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Evangelische
Kirchengemeinde
Eupen, Malmédy,
Moresnet, St. Vith |
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Selig sind, die das
Wort Gottes hören
und bewahren.
Lukas 11,28 |
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Mitteilungsblatt
Nr. 90
Juni 1955 |
Inhalt:
- Kennzeichen echten Christentums
- Einer ist euer Meister, Christus, ihr aber seid alle
Brüder
Gottesdienste / Gemeindeausflug
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Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der
Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle
Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.
Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle
Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter
alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig
beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern,
hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und
fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur
Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. Apostelgeschichte 2, 42-47
Am Anfang dieses Kapitels steht die Pfingstgeschichte. Sie berichtet von
einem Wunder, das da innerhalb der 1. Christengemeinde geschehen ist.
Menschen aus aller Herren Länder hören in ihrer Sprache die großen Taten
Göttes preisen. Der heilige Geist schafft die Gemeinde; Petrus deckt die
Schuld des Volkes Israels auf und verkündigt, dass dieser Jesus, den sie
gekreuzigt haben, wieder auferstanden ist. Diese gewaltige Botschaft geht
ihnen durchs Herz, sie tun Busse und lassen sich taufen. Das sind die
Menschen von denen hier berichtet wird: "Sie blieben aber beständig in der
Apostel Lehre, in der Gemeinschaft und in Brotbrechen und im Gebet."
Das erste, was wir von der 1. Christengemeinde erfahren, ist nicht ein
Erlebnisbericht, ist, nicht Liebe, ist nicht Glaube, nicht gemeinsame
Sonntagsfeier. Im Anfang der Christenheit steht die Treue zur Lehre und
zwar zur Lehre der Apostel. Das ist das Kennzeichen der Christengemeinde,
auf das wir uns alle wieder besinnen müssen. Nicht der feierliche Raum,
die liturgische Würde, die fromme Andacht, sondern die heilsame Lehre. Was
im 2. Timotheusbrief geschrieben steht, dass sie die Ohren von der
Wahrheit wenden, erfüllt sich heute besonders. Damit werden wir zur
richtigen Grundhaltung der Christengemeinde zurückgedrängt und sind dazu
aufgefordert, uns auf die Lehre der Apostel zu besinnen. Die Gebundenheit
aller christlichen Verkündigung an die Lehre der Apostel, ist das erste
Kennzeichen der Christengemeinde. Aus der Treue zu dieser Lehre wächst die
Gemeinde.
Würde die Kirche nicht nur in den ersten Jahrhunderten des Bestehens,
sondern auch die Jahrhunderte später an der Lehre der Apostel festgehalten
haben, hätte sich die Reformation erübrigt. Es ist aber zu dieser Lehre
viel Menschliches, Erdachtes und Konstruiertes hinzugekommen. Es musste so
zu einer Spaltung kommen. Aus der Treue in diese Lehre, wächst die
Gemeinde. Mögen große Gottesdienste mit Massenbesuch schön und stärkend
sein, Gemeinde wächst aus stillem und treuen Unterricht in der Lehre der
Apostel. Dazu ist jeder Christ gerufen. In der öffentlichen Erziehung wird
die christliche Lehre immer mehr auf die Seite geschoben. Da ist es die
Aufgabe aller Christen, dafür zu sorgen, dass Gottes Wort von Geschlecht
zu Geschlecht weitergereicht wird.
Aber die Christengemeinde ist nicht eine Schule, in der Kenntnisse
vermittelt werden und nach dem Unterricht alles wieder auseinander läuft.
Die christliche Kirche soll eine Gemeinschaft sein, in der die Liebe
regiert. Dass diese Liebe nicht eine schwächliche Gefühlsduselei, sondern
eine wirkliche Lebensmacht ist, beweisen die Verse in unserm Text, welche
von der Gütergemeinschaft sprechen.
Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten
alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus
unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.
Die ersten Christen sind keine Kommunisten gewesen, weil sie alle Dinge
kommun, d. h. gemein hielten. Es bestand kein gesetzlicher Zwang das
Eigentum zu verkaufen und den Ertrag den Andern zukommen zu lassen. Auch
handelt der Kommunismus nach dem Grundsatz: Was dein ist, ist mein. Die
ersten Christen, aber richteten sich nach dem Grundsatz: Was mein ist, ist
auch dein. Diese, von wirklicher Christenliebe getragene Gütergemeinschaft
soll uns daran erinnern, dass die reinste Lehre nichts nütze ist, wenn die
Gemeinschaft tragender Liebe fehlt.
Die Christengemeinde muss die Stätte sein, in der vereinsamte Menschen
Halt und Gemeinschaft finden. Nicht von Gemeinschaft reden, sondern
Gemeinschaft sein, das ist das andere Kennzeichen der Christengemeinde
Diese Gemeinschaft zeigt sich durch die Treue zum Tisch des Herrn und zum
Gebet. Aus Scheu gehen manche nicht 'zum Abendmahl. Von Anfang der
Christenheit an, hat neben dem Wort auch die Teilnahme an dieser heiligen
Handlung gehört. Da soll uns die gnädige Barmherzigkeit Gottes
"handgreiflich" vor Augen geführt werden.
Treue im Gebet ist ein untrügliches Kennzeichen echten Christentums. Es
versagen oft alle Mittel, einem Menschen zu helfen. Man weiß oft einfach
keinen Rat mehr. Es ist dann nur noch eines möglich, dass wir für ihn
beten. Letzthin kam ein Fremdling zu mir und suchte Arbeit. Er erzählte
mir, wie er in der Kriegsgefangenschaft von aller Fürsorge der natürlichen
Gemeinschaft losgerissen, aus umhegender Liebe in fanatischen Hass, aus
tragendem Schutz in schutzlose Gefahr gestellt, wieder beten gelernt und
sich zu Gott zurückgefunden habe.
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Der heilige Geist schafft Gemeinschaft. Ein evangelisches Blatt in Amerika
berichtet über das Wagnis des Pfarrers in der Gemeinde Salem, Chicago. Der
lutherische Pfarrer Ph. Johnson kam 1949 in die Gemeinde. Als sich damals
die ersten Negerfamilien ansiedelten, begannen die Werte der Grundstücke
und Häuser zu fallen, viele weiße Mitglieder zogen aus. Pfarrer Johnson
mahnte die Gemeinde an ihre Pflicht als Christen und amerikanische Bürger.
Durch Predigten über die Schöpfungsordnungen, die Erlösung in Christus und
die Rechtfertigung aus Glauben; suchte er darzutun, dass Christen weißer
und afrikanischer Abstammung miteinander in der gleichen Gemeinde
zusammenwohnen können. Heute ist es so weit, dass in dieser allerdings
kleinen Gemeinde Weiße und Schwarze in der Kirche zusammenwirken, eine
große Ausnahme auch im Norden der U.S.A. Die Gemeinde ist zu 75%
"afrikanisch", aber sie ist nicht, wie so viele andere Quartiere, wo Neger
einwanderten, zum Slum geworden. Die Neger sind in allen Gruppen der
Gemeinde aktiv. Eine besondere Organisation erwies sich besonders
segensreich. Hier werden Nachbarschaftsabende für je ein paar Familien,
die einen weißer, die anderen afrikanischer Abstammung, durchgeführt.
Diese Familien fühlen sich heute, trotz verschiedener Rasse, für einander
verantwortlich. Zurzeit gibt es im Gebiet von Chicago etwa 25 Gemeinden,
in denen die Rassentrennung nicht mehr aufrecht erhalten wird. (Evang.
Pressedienst)
Der heilige Geist fragt nicht nach Rassen, aber auch nicht nach
Konfessionen, sondern nach der Wahrheit.
Die Reformierte Kirche Frankreichs beschäftigte sich in den
Regionalsynoden auch mit der Frage der "äußeren Politik der Kirche
gegenüber dem Katholizismus". In einem der zahlreichen Rapporte wird
festgestellt, dass unter dem einen und einzigen Katholizismus sehr
verschiedene Strömungen festgestellt werden können, was aber die
Möglichkeit, mit ihm ins Gespräch zu kommen, eher erschwere als
erleichtere. Nichtsdestoweniger wurde gegenüber gewissen Bestrebungen
katholischer Christen, die den Stempel wahren geistigen Lebens tragen, die
volle Sympathie ausgesprochen. In klar formulierten Thesen wurde die
Stellung der reformierten Kirche umschrieben, die sich einzig der Treue
gegenüber dem Worte Gottes verpflichtet weiß. Die Synode von Chambéry
stellte in ihren Schlussformulierungen fest, dass im Bemühen, den
Katholizismus in seiner Vielgestaltigkeit besser kennen zu lernen, nicht
nachgelassen werden dürfe, dass die Teilnahme an einer "christlichen
Front" aber abgelehnt werde, da deren Ausgangspunkt ganz wo anders liege,
als beim Herrn der Kirche und der Welt, dass jede Begegnung mit den
katholischen Brüdern unter dem Studium der heiligen Schrift, in der
Betätigung christlicher Liebe und in gemeinsamer Fürbitte begrüßt werde,
dass für die Durchführung der vom Ökumenischen Rat empfohlenen "Woche der
Einheit" ein gemeinsames Gebet nur möglich sei in der Wahrheit, dass diese
Wahrheit aber nicht eine Rückkehr nach Rom gleichzusetzen sei. Ein klares
Wort auch für die evangelischen Christen in Belgien! |
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Gottesdienste
Eupen:
5. Juni, 10 Uhr anschließend Kindergottesdienst
Am 12. Juni fällt der Gottesdienst infolge des Gemeindeausfluges aus.
19. Juni, 26. Juni, 10 Uhr anschließend Kindergottesdienst.
Die Eltern werden gebeten, die Kinder zum regelmäßigen Besuch des
Kindergottesdienstes anzuhalten.
Neu-Moresnet:
5. Juni, 19. Juni 14.30 Uhr
Malmédy:
12. Juni 10 Uhr
Herbesthal:
26. Juni 10 Uhr
Frauenverein in Eupen jeden Dienstag 14 Uhr im Pfarrhaus
Kirchenchor in Eupen jeden Mittwoch 20 Uhr Übung im Pfarrhaus
Zu diesen Veranstaltungen wird herzlich eingeladen.
Gemeindeausflug
Der diesjährige Gemeindeausflug der Evangelischen Gemeinde findet Sonntag,
den 12. Juni. statt.
Die Fahrt geht über Aachen - Düren - Euskirchen - Bonn - Godesberg -
Königswinter (Drachenfels) - Remagen und durch das Ahrtal und die Eifel
nach Eupen zurück.
Abfahrt 7 Uhr bei der Kirche. Für die Mitglieder von Neu-Moresnet und
Umgebung um 7 Uhr 30 bei der Garage Pauly.
Die Reisekosten betragen 140 Frk.
Anmeldung möglichst bis 1. Juni beim Pfarramt, oder bei Frau Willems,
Bahnhofgasse 5
Ich möchte zu diesem Ausflug herzlich einladen. Viele Gemeindeglieder
kennen einander nicht näher. Ein solcher Ausflug bietet die Möglichkeit,
einander näher zu kommen. |
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Mitteilungen erbeten an Pfarrer Johannes Wipf, Eupen, Hookstr. 40 |
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