GEMEINDEBRIEF DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE

EUPEN - NEU-MORESNET

Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien

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48. Jahrgang                                             September 2005                                             Nr. 9

Verantwortlicher Herausgeber: Pfr. Martin Schuler, Hasardstr. 8, 4721 Neu-Moresnet

Inhalt:

Monatsspruch September / Was ich der Gemeinde sagen möchte

Monatsspruch September

Jesus Christus spricht: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier: denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

Lukas 12,15

Liebe Leser, als ich in New York war, besichtigte ich eines Tages das Rockefeller Center. Durch sein komplexes Gebäudesystem erschien mir das Rockefeller Center wie »die Stadt in einer Stadt«.

Ich möchte Ihnen jetzt die Lebensgeschichte von dem Gründer des Rockefeller Center erzählen.

Als junger Mann war John D. Rockefeller sehr stark und muskulös, aber er war nicht reich. Nach dem Schulabschluss machte er seine Ausbildung zum Buchhalter. Das erste Vierteljahr erhielt er keinerlei Bezahlung, dann verdiente er 25 Dollar pro Monat. Einige Monate später wurde Rockefeller schon zum Kassierer befördert. Im Alter von 20 Jahren hatte er sich ein Vermögen von 1.000 Dollar zusammengespart und bald gründete er sein erstes Unternehmen.

Mit 33 Jahren hatte er bereits die erste Million Dollar erarbeitet, aber das war ihm nicht genug. Er wollte noch mehr, immer mehr, und darum widmete er jeden Augenblick seines Lebens einzig und allein seinem Geld bringenden Geschäft. Innerhalb der nächsten zehn Jahre beherrschte er bereits das
größte Geschäftsunternehmen der Welt. Und nach zwanzig Jahren, im Alter von 53 Jahren, war er der reichste Mann der Erde.

Doch diesen Erfolg musste er mit seinem Glück und seiner Gesundheit schwer bezahlen. Er wurde schwer krank. Er sah immer fürchterlicher aus. Er verdiente eine Million Dollar in der Woche, aber weil seine Verdauung so schlecht war, konnte er nur noch trockenen Zwieback und Milch zu sich nehmen. Dazu wurde Rockefeller sehr einsam und er bekannte, dass er immer den Wunsch gehabt hätte, geliebt zu werden. Er begriff aber nicht, dass Menschen im Grunde genommen nur solche lieb haben, die Wärme ausstrahlen können.

Rockefeller war das Gegenteil davon. Der ungeheure Reichtum, den er angesammelt hatte, gab ihm weder Frieden noch Glück. Er konnte nicht schlafen. Er konnte sich über nichts mehr freuen. Er konnte praktisch nicht mehr leben. Jesu Wort: »denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat« wurde bei diesem Mann die bittere Wirklichkeit. Alle waren sich darüber einig, dass er keine 12 Monate mehr leben würde. In den langen Nächten lag er wach und dachte nach. In einer Nacht machte er eine eigenartige Entdeckung: Er stellte fest, wenn er stürbe, würde er nichts von dieser Welt mitnehmen. Zum ersten Mal in seinem Leben ging ihm auf, dass Geld nicht dafür gemacht wurde es anzuhäufen. Er wurde nicht mehr gierig nach dem Geld und Reichtum. Er verstand, dass das Geld den
Menschen dienen und Segen bringen soll. So begann er am nächsten Morgen, sein Geld in Segen für andere zu verwandeln. Sein Reichtum wurde in Notgebiete der Welt weitergeleitet. Man schätzt,  dass er ungefähr 500 Millionen Dollar an Universitäten, Krankenhäuser und Missionsgesellschaften weitergab. Weil er das getan hatte, wurde er von Gott mit einem langen Leben gesegnet.

Als Rockefeller 53 Jahre alt war, schien es, dass er keinen weiteren Geburtstag erleben würde. Und als er anfing, auf Gottes Wort zu hören, erntete er reichen Segen. Er feierte nicht nur seinen 54. und 55. Geburtstag, sondern er erfuhr ein voll und überfließend Maß am Leben und er wurde 98 Jahre alt.

Liebe Leser, alle Habsucht ist eine Lüge, weil sie den Eindruck erweckt, als könnte das Glück im Besitz materieller Güter gefunden werden. Darum ist es so wichtig, auf das Wort Jesu zu hören und es auch zu praktizieren: »Sehet zu, und hütet euch vor aller Habsucht, denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat«. dt

Ach, lass dich doch erwecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das harte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt.

Paul Gerhardt


Was ich der Gemeinde sagen möchte

Im Laufe meiner inzwischen mehrjährigen Dienstzeit habe ich festgestellt, dass ich besonders in den Glaubensdingen geprüft werde, über die ich mich öffentlich geäußert habe. Im Juni schrieb ich über Bedrängnisse und Leiden. In der Juliausgabe über Zeit der Erholung und des Ausspannens. Prompt bekam ich Ende Juni eine schmerzhafte Entzündung in den Beinen, so dass ich ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und für 14 Tage mich völlig ausruhen durfte. Ich hatte also einerseits Bedrängnisse und Leiden – auf der anderen Seite völlige Entspannung.

In diesen Tagen spürte ich Gottes Liebe und Fürsorge auf besondere Weise. Ich erlebte eine sehr wertvolle Zeit des Nachdenkens, des Studierens und des Gebets. Sehr viele Menschen aus der Gemeinde ließen Grüße ausrichten, riefen mich an und besuchten mich und beteuerten mir, dass sie für mich beten würden. Kein Tag verging, ohne dass ich einen Besuch bekam. Und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken.

Ich erlebte auch, wie sehr das Gebet den Heilungsprozess beschleunigt. Anfangs hatte ich nämlich am linken Bein wesentlich weniger Schmerzen, so dass ich erst einmal nur für das rechte betete. Doch schon nach kurzer Zeit sah das rechte Bein schon viel besser aus als das linke, für das ich nicht gebetet hatte. Das holte ich dann gleich nach. Besonders schön empfand ich, wie andere für mich in die Bresche gesprungen sind, um meine Aufgaben zu übernehmen. Dabei möchte ich besonders meiner Frau danken, die in dieser Zeit Unglaubliches geleistet hat, ebenso Darius Tomczak sowie der Familie Schmidbauer, welche die Organisation für das Konzert der Continental Singers übernahmen. ms


Gesundes Beten

Gebete können die seelische und körperliche Gesundheit fördern, sind Ärzte, Psychotherapeuten und Religionswissenschaftler überzeugt. Den positiven Effekt von Fürbitten auf die Heilung will jetzt der Herzspezialist Mitchell W. Krucoff von der Duke University in Durham (USA) beweisen.

Seit 15 Jahren erforscht der Kardiologe die Wirkung alternativer - auf Geist und Seele bezogener - Heilmethoden auf Herzinfarktpatienten. An seiner neuesten wissenschaftlichen Studie beteiligten sich 750 Patienten aus neun amerikanischen Herzzentren.

Das Ergebnis: Den Patienten, für die mit großer Intensität gebetet wurde, ging es besser also solchen, für die nur wenig oder gar nicht gebetet wurde.

So wie der Weihrauch das Leben einer Kohle erfrischt, so erfrischt das Gebet die Hoffnungen eines Herzens. Goethe

Festliche Orgeltage / Geburtstag Friedenskirche / Gemeindewanderung

Festliche Orgeltage

vom 16. - 18. September 2005 in der Evangelischen Friedenskirche Eupen

Nach einer sehr langen Planungszeit und einer langen Bauzeit ist es nun soweit, die restaurierte Walker-Orgel erstrahlt und erklingt in neuem Glanz.

Blick zur Orgel (ältere Aufnahme)

Deshalb finden in der Eupener Friedenskirche vom 16.–18. September 3 festliche Orgeltage statt.

Am Freitag, den 16. September findet um 19.30 Uhr das Eröffnungskonzert statt. An der Orgel Johannes Fleu, Organist der Friedenskirche. Das Programm wie folgt:

Einweihungskonzert der restaurierten Walker-Orgel in der Evangelischen Friedenskirche Eupen

  1. Theodor Dubois (1897-1924): Entreé, La fête Dieu

  2. Camille Saint-Saents (1835-1921): Aus »Trois Rhapsodies sur des Cantiques Bretons« Nr. 3

  3. Jörg Baur (1918- ): 2 Choralvorspiele: 1. Heiland reiß die Himmel auf 2. Es kommt ein Schiff geladen

  4. Joseph Callaerts (1838-1901): 2 Improvisationen aus op. 1 1. c-moll 2. F-Dur

  5. Albrecht Hänlein (1840-1909): Choralbearbeitung »Ein feste Burg«

  6. Alexandre Guilmaint (1837-1911): 3 Stücke aus op. 90 1. Impression Gregorienne 2. Introduction et Allegro 3. Paraphrase sur un choeur de Judas Maccabeé de Händel

  7. Théodore Salomé (1834-1896):Aus »Dix Pièces« 1. Offertoire 2. Grand Choeur

  8. Christian Pfretzschner (1821-1885): Choralvorspiel »Nun ruhen alle Wälder«

  9. Marcel Dupré (1896-1971): Präludium und Fuge über »Ihr Knechte des Herrn, den Meister tut kund«

  10. Theodor Dubois (1837-1924): Toccata G-Dur

An der Walker-Orgel: Johannes Fleu

Am Samstag, den 17. September ist ab 10.00 Uhr Orgelvorführung.

Jeder, der Interesse hat, kann dann auf die Orgelempore kommen. Ich werde den Spieltisch erklären, die Register vorführen, Spieltechnik erläutern und alle Fragen zur Orgel beantworten. Mutige Zeitgenossen dürfen sich auch auf die Orgelbank setzen und ein paar Töne spielen und hinterher kund tun, was es für ein Gefühl ist, vor so einem Instrument zu sitzen und auch die Kirche einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Am Sonntag, den 18. September hält Guy Liarge um 10.40 Uhr einen Vortrag über den »Protestantismus im 20. Jhd.« Dieser Vortrag wird musikalisch vom Chor Nota Bene umrahmt.

Um 15.00 Uhr ist dann ein Festgottesdienst zur Einweihung der Orgel.

Dazu sind auch Vertreter aus Politik und Kultur eingeladen, sowie Vertreter der Landeskirche aus Brüssel. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst durch das Ensemble Musica Sacra, der Sopranistin Parwin Jusofie und Johannes Fleu an der Orgel. Der Gottesdienst wird geleitet von Pfarrer Martin Schuler, der auch die Predigt hält. Innerhalb des Gottesdienstes sollen folgende Werke erklingen:

  1. Georg Friedrich Händel: Konzert B-Dur, op. 4,2 für Orgel und Orchester

  2. G. F. Händel: Arie »The soft complaining flute« und Arie »But oh’, what can we teach.« Aus der Cäcilienode

  3. Alexandre Guilmaint: »Meditation « D-Dur für Violine und Orgel

  4. Carl August Fischer: »Consolation « für Violoncello und Orgel

  5. Benjamin Jucker: Fantasie und Fuge über B-A-C-H (Orgelnachspiel)

Ausführende: Ensemble »Musica Sacra«:

Martin Gotzen – Violine-Solo
Peter Jax – Violoncello-Solo
Parwin Jusofie – Sopran
Johannes Fleu – Orgel

Johannes Fleu an der Orgel und Christina Knittel

Zu den Veranstaltungen der Festtage und zum Festgottesdienst laden die Ev. Kirchengemeinde Eupen/Neu-Moresnet sowie der Organist Johannes Fleu ganz herzlich ein.

* (Das Lied des Monats folgt wieder im Oktober) Johannes Fleu


Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Friedenskirche in Eupen

Die FriedenskircheGeschichtliches: Anlässlich der Einführung der Union zwischen reformierten und Lutheranern am 27. November 1831 wurde beschlossen, eine Kirche zu bauen und zur Erinnerung an diese Union den Namen Friedenskirche zu wählen. Der Bauplan wurde Regierungsrat Stein zur Genehmigung vorgelegt und nach einigen Schwierigkeiten von der Regierung genehmigt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 30. Oktober 1851. Der Bauplatz hatte der evangelischen Gemeinde ab 1655 als Friedhof gedient. Die Baukosten beliefen sich letztendlich auf 90.000 Mk. gegenüber dem Voranschlag von 40.000 Mk Die Kosten wurden durch Opfer der Gemeindeglieder sowie Geschenke auswärtiger Freunde (Gustav-Adolf-Werk) und einem Gnadengeschenk des preußischen Königs in Höhe von 12.000 Mk aufgebracht. Die drei Kirchenglocken trugen die Inschrift „Glaube“, „Hoffnung“, „Liebe“. Nur die kleinere blieb erhalten, die beiden anderen wurden als Kriegsopfer 1917 abgeliefert.

Die Orgel wurde mit 154 Registern von der Firma Sonreck, Köln, für 3.850 Mk gebaut. Die alte Orgel aus dem „Betsaal“, im heutigen Pfarrhaus in der Hookstraße 40, wurde für 900 Mk eingetauscht. Die Kanzel, die im „Betsaal“ schon in Gebrauch war, wurde wieder verwendet. Sie ist ungefähr im Jahre 1680 gefertigt worden.

Das Pfarrhaus in Eupen, Hookstraße 40

Das Pfarrhaus, Hookstraße 40

Die Einweihung der im neugotischen Stil erbauten Friedenskirche erfolgte am 5. Dezember 1855, es predigte der Synodalpräses der Rheinprovinz Pfr. D. Wiesmann. Und die damalige evangelische Gemeinde war sehr froh und dankbar über ihr Gebäude und sie ist es bis heute geblieben. Über dem Portal steht das aus der Weihnachtsgeschichte bekannte Bibelwort: »Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden«

EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE - FRIEDE AUF ERDEN UND DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN

EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE

FRIEDE AUF ERDEN UND DEN

MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN

Unsere »Kirchenväter und -mütter« wollten wohl sagen: Dieses Haus steht hier, um Gott zu ehren.

Postkarte aus den 60er Jahren

Im Jahre 1904 wurde die Einführung des Einzelkelches beschlossen, die bis heute in unserer Gemeinde bei der Feier des hl. Abendmahles üblich ist. 1907 wurde für 10.350 Mk eine neue Orgel mit 28 Registern der Firma Walker, Ludwigsburg, gebaut.

Bis heute möchte die Gemeinde mit ihren Gottesdiensten Gott die Ehre geben und sich Sonntag für Sonntag neu auf Gott ausrichten, um so ein Licht des Friedens in die Welt bringen zu können.

Der Altarraum mit Kanzel in der Friedenskirche Eupen

Altarraum mit Kanzel

Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk bekommt die Kirche, um ihrem Auftrag gerecht zu werden, Gott zu loben: Die 1907 erbaute pneumatische Walkerorgel, auf der seit etwa dreißig Jahren nicht mehr gespielt werden konnte. Sie wurde im vergangenen Jahr restauriert und ertönt nun wieder in ihrem schönen romantischen Klang. Ein solcher Geburtstag und ein solches Geburtstagsgeschenk müssen gefeiert werden.

Darum sind folgende Festveranstaltungen in der Friedenskirche vorgesehen:

  • Freitag, den 16. September um 19.30 Uhr: Großes Einweihungskonzert der Orgel.

  • Samstag, den 17. September um 10.40 Uhr: Eine Führung durch die Register der Orgel sowie durch die Kirche.

  • Sonntag, den 18. September um 10.40 Uhr eine akademisch-musikalische Matinee: Der Präsident der Vereinigten Kirche in Belgien, Dr. Guy Liagre wird einen Vortrag über den Protestantismus in Belgien halten. Der Vortrag wird von dem Chor der evangelischen Kirchengemeinde Nota Bene umrahmt werden.

  • Sonntag, den 18. September um 15.00 Uhr: Feierlicher Gottesdienst anlässlich des 150jährigen Jubiläums und der Einweihung der Orgel mit anschließendem Empfang.

Alle sind herzlich zu diesen Veranstaltungen eingeladen. Ganz besonders zum Jubiläumsgottesdienst. gs + ms

Gemeindewanderung

Der Protestantismus fand schon früh seinen Weg in unsere Region In einem Untersuchungsprotokoll aus dem Jahre 1565, weniger als 40 Jahre nach dem Anschlag der Thesen durch Martin Luther, ist die Rede von heimlichen evangelischen Gottesdiensten in Nispert. Das Wachsen vor allem reformierter Gemeinden änderte aber nichts daran, dass Aachen 1555 beim Augsburger Religionsfrieden als katholische Stadt bezeichnet wurde und den Protestanten deshalb nachdrücklich die Teilhabe am politischen Leben und die freie Religionsausübung verwehrt wurde. 1574 trug der Rat der im Stillen gewachsenen Zahl der Protestanten Rechnung und ließ sie zu den Wahlen und öffentlichen Ämtern zu. 1580 erhielten sie die Mehrheit, was zum Auszug der Vertreter des Katholizismus und zu Gegenmaßnahmen der katholischen Fürsten und des Kaisers führte (Reichsacht) d.h. Aachen verlor seine Freiheiten. Ein nochmaliges heftiges Aufbegehren im Jahre 1611 wurde erneut durch Acht und Reichsgewalt gebrochen. Der Konflikt hatte sich am sonntäglich Kirchgang zu der reformierten Kirche in Broichweiden entzündet. Der Westfälische Frieden von 1648 brachte den Protestanten lediglich die Erleichterung, dass sie nunmehr berechtigt waren, in dem an die reformierten niederländischen Generalstaaten gelangten, um in Vaals ihren Gottesdienst auszuüben. Dies währte bis zur Gewährleistung der Religionsfreiheit im Gefolge der französischen Revolution, aufgrund deren die protestantischen Gemeinden im Jahre 1803 wieder in Aachen und Burtscheid Gottesdienste feiern durften.

Die lange Zeit der Arbeit im Verborgenen überstanden die protestantischen Gemeinden wohl sicherlich wegen des Gastrechtes in Vaals wesentlich leichter. Nicht nur die Protestanten aus Aachen und Burtscheid mussten jeden Sonntag bei Wind und Wetter den langer Hin- und Rückmarsch antreten,
sofern sie sich kein komfortables Pferdegespann leisten konnten. Der Weg der Protestanten aus Eupen war mehr als doppelt so lang und führte auf unwirtlichen Pfaden quer durch den Preuswald.

Am 19. Juni 2005 lud die evangelische Kirchengemeinde zu einer Wanderung nach Vaals in Niederlanden ein, um, wie vor 200 Jahren, »auf den Spuren der Eupener Glaubensmütter und -väter«
wandern.

Ulrich Knittel, der den Kindern den Weg zeigt und Küster Walter Schütt

Da wir, ganz im Gegensatz zu unseren Vorfahren, es nicht mehr gewohnt sind, lange Strecken zu Fuß zurückzulegen, wurde die rund 20 (??) Kilometer lange Strecke in drei Etappen bewältigt, wobei sich an jedem Etappenziel weitere Wanderer anschlossen. Start war das Eupener Pfarrhaus, von wo aus zur Kirche in Kelmis gewandert wurde, allerdings nur zum kleinen Teil auf dem traditionellen Weg, weil dieser heutzutage der der verkehrsreichen Strasse Eupen-Kelmis folgt. Ab Neu-Moresnet folgten wir aber dem alten Weg, den uns Herr Kottmann vom Heimatverein Laurensberg im Vorjahr freundlicherweise vorgestellt hatte.

Eine kleine Rast: Vikar D. Tomczak und Klaus Sommer

Dabei machten wir einen Abstecher zum Dreiländereck, das allerdings abseits der alten Route liegt, aber man kehrte an die Stelle, an der man den Geusenweg verlassen hatte, zurück und setzte die Wanderung nach Vaals fort.

An der Grenze steht noch das alte Grenzerhäuschen; »Het is het kleinste en hoogst gelegen museum van Nederland. « und es sieht so aus, als hätte der diensttuende Beamte es gerade erst verlassen.

Glücklich an der evangelischen Kirche angelangt, wurden wir freudestrahlend von Herrn Hollemann, Pfarrer i.R., erwartet. Er führte uns in das Innere der Kirche und erzählte uns die Geschichte seiner Kirchengemeinde und ihrem Schicksal. Doch darüber möchten wir in einer anderen Ausgabe der BRÜCKE berichten.

Pfarrer i. R. Herr Hollemanns (Mitte) mit Rolf Lander und Vikar Darius Tomczak

Die Wanderung war ein sehr schönes Erlebnis und hinterließ bei Manchem, den Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen einen tiefen Eindruck. Sie brachte uns die Menschen näher, die 200 Jahre lang jede Strapaze auf sich nahmen, um ihre Kinder taufen zu lassen, sich vor dem Altar das »Ja-wort« geben wollten, oder ganz einfach, weil sie die tiefe Sehnsucht in ihren Herzen spürten, unserem Herrn nahe zu sein und das Wort ausgelegt zu bekommen. Wo findet man das heute noch? hs

Aus der Gemeinde - Für die Gemeinde

Gottesdienstordnung

Sonntag, den 4. September 2005

  Neu-Moresnet

09.30 Uhr

Gottesdienst mit Abendmahl (Vikar Darius Tomczak) - Parallel im Pfarrhaus Kindergottesdienst
  Eupen

10.40 Uhr

Musik Plus-Gottesdienst mit Abendmahl (Vikar Darius Tomczak)

Sonntag, den 11. September 2005

  Eupen

10.40 Uhr

Lobpreisgottesdienst zum Schulanfang (Pfarrer Martin Schuler)

Samstag, den 17. September 2005

  Eupen

19.00 Uhr

WEP (Jugendgottesdienst)

    Sonntag, den 18. September 2005
  Eupen

15.00 Uhr

Festgottesdienst
    Sonntag, den 25. September 2005
  Eynatten

09.00 Uhr

Gottesdienst mit Abendmahl (Pfarrer Martin Schuler)
  Eupen

10.40 Uhr

Gottesdienst mit Abendmahl (Pfarrer Martin Schuler)
  Neu-Moresnet

10.40 Uhr

Lobpreisgottesdienst (Vikar Darius Tomczak)
Sonntag, den 2. Oktober 2005
  Neu-Moresnet

 09.30 Uhr

Familiengottesdienst zum Erntedankfest (Pfarrer Martin Schuler)
  Eupen

10.40 Uhr

Erntedankgottesdienst (Pfarrer Martin Schuler)

Was heißt denn WEP?

WEP ist eine englische Abkürzung – Worship Evening with Praying –.

Wir bieten einen Abend mit Lobpreisliedern und Gebeten an. Eine der schönsten und wichtigsten Tätigkeiten des Christen ist das Gebet und das Loben und Preisen. Eigentlich sind die Jugendlichen das Zielpublikum, aber der WEP soll alle betreffen, die gerne singen und beten und dabei zwanglos und ohne feste Liturgie sein möchten. Der WEP ist auch offen für Menschen anderer Gemeinden und Konfessionen.

Eine Lobpreisband gestaltet den musikalischen Teil mit jungen geistlichen Liedern und Gebeten. Eine Andacht des Pfarrers rundet die Sache dann ab.

Nach dem WEP gibt es immer Gelegenheit zum Gespräch oder zum Knabbern und Trinken … Nach dem Loben kommt das Feiern!

Die Lobpreisband besteht aus sechs Leuten: Alfred (Bass), Miriam (Gesang), Manuela (Gitarre und Gesang), Jens (Schlagzeug), Markus (E-Gitarre/Technik) und Stefanie (Gitarre/Gesang/Leitung).

v. l.: Jens Stiedenroth, Alfred Niessen, Stefanie Plumanns, Miriam Manderfeld, Manuela Wegener

Der WEP findet alle zwei bis drei Monate an einem Samstag Abend statt. Wer schon mal eine Probe besuchen möchte, kann dies montags ab 19.30 Uhr gerne tun. Im Juli und im September proben wir in der Johanneskirche in Neu-Moresnet.

!!! Der nächste WEP findet am 17. September 2005 um 19.00 Uhr in der Johanneskirche in Neu-Moresnet mit anschließenden Lagerfeuer und Stockbrot statt … !!!

Herzliche Einladung an alle!

(Info’s bei Stefanie unter 087/31.66.15)

Stefanie Plumanns

Vespermusik

Samstag, den 24. September 2005 um 17.00 Uhr in Eupen

Biblische Lieder op. 99 von Antonin Dvorak für Tenor und Orgel sowie Orgelwerke der Romantik.

Musik Plus-Gottesdienst

Am Sonntag, den 4. September 2005 um 10.40 Uhr in Eupen

W. A. Mozart: Sonate D-Dur für 2 Klaviere (Allegro spirito, Andante, Allegro molto)

Stefan Pitz und Johannes Fleu – Klavier

Wir stellen uns vor

Liebe Kinder, Eltern und BRÜCKE-Leser!

Hier bin ich wieder. Vielleicht habt ihr in der Ferienzeit nachgefragt, was dieser Stern bedeutet. Der Stern symbolisiert die Royal Ranger-Regeln und wofür sie stehen:

Die vier gelben Zacken bedeuten die vier Wachstumsbereiche: körperlich, geistig, geistlich und gesellschaftlich.

Die vier roten Zacken bedeuten die vier Grundwahrheiten der Gemeinde: Erlösung, Heiliger Geist, Heilung und Wiederkunft Jesu.

Die acht blauen Zacken entsprechen den acht Hauptregeln der Royal Ranger: ein Royal Ranger ist wachsam, rein, ehrlich, tapfer, treu, höflich, gehorsam und geistlich.

Die Kinder lernen schon früh unsere Goldene Regel: »Alles, was ihr für euch von den Menschen erwartet, das tut ihnen auch.« Math. 7,12.

Dieses Motto teilen schon die Kleinsten. Die Royal Ranger treffen sich regelmäßig zum Teamtreffen und ist unterteilt in folgende Altersstufen:

Die Starter (6-8 Jahre): sie nennen sich das Team der »Mäuschen«. Es gibt ein abwechslungsreiches Programm von Basteln, Spielen bis zu Ausflügen. Als Starter lernt man die Royal Ranger-Regeln kennen und anordnen. Der jährliche Höhepunkt ist die Starterfreizeit, wo die Kinder sich mal richtig austoben können. Leiter: Stefanie Plumanns, Tel: 087/31.66.15. Juniorleiter: Markus Schenk und Janina Kemper.

Die Kundschafter (9-11 Jahre): bei den »Kundi’s « gibt es zwei Teams: die Delphine sind die Kundschafter Mädchen. Leiterin: Elisabeth Recker, Tel: 087/65.26.49. Charlotte Knittel, Tel: 087/65.93.79

Die Polarwölfe sind die Kundschafter Jungen. Leiter: Christian Neff, Tel: 087/65.64.05 Juniorleiter: Jens Stiedenroth

Die Kundschafter werden langsam an die Pfadfindertechniken herangeführt. Sie lernen den Umgang mit Feuer, Werkzeugen sowie auch Knoten und Bunde. Abenteuer sind auch an der Tagesordnung: Camps, Najk oder Waldspiele finden in regelmäßigen Abständen statt. Es gibt ein sehr abwechslungsreiches Programm von Singen, Gebet und Andacht bis hin zu Spielen, Basteln, neues lernen, Herausforderungen und Überraschungen.

Mäuschen, Delphine und Polarwölfe treffen sich alle zwei Wochen im Pfarrhaus Neu-Moresnet von 14.30 bis 16.30 Uhr.

Ihr seid herzlich eingeladen, einmal vorbei zu schauen! Unser erstes Treffen nach den Sommerferien ist der 10. September. Weitere Info’s erhaltet ihr bei den Leitern!

Auch für Jugendliche gibt es ein tolles Angebot:

Die Pfadfinder (12-14 Jahre): hier wird nach Geschlecht getrennt. Zur Zeit haben wir nur ein Pfadfinder Mädchen-Team: die Hühner. Leiterin: Dania Neff, Tel: 087/78.72.65 Miriam Manderfeld, Tel: 0049-170/202.10.92

Darüber aber mehr in der nächsten Ausgabe DIE BRÜCKE. Stefanie Plumanns

Friede

Ein bisschen Heimat schlägt, glaube ich, in jedem Herzen. Jeder hat sicher schon dieses ziehende Verlustgefühl (Heimweh genannt) erlebt, wenn er als Kind in einem Ferienlager fern von zu Hause war.

Nach den Wirren des letzten Krieges gab es für viele Menschen kein Zurück mehr, und das Heimsehnen war stark. So hatte es auch uns in die Fremde verschlagen. Neue Freunde, wirtschaftliche Sicherheit konnten unser Heimweh nicht stillen. So war ich nach Jahren in Eupen angekommen mit der Aufgabe, ein neues Heim für die Familie zu finden. Dieser Auftrag lastete schwer auf meinen jungen Schultern. Nachdem ich in der Mitte der Stadt eine Bleibe gefunden hatte, weckten mich am ersten Morgen die Kirchenglocken auf der Klötzerbahn. Auf meine Frage nach dem Namen des Gotteshauses, das so sehr dem in der alten Heimat glich, wurde mir der Bescheid, dass dieses die evangelische Friedenskirche sei. Aus dem Hotelfenster sah ich zur Friedenskirche hinüber, und allmählich zog Zuversicht für meine Aufgabe und Friede in mein verzagtes Herz: Natürlich würde alles gut werden, natürlich würden wir endlich wieder zu Hause sein.

Meine erste Begegnung mit unserer jetzt 150 Jahre alten Friedenskirche hat Segen gebracht.

rn

Radioandacht

Sonntag, 18. September um 7.30 Uhr und 18.15 Uhr - BRF 2 UKW 93,2 und 98,4 MHz

Atempause

Montag, 12. und 26. September um 19.30 Uhr in Neu-Moresnet

Hauskreis

Hergenrath (bei Familie Rollfs) - Tel. 087/65.78.59

Dienstags, 9.00 Uhr Bertholfstr. 19, Bergpredigt

Raeren (bei Fam. Schumacher)

Dienstag, 20. September, 20.15 Uhr, Neustr. 1, Jes 58, 7-12

Bibelstunde - jeweils im Pfarrhaus

Dienstag, 6. September 19.30 Uhr, Neu-Moresnet, Apostelgeschichte [S]
Dienstag, 13. September 19.30 Uhr, Eupen, Apostelgeschichte [T]
Dienstag, 20. September 19.30 Uhr, Neu-Moresnet, Jesus Sirach [Rolffs]
Dienstag, 27. September 19.30 Uhr, Eupen, Apostelgeschichte [S]

Frauenkreis

Mittwoch, 7. September 9.15 Uhr, Neu-Moresnet, »Frauen entdecken die Kraft des Gebetes«
Mittwoch, 14. September 9.30 Uhr, Eupen, »Beten einmal anders«
Mittwoch, 21. September 9.15 Uhr, Neu-Moresnet, »Nicht aufgeben - weiter beten«
Mittwoch, 5. Oktober 9.15 Uhr, Neu-Moresnet, »Dankbarkeit«

Seniorennachmittag

Mittwoch, 28. September, 14.30 Uhr, Neu-Moresnet

Konfirmandenunterricht

2. Jahrgangsstufe:

Mittwoch, 14. September, 19.30 Uhr, Eupen, Elternabend

1. Jahrgangsstufe:

Samstag, 24. September, 9.00 Uhr, Neu-Moresnet, Unterricht

Chor

ab 9. September, Freitags, 18.45 Uhr in Neu-Moresnet

Presbyterium

Donnerstag, 8. September, 20.00 Uhr in Eupen, Sitzung

Donnerstag, 22. September, 20.00 Uhr in Eupen, Hauskreis

Donnerstag, 6. Oktober, 20.00 Uhr in Eupen, Sitzung

Royal Ranger, Pfadfinder, Jugendgruppen

Samstag, 10. September um 14.30 - Neu-Moresnet: Mäuschen, Delfine, Polarwölfe und 24. September um 16.30 Uhr im Pfarrhaus: Bei Fragen: TL Mäuschen: Stefanie Plumanns TL Delfine: Elisabeth Recker TL Polarwölfe: Christian Neff

Jeden Donnerstag 17.00 - 19.00 Uhr treffen sich die Hühner im Eupener Pfarrhaus. TL Hühner: Dania Neff

Falken: ! Im September gibt es nur Teamtreffen nach Absprache !

Es findet am 17.09. der WEP statt mit anschließenden Lagerfeuer statt Teamtreffen.

Bitte holt Euch die Infos zu den Teamtreffen bei Stefanie Plumanns oder Alexander Kever (Tel.: 087/ 78.72.65)!

Ansprechpartner

  • Starter (Mäuschen): Stefanie Plumanns Tel.: 087/31.66.15

  • Kundschafter Mädchen (Delphine): Elisabeth Recker Tel.: 087/65.26.49

  • Kundschafter Jungen (Polarwölfe): Christian Neff Tel.: 087/65.64.05

  • Pfadfinder Mädchen (Hühner): Dania Neff Tel.: 087/78.72.65, Miriam Manderfeld Tel.: 0049/170/ 202.10.92

  • Pfadranger (Falken): Stefanie Plumanns Tel.: 087/31.66.15

Redaktionssitzungen des BRÜCKE-Teams

Dienstag, 13. September 18.00 Uhr in Eupen für die Oktober-Ausgabe
Dienstag,  27. September 18.00 Uhr in Eupen Planung für die November-Ausgabe

Redaktionsschluss für die Oktoberausgabe: So 11. September

Geburtstage

Wir gratulieren ...

Frau Luise Brügmann in Eupen am 01.09.: 74 Jahre
Herrn Peter Westphal in Raeren am 06.09.: 71 Jahre
Herrn Rudi Lau in Herbesthal am 08.09.: 72 Jahre
Herrn Hans Beller in Neu-Moresnet am 09.09.: 75 Jahre
Frau Elfriede Nückel in Astenet am 09.09.: 84 Jahre
Frau Gerda Schmidt in Hergenrath am 10.09.: 78 Jahre
Frau Sigrid Lau in Herbesthal am 11.09.: 70 Jahre
Frau Magdalene Herbiet in Eupen am 20.09.: 81 Jahre
Herr Willy van Schingen in Eupen am 23.09.: 84 Jahre
Frau Edeltraud Weinert in Eupen am 02.10.: 84 Jahre

Freud & Leid

Taufe:

 

Getauft wurde am:

2. Juli 2005 Nele Junkers aus Eynatten / Haustaufe
24. Juli Edouard Chvets aus Eupen / Friedenskirche
14. August Shona und Liam Moor aus Baelen / Friedenskirche

Trauung:

 

12. August 2005 Patrick Mayers aus Eupen (evangelisch) und Annick Masson aus Warzèe (katholisch) in St. Martin Kirche / Warzèe; beide wohnen jetzt in Warzèe.
 

Aufnahme in VPKB:

Aufgenommen in die Vereinigte Protestantische Kirche Belgiens (VPKB) wurden Svetlana Popapova aus Marinowka / Kasachstan und Lina Chvets aus Marinowka / Kasachstan

Hinweis: Die Artikel Auf ein Wort und Gesundheitsmonat September wurden nach Presbyterbeschluss vom 8. September aus der Internetausgabe  entfernt.

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Stand: 07. Mai 2010