Nr. 2                                  Gemeinderundbrief                            Dezember 1954

"DENN DER TOD IST DER SÜNDE SOLD; ABER DIE GABE GOTTES IST DAS EWIGE LEBEN IN CHRISTO JESU UNSEREM HERRN."

Röm. 6, 23

Liebe Eltern und Gemeindeglieder!

"Weihnachtsbazar" ist diesmal unsere Parole. Leider ist das Wort an und für sich nicht schön. "Bazar" tönt etwas gewöhnlich in Verbindung mit Weihnachten. Nun, wir wollen ja keine Worte zur Diskussion stellen, sondern den Sinn der Sache kennen lernen.

Was will der Weihnachtsbazar?

  1. Er will vor allem Kontakt zwischen den einzelnen Gemeindegliedern schaffen.

  2. Er will etwas einnehmen, um es dort wo es sehr nötig ist, wieder ausgeben zu können.

  3. Er tritt dieses Jahr an die Stelle des Gemeindeabends. Nächstes Jahr sollen dann beide: Bazar und Gemeindeabend stattfinden.

Was bietet der Weihnachtsbazar?

  1. Er bietet mannigfache Unterhaltung für Jung und Alt: Schießbuden - Glücksspiele - Silhouettenmalerei usw.

  2. Er bietet Allen zu niedrigen Preisen einen Berg selbst gebastelter Geschenke an.

  3. Er gibt jedem die Möglichkeit an der Verlosung einen schönen Preis zu gewinnen. Der Frauenverein hat in liebenswürdiger Weise seine sämtlichen Arbeiten zu Verkauf und Verlosung bereit gestellt.

  4. Er bietet jedem Kaffee und Kuchen, Brötchen und heiße Würstchen in einem extra eingerichteten Restaurant im Pfarrhaus an.

Was braucht der Weihnachtsbazar noch?

  1. Er braucht noch Spender für Tombola-Preise. (Am Mittwoch Nachmittag werden die Jugendgruppenmitglieder bei Ihnen sammeln kommen. Empfangt sie bitte mit einer kleinen Gabe. Vielleicht habt ihr sogar das Glück diese Gabe an der Verlosung wieder zu gewinnen.

  2. Er braucht noch Kuchen; liebe Hausfrauen und Mütter: Ein kleiner trockener Kuchen in der Art wie am Jugendtreffen würde uns riesig freuen. Der beste Kuchen wird prämiert.

  3. Er braucht noch und dass vor allem, viele fröhliche Besucher!

Wichtig!

Der Weihnachtsbazar findet im Pfarrhaus statt.

Am Samstag, dem 4. Dezember 1954 von 17.30 bis 19.30 Uhr.
Am Sonntag, dem 5. Dezember 1954 von 14.30 bis 20.00 Uhr.

Beginn der Verlosung: Sonntag ca. 19.00 Uhr.

Lose werden in Büchlein zu 20.- Fr. (5 Lose) durch die Jugendgruppe verkauft.


So einiges über Weihnachten...

Das wichtigste an diesem Fest ist doch sicher der schöne, grüne, mit Kerzen besteckte und mit bunten Kugeln behangene Weihnachtsbaum. Wir singen ja alle "Oh Tannenbaum" dieses wohlbekannte Weihnachtslied. Und die berühmte Weihnachtsgans darf auch nicht vergessen werden, auch sie ist ein alter Brauch und gehört deshalb zum Feste.

Wer könnte sich ferner Weihnachten ohne einen Berg Süßigkeiten, Spielsachen für die Kinder und Gaben für die Erwachsenen vorstellen? Und die Ferien - die Ruhe - das fröhliche Beisammensein mit den brennenden Kerzen!

Und dann feiert man ja schließlich auch das Fest der Kinder wegen, man will ihnen doch die Freude nicht nehmen. Ja, ja, eine Krippe steht auch unter dem Baum - wir sind doch gute Christen...

Wer so, und mit diesen Gedanken das Weihnachtsfest feiert, der lässt es eigentlich gleich bleiben. In der Tat, das Nebensächliche hat auch bei uns das Hauptsächliche schon sehr verdrängt.

Die Tradition ist der Haupteffekt geworden. Man hört so oft: "Ja wissen Sie, die Eltern und die Großeltern haben es doch auch so gemacht. Warum sollen gerade wir etwas daran ändern?"

Ich meine, die Großeltern haben eine Petroleumlampe angezündet und sind mit der Pferdebahn gefahren; das müssten wir ja dann auch noch.

Ins Pfefferland mit Weihnachtsbaum (übrigens ein heidnischer Brauch aus Skandinavien), Martini-Gans und Geschenken, wenn uns nicht klar ist, dass in diesem Tage für alle Menschen ein neues Leben begonnen hat.

Mit der Geburt unseres Herrn Jesus Christus haben wir sündige Menschen, die glückliche Möglichkeit erhalten uns zu Ihm und somit zum ewigen Leben zu bekennen. Gott hat uns an diesem Tage das größte und beste Geschenk gemacht: Seinen eigenen Sohn, der mit Seinem Opfer am Kreuze all unsere Schuld auf sich nahm.

Für uns. Ohne dass es uns etwas kostet - und trotzdem gibt es noch viele tausend "Christen" die dieses Geschenk noch nicht erfasst haben.

Vielleicht sage ich es zu nüchtern - aber wollen wir nicht hinter all den weltlichen Nebensächlichkeiten die frohe Botschaft hervorziehen und in unser, oft ungläubiges Herz dringen lassen - und wollen wir uns nicht lieber zu Christus bekennen und so den Sinn des Weihnachtsfestes wieder finden?


Gesegnete Weihnachtszeit und ein glückliches neues Jahr wünscht Euch allen Euer ergebener Jugendleiter!


Sämtliche Fragen, Spenden und Anregungen sind an unten stehende Adresse zu richten.

Druck und Herausgabe dieses Doppelblattes: Rolf Lander, Kirchstr. 1, Eupen, Tel. 1634

 

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Stand: 07. Mai 2010