Evangelische Kirchengemeinde

Eupen - Neu-Moresnet

Eupen, 9. Mai 1974

Gemeindebrief

 

WAS ICH MEINER GEMEINDE SAGEN MÖCHTE

Krankheitszeit ist Segenszeit - wie oft schon habe ich das an einem Krankenbett gesagt. Nun bin ich selbst hinein genommen worden in diese Segenszeit. Ich bin nun schon über 14 Tage arbeitsunfähig und weiß nicht, wie lange ich noch hier festgehalten werde. Deshalb möchte ich heute diesen Brief an meine Gemeinde schreiben, denn meine Gedanken sind immerzu bei Euch.

Wenn man so auf ein Nebengeleise gestellt wird, ist man froh und dankbar für zuverlässige Mitarbeiter, und ich sehe, wie das Presbyterium, der Verwaltungsrat, die Frauenhilfe und die Küsterfamilie sich mit Freudigkeit und Intensität einsetzen.

Euch, meinen liehen Gemeindegliedern darf ich deshalb sagen, dass hier nichts still steht.Das Werk des Herrn geht weiter. Unser Vater im Himmel ist bei uns, er braucht den Pfarrer nicht dazu. Aber Er braucht Euch, und ich bitte Euch, dass Ihr trotz meiner Abwesenheit aktiv am Gemeindeleben teilnehmt. Wer z.B. den Gottesdienst hält, tut es mit Liebe und vollem Einsatz - als Dienst für die Gemeinde. Soll er vor leeren Bänken predigen?

Die Gottesdienste werden genau so eingehalten, wie sie in der "Brücke" angegeben sind.

Die nächste "Brücke" erscheint Anfang Juni. Sie wird sehr umfangreich sein, da diesmal alle deutschsprachigen Gemeinden Belgiens mitarbeiten, wie wir es schon vor einigen Wochen vorausgeplant hatten.

Folgende Mitarbeiter haben meine Vertretung angenommen:

  1. Für kirchliche Angelegenheiten (Presbyterium, Taufen, Trauungen, Beerdigungen, Krankenbesuche): Herr W. Flückiger, Tel. 52195. Die "Delegation Pastorale" ist für Herrn Flückiger bei Herrn Pfarrer Kousbroek, dem Vorsitzenden des Heiligen Amtes der Synode, beantragt worden.

  2. Für Angelegenheiten des Verwaltungsrates (Finanzen etc.): Herr O. Grote, Tel. 53453.

Sie können sich in jedem Fall mit diesen Mitarbeitern in Verbindung setzen oder auch im Pfarrhaus Tel. 52195 anrufen. Die Mitarbeiter stehen mit mir in Verbindung, und ich kann sie beraten.

Ich bin glücklich, dass ich damit rechnen darf, dass Sie die Lage verstehen. Im Krankenhaus bin ich aufs Beste versorgt, und habe alles was ich brauche, das darf ich Ihnen versichern. Manche von Ihnen möchten mich vielleicht gerne besuchen. Da mich aber Besuche sehr ermüden und ich die Stille hier dringend brauche, bin ich froh, wenn Sie ganz einfach für mich beten.

Für Sonntag, den 26. Mai war unser Familienausflug geplant. Wir haben beschlossen diesen Ausflug auf später zu verschieben und rechnen mit Ihrem Verständnis. An diesem Sonntag ist dann auch kein Gottesdienst.

"Denen aber, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen" sagte uns Paulus im Römerbrief und mit diesem Wort wollen wir uns doch gegenseitig grüssen und trösten.

Euer Gemeindepfarrer
H. Amann

 

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Stand: 07. Mai 2010