen Sachfragen. Nun verlässt uns Pfarrer Amann auf eigenen Wunsch. Sein langjähriges Wirken in unserer Gemeinde werden wir nicht vergessen. Sein Weggang hinterlässt eine Lücke. Für seinen neuen Arbeitsbereich in der Schweiz wünschen wir Pfarrer Amann und seiner Gattin Gottes reichen Segen. Das Presbyterium Der Verwaltungsrat Abschiedsgottesdienste in Eynatten, Neu-Moresnet und Eupen (Brückeausgabe September 1982): Vom Abschied
Eynatten Unter Mitwirkung der katholischen Jugend und des Kirchenchores Eynatten, Gitarrenchor und des evangelischen Kindergottesdienstes Eynatten - Raeren wurde unser diesjähriger Familiengottesdienst, den wir gemeinsam mit unseren katholischen Brüdern und Schwestern feierten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Katholische und evangelische Christen feierten Kommunion und Abendmahl. Herr Pfarrer Dederichs wurde für besondere Verdienste für die ev. Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet mit einer Urkunde geehrt. Pfarrer Dederichs bedankte sich und überreichte Pfarrer Amann zur Erinnerung ein Foto der katholischen Kirche Eynatten. Der Kindergottesdienst Eynatten - Raeren überraschte Pfarrer Amann und seine Gattin mit einem Buch und Blumen zum Abschied in Eynatten. Neu-Moresnet Am Sonntag, dem 15. August 1982 haben sich nun die Gläubigen der Gemeinde Neu-Moresnet in der Kirche versammelt, um die Abschiedspredigt von Pfr. Amann zu hören. Seit langem war es schon bekannt, dass Pfr. Amann wieder in die Schweiz zurückkehren will, aber dies wollte keiner so richtig wahrhaben, denn man war durch all die Jahre gemeinsamer Arbeit, froher und trauriger Stunden fest mit seinem Pfarrer und Seelsorger verbunden. Pfarrer Amann und auch seiner Gemeinde fällt daher der Abschied sehr schwer. Seiner Predigt legte er das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner zugrunde und machte somit seine Gemeinde auf die richtige und falsche Haltung im Gebet aufmerksam, denn in Lukas 18, 14 steht geschrieben: "Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden." Pfr. Amann bedankte sich auch noch bei einigen Gemeindegliedern für ihre Mithilfe bei der Renovierung der Johanneskirche und beim Aufbau der Gemeinde. Er schloss seine Predigt mit dem Wunsch, dass wir bald einen Seelsorger finden möchten. Am Schluss des Gottesdienstes fand Herr Eisold schlichte Dankesworte für all das, was Pfr. Amann für diese Gemeinde getan hat.
"Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Joh. 8, 12. Jeder Gottesdienstbesucher unterschrieb diesen Abschiedsgruß. Wir werden uns noch oft an diesen Abschiedsgottesdienst erinnern. Eupen
Innerhalb des Sonntagsgottesdienstes hat die Gemeinde am 22. August 1982 Familie Pfr. Amann verabschiedet. Für den Distrikt war Pfarrer de Jonge aus Verviers gekommen, um einige Abschiedsworte zu sprechen, desgleichen aus den Nachbargemeinden Aachen und Vaals Pfarrer Krüger und Pfarrer Boumans. Unsere Gemeinde wurde vertreten von Frau Dr. De Ridder für den Verwaltungsrat und Pfarrer Flückiger für den Kirchenrat, die beide Worte des Dankes und gute Wünsche für den neuen Anfang in der Schweiz zum Ausdruck brachten und auch einige Geschenke überreichten. Zur Verschönerung des Gottesdienstes hatte auch unser Gitarrenchor mit seinen Vorträgen beigetragen. Dass in allen Dingen Dank und Ehre in erster Linie Gott gebühren, kam mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" zum Ausdruck, womit der Gottesdienst seinen Abschluss fand. |
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