9. Jahrgang

Nummer 6/7

JUNI-JULI 1966

DIE BRÜCKE

EVANGELISCHE ZEITUNG IN BELGIEN

Inhalt:

Schön ist die Welt / Ein Vater der Kirche / Was ist Bibelkritik? / Ein anderes Evangelium?
Neue Richtlinien über die Mischehe / Richtlinien für Dialog zwischen den Konfessionen
Koexistenz ist die einzige Möglichkeit zu überleben / Atomare Abschreckung steht auf schwankendem Boden / Nachrichten 
Aus der Gemeinde - Für die Gemeinden

Schön ist die Welt / Ein Vater der Kirche / Was ist Bibelkritik? / Ein anderes Evangelium?

Schön ist die Welt

Dieses Bild spricht für sich selbst. Schön ist die Welt, wenn die Sonne lacht und die Blumen in voller Pracht stehen. Es ist beglückend, die Schönheit eines solchen Waldweges zu genießen. Wir brauchen diese Gelegenheiten, bei denen wir aus vollem Herzen sprechen können:

Wie schön ist die Welt!

Sie hat ja auch noch ganz andere Gesichter, diese Welt, in der wir leben. Und nicht immer gehen die Menschen so friedlich miteinander, wie auf diesem Bild. Darum ist es so wichtig, dass wir die Augenblicke der Freude und der friedvollen Harmonie nutzen.

Es gibt Zeiten, in denen es lebensnotwendig ist, sich daran zu erinnern, dass wir es manchmal zu erkennen vermögen:

Wie schön ist die Welt!

Die vor uns liegende Zeit des Urlaubs ist eine gute Gelegenheit, sich darin wieder zu üben, mit offenen Augen und freudebereiten Herzen die Schönheit der Schöpfung zu erleben.

Wer das wieder lernt, der versteht dann wohl auch, dass die Schönheit der Welt nur ein Abglanz ist. Sie strahlt die Güte, Lebenskraft und Vollkommenheit ihres Schöpfers wieder. Je mehr wir von dem Schöpfer erkennen, umso mehr wird uns seine Schöpfung glücklich machen. Dazu ist ein Gang durch die schöne Welt allerdings nur ein kleiner erster Schritt. Denn Gott will sich nicht nur als der Schöpfer von uns bewundern lassen, er erwartet die Anbetung als der Vater.

Darin hat die Freude an der schönen Welt ihr tiefstes Fundament.

Ja, schön ist die Welt.

Und mit unendlicher Güte werden wir in dieser schönen Welt vom Vater beschenkt.

Pfarrer Wolfgang Rehbein

Herr, wie sind deine Werke so groß und so viel!

Du hast sie alle weislich geordnet und die Erde ist voll deiner Güter.

(Psalm 104)


Ein Vater der Kirche

Im Jahre 1927 erschienen fast gleichzeitig zwei Bücher, beide Signal eines bestimmten christlichen Selbstverständnisses. Otto Dibelius nannte sein Buch demonstrativ: «Das Jahrhundert der Kirche». Karl Barth formulierte sehr zurückhaltend: «Prolegomena zur kirchlichen Dogmatik». Otto Dibelius wollte damals darauf aufmerksam machen, dass nun - nach einer Zeit privaten und persönlichen Christentums - eine Epoche anbrechen werde, in der die Kirche - die organisierte Kirche als Institution - eine Hauptrolle spielen werde. Karl Barth dagegen wollte Hinweise geben dafür, wie der Mensch der Wahrheit Gottes begegnen könne ohne sie zu verfälschen.

Aus diesen verschiedenen Positionen heraus haben dann beide Autoren 40 Jahre lang ihre Zeit beeinflusst und die Geschicke der Kirche entscheidend gegen Ende des Ersten Weltkrieges mitbestimmt. Otto Dibelius hat seine Kirche immer wieder zu einer eindrucksvollen festen Größe inmitten der wechselnden Machtgruppen der modernen Gesellschaft gemacht. Und Karl Barth hat - warnend vor philosophischen, anthropologischen und soziologischen Spekulationen - unbeirrbar an der offenbarten Wahrheit des Evangeliums festgehalten und ein leben lang versucht, diese Wahrheit zu beschreiben und gegen jede Verfälschung abzugrenzen, dialektisch zu beschreiben und unversöhnlich abzugrenzen.

«Karl Barth kleidet sich mit der geschmackvollen Einfachheit eines Schweizer Pastors. Blassblaue Augen blicken durch dicke Brillengläser. Er hat eine steil abfallende hohe Stirn und wirres graues Haar. Sein Kopf bewegt sich dauernd unruhig hin und her. Obwohl er sehr freundlich und liebenswürdig ist, erinnert er doch an eine alttestamentarische Gestalt. Denn hinter allem steht ein sehr klarer und unbeugsamer Geist. Er ist eine gewaltige Erscheinung». Mit diesen Worten beschrieb ihn vor einigen Jahren ein englischer Journalist.

Dieser Charakterisierung muss wohl noch hinzugefügt werden, dass Karl Barth auch ein rücksichtsvoller Lehrer, treuer Freund, liebevoller Vater und verständnisvoller Berater ist. Der ausgedehnte Briefwechsel, den er mit Menschen aus allen Kontinenten geführt hat, zeigt das ganz deutlich. Er ist - gerade auch als Professor der systematischen Theologie - zu einem einflussreichen Seelsorger geworden, dessen Wort biblische Weisheit widerspiegelt. Doch ist das alles gepaart mit einem Humor, der bereit ist, lächelnd Abstand zu nehmen und - plötzlich - von einer ganz anderen Seite aus derselben Sachfrage neue Akzente zu geben und ihr so wohl auch die unbarmherzige Schärfe zu nehmen.

Karl Barth ist ein begeisterter Theologe. Die theologische Forschung und Wissenschaft haben ihn gepackt und festgehalten, so sehr, dass er bis zum 43. Lebensjahr nur seine Schweizer Heimat, Deutschland und Holland kennen gelernt hatte. «Ich hatte in meinem Studierzimmer und in dessen nächster Umgebung so viel zu lernen und zu tun, dass ich nach der Ferne keine Sehnsucht empfand». Erst danach führten ihn Reisen in die meisten Länder Europas. Dann erst begann er, sich auch mit der allgemeinen Geistesgeschichte und dem klassischen Altertum zu beschäftigen. Diese «Askese» ist typisch für seine Sachbezogenheit, die ihn zwingt, alles Sachfremde abzustoßen oder zurückzudrängen, solange es der eigenen Bindung und Forschung hinderlich ist. Der junge Landpfarrer im Dorf Safenwil im Kreis Aargau stand vor der Aufgabe, Gottes Wort an seine Gemeinde weiterzusagen. Und er wusste doch, dass der Mensch dieser Aufgabe niemals gerecht werden kann. Aus dieser Not heraus ist er dazu gekommen, es mit dem Verstehenwollen und dem Erklären schärfer und genauer zu nehmen. Und das wieder führte ihn dazu, einen Kommentar zum Römerbrief zu veröffentlichen. Mit diesem Buch rief er einen ungeheuren Proteststurm in den Kirchen hervor, wegen seiner Mischung, aus abstrakter Theologie und praktischer Weisung, wegen der völligen Missachtung der menschlichen Situation für die theologische Aussage einerseits und dem umfassenden Ernstnehmen des Menschen in der Anrede durch Gottes Wort andererseits. Er selbst sagte damals zu seinem rigorosen Biblizismus: «Ich habe das Vorurteil, dass die Bibel ein gutes Buch ist, und dass es sich lohnt, wenn man ihre Gedanken mindestens ebenso ernst nimmt, wie seine eigenen».

Karl Barth hat ein ganzes Leben lang an der «Kirchlichen Dogmatik» gearbeitet. Es sind überarbeitete Vorlesungstexte. Praktisch bedeutet das, dass er seine ganze theologische Forschung dazu benutzt hat, eine zusammenhängende systematische Theologie zu verfassen. Natürlich sind daneben - gleichsam als Abfallprodukte - auch einige spezielle Fachbücher mit entstanden. Aber die zwölf Bände umfassende, unvollendete Dogmatik ist doch wie ein roter Faden, der sich durch sein ganzes theologisches Wirken zieht. Das ist eine gewaltige Leistung, die es seit der lutherischen Orthodoxie nicht mehr gegeben hat. Doch sind dieser Leistung nur die allerwenigsten «Abnehmer» gewachsen gewesen. In den Pfarrhäusern findet man sehr häufig Bände der «Kirchlichen Dogmatik» von Barth, aber nur in den allerseltensten Fällen alle erschienenen Bände. Die meisten haben das Mitlesen früher aufgegeben als Barth das Aufschreiben.

In vielen Sprachen sind die theologischen Werke übersetzt worden. In tast allen Erdteilen leben Schüler von ihm. Die deutsche Theologie der letzten Jahrzehnte ist von ihm zutiefst geprägt. Erst in den letzten Jahren sind neue Tendenzen spürbar, die nicht mehr aus dem theologischen Ansatz von Karl Barth erwachsen sind.

Karl Barth ist daneben immer ein einfältiger Prediger gewesen, der es vermochte, schwierige theologische Wahrheiten auch ungelehrten Hörern verständlich zu machen. Er hat für die Vorbereitung einer Predigt oft mehr Zeit verwendet als für die einer Vorlesung. Dabei hat er die Predigt immer eingefügt in den ganzen Gottesdienstvollzug. Text, Predigt, Gebet bildeten für ihn eine feste Einheit; die Gebete hat er selbst formuliert und die Lesungen frei ausgewählt, so dass sich aus all diesen Teilen letztlich die eine Aussage ergab. Bis in sein hohes Alter hinein hat er regelmäßig in der Strafanstalt Basel für die Häftlinge gepredigt. Er selbst interpretierte diese Tatsache mit den Worten: «Es dürfte wohl nur wenige Theologieprofessoren geben, deren Predigthörer man nur werden kann, wenn man sich zuvor einer gröblichen Übertretung der bürgerlichen Rechtsordnung schuldig gemacht hat».

Karl Barth predigt fast trocken, ohne jedes Pathos, ganz der Sache hingegeben. Er fesselt durch die nüchterne Mitteilung, durch das, was er über Gottes Aktivität in dieser Welt zu sagen hat. Und diese Mitteilung wieder ist gehörtes und übersetztes Bibelwort, ohne jegliche menschliche Zutat, allein aus sich selbst heraus interpretiert. Manchen hat diese Nüchternheit abgestoßen, zumal wenn sie in hartem Schweizer Tonfall vorgetragen wird. Aber allen, die müde geworden sind über allzu viel menschlicher Theatralik, waren diese Predigten ein Ort des Friedens, des Trostes und der Weisung.

Karl Barth hat immer gewusst, dass das Reden allein nicht genügt, auch das theologisch - kirchliche Reden nicht. Deshalb gehört für ihn das praktische Handeln stets dazu; sei es, dass er zum Ende des Ersten Weltkrieges Hilfsmaßnahmen für Hungernde und Heimatlose organisiert; sei es, dass er sich im Kreise religiöser Sozialisten um eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse bemüht; sei es, dass er in der Bekennenden Kirche - theoretisch und praktisch - den «politischen» Widerstand mitbestimmt. Er lehnt es ab, den Beamteneid auf Adolf Hitler zu leisten, wird aus seiner Professur in Bonn entfernt und kehrt in die Schweiz zurück. Er unterstützt von dort aus weiter die Bekennende Kirche, kümmert sich um jüdische Flüchtlinge, ruft Kirchen und Völker zum Widerstand gegen Hitler auf und wird schließlich selbst noch - 54 Jahre alt - Soldat.

Doch als dann die Zeit der Nazidiktatur vorüber ist, kommt er - verkleidet und ohne gültigen Pass - als einer der ersten Ausländer nach Deutschland, weil man dort jetzt Freunde braucht. Und nun wollte er den Deutschen vor allem als Freund nahe sein, um ihnen den Neuanfang zu erleichtern. Und genauso wollte er in den nachfolgenden Jahren dann auch denen im Osten Freund sein, die unter der Naziherrschaft - direkt und indirekt - so viel Leid erfahren haben.

Diese seine «Kommunistenfreundschaft» hat man weithin nicht verstanden. Doch gehört sie - ganz konsequent - in die ethische Praxis hinein, die sein theologisches Wirken von Anfang an begleitet hat.

Karl Barth hat im Wintersemester 1961/62 - Fünfundsiebzigjährig - seine Lehrtätigkeit in Basel beendet. Einsamkeit, Krankheit, Altern sind ihm nicht erspart geblieben. Es mag sein, dass Theologie und Kirchengeschichte in den letzten Jahren «über ihn hinweggegangen» sind. Dennoch hat er mit seinem leidenschaftlichen Hinweis auf die unaufhebbare Hoheit Gottes und die unbegrenzte Güte Jesu Christi einen Grundstein gelegt, der noch viele Generationen tragen wird.

Wolf-Dieter Zimmermann


Was ist Bibelkritik?

1. Den bestbezeugten Text ermitteln

Was ist die Bibel, und wie muss, wie darf man sie auslegen? Diese Frage ist in unserer Kirche und Theologie strittig. Vor allem der Begriff der «Bibelkritik» hat viele Gemeindeglieder immer wieder verschreckt. Daher beginnen wir dieser Ausgabe mit einer Artikelreihe, deren Autor sich um die Erläuterung dieses strittigen Begriffes und der dahinter stehenden Methoden bemüht. In seinem ersten Beitrag antwortet der Verfasser zunächst allgemein auf die Frage: Was ist Bibelkritik?

Zunächst einmal ein sehr unglückliches Wort. Denn es weckt sofort einen sehr schlimmen Verdacht: Das Fundament alles kirchlichen Redens ist doch (das hat unsere Kirche bei Luther und Calvin gelernt und immer neu zu lernen) die Bibel. Und nun soll dieses Fundament kritisiert werden?! Der Verdacht wird wach: Bibelkritik ist Selbstmord (oder wenigstens der Selbstmordversuch) der evangelischen Kirche. Von da aus kann man es in der Tat verstehen, dass sich für manche Christen mit dem Wort «Bibelkritik» Schlagworte verbinden wie «Demontage der Bibel», «theologischer Atheismus» und so weiter. Es sei nun aber in aller Schärfe betont: solche Schlagworte sind völlig unangebracht, weil sie das Wesen der Bibelkritik eben nicht treffen. Diese Behauptung möchte ich kurz begründen:

Das Wort «Kritik» gibt es in unserer Sprache in doppeltem Sinn: Die erste, ursprüngliche Bedeutung des Wortes leitet sich ab von der griechischen Vokabel «krinein», zu deutsch: «scheiden», «unterscheiden», «trennen», «urteilen» (und noch einige andere Bedeutungen, zum Beispiel «gutheißen»). Wir halten fest: Das Wort Kritik hat ursprünglich keinerlei negativen Beigeschmack. Nun erging es diesem Wort ähnlich wie anderen Wörtern unserer Sprache: im Laufe der Zeit bekamen sie eine negative Färbung (ein Beispiel: in der Lutherbibel lesen wir «Weib» im Sinne von «Frau»; heute aber wäre es eine Beleidigung eine Frau ein «Weib» zu nennen). Damit kommen wir zu der zweiten, späteren Bedeutung des Wortes «Kritik». Wir sprechen heute von Kritik an jemandem» oder «Kritik an einer Sache» und meinen damit: wir beurteilen jemanden oder etwas als fehlerhaft oder schlecht.

Wer sich nicht von vornherein das Verständnis dessen, was mit Bibelkritik gemeint ist, verbauen will, muss beachten, dass das Wort «Kritik» in der theologischen Sprache in der ersten der oben genannten bei den Bedeutungen gebraucht wird: es meint ein intensives Bemühen um die betreffende Sache. So sprechen wir in der Theologie zum Beispiel von «Textkritik». Ich erinnere mich noch an den Schrecken, den ich bekam, als ich dieses Wort zum ersten Male hörte. Als Schüler bekam ich mit, wie sich ein Pfarrer und ein Theologiestudent unterhielten. Da fiel das Wort «Textkritik», und ich traute meinen Ohren kaum, als ich merkte, wie wichtig beide die Aufgabe der Textkritik nahmen. Mein erster Gedanke: wie kann man den Bibeltext kritisieren?! «Kritik» verstand ich also im zweiten oben genannten Sinn). Ich musste erst lernen, dass Textkritik durchaus nichts Negatives ist, sondern im Gegenteil das positive ernsthafte Bemühen, den ursprünglichen Bibeltext herauszufinden (es gibt ja bekanntlich etliche sehr alte und neuere Handschriften, die nicht überall genau übereinstimmen). Die Textkritik versucht also (so formuliert Bergmann in «Alarm um die Bibel», Seite 29), «den bestbezeugten Text zu ermitteln». Bibelkritik allgemein versucht dementsprechend (Textkritik ist nur ein Stück innerhalb der Bibelkritik), die Verkündigung der biblischen Schreiber möglichst sachgemäß zu ermitteln.

Wer sich an die Aufgabe der Bibelkritik heranmacht, beginnt damit kein leichtes Werk. Denn gefordert ist von ihm «Radikalität des allein der Sache verantwortlichen Fragens» (so: Käsemann, «Exegetische Versuche», Band 1, Seite 51). Und eben hier kneifen wir allzu leicht. Wir meinen dann (meistens geschieht das freilich unbewusst), in erster Linie nicht der «Sache» verantwortlich zu sein, sondern anderen Instanzen. Ich möchte drei dieser Instanzen nennen, die sich schnell zwischen die biblische Verkündigung und uns schieben, wenn wir nicht gehörig auf der Hut sind:

  1. Unser Verstand. Unser heimlicher Leitsatz hieße dann: Beim Bibelstudium darf ich nur das herausfinden, was ich voll verstehen kann. Ich kann aber nicht verstehen, dass ein Toter wieder lebendig wird. Wenn davon in der Bibel aber doch die Rede ist, bleibt mir nur zweierlei: entweder behaupte ich: diese Geschichten wollen natürlich genommen werden, man muss sie nur richtig verstehen (und schon «erkläre» ich lustig drauflos, meinem Verstand und nicht der Sache verantwortlich); oder ich sage: die Bibel redet viel dummes Zeug (das kann man dann sogar noch sehr vornehm ausdrücken). - Wir merken: im zweiten Falle deutlich, im ersten Falle versteckt, übe ich damit Kritik an der Bibel.

  2. Unsere Kirchenlehre. Unser heimlicher Leitsatz hieße dann: Beim Bibellesen darf ich nur das herausfinden, was voll und ganz der Kirchenlehre entspricht. Aber von Luther haben wir gelernt, dass auch Konzilien irren können, und dann ja auch wohl Bekenntnisschriften. Die Bekenntnisschriften lehren zum Beispiel die Kindertaufe. Wenn das Neue Testament aber (dieses Problem wird heute viel diskutiert) die Erwachsenentaufe (mindestens auch) nahe legt, bemühen wir uns eifrig, die Bibel so zurecht zu legen, dass wir die Kindertaufe in ihr finden (ich möchte das Problem hier offen lassen, es sei nur als Beispiel herangezogen). Wieder wäre ich damit abgerutscht in eine Kritik an der Bibel. Ich (diesmal mit den Bekenntnisschriften unter dem Arm) bin der Richter, der beurteilt, was die Bibel sagen darf und was nicht.

  3. Unsere «historische Bibel» (wie ich das einmal nennen möchte). Unser heimlicher Leitsatz hieße dann: Alle Erzählungen in der Bibel sind Tatsachenberichte; die biblischen Schreiber schrieben sie mit dem historischen Interesse eines Polizeiprotokolls. Wenn uns dann aber beim Bibellesen auffällt, dass ein und derselbe Vorgang von verschiedenen Schreibern recht unterschiedlich dargestellt wird, meinen wir, es sei von uns ein kunstfertiges Bemühen gefordert, solche Berichte trotz ihrer Unterschiede unter einen Hut zu bringen (in der Fachsprache sagt man: sie zu harmonisieren). Solches Bemühen gilt dann vielleicht noch als besonders fromm. Dabei merken wir gar nicht, dass wir etwas sehr Törichtes tun: wir haben die falsche «Brille» auf: die biblischen Erzählungen wollen nicht Tatsachenberichte sein, sondern Predigten über Christus (auch darauf kommen wir gleich noch zurück).

Das genannte Bemühen scheint sehr bibeltreu zu sein. Wir müssen aber auch hier erkennen, dass mit ihm heimlich Kritik an der Bibel geübt wird: wieder bin ich der Richter, der beurteilt, was die Bibel zum Inhalt haben darf und was nicht. Diesmal fordere ich nicht völlig Verstehbares, auch nicht völlig Lehrgemäßes; diesmal fordere ich Tatsachenberichte.

Wir lernten drei Spielarten einer schlechten Bibelkritik kennen. Schlecht ist die darum, weil sie nicht vorbehaltlos nach dem fragt, was die biblischen Schreiber sagen wollen, sondern weil sie mit einer Voreingenommenheit die Bibel aufschlug. Es sei aber betont: damit ist nicht die Bibelkritik überhaupt schlecht. Wenn es viele Beispiele für schlechten Gesang gibt (und die gibt es zweifellos), kann daraus nicht der Schluss gezogen werden, alles Singen sei schlecht. Ebenso: Wenn es viele Beispiele für schlechte Bibelkritik gibt (und die gibt es zweifellos), kann daraus nicht der Schluss gezogen werden, alle Bibelkritik sei schlecht.

Die Themafrage «Was ist Bibelkritik ?» wollen wir zusammenfassend beantworten: Bibelkritik, wenn sie im vorbehaltlosen Hören auf das Wort der biblischen Schreiber geschieht, ist für eine Kirche, die von dem in der Schrift bezeugten Christus lebt, absolut notwendig. Bibelkritik jedoch, wenn sie mit Vorurteilen begonnen und durchgeführt wird, wäre sie für unsere Kirche ein großer Schaden.

Es scheint mir nicht gut zu sein, über Bibelkritik zu schreiben, ohne an einem Bibeltext zu zeigen, wie sie praktisch getrieben wird. Wer ein Auto kennen lernen will, lässt sich nicht nur über den Wagen informieren, sondern er unternimmt einmal eine Fahrt mit ihm. Unternehmen wir also einmal eine kleine «Probefahrt» auf dem Gelände der Bibelkritik! Und wie man das Auto bei der ersten Fahrt nicht sofort über schwierigste Strecken hetzt, so wollen wir es auch hier halten: wir lassen einmal die «heißen Eisen» (Wunderfrage, Auferstehung usw.) bewusst beiseite und wählen eine relativ einfache Geschichte. Ich hoffe, an ihr einiges über das Wesen der Bibelkritik deutlich zu machen, so dass der Leser einsieht: wenn manche Theologen dann auch zu Wundergeschichten oder zur Auferstehung Sätze schreiben, die uns zunächst fremdartig erscheinen, wäre es falsch, sie sofort mit dem Schlagwort «Bibeldemontage» abzutun.

Schauen wir uns einmal, obwohl die Passionszeit vorbei ist, die Geschichte von der Gefangennahme Jesu an. Natürlich kann ich im folgenden keine erschöpfende Erklärung dieser Geschichte liefern, ich möchte nur einiges Grundsätzliche herausstellen.

Zunächst schlagen wir das Matthäus-Evangelium auf, und zwar das Kapitel 26. Wir lesen in den Versen 14 bis 16 das Angebot des Judas, Jesus für 30 Silberstücke zu verraten. Als Jesus dann den Jüngern sagt: «Einer unter euch wird mich verraten» (Vers 21), fragen alle Jünger: «Bin ich's?» Ebenso fragt Judas (Vers 25) und erhält die Antwort: «Du sagst es». Vor diesem Gespräch hatte Judas also den Verrat schon voll geplant (vergl. besonders Vers 16). Seine Frage «Bin ich's, Rabbi?», ist damit eine Unverschämtheit gegenüber Jesus. Was tut Judas nun weiter? Die Geschichte vom Verrat hat bei Matthäus gewissermaßen eine Überschrift: Jesus umschreibt das, was hier geschieht, mit den Worten «siehe, die Stunde ist hier, dass des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird» (Vers 45). Es fällt auf: Jesus redet hier von sich in einem passivischen Ausdruck (Leideform): «überantwortet wird»; die Aktiven, die Handelnden sind andere: die Schar, und besonders Judas: er hat den Verrat angeboten (Vers 14 bis 16), seine Ausführung geplant (er hatte ihnen ein Zeichen gegeben, Vers 49). Dieses "Zeichen» ist offenbar nötig, weil die Begleiter des Judas sonst Jesus aus der Gruppe von zwölf Männern bei der Nacht nicht herausgefunden hätten. Das Zeichen tut seinen Dienst: «Da traten sie hinzu...» (Vers 50). Stellen wir noch einmal Jesus und Judas gegenüber. Judas ist der Handelnde, Jesus ist der Erleidende. Alles, was Matthäus zu der Gefangennahme Jesu sagt, stimmt mit der «Überschrift» (Vers 45) genau überein: Jesus wird überantwortet. Nichts deutet bei Matthäus darauf hin, dass Jesus den Gang der Handlung vorangetrieben hätte: was hier geschieht, tut er nicht, er erleidet es. Freilich tut Jesus auch nicht das Gegenteil: er verhindert seine Gefangennahme nicht, obwohl er es könnte (vgl. Vers 51 bis 54).

Die Frage, die nun gestellt werden muss, wenn es uns wirklich um die «Sache» geht, lautet: Was predigt Matthäus in dieser Geschichte? Wir fragen also nicht: Was ist damals im Garten Gethsemane passiert? Sondern wir fragen nach der Verkündigung des Matthäus (vgl. dazu Bergmann «Alarm um die Bibel», Seite 42: «Die Verkündigung ist ein Uranliegen der Bibel. Dies hat die moderne Theologie richtig erkannt»). Matthäus predigt in der Geschichte von der Gefangennahme Jesu über die Niedrigkeit Jesu: Jesus ist so niedrig geworden, dass er in die Hände der Sünder gerät; dass er durch einen seiner Jünger an die Sünder verraten wird; dass er verraten wird mit einem Kuss, dem Zeichen der Ehrerbietung. Kann man sich Schmutzigeres vorstellen? Der Gottessohn - und solche Gemeinheit! Noch manches wäre zu sagen. Wir brechen ab. Nur rasch ein kurzer Blick von diesem Anfang der Leidensgeschichte Jesu zu deren Ende: Der am Kreuz hängende Jesus ruft kurz vor seinem Sterben: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen» (Mt. 27, 46: das einzige Wort Jesu am Kreuz, das Matthäus überliefert!) Wieder unsere Frage: Kann man sich eine größere Niedrigkeit des Gottessohnes (vgl. Mt. 27, 54) vorstellen? Matthäus hält also offenbar das Thema seiner Predigt durch: der Leidende und Sterbende ist der Niedrige.

Was erzählt nun Johannes über die Gefangennahme Jesu (Markus und Lukas wollen wir einmal außer Betracht lassen). Um es gleich zu sagen: seine Predigt unterscheidet sich stark von der des Matthäus. Bei Johannes ist Jesus «der Handelnde und beherrscht die Situation» (so Bultmann, Johannes-Kommentar, Seite 493). Das wird schon spürbar in Kapitel 13. Von einem Angebot des Judas, Jesus zu verraten, ist nicht die Rede (freilich ist es stillschweigend vorausgesetzt; dieses Angebot, das die Aktivität des Judas unterstriche, wird aber eben nicht ausdrücklich berichtet). Wieder sagt Jesus: «Einer unter euch wird mich verraten» (13,21). Wieder die Ratlosigkeit der Jünger (Vers 22). Nun aber das Erstaunliche: Judas fragt nicht, sondern Jesus sagt: «Der ist's, dem Ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Judas... Und nach dem Bissen fuhr der Satan In ihn» (Vers 26f.). Fast sieht es so aus, als mache Jesus den Judas zum Verräter! Ich sage «fast»; denn diese ungeheure Aussage wird durch 13, 2 gemildert: der Teufel hatte dem Judas schon ins Herz gegeben, Jesus zu verraten; aber doch nur gemildert: hart bleibt der Vers 27. Was hier gesagt wird, ist jedenfalls mehr, als Matthäus sagte: Bei ihm ist Jesu «du sagst es» (Mt. 26,25) die Bestätigung dessen, was schon klar ist (vgl. Mt 26, 16). Bei Johannes ist Jesus auch darin der Aktive, dass er den Judas zu raschem Handeln antreibt (13, 27; 2. Hälfte). Judas war bei Matthäus der Aktive, bei Johannes ist er der vom Satan Gepackte (13, 2, 27) und von Jesus Angespornte (13, 27).

Die Aktivität Jesu wird nun besonders augenfällig (Joh. 18, 2 bis 11). Jesus geht der Schar entgegen und gibt sich zu erkennen. Sein «Ich bin's» ist so majestätisch, dass die Soldaten zu Boden fallen (18,6). Beachten wir das! Wenn sie zu Boden fallen, nehmen sie also Jesu «Ich bin's» ernst: sie wissen jetzt, wer Jesus ist, und zwar von Jesus selbst. Sollte Judas Jesus nun noch mit einem Kuss verraten? Das ist doch wohl überflüssig. In der Tat: eine Erwähnung des Judaskusses suchen wir bei Johannes vergeblich. Was tut Judas eigentlich bei Johannes? Streng genommen verrät er nicht die Person Jesu (wie bei Matthäus), sondern den Ort, an dem Jesus sich aufhält (Vers 2): Von dem Augenblick an, da die Soldaten an diesem Ort sind, ist Judas im wahrsten Sinne des Wortes Statist: er «stand auch bei ihnen» (Vers 5): zu tun gibt es für ihn nichts mehr, denn Jesus hat bereits gehandelt.

Ähnlich wie bei Matthäus steht auch bei Johannes die Geschichte von der Gefangennahme unter einer «Überschrift»: 18, 1: «Da Jesus solches geredet hatte...» «Solches» meint das Kapitel 17 (vielleicht auch noch die davor stehenden Kapitel), das so genannte Hohepriesterliche Gebet, das mit den Worten beginnt: «Vater, die Stunde ist da, dass du deinen Sohn verklärst, auf dass dich dein Sohn auch verkläre» (17, 1). In beiden Evangelien: die «Stunde» ist da. Bei Matthäus ist es die Stunde, in der Jesus überantwortet wird, bei Johannes die Stunde, in der Jesus von Gott verklärt wird und seinerseits Gott verklärt. Matthäus predigt über Jesu Niedrigkeit, Johannes über Jesu Hoheit. Wie wir bei Matthäus kurz hinübergeschaut haben zum Ende der Leidensgeschichte, so tun wir es auch jetzt. Bei Johannes sagt Jesus unmittelbar vor seinem Sterben: «Es ist vollbracht» (19, 30). Bei Matthäus der Schrei der Gottverlassenheit (er wird bei Johannes nicht erwähnt), bei Johannes das Wort des Siegers (es findet sich nicht bei Matthäus). Wir sehen: auch Johannes hält das Thema seiner Predigt durch: Der Leidende und Sterbende ist der majestätische Sieger.

Ulrich Bach.
(Wird fortgesetzt.)


Ein anderes Evangelium?

Präses D. Dr. Beckmann zur Frage der modernen Theologie

Was immer man von der neuen «Bekenntnisbewegung - kein anderes Evangelium» halte, es stehe die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Verkündigung und der evangelischen Theologie auf dem Spiel. Dies erklärt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Prof. D. Dr. Joachim Beckmann (Düsseldorf), in einem Schreiben, das er auf Wunsch der rheinischen Kirchenleitung an die Pfarrer, Presbyter und kirchlichen Mitarbeiter der rheinischen Kirche gerichtet hat. In dem in gedruckter Form vorliegenden Schreiben mit dem Titel «Ein anderes Evangelium?» nimmt Beckmann zur Frage der modernen Theologie Stellung. «Die Kirchenleitung kann nicht beiseite stehen wie ein 'Schiedsrichter' und den Ausgang des Kampfes auf dem Feld der Theologen den Kämpfenden überlassen», betont der Präses.

«Die Kernfrage nach dem Inhalt des christlichen Glaubens ist es, die hinter den Fragen nach der Auslegung der Heiligen Schrift und der Bekenntnisse der Väter steh!», schreibt Beckmann. «Sie lautet: Glauben wir noch an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn - oder glauben wir nur noch wie Jesus? Glauben wir überhaupt noch an Gott, den Vater Jesu Christi, oder nur noch an den Menschen Jesus, weil 'Gott' nur die Chiffre für (sagen wir) Mitmenschlichkeit ist?» fragt Beckmann. Das reformatorische «Allein die Heilige Schrift» sei neu in Frage gestellt. Die Gegensätze spitzten sich an zwei extremen Positionen zu. Auf der einen Seite stehe ein so genannter «Fundamentalismus», der in weiten Kreisen der kirchentreuen Gemeinden seine Anhänger habe und darum oft «Gemeindetheologie» genannt werde, auf der anderen Seite die «hermeneutische» oder «existenzialistische» Theologie, die von ihren Gegnern neuerdings oft als «neurationalistische» oder «neoliberale» Theologie gekennzeichnet werde. Präses Beckmann geht dann auf die aktuellen Fragen der Schriftforschung und Verkündigung ein und erinnert an den «entscheidenden Inhalt der Heiligen Schrift»: die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus. Beckmann meint, mit einem Streit zwischen «Bekenntnisbewegung» und «moderner Theologie» sei der evangelischen Kirche nicht gedient. Es dürften nicht die Gefahren einer Spaltung der Kirche heraufbeschworen werden. «Wir müssen einen besseren Weg zur Überwindung der heute aufgebrochenen Gegensätze finden. Wir wollen uns darum bemühen, auf den Wegen, die auf der Synode der EKD, auf unseren rheinischen Landessynoden, aber auch jetzt in der Evangelischen Kirche von Westfalen beschritten sind, vorwärts zu kommen», betont Präses Beckmann am Schluss seines Schreibens.

Neue Richtlinien über die Mischehe / Richtlinien für den Dialog zwischen den Konfessionen 

Neue Richtlinien über die Mischehe

Es ist inzwischen viel geschrieben und gesagt worden über die vom HI. Offizium veröffentlichte Instructio zur Mischehe. Aus den einleitenden Sätzen dieses Dokumentes entnehmen wir, dass es aus der Sorge um die Menschen, in der Erkenntnis ökumenischer Gegebenheiten und mit der Absicht, den Katholiken in der Mischehe zu helfen, geschrieben wurde. Es soll noch kein Gesetz sein, sondern ist «ad experimentum» gedacht. Der notwendige und leider vorher unterbliebene interkonfessionelle Dialog kann also noch nachgeholt werden. In der vorliegenden Form ist das Dokument in jeder Weise ungenügend und bleibt weit hinter dem zurück, was auf dem Konzil beraten wurde.

Wir veröffentlichen für die Leser der BRÜCKE nun Auszüge aus dem Text der neuen Bestimmungen und einige inzwischen dazu gegebene Kommentare.

Paragraph 1. Man muss sich immer die Notwendigkeit vor Augen halten, vom katholischen Ehepartner die Gefahr für seinen Glauben fernzuhalten und für eine katholische Kindererziehung zu sorgen.

Paragraph 3. Der nichtkatholische Teil soll mit dem nötigen Feingefühl, aber ganz klar über die katholische Lehre von der Würde der Ehe und besonders über ihre Haupteigenschaften, nämlich Einheit und Unauflöslichkeit, unterrichtet werden. Ebenso soll dem nichtkatholischen Teil die schwere Verpflichtung des katholischen Ehegatten vergegenwärtigt werden, seinen Glauben zu schützen, zu bewahren und zu bekennen und die Nachkommenschaft in ihm taufen und erziehen zu lassen.

Wenn der nichtkatholische Teil jedoch glaubt, ein solches Versprechen nicht ohne Verletzung seines eigenen Gewissens ablegen zu können, soll der Ortsordinarius den Fall mit allen Einzelheiten dem Heiligen Stuhl vorlegen.

Bei der Schließung einer Mischehe muss die kanonische Form gemäß Kanon 1094 eingehalten werden; dies ist zur Gültigkeit der Ehe notwendig. Sollten Schwierigkeiten auftauchen, so soll der Ordinarius den Fall mit allen Einzelheiten dem Heiligen Stuhl unterbreiten.

Jegliche Eheschließungsfeier in Gegenwart eines katholischen Priesters und eines nichtkatholischen Religionsdieners bei gleichzeitiger Ausübung des jeweiligen Ritus muss absolut vermieden werden. Jedoch ist nichts dagegen einzuwenden, dass der nicht-katholische Religionsdiener nach Beendigung der religiösen Zeremonie einen Glückwunsch und eine Ermahnung an das Brautpaar richtet und dass gemeinsam mit den Nicht-Katholiken einige Gebete verrichtet werden. Dies kann mit der Zustimmung des Ortsordinarius und unter der notwendigen Vorsicht, um die Gefahr des Aufsehens zu vermeiden, geschehen.

Die in Kanon 2319 Paragraph 1 Ziffer 1 vorgesehene Exkommunikation für diejenigen, die die Ehe vor einem nichtkatholischen Religionsdiener schließen, ist abgeschafft. Diese Abschaffung gilt rückwirkend. Während die Kirche diese neuen Normen festsetzt, ist es - wie oben erwähnt - ihr Wunsch und ihre Absicht, den gegenwärtigen Bedürfnissen der Gläubigen Rechnung zu tragen und das Verhältnis zwischen Katholiken und Nicht-Katholiken durch eine glühendere Liebe zu fördern.

Die katholischen Ehegatten sollen schließlich dafür Sorge tragen, in sich selbst die Gnade des Glaubens zu festigen und zu vermehren; sie sollen immer ein Familienleben führen, das sich an den christlichen Tugenden ausrichtet und sich auch darum bemühen, dem nicht-katholischen Partner und den Kindern ein leuchtendes Beispiel zu bieten.

Gegeben zu Rom am 18. März 1966.
(gez.)
Alfredo Kardinal Ottaviani,
Pro-Präfekt

Dr. W. A. Visser 't Hooft, Generalsekretär, Ökumenischer Rat der Kirchen:

«Obwohl die Instruktion einen gewissen Fortschritt bedeutet, so bleibt sie doch weit hinter dem zurück, was nach der Promulgation der Konzilserklärung über die Religionsfreiheit und des Dekretes über den Ökumenismus, vor allem aber nach der Diskussion im Konzil über die Mischehe erwartet werden konnte... Der wichtigste Gewinn ist die Aufhebung der Exkommunikation von römisch-katholischen Christen, die sich außerhalb der römisch-katholischen Kirche trauen lassen... indirekt bedeutet (diese Regelung) eine weitergehende Anerkennung der außerhalb der römisch-katholischen Kirche geschlossenen Ehen...

Dr. Michael Ramsey, Erzbischof von Canterbury:

Auf Pressekonferenzen während seiner Reise nach Rom und Genf, sagte Dr. Ramsey wiederholt, dass die Instruktion «das Gewissen der Anglikaner oder anderer nicht-katholischer Christen nicht befriedigt». Er sagte weiter, dass er «keine andere praktische Schranke kenne, ... die die christliche Einheit so beeinträchtigt».

Bischof Dr. Gerhard May, Evangelische Kirche der Augsburger Konfession, Österreich:

Der Instruktion «mangelt es an der seelsorgerischen Weisheit der Konstitution Provida aus dem Jahre 1906 und des Dekretes Ne temere von 1907». Sie «erfüllt nicht die Forderungen, die von den Konzilsvätern und zahlreichen Katholiken während des Konzils erhoben wurden und trägt nicht dem Geist des Ökumenismus-Dekretes und der Erklärung über die Religionsfreiheit Rechnung ... Die Sorge um die bedrängten Gewissen in den Mischehen wird durch die Instruktion nicht behoben», obwohl sie «für eine Hoffnung auf eine weitere Revision» Raum lässt.

Pfarrer Joachim Lell, Leiter des Konfessionskundlichen Instituts, Bensheim, Bundesrepublik Deutschland:

Trotz gewisser kanonischer Erleichterungen «wurde am Grundproblem der römisch-katholischen Mischehen-Gesetzgebung nichts geändert». Mit der Aufhebung der Exkommunikation von Personen, die vor einem protestantischen Pfarrer getraut werden, werde die evangelisch getraute Mischehe der nur standesamtlich geschlossenen gleichgestellt. «Da beide ungültig sind, bleibt der katholische Partner offensichtlich von den Sakramenten ausgeschlossen».

Pfarrer Marc Boegner, Ehrenpräsident des Französischen Kirchenbundes:

«Es ist bedauerlich, dass die Gültigkeit von Ehen, die in protestantischen Kirchen geschlossen werden, von Rom immer noch nicht anerkannt wird. Aus diesem Grund bin ich gegenüber der Anwesenheit von protestantischen Pfarrern bei einer katholischen Trauung, die von der Instruktion gestattet wird, skeptisch; die nur optische Anwesenheit von protestantischen Pfarrern bei dem Gottesdienst kann nur Verwirrung hervorrufen und die Menschen dazu führen, falsche Schlüsse zu ziehen».

Rheinische Kirchenleitung.

DÜSSELDORF (epd). Gemäß der rheinischen Kirchenordnung sei einem evangelischen Pfarrer die Mitwirkung bei einer Mischehen-Trauung, die ein katholischer Priester vollzieht, sowie die Teilnahme an so genannten «ökumenischen Trauungen» auch weiterhin untersagt, erklärt die Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland in einem Schreiben, das sie an alle Pfarrer der Rheinischen Kirche gerichtet hat. In dem Schreiben heißt es: «Die Instruktion der Kongregation für die Glaubenslehre über die Mischehe vom 18. März 1966 hält im Gegensatz zum Votum des Konzils an der diskriminierenden Bestimmung fest, dass evangelisch getraute Mischehen ungültige Ehen sind, und schließt evangelisch getraute Katholiken - trotz formaler Aufhebung der Kirchenstrafe der Exkommunikation - weiterhin von den Sakramenten aus. Entgegen dem Geist des Ökumenismus-Dekrets haben über diese Regelung keinerlei Gespräche zwischen den Konfessionen stattgefunden. Die katholische Kirche hat einseitig verfügt, es könne ein evangelischer Pfarrer nach der Eheschließung vor dem katholischen Priester ein Segenswort sprechen». Wenn sich ein evangelischer Pfarrer dazu bereitfinde, erklärt die rheinische Kirchenleitung, stütze er das katholische Mischehenrecht, «das nach unserer Überzeugung der Heiligen Schrift und den reformatorischen Bekenntnissen widerspricht». Da die Instruktion der Kongregation noch keine rechtliche Geltung erlangt habe und nur zur Erprobung erlassen sei, hoffe man mit vielen Katholiken auf eine Regelung, die den Beschlüssen des Konzils deutlicher Rechnung trage und nicht ohne den vorherigen ökumenischen Dialog in Kraft gesetzt werde, heißt es abschließend in dem Schreiben der Kirchenleitung.


Richtlinien für Dialog zwischen den Konfessionen

(Washington, D.C.) Eine Broschüre, die Richtlinien zur Förderung der christlichen Einheit enthält, die von der römisch-katholischen Bischofskommission für Ökumenische Angelegenheiten in Washington herausgegeben wurde, enthält sechs Vorschläge für den Dialog von Dr. Robert McAfee Brown, einem Beobachter des Reformierten Weltbundes auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Dr. Browns Vorschläge für den Dialog, die in der Broschüre enthalten sind, sind folgende:

  • Jeder Partner im Dialog muss glauben, dass der andere in gutem Glauben spricht.

  • Jeder Partner muss seinen eigenen Glauben richtig verstehen.

  • Jeder Partner muss sich um ein klares Verstehen des Glaubens des anderen bemühen.

  • Jeder Partner muss eine angemessene Verantwortung in Demut dafür annehmen, was seine Kirche getan hat, und tut, um die Teilung immerwährend aufrechtzuerhalten.

  • Jeder Partner muss offen den Punkten ins Auge sehen, die die Teilung verursachen, ebenso wie denen, die die die Einheit schaffen.

  • Jeder Partner muss erkennen, dass alles, was mit dem Dialog getan werden kann, ist, ihn Gott darzureichen.

Die 'Empfehlungen für Bistumskommissionen für Ökumenische Angelegenheiten' schlagen ebenfalls die Gründung von ökumenischen Zentren vor. Diese Zentren sollen entweder von Katholiken allein gegründet werden oder in Zusammenarbeit mit Protestanten und Orthodoxen. Ferner wird in diesen Empfehlungen vorgeschlagen, nicht-katholische Kirchenpersönlichkeiten aufzufordern, Artikel oder Leitartikel für katholische Wochenzeitungen zu schreiben.

R.P.D.

Koexistenz ist die einzige Möglichkeit zu überleben / Atomare Abschreckung steht auf schwankendem Boden / Nachrichten 

Koexistenz ist die einzige Möglichkeit zu überleben

Im Vertrauen darauf, dass trotz aller Verleumdungen, aller Propaganda, Diffamierung und gegenseitiger Verketzerung die Wahrheit vielleicht nicht siegen werde, aber siegen könne, müssten die Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben der Völker weitergehen, denn die Koexistenz sei die einzige Möglichkeit zu überleben. Dies betonte Prof. D. Dr. Friedrich Karrenberg (Velbert), der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der rheinischen Kirche, am 15.5.1966 auf einer Tagung in der Evangelischen Akademie Mülheim/Ruhr. Karrenberg, der über «Krieg, Frieden, Koexistenz heute» sprach, erläuterte, wie der Begriff der Koexistenz von der evangelischen und der katholischen Kirche und wie er vom Kommunismus verstanden wird.

Im Bereich der Ökumene sei die Koexistenz zum ersten mal auf der Weltkirchenkonferenz in Amsterdam 1948 erwähnt worden. Die Weltkirchenkonferenz in Evanston 1954 habe dann sechs «Minimalforderungen» für das friedliche Zusammenleben der Völker aufgestellt, zu denen u. a. der Verzicht auf militärische Interventionen außerhalb des eigenen Machtbereiches, die Beseitigung sozialer und anderer Ungerechtigkeiten, die zu einem Bürgerkrieg oder gar internationalen Krieg führen könnten, und der Wille gehöre, ungelöste Streitfragen einer unparteiischen, internationalen Organisation zu unterbreiten und deren Entscheidungen auszuführen. Koexistenz im katholischen Sinne, führte Karrenberg weiter aus, kenne zwar auch den Minimalzustand des politischen Friedens auf Grund äußerer Maßnahmen. «Aber wahren Frieden gibt es dort nur im Zuge der wachsenden Geltung der Naturrechtsordnung im Leben», sagte der Referent. Er zitierte Weihnachtsbotschaften von Papst Pius XII., von dem die entscheidenden Lehraussagen der katholischen Kirche zur Koexistenz stammten.
Wesentlich andere Vorstellungen von einer Koexistenz habe der Kommunismus. Lenins These, dass Krieg und Revolution die «höchste Form des Klassenkampfes» sei, habe schon Stalin abgeschwächt. Auf dem 20. und 21. Parteikongress der KPdSU sei man davon noch weiter abgerückt und habe erklärt, dass es auf Grund der wachsenden Stärke des «sozialistischen Lagers» möglich geworden sei, den Krieg «aus dem Leben der Gesellschaft zu verbannen». Diese extensive Auslegung werde von Peking allerdings entschieden bestritten. Moskau spreche von einer längeren, aber befristeten Dauer der Koexistenz und meine damit die Ausbreitung des Kommunismus ohne kriegerische Mitte. Auf ideologischem Gebiet, was dem christlichen Koexistenz-Verständnis gerade wesentlich sei, lehne die Sowjetunion eine Koexistenz scharf ab. Der ideologische Kampf soll vielmehr bis zum «Endsieg» des Weltkommunismus «ohne Waffenstillstand» kompromisslos weitergeführt werden.

Vermutlich werde es in der Zukunft eine Vielzahl von Gesellschaftsordnungen geben, die miteinander koexistieren und kooperieren, erklärte Prof. Karrenberg. Dabei würden wahrscheinlich auch die harten Alternativen viel von ihrer Schärfe einbüßen. «Auch der politische Atheismus wird wahrscheinlich an Interesse verlieren, weil nicht recht einzusehen ist, weshalb man politische und wirtschaftliche Konzeptionen nur dann verfolgen kann, wenn man gleichzeitig allen religiösen Bindungen abschwört», meinte Karrenberg. Er wandte sich nachdrücklich gegen einen «affektgeladenen Antikommunismus» und empfahl als deutschen Beitrag zur Koexistenz, jede Provokation zu unterlassen, selbstkritisch zu sein und sich der Kritik anderer, «so unsanft sie auch oft sein mag», nicht zu verschließen.


Atomare Abschreckung steht auf schwankenden Boden

Präses D. Dr. Beckmann zum Thema «Kirche, Krieg und Frieden»

Mit dem gegenwärtigen Status der atomaren Abschreckung, die auf schwankendem Boden stehe, könne und dürfe sich die Kirche nicht in Gleichgültigkeit abfinden. Sie müsse vielmehr das Gewissen aller, die politische, militärische oder wirtschaftliche Verantwortung tragen, wach halten, den Mächtigen der Erde unentwegt zum Frieden reden und selbst ein Beispiel dafür geben, dass gewaltlose Liebe eine größere Macht sei als alle andere Gewalt auf der Welt. Dies erklärte Präses D. Dr. Joachim Beckmann (Düsseldorf) am Sonntag in der Evangelischen Akademie Mülheim/Ruhr auf einer Tagung mit dem Thema «Kirche, Krieg und Frieden». Beckmann forderte erneut einen aktiven Friedensdienst der Kirche, die zu überlegen habe, was zur Verhinderung eines Krieges zu tun sei. In Anbetracht dessen, dass es heute keine Rechtfertigung des Krieges mehr gebe, seien auch die herkömmlichen Kirchenlehren weithin nicht mehr vertretbar. Es bedürfe einer «neuen theologischen Durchdringung» der Versöhnungsbotschaft von Jesus Christus. Kirchliche Unterweisung und Verkündigung müssten neu akzentuiert werden. Die Kirche müsse auch die Ursachen von Kriegen erkennen und bekämpfen. Die Ursachen seien nicht nur in den ideologischen Gegensätzen zu suchen, sondern vor allem in den krassen Unterschieden zwischen Reichen und Armen, Satten und Hungrigen, zwischen Bildung und Analphabetismus sowie in der Rassendiskriminierung. «Als Christen müssen wir eine Armee des Friedens, eine Armee der Entwicklungshelfer schaffen», betonte Beckmann. Nach seiner Meinung ist es
sinnvoller, statt Milliardenbeträge einige tausend Menschen als Entwicklungshelfer in die bedürftigen Länder zu schicken.


Nachrichten

RUMELANGE-LUXEMBOURG.

In einer Feierstunde übergab am vergangenen Sonntag der Bürgermeister der luxemburgischen Stadt Rumelange, Henri Luck, dem Seelsorger der evangelischen Kantonalgemeinde Eschsur-Alzette, Gerard Brubacher, einen Saal des städtischen Kulturzentrums als Gottesdienstraum für die rund 200 evangelischen Bewohner von Rumelange, Roudange und Kayl. Der Raum mit etwa 50 Sitzplätzen wird am Ort als «Evangelischer Kirchsaal des Kayl-Tales» bezeichnet. Den ersten Gottesdienst im neuen Saal hielt Pfarrer Hermann Kurtz (St Ingbert-Saar).

GENFER KIRCHE NIMMT DAS ÖKUMENISCHE VATERUNSER AN.

Das Konsistorium der protestantischen Nationalkirche von Genf folgte dem Beispiel der meisten Französischsprechenden protestantischen Kirchen in Europa und genehmigte die neue ökumenische Fassung des Vaterunsers in Französisch zur Verwendung in den Gemeindegottesdiensten.

Aus der Gemeinde - Für die Gemeinden

Gottesdienstordnung für die Monate Juni-Juli

Sonntag, den 5. Juni 1966, Dreifaltigkeitsfest

    Gemeindeausflug

Sonntag, den 12. Juni 1966, 1. Sonntag nach Trinitatis

  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst
 

11.00 Uhr

Kindergottesdienst

Sonntag, den 19. Juni 1966, 2. Sonntag nach Trinitatis

  Neu-Moresnet

09.00 Uhr

Frühgottesdienst
  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

Sonntag, den 26. Juni 1966, 3. Sonntag nach Trinitatis

  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst
 

11.00 Uhr

Kindergottesdienst
Samstag, den 2. Juli 1966
  Eupen

18.00 Uhr

Abendgottesdienst zum Wochenschluss

Sonntag, den 3. Juli 1966, 4. Sonntag nach Trinitatis

  Neu-Moresnet

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

Sonntag, den 10. Juli 1966, 5. Sonntag nach Trinitatis

  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

Sonntag, den 17. Juli 1966, 6. Sonntag nach Trinitatis

  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

Sonntag, den 24. Juli 1966, 7. Sonntag nach Trinitatis

  Neu-Moresnet

08.30 Uhr

Frühgottesdienst
  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

Achtung Gottesdienstzeit

Der Gottesdienst für den 4. Sonntag nach Trinitatis findet in Eupen am Samstag, den 2. Juli um 18 Uhr in Form eines Wochenendgottesdienstes statt.

Brüssel

An jedem Sonntag 10.30 Uhr Gottesdienst, gleichzeitig Kindergottesdienst.
Am Sonntag, dem 10. Juli: Ausflug der Kindergottesdienst Gruppen nach Tervueren.
Treffpunkt: 15.00 Uhr an der Endhaltestelle der Tram (Kongo-Museum). Dort werden die Kinder um 18.00 Uhr den Eltern wieder übergeben. Bitte bfrs. 10,- mitbringen.
Singkreis: jeden Montag 20.30 Uhr.
Jugendkreis I: Dienstag, 7.6. - Freitag, 17.6. (mit der «Jungen Gemeinde» Refrath) Zeiten werden noch bekannt gegeben. - Sonst (bis 19.7.) immer dienstags 18.30 Uhr.


Schulgottesdienste in der Deutschen Schule

Dienstag, 7.6. O I - U III
Dienstag, 21.6. G I - G IV und VI - IV

Dienstag, 5.7. 0 I - U III
Dienstag, 19.7. GI - G IV und VI - IV jeweils 8.00 Uhr.

Antwerpen

Gottesdienste am Samstag, 11.6. Sonntag, 26.6. Samstag, 9.7. Sonntag, 24.7., jeweils um 17.30 Uhr in der Kirche Antwerpen, Bexstraat 11.

Geel

(Statiestraat 9)

Gottesdienste: im Juni ausnahmsweise nur am Sonntag, 12.6., 10.30 Uhr - im Juli ausnahmsweise nur am Sonntag, 17.7., 10.30 Uhr. Wir bitten um Geduld; unser neuer Vikar, Herr Winheller, braucht etwas Zeit zum Einarbeiten.

Der Hauskreis trifft sich am Dienstag, 14.6., 20.00 Uhr bei Familie Hecker, Mol, Groeneweg 44. Es wird dort um das Buch von Prof. Willi Marxen «Streit um die Bibel» gehen: Wie kommt die biblische Botschaft heute zu uns und wie verstehen wir sie?

Im Bezirk Brüssel - Antwerpen wurden im Mai getauft: Judith Johannes, Daniel-Sebastian Risch, Markus Rösgen, Stephanie Hohl, Beate Paulsen.

Getraut wurden am 2.4.66: Hans-Diether Rose und Ursula Rudolph.

Charleroi-Gilly

(218 chaussée de Fleurus, Gilly)

Sonntag, 26. Juni, 10.30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst
Sonntag, 10. Juli, 10.30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst
Sonntag, 24. Juli, 10.30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst

Mons-Cuesmes

(rue du cerisier, Cuesmes)

Sonntag, 26. Juni, 17.00 Uhr Gottesdienst

Sonntag, 10. Juli, 17.00 Uhr Gottesdienst

La Louvière

(rue du temple, La Louvière)

Sonntag, 26. Juni, 15.00 Uhr Gottesdienst

Sonntag, 17. Juli, 17.00 Uhr Gottesdienst

Genk

P. J. Nijs, 45, Weh naar As, Genk - Tel. (O11) 54704

Gottesdienste Sonntags 9.30 Uhr - Baracke d. Dt. Clubs i. Zwartberg
5.6. - Gründer
12.6. - Weber
19.6. - Konfirmationsgottesdienst (Demeester - Gründer / Nijs - Weber).
26.6. - Nijs

3.7. - Nijs

10.7. - Nqs
17.7. - Gründer
24.7. - Nijs
31.7. - Gründer - Nijs.

Lüttich

Pastor L. Gründer, 90 A, rue de Joie, Liège, (04) 52.67.17 Gottesdienste - Lüttich, rue Raikem 14

Sonntag, den 5.6. um 15.30 Uhr
Sonntag, den 12.6. um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst

Samstag, den 18.6. um 19.30 Uhr Wochenschlussgottesdienst
Sonntag, den 26.6. um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst

Sonntag, den 3.7. voraussichtlich Gemeindeausflug

Sonntag, den 10.7. um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst

Samstag, den 16.7. um 19.30 Uhr Wochenschlussgottesdienst
Sonntag, den 24.7. um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst

Sonntag, den 31.7. um 15.30 Uhr
Sonntag, den 7.8. um 10.30 Uhr


Ökumene «unten»

Treffen deutscher und belgischer Protestanten.

Im Laufe der letzten zwei Jahre sind eine Reihe schöner Kontakte zwischen belgischen evangelischen Gemeinden und deutschen Gemeinden aus dem Rheinland zustande gekommen. Vor allen haben sich Gemeinden im Raum Remscheid-Solingen-Leverkusen gegenseitig zu solchen Patenschaften ermuntert.

So wurde es möglich, am 14. und 15. Mai ein gemeinsames Treffen zu veranstalten, zu dem etwa 180 evangelische Christen aus sechs belgischen Gemeinden - darunter mehr als dreißig aus unserer Genker Gemeinde - ins Rheinland fuhren, wo sie Gäste ihrer Patengemeinden waren. Am Samstagabend kamen sie im großen Saal der Stadtkirche in Solingen mit ihren deutschen Gastgebern zusammen, sangen gemeinsam, hörten Grußworte von Präses Pichal - Brüssel, Oberkirchenrat Stöver von der Rheinischen Landeskirche und dem Oberbürgermeister von Solingen, sahen zwei Filme über das Bergische Land und erfreuten sich am Gesang eines belgischen und eines deutschen Kirchenchores und am Spiel der Posaunen. Der Abend schloss mit einem Vortrag von Pastor Nijs - Genk über die heutige Lage des belgischen Protestantismus.

Mit Recht wurde dieses Treffen als ein Zeichen für den gelungenen Versuch gewertet, ökumenische Gemeinschaft, die leider meist noch Sache kirchlicher «Spitzengremien» bleibt, auf der «unteren» Ebene der Kirchengemeinden zu verwirklichen, wo sie eigentlich hingehört.

In den Gottesdiensten am Sonntag waren die «Belgier» in ihren Patengemeinden, wo ihre Pfarrer in der Regel die Predigt hielten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit den deutschen Gastgebern traten die Busse die Heimreise an.

Die Pfarrer blieben noch; denn sehr sinnvoll hatte man die diesjährige Tagung des rheinisch-belgischen Bruderrates mit dem Treffen der Gemeinden verbunden. Nach einem gemeinsam verbrachten Sonntagnachmittag, an dem man sich ein bisschen im Bergischen Land umsah, fand man sich abends wieder in einem Solinger Gemeindehaus gemütlich zusammen, wo zwischen den Gesprächen vor allem ein ausgezeichneter Film gezeigt wurde, den die Solinger Gemeindejugend über ihre belgische Patengemeinde Ronse gedreht hatte.

Am Montagmorgen hörte die Versammlung dann zwei eindrucksvolle Vorträge: Präses Beckmann - Düsseldorf über «Die Probleme der farbigen Welt und die Aufgaben der Kirchen» und Professor Bronkhorst - Brüssel, künftig in Utrecht, über «Konzil und Ökumene».

Im ganzen eine ausgewogene Tagung, die alle Teilnehmer befriedigt haben dürfte. Für das kommende Jahr nannte ein Vorschlag Genk als Tagungsort. Es wäre schön, wenn wir dann dort unsere Kirche schon fertig hätten.

L.G.

Spendenaufruf

Am 15. Mai hat die Speisung von 400.000 Kindern und Müttern im Nordosten Indiens begonnen, die die Evangelische Kirche in Deutschland für mindestens 8 Monate durchführen will. Dazu werden Geldspenden der Gemeindeglieder benötigt.

Die ersten Spenden auch aus unseren Gemeinden sind schon überwiesen und helfen mit im Kampf gegen den Hungertod.

Wir rufen von neuem zu einmaligen oder monatlichen geldlichen Zuwendungen auf.

Mit 350 bfrs. kann die Grundnahrung einer achtköpfigen Familie für einen Monat beschafft werden. Wir rufen alle unsere Gemeindeglieder auf, sich aktiv an der Aktion gegen den Hungertod in Indien zu beteiligen. Bitte überweisen Sie Ihre Gaben auf eines unserer Gemeindekonten mit dem Vermerk: Indienhilfe.

GEMEINDEKREISE

Frauenhilfe und Männerkreis treffen sich nach Vereinbarung.

Evangelium in unserer Zeit - (UKW-Kanal 5 von 20.20 - 20.50)

Sendung im Juni: am Mittwoch, dem 8. Juni. Thema:

  • Interview nach dem Tode (Lazarus)

  • Ein Mensch betet- V. ... wie im Himmel also auch auf Erden.

  • Nachrichten und Kommentare.

Sendung im Juli: am Mittwoch, dem 6. Juli. Thema:

  • Paulus der Kleine - Unüberwindliche Schwäche.

  • Ein Mensch betet- VI. ...Unser täglich Brot...

  • Nachrichten und Kommentare.

Wir gratulieren

I. Hagen, Verviers (am 25. Mai, 82 Jahre)

Johanna Rexroth, Eupen (am 16.7., 77 Jahre)

«Ich will dich nicht verlassen noch versäumen».

Es wurden getauft:

Sibylle Eveline Görth aus Warsage, Tochter der Eheleute Harald Görth und Renate geb. Fein. (Am 22. Mai 1966). - «Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur».

Herausgeber: Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet. - Redaktion: Pfarrer Wolfgang Rehbein, Eupen, Hookstraße 40. Konten: Banque de Bruxelles Eupen Nr. 12271 - Postscheck: 836488 Evang. Kirchengemeinde Eupen.

 

Home ] Nach oben ]

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: webmaster@ev-Kirche-Eupen-NeuMoresnet.org 
Stand: 07. Mai 2010