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MITTEILUNGSBLATT
der Evangelischen Kirchengemeinde
Eupen,
Malmédy, Neu-Moresnet
erscheint
monatlich in Eupen
»Selig sind, die das Wort Gottes hören
und bewahren«
(Lukas 11,28) |
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Nr. 93
September 1955 |
Inhalt:
- Frucht oder Spreu?
- Nachrichten aus aller
Welt / Glaube
- Jahrhundertfeier
-
Gottesdienste / Amtshandlungen
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Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf
den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am
Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie
ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner
Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.
Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind
verstreut. Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder
in der Gemeinde der Gerechten. Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten,
aber der Gottlosen Weg vergeht.
Psalm 1
Es war für mich immer ein trauriger Anblick, wenn die Halme eines
Reisfeldes wohl Ähren hatten, welche aber weiß schimmernd und gerade
aufgerichtet, anzeigten, dass keine Frucht in ihnen war. Sie konnten nur
noch als Spreu dienen, oder mussten verbrannt werden.
Warum war es so? Reis kann nicht ohne Wasser wachsen und vollends so keine
Frucht bringen. Der kleine Fluss aber, der das Wasser zur Bewässerung
liefern sollte, war ausgetrocknet. Der Dichter des 1. Psalms braucht ein
ähnliches Bild zur Vergleichung von Frucht und Spreu beim Menschen selber.
Eines von beidem kann der Mensch sein.
Der Mensch, welcher in Gottes Wegen wandelt, wird da verglichen mit einem
Baum, der am Wasser gepflanzt ist. Er ist dort nicht einfach gewachsen,
sondern dorthin gepflanzt worden. Entscheidend ist, dass die Wurzeln und
die Blätter in Verbindung mit der Wasserader stehen.
So ist auch die Verbindung des Menschen mit Gott ausschlaggebend dafür,
dass er etwas wird zum Preise Gottes. Im Glauben bleibt der Mensch an
dieser Quelle. Für den Wert deines Lebens ist es nicht gleich, ob du im
Glauben, oder im Unglauben, ohne Gott, oder mit Gott lebst.
Zwei Wege liegen vor uns und man muss sich für einen von den beiden
entscheiden. Man kann nicht zugleich an zwei Orte gehen, die
entgegengesetzt von einander liegen. Man muss wählen zwischen einem Leben
der Gottlosigkeit und einem Leben für Gott.
Vom nein sagen hängt so vieles ab und hier alles. Darum ist mancher ein
Trunkenbold geworden, weil er beim ersten Glase nicht nein sagen konnte.
Und so geht es bei allen Versuchungen. Zum Nein gehört auch das Ja.
"Sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn."
Im Neuen Testament verstehen wir das noch besser. Wir müssen Lust haben zu
Jesus Christus. Er, Christus ist der Weg zu Gott, zum wahren Leben. Jesus
Christus müssen wir nachfolgen um ans wahre Ziel zu kommen, um schon auf
Erden eine Gottesfrucht zu sein. Der Gottlosen Weg vergeht. Er gleicht der
Spreu, die von Wind verweht wird und die wertlos ist. Um über die Grenze
zu kommen, dürfen wir nicht jeden beliebigen Weg beschreiten, sonst
bekommen wir es mit den Gerichten zu tun. Wir müssen uns an den Weg
halten, der eine Passkontrolle aufweist und unsere Papiere müssen in
Ordnung sein.
Christus hat unsere Papiere in Ordnung gebracht und mit seinem eigenen
Blute besiegelt. Wir verfügen dann nicht mehr über einen Freipass zum
Sündigen, dafür um die Kraft die Sünde zu überwinden.
So gleichen wir der Frucht und nicht der Spreu.
Wenn wir am 11. September die Hundertjahrfeier unserer Kirche begehen, so
müssen wir uns schon die ernste Frage vorlegen: Hat Gott denn auch in
dieser langen Zeit des Bestehens unserer Kirche Früchte einsammeln dürfen
in die himmlischen Scheuern, oder war das meiste doch nur Spreu. Für uns
selber aber bitten wir:
Drum auch Jesu du alleine sollst mein ein und alles sein;
prüf, erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein!
Sieh, ob ich auf bösem Wege, und leite mich auf ewgem Wege,
Dass ich dein sei bis zum Tod, und du mein, dies Ein' ist Not! |
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U.S.A.
Bei einer kurzen Feier im Weißen Haus haben sich Präsident
Eisenhower und sein Gattin in das "Buch des Guten Willens" (World Goodwill
Book) der Amerikanischen Bibelgesellschaft eingetragen.
Das Buch enthält nach seiner Fertigstellung die Unterschriften von
Menschen aus 60 Ländern, "die die Bibel lieben, ihre Lehren achten und
ihre weitere Verbreitung fördern möchten".
Neben der Unterschrift des amerikanischen Staatspräsidenten sind die der
Königin Elisabeth von England, der Königinmutter, König Pauls von
Griechenland und des Kaisers heile Selassie von Äthiopien zu sehen. Das
"Buch des Guten Willens" soll ein Jahr lang in 25 Ländern gezeigt werden,
in denen Bibelgesellschaften arbeiten. Es will dazu helfen, "in jedem Jahr
60 Millionen Bibeln statt bisher 30 Millionen zu verteilen.
Die Kampagne, die vor einiger Zeit von amerikanischen
Kirchenmännern gegen die Verkehrsunfälle gestartet worden ist, ist in
Amerika zur Landesumfassenden Bewegung geworden. Das Blatt "The Christian
Century" bringt eine Reportage über diese Kampagne, die das Motto trägt,
"Du sollst nicht töten - auch nicht auf der Landstrasse!" 500 Pfarrer,
welche aktiv in der Kampagne mitmachten, arbeiteten Predigten über das 6.
Gebot aus. Sie betonen, dass der Tod auf der Landstrasse menschlicher
Verantwortungslosigkeit zuzuschreiben sei, der die Kirche nicht mehr
länger zusehen könne. Statistisch wurde festgestellt, dass während des
Koreakrieges in Amerika mehr Verkehrs- als Kriegsopfer zu verzeichnen
waren.
Glaube
Fehlt dir der Glaube?
Schau hinauf zu den Sternen, die droben thronen in unendlichen Fernen
und ihre Bahn ziehen nach ewigem Gesetz.
Fehlt dir der Glaube?
Besieh dir die Erde, die durch das einzige Wörtchen "WERDE",
entstand in ihrer bezaubernden Pracht.
Wo jedes Pflänzchen und jede Blüte, erzählet von Gottes Allmacht und Güte
wo alles, alles genau ward durchdacht.
Fehlt dir der Glaube?
Befahre die Meere, die im Wogen und Brausen des Ewigen Ehre
verkünden gewaltig von Land zu Land.
Fehlt dir der Glaube?
Lass deine Seele reden, das Beste in dir,
dein innerstes Eden und dein Gewissen raunet dir zu:
Glaube, glaube! 0, glaub du!
Johs. Sch. |
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Die Jahrhundertfeier unserer
evangelischen Kirche in Eupen findet am Sonntag, den 11. September statt,
verbunden mit einem Gemeindeabend am Samstag, den 10. September, um 20 Uhr
im Hotel Poquet. Der Festgottesdienst, welcher um 10 Uhr beginnt, wird
durch Mitwirkung eines Posaunenchors und durch Orgelvorträge verschönert.
Anlässlich dieser Feier hat das
Presbyterium beschlossen, in der Kirche einen Taufstein aufzustellen,
welcher bis dahin noch gefehlt hat. Vielleicht finden sich in den Reihen
unserer Gemeindeglieder einige welche dafür ein besonderes Opfer bringen
wollen.
Die Gemeindeglieder sind um 12.30
Uhr zu einem Festessen ins Hotel Poquet eingeladen. Dafür wird ein Beitrag
von 40 frs. eingezogen (Voller Preis. 75 frs. u 10%) Wer am Festessen
teilnehmen will, möge den Abschnitt unten ausfüllen und dem Pfarramt
zukommen lassen. Wenn irgend möglich bis zum 6. September!
Nach dem Essen ist Gelegenheit
gebeten den vom Frauenverein veranstalteten Bazar mit Tombola zu besuchen,
wo Kaffee und Kuchen konsumiert werden können. Die Frauen werden
freundlich gebeten, Kuchen dafür zu backen. Dankeschön! Der Ertrag des
Bazars dient den Bedürfnissen des Frauenvereins, sowie eines Fond für ein
geplantes Altersheim.
Gleichzeitig
wollen wir auch ein Kinderfest veranstalten, zu dem auch die Eltern
eingeladen sind. Eröffnung des Bazars und des Kinderfestes um halb 4 Uhr.
Den Abschluss des Festes bildet ein um 20 Uhr von dem Kirchmusikdirektor
Hulverscheidt aus Köln gegebene Orgelkonzert.
Teilname am Festessen
Zahl der Personen:
Unterschrift:
Festgottesdienst zur Hundertjahrfeier der Evangelischen Kirche von Eupen
am 11. Sept. 1955, 10 Uhr
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Turmblasen
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Kirchenchor singt Gottes Ruhm
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Orgelvorspiel
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Gesang der Gemeinde: Nun danket
alle Gott
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Eingansspruch
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Buß- und Bittgebet - Gemeinde:
Herr erbarme dich unser
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Gnadenwort - Gemeinde: Ehre sei
Gott...
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Bibellektion: Psalm 84 -
Gemeinde: Halleluja
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Glaubensbekenntnis: - Gemeinde:
Amen
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Gesang der Gemeinde: Es muss uns
doch gelingen
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Festpredigt: Pfr. Wipf
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Gebet
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Ansprache von P. Pichal,
Präsident der Prot. Unionskirche v. Belg.
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Kirchenchor: Lobe den Herren, den
mächtigen König...
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Orgelvorspiel
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Gesang der Gemeinde: Reich des
Herrn, Reich des Herrn
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Mitteilungen
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Gebet mit Unser Vater - Gemeinde:
Amen
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Gesang der Gemeinde: Ach bleib
mit deiner Gnade
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Segen
Nun danket alle
Gott mit Herzen, Mund und Händen
der große Dinge tut an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut und noch jetz- und getan.
Der ewig reiche
Gott woll uns in unserm Leben
ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben
und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort
und uns aus aller Not erlösen hier und dort.
Lob, Ehr und
Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne
und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone,
dem dreimal Einen Gott, als der ursprünglich war
und ist und bleiben wird jetzund und immerdar.
Es muss uns
doch gelingen, denn, Gott ist unser Schutz;
drum lasst uns fröhlich singen dem bösen Feind zum Trutz.
Er muss doch unterliegen mit aller Macht und List,
der Stärkre hilft uns siegen, er heißet Jesus Christ.
Wir glauben seinem Worte, wir baun auf seine Treu.
Er macht an jedem Orte sein armes Häuflein frei;
er führts auf rechter Straßen zu seines Namens Ruhm,
er kann uns nicht verlassen, wir sind sein Eigentum.
Drum auf und
singe fröhlich, wer immer singen kann!
Die Taten sind unzählig, die er an uns getan;
und wie in alten Zeiten, so tut er immerdar.
Der Herr wird für uns streiten, das ist gewisslich wahr.
Reich des
Herrn, Reich des Herrn, brich hervor in vollem Tag
deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag,
Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme
nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn.
Siege bald,
siege bald! Komm das kalte Reich der Nacht
aller Enden zu zerstören. Sieh, es sammelt seine Macht,
doch wer kann den Sieg dir wehren? Denn die Sonne der
Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit.
Welch ein Herr,
welch ein Herr! Ihm zu dienen, welch ein Stand!
Wenn wir seines Dienstes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand
armes Werk mit reichem Segen, wallen wir, so walt sein Friede
mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt.
Ach bleib mit deiner Gnade bei uns Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Worte bei uns Erlöser wert,
dass uns beid, hier und dorte, sei Güt und Heil beschert.
Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du starker reicher Herr,
dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr.
Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott.
Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. |
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Gottesdienste
Eupen:
Jeden Sonntag um 10 Uhr. Anschließend Kindergottesdienst.
Neu-Moresnet:
18. September, 14.30 Uhr
Malmédy:
25. September, 10 Uhr. Abfahrt zur Jahrhundertfeier am 11. September, 8.45
Uhr (Athenée).
Herbesthal:
18. September, 10 Uhr
Amtshandlungen
Kirchlich bestattet wurden:
Gunnvor Solveig Uerlings, gebe Hansen, auf dem Friedhof von Neu-Moresnet,
32 Jahre alt (30. Juli)
Jda Kellner, geb. Schröder auf dem Friedhof von Neu-Moresnet, 88 Jahre alt
(21. August) |
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Alle Mitteilungen erbeten an Pfarrer Johannes Wipf, Eupen, Hookstr. 40,
Tel. 1195. |
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