Mitteilungsblatt

Nr. 67 Januar/Februar 1953

Inhalt:

Und Gott sprach...

UND GOTT SPRACH: ES WERDEN LICHTER AN DER FESTE DES HIMMELS, DIE DA SCHEIDEN TAG UND NACHT, UND GEBEN ZEICHEN, ZEITEN UND JAHRE.

1. Mose 1,14

Am vierten Schöpfungstage schuf Gott die Gestirne und gab ihnen ihre Gesetze. Sie sollten Tag und Nacht scheiden, sie sollten die Zeiten ankündigen, Tage, Monate und Jahre. Nach dem Lauf der Gestirne zählen wir die Jahre unseres Daseins und nach ihnen teilen wir den Ablauf der Geschehnisse auf dieser Erde ein. Die Zeit bildet so den Rahmen, den Gott geschaffen hat, in welchem alle Dinge kommen und gehen und sie bildet dann auch den Rahmen, in welchem Gott seine Geschichte mit den Menschen treibt. Das eintönige Wandern der Tage und Nächte wird unterbrochen durch die festlichen Zeiten, in welchen wir in besonderer Weise unseres Schöpfers gedenken und die Jahre selbst werden gezählt nach dem entscheidendsten Ereignis der Geschichte Gottes mit uns, nach dem Ereignis der Geburt Jesu Christi. - Aber nun ist doch etwas an dieser Zeit, was uns nicht gefallen will. Wir erschrecken, wenn wir an ihre Vergänglichkeit denken und dass auch unser Leben sich einem Ende zuneigt. Mit Schaudern vernehmen viele die ehernen Glockenschläge, die unwiderruflich die Jahre der Vergangenheit anreihen und ihr Herz erschrickt, wenn sie daran denken, dass auch ihnen einst die letzte Stunde schlagen wird. Das Fliehen der Jahre ist so gefürchtet wie das Altwerden und gegen die Vergänglichkeit sind die Menschen in ständigem Kampf begriffen. Der Kampf aber kann niemals das Ende aufhalten, alles hat seine bestimmte Zeit, das Leben der Hohen und der Niedrigen, der Könige und der Bettler. Eines Tages werden wir hinausgetragen werden, wie wir selbst schon so viele begleitet haben zu ihrer letzten Ruhe. Weil dem so ist, ist es gut, dass Gott nun auch etwas sagt über diese Zeit und dass wir hören, dass auch sie von Gott geschaffen ist. So hat auch sie ihren Anfang und ihr Ende und einmal wird es kommen, dass es keine Zeit mehr gibt. Das wird dann sein, wenn Gott Alles in Allen sein wird. Da wird Gottes Ewigkeit herrschen, in welcher der Augenblick so wenig gemessen werden kann wie die Jahre.

Darin liegt eine wunderbare frohe Botschaft. Indem Gott uns Anteil gibt an seiner Ewigkeit durch Jesus Christus, stehen ja auch wir über der Zeit und über der Vergänglichkeit. Mögen die Zeiten kommen und gehen, mögen wir mit ihnen gehen und schwinden, letztlich sind wir nicht von ihnen getragen, sondern von Gott, dem allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde. Durch Christus, in dem Gott sich uns schenkt, dürfen wir sagen: Meine Zeit steht in Deinen Händen! In solchem Glauben lasst uns fröhlich und stark durch das Jahr 1953 gehen.

Gottesdienste / Gebet / Rückblick / Kollekte / Amtshandlungen 1952 / Fürbitte

Gottesdienste in den Monaten Januar und Februar 1953

Eupen:
am 1., am 11. und am 25 Januar
am 8. und am 22. Februar je um 10 Uhr
Malmédy:
am 18. Januar und am 25. Februar um 10 Uhr
Neu-Moresnet:
am 11.  und am 25. Januar
am 8. und am 22. Februar um 14.30 Uhr
Herbesthal:
am 4. Januar und am 1. Februar um 10 Uhr
Lüttich:
in der Kirche rue Lambert le Bègue 
am 18. Januar um 17 Uhr
am 15. Februar

Frauenverein
Die Zusammenkünfte fallen vorläufig aus.

Jugendgruppe
jeden Mittwoch, abends 8 Uhr im Pfarrhaus

Kirchenchor
jeden Donnerstag abends 8 Uhr im Pfarrhaus


Gebet

Mein Vater, der mich nährt und schützt,
ich weiß so wenig, was mir nützt,
dass ich fast nichts zu bitten wage.
Ich halte mich allein an Dich.
Du Herr und Lenker meiner Tage.
Nur diese Wahrheit seh ich ein,
gib mir die Kraft, stets gut zu sein,
so bin ich überall geborgen.
Das andre kommt, so wie mir's frommt
dafür wirst Du, mein Vater, sorgen.

Johann Gottfried Seume


Rückblick auf das Jahr 1952

Das Jahr 1952 ist ein wichtiges Jahr für uns geworden, da die Gemeinden Moresnet, Malmédy und St. Vith mit Eupen beschlossen haben, eine gemeinsame Verwaltung zu bestellen und die diesbezügliche Gemeindeverfassung am 17. Dezember von der Synodaldirektion genehmigt worden ist.

Wir sind dadurch einen großen Schritt vorwärts gekommen, unsere Gemeinde definitiv vom Staate anerkannt werden zu lassen, wenn auch noch viele technische Fragen zu lösen sein werden.

Als erwähnenswerte Begebenheit sind in die Gemeindechronik eingetragen worden:

  • Im April besuchte die Jugendgruppe Eupen den Jugendkongress in Bruxelles.

  • Im Mai wurde erstmalig eine Sonderkollekte durchgeführt für die Werke der belgischen Kirche. Diese Kollekte ergab das schöne Resultat von Frs. 7410.-

  • Im Juni kamen die Pfarrer und Pfarrfrauen zu ihrer monatlichen Zusammenkunft im Pfarrhaus Eupen zusammen.
    Im selben Monat fanden in den Gemeinden Eupen, Malmédy und Neu-Moresnet Filmvorführungen über die Missionsarbeit im Kongo statt. Leider waren die Vorträge schlecht besucht.

  • Im Juli wurde der Gemeindeausflug durchgeführt, der die Teilnehmer nach Maastricht und nach Visé führte.

  • Im August zog die neue Küsterfamilie ins Küsterhaus ein. Mögen Herr und Frau Janssen Gott zur Ehre und der Gemeinde zum Wohle das Küsteramt lange verwalten!

  • Im September wurde der Kirchenchor gegründet, der die Gemeinde schon verschiedene male durch sein Auftreten erfreut hat.

  • Im November fand der Gemeindeabend statt im Saale Hotel Bosten, an welchem auch zahlreiche Gemeindeglieder aus Malmédy und Gemmenich - Neu-Moresnet teilnehmen.

  • Im Dezember endlich vereinigte sich die Gemeinde nochmals zur gemeinsamen Weihnachtsfeier in Eupen.

Man kann vom äußeren sichtbaren Leben der Gemeinde schwer auf das innere Leben schließen. Wenn jedoch die Zahl der am heiligen Abendmahl teilnehmenden Gemeindeglieder 157 beträgt (gegen 133 im Jahre 1951 und 116 im Jahre 1950), so mag man daraus schließen dürfen, dass sich doch immer mehr Evangelische finden, die ihres Glaubens bewusst sind. Und dafür danken wir Gott.

Das wir den finanziellen Erwartungen der "Landes"kirche in allen Teilen gerecht werden konnten ist ebenfalls als erfreuliche Tatsache zu melden. Es ist dies wohl das erste Mal in der Geschichte der evangelischen Gemeinde Eupen-Malmédy-Moresnet-St.Vith.

Mögen die Kräfte auch im Jahre 1953 nicht erlahmen und möge Gott die Opfer, die gebracht worden sind, segnen.


Kollekte für das Mitteilungsblatt 1952

Ich möchte nicht unterlassen, allen herzlich zu danken, die daran dachten, einen Beitrag für das Gemeindeblatt zu leisten. Die Kollekte ist nun abgeschlossen. Nachträglich noch die Einzahlungen, die ab 1. Dezember gemacht worden sind:

F.H. 100.-; C.W. 100.-; M.Sch. 50.-; J.V. 100.-; B.R. 50.-; M.V. 60.-; Fr.R. 50.-; H.R. 100.-; J.V. 100.-; W.Sch. 200.-; J.Sch. 50.-; J.Sch. 100.-; O.G. 100.-; O.Sch. 50.-; Fr.T. 50.-; F.D. 60.-; C.M. 50.-; L.G. 50.-; E.P. 100.-; L.H. 500.-; L.E. 100.-; C.O. 20.-; H.Sch. 50.-; W.A. 20.-; H.S. 100.-; H.M. 100.-; E.K. 100.-; Fr.B. 50.-; H.P. 25.-; F.N. 50.-; Fr.B. 50.-; Fr. S. 60.-; Fr.V. 40.-; G.B. 100.-; Fr.L. 100.-; G.B. 100.-; H.P. 50.-;

Die Kollekte, die in Hauset durchgeführt wurde ergab 800,- Frs., wovon 500,- für den Frauenverein gutgeschrieben wurden.

Ebenso herzlich danken wir allen Spendern für die Weihnachtsbescherung die der Frauenverein durchführen konnte.


Amtshandlungen im Jahre 1952

Aus unserer Gemeinde sind im Jahre 1952 von Gott zu sich gerufen und christlich bestattet worden:

am 11. Februar Pierre Brüll in Kettenis im 56. Altersjahr
am 16. Februar Eduard v. Asten in Eupen im 71. Altersjahr
am 26. März Otto Hettrich in Niederemmels im 73. Altersjahr
am  8. April David Heimsch in Eupen im 81. Altersjahr
am 15. April Max Hettrich in Malmédy im 72. Altersjahr
am 28. Juli Rosel Scholten in Eupen im 63. Altersjahr
am 29. Juli Laura Mayer in Eupen im 69. Altersjahr
am 24. Oktober Herbert Weidhase in Eupen im 32. Altersjahr
am 20. November Otto Neumann in Eupen im 66. Altersjahr

"Herr lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!"

Wir rufen die Namen der Verstorbenen in Erinnerung, um ihrer in Ehrfurcht zu gedenken. Einst waren sie lebensfroh wie wir und sie haben ihr Kreuz getragen wie wir. Sie hinterlassen uns als Erbe die Mahnung, die Zeit auszukaufen, die uns geschenkt ist.

Lasset uns in der Fürbitte all jener gedenken, die durch den Verlust eines lieben Angehörigen von Gott geprüft worden sind. Mögen sie im Glauben die Gewissheit haben, dass nichts ohne den Willen des Vaters im Himmel geschieht und dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen.


Die heilige Taufe haben empfangen:

Jürgen Gilbert Theodor Gustin am 10. Februar
Marie Luise Cautaerts am 23. März
Yvonne Dorothea Friedgard Peters am 27. April
Rita Christa Ulrich am 7. September
Edgar Wilhelm Hugo Scheidsteger am 12. Oktober

Kinder sind eine Gabe Gottes. Könnten wir sie anders erziehen als zur Ehre Gottes? Dass wir doch stets im Auge behalten, was wir bei der Taufe unserer Kinder wünschen und geloben: Dass wir nämlich da Gott bitten, an unsern Kindern die Gnade, die Jesus Christus erschienen ist, wirksam werden zu lassen und uns selbst verpflichten, das Möglichste dazu beizutragen, dass unsere Kinder im Glauben groß werden.


Kirchlich einsegnen lassen haben den Bund ihrer Ehe:

Paul 0tto Lindner und Gisela Luise Altenmayer am 22. Februar
Joseph Félicien Flohimont und Elisabeth Collin-Bally am 14. August

Der Herr segne diese Ehen und setze sie zum Segen für viele.
 


Fürbitte

Unsere Fürbitte in diesem Monat: Dass die Freude des Evangeliums an uns allen sichtbar werde und dass wird die Kraft erhalten, zu ertragen und zum Ziele zu bringen, was uns auferlegt ist.

Mitteilungen und neue Adressen an Pfr. U. Höner, Hookstr. 40, Eupen

 

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Stand: 07. Mai 2010