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9. Jahrgang
Nummer 6/7
JUNI-JULI
1966 |
DIE
BRÜCKE |
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EVANGELISCHE ZEITUNG IN BELGIEN |
Inhalt:
- Schön ist die Welt / Ein Vater der Kirche / Was ist
Bibelkritik? / Ein anderes Evangelium?
- Neue Richtlinien über die Mischehe /
Richtlinien für Dialog zwischen den Konfessionen
- Koexistenz ist die einzige Möglichkeit zu
überleben / Atomare Abschreckung steht auf schwankendem Boden /
Nachrichten
- Aus der Gemeinde -
Für die Gemeinden
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Schön ist die Welt

Dieses Bild
spricht für sich selbst. Schön ist die Welt, wenn die Sonne lacht und die
Blumen in voller Pracht stehen. Es ist beglückend, die Schönheit eines
solchen Waldweges zu genießen. Wir brauchen diese Gelegenheiten, bei denen
wir aus vollem Herzen sprechen können:
Wie schön ist
die Welt!
Sie hat ja auch
noch ganz andere Gesichter, diese Welt, in der wir leben. Und nicht immer
gehen die Menschen so friedlich miteinander, wie auf diesem Bild. Darum
ist es so wichtig, dass wir die Augenblicke der Freude und der friedvollen
Harmonie nutzen.
Es gibt Zeiten,
in denen es lebensnotwendig ist, sich daran zu erinnern, dass wir es
manchmal zu erkennen vermögen:
Wie schön ist
die Welt!
Die vor uns
liegende Zeit des Urlaubs ist eine gute Gelegenheit, sich darin wieder zu
üben, mit offenen Augen und freudebereiten Herzen die Schönheit der
Schöpfung zu erleben.
Wer das wieder
lernt, der versteht dann wohl auch, dass die Schönheit der Welt nur ein
Abglanz ist. Sie strahlt die Güte, Lebenskraft und Vollkommenheit ihres
Schöpfers wieder. Je mehr wir von dem Schöpfer erkennen, umso mehr wird
uns seine Schöpfung glücklich machen. Dazu ist ein Gang durch die schöne
Welt allerdings nur ein kleiner erster Schritt. Denn Gott will sich nicht
nur als der Schöpfer von uns bewundern lassen, er erwartet die Anbetung
als der Vater.
Darin hat die
Freude an der schönen Welt ihr tiefstes Fundament.
Ja, schön ist
die Welt.
Und mit
unendlicher Güte werden wir in dieser schönen Welt vom Vater beschenkt.
Pfarrer Wolfgang
Rehbein
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Herr, wie sind deine Werke so groß und so
viel!
Du hast sie alle weislich
geordnet und die Erde ist voll deiner Güter.
(Psalm 104) |
Ein Vater der
Kirche
Im
Jahre 1927 erschienen fast gleichzeitig zwei Bücher, beide Signal eines
bestimmten christlichen Selbstverständnisses. Otto Dibelius nannte sein
Buch demonstrativ: «Das Jahrhundert der Kirche». Karl Barth formulierte
sehr zurückhaltend: «Prolegomena zur kirchlichen Dogmatik». Otto Dibelius
wollte damals darauf aufmerksam machen, dass nun - nach einer Zeit
privaten und persönlichen Christentums - eine Epoche anbrechen werde, in
der die Kirche - die organisierte Kirche als Institution - eine Hauptrolle
spielen werde. Karl Barth dagegen wollte Hinweise geben dafür, wie der
Mensch der Wahrheit Gottes begegnen könne ohne sie zu verfälschen.
Aus diesen
verschiedenen Positionen heraus haben dann beide Autoren 40 Jahre lang
ihre Zeit beeinflusst und die Geschicke der Kirche entscheidend gegen Ende
des Ersten Weltkrieges
mitbestimmt. Otto Dibelius hat seine Kirche immer wieder zu einer
eindrucksvollen festen Größe inmitten der wechselnden Machtgruppen der
modernen Gesellschaft gemacht. Und
Karl Barth hat - warnend vor philosophischen, anthropologischen und
soziologischen Spekulationen - unbeirrbar an der offenbarten Wahrheit
des Evangeliums festgehalten und ein leben lang versucht, diese Wahrheit
zu beschreiben und gegen jede Verfälschung abzugrenzen, dialektisch zu
beschreiben und unversöhnlich abzugrenzen.
«Karl Barth kleidet sich mit der
geschmackvollen Einfachheit eines
Schweizer Pastors. Blassblaue Augen blicken durch dicke Brillengläser. Er hat
eine steil abfallende hohe Stirn und wirres graues Haar. Sein Kopf bewegt
sich dauernd unruhig hin und her. Obwohl er sehr freundlich und
liebenswürdig ist, erinnert er doch an eine alttestamentarische Gestalt. Denn hinter
allem steht ein sehr klarer und
unbeugsamer Geist. Er ist eine gewaltige Erscheinung». Mit diesen Worten
beschrieb ihn vor einigen Jahren ein
englischer Journalist.
Dieser Charakterisierung
muss wohl noch hinzugefügt werden, dass Karl Barth
auch ein rücksichtsvoller Lehrer, treuer Freund, liebevoller Vater und
verständnisvoller Berater ist. Der ausgedehnte Briefwechsel, den er mit
Menschen aus allen Kontinenten geführt hat, zeigt das ganz deutlich. Er
ist - gerade auch als Professor der systematischen Theologie - zu einem
einflussreichen Seelsorger geworden, dessen Wort biblische Weisheit
widerspiegelt. Doch ist das alles gepaart mit einem Humor, der bereit
ist,
lächelnd Abstand zu nehmen und -
plötzlich - von einer ganz anderen Seite aus derselben Sachfrage neue
Akzente zu geben und ihr so wohl auch die unbarmherzige Schärfe zu nehmen.
Karl Barth ist ein begeisterter Theologe. Die theologische Forschung und
Wissenschaft haben ihn gepackt und festgehalten, so sehr, dass er bis zum
43. Lebensjahr nur seine Schweizer Heimat, Deutschland und Holland
kennen gelernt hatte. «Ich hatte in meinem Studierzimmer und in dessen
nächster Umgebung so viel zu lernen und zu tun, dass ich nach der Ferne
keine Sehnsucht
empfand». Erst danach führten ihn Reisen in die meisten Länder Europas.
Dann erst begann er, sich auch mit der allgemeinen Geistesgeschichte und
dem klassischen Altertum zu beschäftigen. Diese «Askese» ist typisch für
seine Sachbezogenheit, die ihn zwingt, alles Sachfremde abzustoßen oder
zurückzudrängen, solange es der eigenen Bindung und Forschung hinderlich
ist. Der junge Landpfarrer im Dorf Safenwil im Kreis Aargau stand vor der
Aufgabe, Gottes Wort an seine Gemeinde weiterzusagen. Und er wusste doch,
dass der Mensch dieser Aufgabe niemals gerecht werden kann. Aus dieser Not
heraus ist er dazu gekommen, es mit dem Verstehenwollen und dem Erklären
schärfer und genauer zu nehmen. Und das wieder führte ihn dazu, einen Kommentar zum
Römerbrief zu veröffentlichen. Mit diesem Buch rief er einen ungeheuren
Proteststurm in den Kirchen hervor, wegen seiner Mischung, aus abstrakter Theologie und praktischer Weisung,
wegen der völligen Missachtung der menschlichen Situation für die
theologische Aussage einerseits und dem umfassenden Ernstnehmen des Menschen
in der Anrede durch Gottes Wort andererseits. Er selbst sagte damals zu seinem rigorosen
Biblizismus: «Ich habe das Vorurteil, dass die
Bibel ein gutes Buch ist, und dass es sich lohnt, wenn man ihre Gedanken
mindestens ebenso ernst nimmt, wie seine eigenen».
Karl Barth hat
ein ganzes Leben lang an der «Kirchlichen Dogmatik» gearbeitet. Es sind
überarbeitete Vorlesungstexte. Praktisch bedeutet das, dass er seine ganze theologische
Forschung dazu benutzt hat, eine
zusammenhängende systematische
Theologie zu verfassen. Natürlich sind daneben - gleichsam als
Abfallprodukte - auch einige spezielle Fachbücher mit entstanden. Aber die
zwölf Bände umfassende, unvollendete Dogmatik ist doch wie ein roter
Faden, der sich durch sein ganzes theologisches Wirken zieht. Das ist eine
gewaltige Leistung, die es seit der lutherischen Orthodoxie nicht mehr
gegeben hat. Doch sind dieser Leistung nur die allerwenigsten «Abnehmer»
gewachsen gewesen. In den Pfarrhäusern findet man sehr häufig Bände der
«Kirchlichen Dogmatik» von Barth, aber nur in den allerseltensten Fällen
alle erschienenen Bände. Die meisten haben das Mitlesen früher aufgegeben
als Barth das Aufschreiben.
In vielen
Sprachen sind die theologischen Werke übersetzt worden. In tast allen
Erdteilen leben Schüler von ihm. Die deutsche Theologie der letzten
Jahrzehnte ist von ihm zutiefst geprägt. Erst in den letzten Jahren sind
neue Tendenzen spürbar, die nicht mehr aus dem theologischen Ansatz von
Karl Barth erwachsen sind.
Karl Barth ist
daneben immer ein einfältiger Prediger gewesen, der es vermochte,
schwierige theologische Wahrheiten auch ungelehrten Hörern verständlich zu
machen. Er hat für die Vorbereitung einer Predigt oft mehr Zeit verwendet
als für die einer Vorlesung. Dabei hat er die Predigt immer eingefügt in
den ganzen Gottesdienstvollzug. Text, Predigt, Gebet bildeten für ihn eine
feste Einheit; die Gebete hat er selbst formuliert und die Lesungen frei
ausgewählt, so dass sich aus all diesen Teilen letztlich die eine Aussage
ergab. Bis in sein hohes Alter hinein hat er regelmäßig in der
Strafanstalt Basel für die Häftlinge gepredigt. Er selbst interpretierte
diese Tatsache mit den Worten: «Es dürfte wohl nur wenige
Theologieprofessoren geben, deren Predigthörer man nur werden kann, wenn
man sich zuvor einer gröblichen Übertretung der bürgerlichen Rechtsordnung
schuldig gemacht hat».
Karl Barth
predigt fast trocken, ohne jedes Pathos, ganz der Sache hingegeben. Er
fesselt durch die nüchterne Mitteilung, durch das, was er über Gottes
Aktivität in dieser Welt zu sagen hat. Und diese Mitteilung wieder ist
gehörtes und übersetztes Bibelwort, ohne jegliche menschliche Zutat,
allein aus sich selbst heraus interpretiert. Manchen hat diese
Nüchternheit abgestoßen, zumal wenn sie in hartem Schweizer Tonfall
vorgetragen wird. Aber allen, die müde geworden sind über allzu viel
menschlicher Theatralik, waren diese Predigten ein Ort des Friedens, des
Trostes und der Weisung.
Karl Barth hat
immer gewusst, dass das Reden allein nicht genügt, auch das theologisch -
kirchliche Reden nicht. Deshalb gehört für ihn das praktische Handeln
stets dazu; sei es, dass er zum Ende des Ersten Weltkrieges Hilfsmaßnahmen
für Hungernde und Heimatlose organisiert; sei es, dass er sich im Kreise
religiöser Sozialisten um eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse
bemüht; sei es, dass er in der Bekennenden Kirche - theoretisch und
praktisch - den «politischen» Widerstand mitbestimmt. Er lehnt es ab, den
Beamteneid auf Adolf Hitler zu leisten, wird aus seiner Professur in Bonn
entfernt und kehrt in die Schweiz zurück. Er unterstützt von dort aus
weiter die Bekennende Kirche, kümmert sich um jüdische Flüchtlinge, ruft
Kirchen und Völker zum Widerstand gegen Hitler auf und wird schließlich
selbst noch - 54 Jahre alt - Soldat.
Doch als dann
die Zeit der Nazidiktatur vorüber ist, kommt er - verkleidet und ohne
gültigen Pass - als einer der ersten Ausländer nach Deutschland, weil man
dort jetzt Freunde braucht. Und nun wollte er den Deutschen vor allem als
Freund nahe sein, um ihnen den Neuanfang zu erleichtern. Und genauso
wollte er in den nachfolgenden Jahren dann auch denen im Osten Freund
sein, die unter der Naziherrschaft - direkt und indirekt - so viel Leid
erfahren haben.
Diese seine
«Kommunistenfreundschaft» hat man weithin nicht verstanden. Doch gehört
sie - ganz konsequent - in die ethische Praxis hinein, die sein
theologisches Wirken von Anfang an begleitet hat.
Karl Barth hat im Wintersemester 1961/62 - Fünfundsiebzigjährig - seine
Lehrtätigkeit in Basel beendet. Einsamkeit, Krankheit, Altern sind ihm
nicht erspart geblieben. Es mag sein, dass Theologie und Kirchengeschichte
in den letzten Jahren «über ihn hinweggegangen» sind. Dennoch hat er mit
seinem leidenschaftlichen Hinweis auf die unaufhebbare Hoheit Gottes und
die unbegrenzte Güte Jesu Christi einen Grundstein gelegt, der noch viele
Generationen tragen wird.
Wolf-Dieter Zimmermann
Was ist
Bibelkritik?
1. Den
bestbezeugten Text ermitteln
Was ist die
Bibel, und wie muss, wie darf man sie auslegen? Diese Frage ist in unserer
Kirche und Theologie strittig. Vor allem der Begriff der «Bibelkritik» hat
viele Gemeindeglieder immer wieder verschreckt. Daher beginnen wir dieser
Ausgabe mit einer Artikelreihe, deren Autor sich um die Erläuterung dieses
strittigen Begriffes und der dahinter stehenden Methoden bemüht. In seinem
ersten Beitrag antwortet der Verfasser zunächst allgemein auf die Frage:
Was ist Bibelkritik?
Zunächst einmal
ein sehr unglückliches Wort. Denn es weckt sofort einen sehr schlimmen
Verdacht: Das Fundament alles kirchlichen Redens ist doch (das hat unsere
Kirche bei Luther und Calvin gelernt und immer neu zu lernen) die Bibel.
Und nun soll dieses Fundament kritisiert werden?! Der Verdacht wird wach:
Bibelkritik ist Selbstmord (oder wenigstens der Selbstmordversuch) der
evangelischen Kirche. Von da aus kann man es in der Tat verstehen, dass
sich für manche Christen mit dem Wort «Bibelkritik» Schlagworte verbinden
wie «Demontage der Bibel», «theologischer Atheismus» und so weiter. Es sei
nun aber in aller Schärfe betont: solche Schlagworte sind völlig
unangebracht, weil sie das Wesen der Bibelkritik eben nicht treffen. Diese
Behauptung möchte ich kurz begründen:
Das Wort
«Kritik» gibt es in unserer Sprache in doppeltem Sinn: Die erste,
ursprüngliche Bedeutung des Wortes leitet sich ab von der griechischen
Vokabel «krinein», zu deutsch: «scheiden», «unterscheiden», «trennen»,
«urteilen» (und noch einige andere Bedeutungen, zum Beispiel «gutheißen»).
Wir halten fest: Das Wort Kritik hat ursprünglich keinerlei negativen
Beigeschmack. Nun erging es diesem Wort ähnlich wie anderen Wörtern
unserer Sprache: im Laufe der Zeit bekamen sie eine negative Färbung (ein
Beispiel: in der Lutherbibel lesen wir «Weib» im Sinne von «Frau»; heute
aber wäre es eine Beleidigung eine Frau ein «Weib» zu nennen). Damit
kommen wir zu der zweiten, späteren Bedeutung des Wortes «Kritik». Wir
sprechen heute von Kritik an jemandem» oder «Kritik an einer Sache» und
meinen damit: wir beurteilen jemanden oder etwas als fehlerhaft oder
schlecht.
Wer sich nicht
von vornherein das Verständnis dessen, was mit Bibelkritik gemeint ist,
verbauen will, muss beachten, dass das Wort «Kritik» in der theologischen
Sprache in der ersten der oben genannten bei den Bedeutungen gebraucht
wird: es meint ein intensives Bemühen um die betreffende Sache. So
sprechen wir in der Theologie zum Beispiel von «Textkritik». Ich erinnere
mich noch an den Schrecken, den ich bekam, als ich dieses Wort zum ersten
Male hörte. Als Schüler bekam ich mit, wie sich ein Pfarrer und ein
Theologiestudent unterhielten. Da fiel das Wort «Textkritik», und ich
traute meinen Ohren kaum, als ich merkte, wie wichtig beide die Aufgabe
der Textkritik nahmen. Mein erster Gedanke: wie kann man den Bibeltext
kritisieren?! «Kritik» verstand ich also im zweiten oben genannten Sinn).
Ich musste erst lernen, dass Textkritik durchaus nichts Negatives ist,
sondern im Gegenteil das positive ernsthafte Bemühen, den ursprünglichen
Bibeltext herauszufinden (es gibt ja bekanntlich etliche sehr alte und
neuere Handschriften, die nicht überall genau übereinstimmen). Die
Textkritik versucht also (so formuliert Bergmann in «Alarm um die Bibel»,
Seite 29), «den bestbezeugten Text zu ermitteln». Bibelkritik allgemein
versucht dementsprechend (Textkritik ist nur ein Stück innerhalb der
Bibelkritik), die Verkündigung der biblischen Schreiber möglichst
sachgemäß zu ermitteln.
Wer sich an die
Aufgabe der Bibelkritik heranmacht, beginnt damit kein leichtes Werk. Denn
gefordert ist von ihm «Radikalität des allein der Sache verantwortlichen
Fragens» (so: Käsemann, «Exegetische Versuche», Band 1, Seite 51). Und
eben hier kneifen wir allzu leicht. Wir meinen dann (meistens geschieht
das freilich unbewusst), in erster Linie nicht der «Sache» verantwortlich
zu sein, sondern anderen Instanzen. Ich möchte drei dieser Instanzen
nennen, die sich schnell zwischen die biblische Verkündigung und uns
schieben, wenn wir nicht gehörig auf der Hut sind:
-
Unser
Verstand. Unser heimlicher Leitsatz hieße dann: Beim Bibelstudium darf
ich nur das herausfinden, was ich voll verstehen kann. Ich kann aber
nicht verstehen, dass ein Toter wieder lebendig wird. Wenn davon in der
Bibel aber doch die Rede ist, bleibt mir nur zweierlei: entweder
behaupte ich: diese Geschichten wollen natürlich genommen werden, man
muss sie nur richtig verstehen (und schon «erkläre» ich lustig drauflos,
meinem Verstand und nicht der Sache verantwortlich); oder ich sage: die
Bibel redet viel dummes Zeug (das kann man dann sogar noch sehr vornehm
ausdrücken). - Wir merken: im zweiten Falle deutlich, im ersten Falle
versteckt, übe ich damit Kritik an der Bibel.
-
Unsere
Kirchenlehre. Unser heimlicher Leitsatz hieße dann: Beim Bibellesen darf
ich nur das herausfinden, was voll und ganz der Kirchenlehre entspricht.
Aber von Luther haben wir gelernt, dass auch Konzilien irren können, und
dann ja auch wohl Bekenntnisschriften. Die Bekenntnisschriften lehren
zum Beispiel die Kindertaufe. Wenn das Neue Testament aber (dieses
Problem wird heute viel diskutiert) die Erwachsenentaufe (mindestens
auch) nahe legt, bemühen wir uns eifrig, die Bibel so zurecht zu legen,
dass wir die Kindertaufe in ihr finden (ich möchte das Problem hier
offen lassen, es sei nur als Beispiel herangezogen). Wieder wäre ich
damit abgerutscht in eine Kritik an der Bibel. Ich (diesmal mit den
Bekenntnisschriften unter dem Arm) bin der Richter, der beurteilt, was
die Bibel sagen darf und was nicht.
-
Unsere
«historische Bibel» (wie ich das einmal nennen möchte). Unser heimlicher
Leitsatz hieße dann: Alle Erzählungen in der Bibel sind
Tatsachenberichte; die biblischen Schreiber schrieben sie mit dem
historischen Interesse eines Polizeiprotokolls. Wenn uns dann aber beim
Bibellesen auffällt, dass ein und derselbe Vorgang von verschiedenen
Schreibern recht unterschiedlich dargestellt wird, meinen wir, es sei
von uns ein kunstfertiges Bemühen gefordert, solche Berichte trotz ihrer
Unterschiede unter einen Hut zu bringen (in der Fachsprache sagt man:
sie zu harmonisieren). Solches Bemühen gilt dann vielleicht noch als
besonders fromm. Dabei merken wir gar nicht, dass wir etwas sehr
Törichtes tun: wir haben die falsche «Brille» auf: die biblischen
Erzählungen wollen nicht Tatsachenberichte sein, sondern Predigten über
Christus (auch darauf kommen wir gleich noch zurück).
Das genannte
Bemühen scheint sehr bibeltreu zu sein. Wir müssen aber auch hier
erkennen, dass mit ihm heimlich Kritik an der Bibel geübt wird: wieder bin
ich der Richter, der beurteilt, was die Bibel zum Inhalt haben darf und
was nicht. Diesmal fordere ich nicht völlig Verstehbares, auch nicht
völlig Lehrgemäßes; diesmal fordere ich Tatsachenberichte.
Wir lernten
drei Spielarten einer schlechten Bibelkritik kennen. Schlecht ist die
darum, weil sie nicht vorbehaltlos nach dem fragt, was die biblischen
Schreiber sagen wollen, sondern weil sie mit einer Voreingenommenheit die
Bibel aufschlug. Es sei aber betont: damit ist nicht die Bibelkritik
überhaupt schlecht. Wenn es viele Beispiele für schlechten Gesang gibt
(und die gibt es zweifellos), kann daraus nicht der Schluss gezogen
werden, alles Singen sei schlecht. Ebenso: Wenn es viele Beispiele für
schlechte Bibelkritik gibt (und die gibt es zweifellos), kann daraus nicht
der Schluss gezogen werden, alle Bibelkritik sei schlecht.
Die Themafrage
«Was ist Bibelkritik ?» wollen wir zusammenfassend beantworten:
Bibelkritik, wenn sie im vorbehaltlosen Hören auf das Wort der biblischen
Schreiber geschieht, ist für eine Kirche, die von dem in der Schrift
bezeugten Christus lebt, absolut notwendig. Bibelkritik jedoch, wenn sie
mit Vorurteilen begonnen und durchgeführt wird, wäre sie für unsere Kirche
ein großer Schaden.
Es scheint mir
nicht gut zu sein, über Bibelkritik zu schreiben, ohne an einem Bibeltext
zu zeigen, wie sie praktisch getrieben wird. Wer ein Auto kennen lernen
will, lässt sich nicht nur über den Wagen informieren, sondern er
unternimmt einmal eine Fahrt mit ihm. Unternehmen wir also einmal eine
kleine «Probefahrt» auf dem Gelände der Bibelkritik! Und wie man das Auto
bei der ersten Fahrt nicht sofort über schwierigste Strecken hetzt, so
wollen wir es auch hier halten: wir lassen einmal die «heißen Eisen»
(Wunderfrage, Auferstehung usw.) bewusst beiseite und wählen eine relativ
einfache Geschichte. Ich hoffe, an ihr einiges über das Wesen der
Bibelkritik deutlich zu machen, so dass der Leser einsieht: wenn manche
Theologen dann auch zu Wundergeschichten oder zur Auferstehung Sätze
schreiben, die uns zunächst fremdartig erscheinen, wäre es falsch, sie
sofort mit dem Schlagwort «Bibeldemontage» abzutun.
Schauen wir uns
einmal, obwohl die Passionszeit vorbei ist, die Geschichte von der
Gefangennahme Jesu an. Natürlich kann ich im folgenden keine erschöpfende
Erklärung dieser Geschichte liefern, ich möchte nur einiges Grundsätzliche
herausstellen.
Zunächst
schlagen wir das Matthäus-Evangelium auf, und zwar das Kapitel 26. Wir
lesen in den Versen 14 bis 16 das Angebot des Judas, Jesus für 30
Silberstücke zu verraten. Als Jesus dann den Jüngern sagt: «Einer unter
euch wird mich verraten» (Vers 21), fragen alle Jünger: «Bin ich's?»
Ebenso fragt Judas (Vers 25) und erhält die Antwort: «Du sagst es». Vor
diesem Gespräch hatte Judas also den Verrat schon voll geplant (vergl.
besonders Vers 16). Seine Frage «Bin ich's, Rabbi?», ist damit eine
Unverschämtheit gegenüber Jesus. Was tut Judas nun weiter? Die Geschichte
vom Verrat hat bei Matthäus gewissermaßen eine Überschrift: Jesus
umschreibt das, was hier geschieht, mit den Worten «siehe, die Stunde ist
hier, dass des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird» (Vers
45). Es fällt auf: Jesus redet hier von sich in einem passivischen
Ausdruck (Leideform): «überantwortet wird»; die Aktiven, die Handelnden
sind andere: die Schar, und besonders Judas: er hat den Verrat angeboten
(Vers 14 bis 16), seine Ausführung geplant (er hatte ihnen ein Zeichen
gegeben, Vers 49). Dieses "Zeichen» ist offenbar nötig, weil die Begleiter
des Judas sonst Jesus aus der Gruppe von zwölf Männern bei der Nacht nicht
herausgefunden hätten. Das Zeichen tut seinen Dienst: «Da traten sie
hinzu...» (Vers 50). Stellen wir noch einmal Jesus und Judas gegenüber.
Judas ist der Handelnde, Jesus ist der Erleidende. Alles, was Matthäus zu
der Gefangennahme Jesu sagt, stimmt mit der «Überschrift» (Vers 45) genau
überein: Jesus wird überantwortet. Nichts deutet bei Matthäus darauf hin,
dass Jesus den Gang der Handlung vorangetrieben hätte: was hier geschieht,
tut er nicht, er erleidet es. Freilich tut Jesus auch nicht das Gegenteil:
er verhindert seine Gefangennahme nicht, obwohl er es könnte (vgl. Vers 51
bis 54).
Die Frage, die
nun gestellt werden muss, wenn es uns wirklich um die «Sache» geht,
lautet: Was predigt Matthäus in dieser Geschichte? Wir fragen also nicht:
Was ist damals im Garten Gethsemane passiert? Sondern wir fragen nach der
Verkündigung des Matthäus (vgl. dazu Bergmann «Alarm um die Bibel», Seite
42: «Die Verkündigung ist ein Uranliegen der Bibel. Dies hat die moderne
Theologie richtig erkannt»). Matthäus predigt in der Geschichte von der
Gefangennahme Jesu über die Niedrigkeit Jesu: Jesus ist so niedrig
geworden, dass er in die Hände der Sünder gerät; dass er durch einen
seiner Jünger an die Sünder verraten wird; dass er verraten wird mit einem
Kuss, dem Zeichen der Ehrerbietung. Kann man sich Schmutzigeres
vorstellen? Der Gottessohn - und solche Gemeinheit! Noch manches wäre zu
sagen. Wir brechen ab. Nur rasch ein kurzer Blick von diesem Anfang der
Leidensgeschichte Jesu zu deren Ende: Der am Kreuz hängende Jesus ruft
kurz vor seinem Sterben: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
verlassen» (Mt. 27, 46: das einzige Wort Jesu am Kreuz, das Matthäus
überliefert!) Wieder unsere Frage: Kann man sich eine größere Niedrigkeit
des Gottessohnes (vgl. Mt. 27, 54) vorstellen? Matthäus hält also offenbar
das Thema seiner Predigt durch: der Leidende und Sterbende ist der
Niedrige.
Was erzählt nun
Johannes über die Gefangennahme Jesu (Markus und Lukas wollen wir einmal
außer Betracht lassen). Um es gleich zu sagen: seine Predigt unterscheidet
sich stark von der des Matthäus. Bei Johannes ist Jesus «der Handelnde und
beherrscht die Situation» (so Bultmann, Johannes-Kommentar, Seite 493).
Das wird schon spürbar in Kapitel 13. Von einem Angebot des Judas, Jesus
zu verraten, ist nicht die Rede (freilich ist es stillschweigend
vorausgesetzt; dieses Angebot, das die Aktivität des Judas unterstriche,
wird aber eben nicht ausdrücklich berichtet). Wieder sagt Jesus: «Einer
unter euch wird mich verraten» (13,21). Wieder die Ratlosigkeit der Jünger
(Vers 22). Nun aber das Erstaunliche: Judas fragt nicht, sondern Jesus
sagt: «Der ist's, dem Ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte
den Bissen ein und gab ihn Judas... Und nach dem Bissen fuhr der Satan In
ihn» (Vers 26f.). Fast sieht es so aus, als mache Jesus den Judas zum
Verräter! Ich sage «fast»; denn diese ungeheure Aussage wird durch 13, 2
gemildert: der Teufel hatte dem Judas schon ins Herz gegeben, Jesus zu
verraten; aber doch nur gemildert: hart bleibt der Vers 27. Was hier
gesagt wird, ist jedenfalls mehr, als Matthäus sagte: Bei ihm ist Jesu «du
sagst es» (Mt. 26,25) die Bestätigung dessen, was schon klar ist (vgl. Mt
26, 16). Bei Johannes ist Jesus auch darin der Aktive, dass er den Judas
zu raschem Handeln antreibt (13, 27; 2. Hälfte). Judas war bei Matthäus
der Aktive, bei Johannes ist er der vom Satan Gepackte (13, 2, 27) und von
Jesus Angespornte (13, 27).
Die Aktivität
Jesu wird nun besonders augenfällig (Joh. 18, 2 bis 11). Jesus geht der
Schar entgegen und gibt sich zu erkennen. Sein «Ich bin's» ist so
majestätisch, dass die Soldaten zu Boden fallen (18,6). Beachten wir das!
Wenn sie zu Boden fallen, nehmen sie also Jesu «Ich bin's» ernst: sie
wissen jetzt, wer Jesus ist, und zwar von Jesus selbst. Sollte Judas Jesus
nun noch mit einem Kuss verraten? Das ist doch wohl überflüssig. In der
Tat: eine Erwähnung des Judaskusses suchen wir bei Johannes vergeblich.
Was tut Judas eigentlich bei Johannes? Streng genommen verrät er nicht die
Person Jesu (wie bei Matthäus), sondern den Ort, an dem Jesus sich aufhält
(Vers 2): Von dem Augenblick an, da die Soldaten an diesem Ort sind, ist
Judas im wahrsten Sinne des Wortes Statist: er «stand auch bei ihnen»
(Vers 5): zu tun gibt es für ihn nichts mehr, denn Jesus hat bereits
gehandelt.
Ähnlich wie bei
Matthäus steht auch bei Johannes die Geschichte von der Gefangennahme
unter einer «Überschrift»: 18, 1: «Da Jesus solches geredet hatte...»
«Solches» meint das Kapitel 17 (vielleicht auch noch die davor stehenden
Kapitel), das so genannte Hohepriesterliche Gebet, das mit den Worten
beginnt: «Vater, die Stunde ist da, dass du deinen Sohn verklärst, auf
dass dich dein Sohn auch verkläre» (17, 1). In beiden Evangelien: die
«Stunde» ist da. Bei Matthäus ist es die Stunde, in der Jesus
überantwortet wird, bei Johannes die Stunde, in der Jesus von Gott
verklärt wird und seinerseits Gott verklärt. Matthäus predigt über Jesu
Niedrigkeit, Johannes über Jesu Hoheit. Wie wir bei Matthäus kurz
hinübergeschaut haben zum Ende der Leidensgeschichte, so tun wir es auch
jetzt. Bei Johannes sagt Jesus unmittelbar vor seinem Sterben: «Es ist
vollbracht» (19, 30). Bei Matthäus der Schrei der Gottverlassenheit (er
wird bei Johannes nicht erwähnt), bei Johannes das Wort des Siegers (es
findet sich nicht bei Matthäus). Wir sehen: auch Johannes hält das Thema
seiner Predigt durch: Der Leidende und Sterbende ist der majestätische
Sieger.
Ulrich Bach.
(Wird fortgesetzt.)
Ein anderes
Evangelium?
Präses D. Dr. Beckmann zur Frage der modernen Theologie
Was immer man von der neuen «Bekenntnisbewegung - kein anderes Evangelium»
halte, es stehe die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Verkündigung und der
evangelischen Theologie auf dem Spiel. Dies erklärt der Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland, Prof. D. Dr. Joachim Beckmann
(Düsseldorf), in einem Schreiben, das er auf Wunsch der rheinischen
Kirchenleitung an die Pfarrer, Presbyter und kirchlichen Mitarbeiter der
rheinischen Kirche gerichtet hat. In dem in gedruckter Form vorliegenden
Schreiben mit dem Titel «Ein anderes Evangelium?» nimmt Beckmann zur Frage
der modernen Theologie Stellung. «Die Kirchenleitung kann nicht beiseite
stehen wie ein 'Schiedsrichter' und den Ausgang des Kampfes auf dem Feld
der Theologen den Kämpfenden überlassen», betont der Präses.
«Die Kernfrage nach dem Inhalt des christlichen Glaubens ist es, die
hinter den Fragen nach der Auslegung der Heiligen Schrift und der
Bekenntnisse der Väter steh!», schreibt Beckmann. «Sie lautet: Glauben wir
noch an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn - oder
glauben wir nur noch wie Jesus? Glauben wir überhaupt noch an Gott, den
Vater Jesu Christi, oder nur noch an den Menschen Jesus, weil 'Gott' nur
die Chiffre für (sagen wir) Mitmenschlichkeit ist?» fragt Beckmann. Das
reformatorische «Allein die Heilige Schrift» sei neu in Frage gestellt.
Die Gegensätze spitzten sich an zwei extremen Positionen zu. Auf der einen
Seite stehe ein so genannter «Fundamentalismus», der in weiten Kreisen der
kirchentreuen Gemeinden seine Anhänger habe und darum oft
«Gemeindetheologie» genannt werde, auf der anderen Seite die
«hermeneutische» oder «existenzialistische» Theologie, die von ihren
Gegnern neuerdings oft als «neurationalistische» oder «neoliberale»
Theologie gekennzeichnet werde. Präses Beckmann geht dann auf die
aktuellen Fragen der Schriftforschung und Verkündigung ein und erinnert an
den «entscheidenden Inhalt der Heiligen Schrift»: die Botschaft vom
gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus. Beckmann meint, mit
einem Streit zwischen «Bekenntnisbewegung» und «moderner Theologie» sei
der evangelischen Kirche nicht gedient. Es dürften nicht die Gefahren
einer Spaltung der Kirche heraufbeschworen werden. «Wir müssen einen
besseren Weg zur Überwindung der heute aufgebrochenen Gegensätze finden.
Wir wollen uns darum bemühen, auf den Wegen, die auf der Synode der EKD,
auf unseren rheinischen Landessynoden, aber auch jetzt in der
Evangelischen Kirche von Westfalen beschritten sind, vorwärts zu kommen»,
betont Präses Beckmann am Schluss seines Schreibens. |
Neue Richtlinien über die Mischehe
Es ist
inzwischen viel geschrieben und gesagt worden über die vom HI. Offizium
veröffentlichte Instructio zur Mischehe. Aus den einleitenden Sätzen
dieses Dokumentes entnehmen wir, dass es aus der Sorge um die Menschen, in
der Erkenntnis ökumenischer Gegebenheiten und mit der Absicht, den
Katholiken in der Mischehe zu helfen, geschrieben wurde. Es soll noch kein
Gesetz sein, sondern ist «ad experimentum» gedacht. Der notwendige und
leider vorher unterbliebene interkonfessionelle Dialog kann also noch
nachgeholt werden. In der vorliegenden Form ist das Dokument in jeder
Weise ungenügend und bleibt weit hinter dem zurück, was auf dem Konzil
beraten wurde.
Wir
veröffentlichen für die Leser der BRÜCKE nun Auszüge aus dem Text der
neuen Bestimmungen und einige inzwischen dazu gegebene Kommentare.
Paragraph 1.
Man muss sich immer die Notwendigkeit vor Augen halten, vom katholischen
Ehepartner die Gefahr für seinen Glauben fernzuhalten und für eine
katholische Kindererziehung zu sorgen.
Paragraph 3.
Der nichtkatholische Teil soll mit dem nötigen Feingefühl, aber ganz klar
über die katholische Lehre von der Würde der Ehe und besonders über ihre
Haupteigenschaften, nämlich Einheit und Unauflöslichkeit, unterrichtet
werden. Ebenso soll dem nichtkatholischen Teil die schwere Verpflichtung
des katholischen Ehegatten vergegenwärtigt werden, seinen Glauben zu
schützen, zu bewahren und zu bekennen und die Nachkommenschaft in ihm
taufen und erziehen zu lassen.
Wenn der
nichtkatholische Teil jedoch glaubt, ein solches Versprechen nicht ohne
Verletzung seines eigenen Gewissens ablegen zu können, soll der
Ortsordinarius den Fall mit allen Einzelheiten dem Heiligen Stuhl
vorlegen.
Bei der
Schließung einer Mischehe muss die kanonische Form gemäß Kanon 1094
eingehalten werden; dies ist zur Gültigkeit der Ehe notwendig. Sollten
Schwierigkeiten auftauchen, so soll der Ordinarius den Fall mit allen
Einzelheiten dem Heiligen Stuhl unterbreiten.
Jegliche
Eheschließungsfeier in Gegenwart eines katholischen Priesters und eines
nichtkatholischen Religionsdieners bei gleichzeitiger Ausübung des
jeweiligen Ritus muss absolut vermieden werden. Jedoch ist nichts dagegen
einzuwenden, dass der nicht-katholische Religionsdiener nach Beendigung
der religiösen Zeremonie einen Glückwunsch und eine Ermahnung an das
Brautpaar richtet und dass gemeinsam mit den Nicht-Katholiken einige
Gebete verrichtet werden. Dies kann mit der Zustimmung des Ortsordinarius
und unter der notwendigen Vorsicht, um die Gefahr des Aufsehens zu
vermeiden, geschehen.
Die in Kanon
2319 Paragraph 1 Ziffer 1 vorgesehene Exkommunikation für diejenigen, die
die Ehe vor einem nichtkatholischen Religionsdiener schließen, ist
abgeschafft. Diese Abschaffung gilt rückwirkend. Während die Kirche diese
neuen Normen festsetzt, ist es - wie oben erwähnt - ihr Wunsch und ihre
Absicht, den gegenwärtigen Bedürfnissen der Gläubigen Rechnung zu tragen
und das Verhältnis zwischen Katholiken und Nicht-Katholiken durch eine
glühendere Liebe zu fördern.
Die
katholischen Ehegatten sollen schließlich dafür Sorge tragen, in sich
selbst die Gnade des Glaubens zu festigen und zu vermehren; sie sollen
immer ein Familienleben führen, das sich an den christlichen Tugenden
ausrichtet und sich auch darum bemühen, dem nicht-katholischen Partner und
den Kindern ein leuchtendes Beispiel zu bieten.
Gegeben zu Rom
am 18. März 1966.
(gez.)
Alfredo Kardinal Ottaviani,
Pro-Präfekt
Dr. W. A.
Visser 't Hooft, Generalsekretär, Ökumenischer Rat der Kirchen:
«Obwohl die
Instruktion einen gewissen Fortschritt bedeutet, so bleibt sie doch weit
hinter dem zurück, was nach der Promulgation der Konzilserklärung über die
Religionsfreiheit und des Dekretes über den Ökumenismus, vor allem aber
nach der Diskussion im Konzil über die Mischehe erwartet werden konnte...
Der wichtigste Gewinn ist die Aufhebung der Exkommunikation von
römisch-katholischen Christen, die sich außerhalb der römisch-katholischen
Kirche trauen lassen... indirekt bedeutet (diese Regelung) eine
weitergehende Anerkennung der außerhalb der römisch-katholischen Kirche
geschlossenen Ehen...
Dr. Michael
Ramsey, Erzbischof von Canterbury:
Auf
Pressekonferenzen während seiner Reise nach Rom und Genf, sagte Dr. Ramsey
wiederholt, dass die Instruktion «das Gewissen der Anglikaner oder anderer
nicht-katholischer Christen nicht befriedigt». Er sagte weiter, dass er
«keine andere praktische Schranke kenne, ... die die christliche Einheit
so beeinträchtigt».
Bischof Dr.
Gerhard May, Evangelische Kirche der Augsburger Konfession, Österreich:
Der Instruktion
«mangelt es an der seelsorgerischen Weisheit der Konstitution Provida
aus dem Jahre 1906 und des Dekretes Ne temere von 1907». Sie
«erfüllt nicht die Forderungen, die von den Konzilsvätern und zahlreichen
Katholiken während des Konzils erhoben wurden und trägt nicht dem Geist
des Ökumenismus-Dekretes und der Erklärung über die Religionsfreiheit
Rechnung ... Die Sorge um die bedrängten Gewissen in den Mischehen wird
durch die Instruktion nicht behoben», obwohl sie «für eine Hoffnung auf
eine weitere Revision» Raum lässt.
Pfarrer
Joachim Lell, Leiter des Konfessionskundlichen Instituts, Bensheim,
Bundesrepublik Deutschland:
Trotz gewisser
kanonischer Erleichterungen «wurde am Grundproblem der
römisch-katholischen Mischehen-Gesetzgebung nichts geändert». Mit der
Aufhebung der Exkommunikation von Personen, die vor einem protestantischen
Pfarrer getraut werden, werde die evangelisch getraute Mischehe der nur
standesamtlich geschlossenen gleichgestellt. «Da beide ungültig sind,
bleibt der katholische Partner offensichtlich von den Sakramenten
ausgeschlossen».
Pfarrer Marc
Boegner, Ehrenpräsident des Französischen Kirchenbundes:
«Es ist
bedauerlich, dass die Gültigkeit von Ehen, die in protestantischen Kirchen
geschlossen werden, von Rom immer noch nicht anerkannt wird. Aus diesem
Grund bin ich gegenüber der Anwesenheit von protestantischen Pfarrern bei
einer katholischen Trauung, die von der Instruktion gestattet wird,
skeptisch; die nur optische Anwesenheit von protestantischen Pfarrern bei
dem Gottesdienst kann nur Verwirrung hervorrufen und die Menschen dazu
führen, falsche Schlüsse zu ziehen».
Rheinische
Kirchenleitung.
DÜSSELDORF (epd).
Gemäß der rheinischen Kirchenordnung sei einem evangelischen Pfarrer die
Mitwirkung bei einer Mischehen-Trauung, die ein katholischer Priester
vollzieht, sowie die Teilnahme an so genannten «ökumenischen Trauungen»
auch weiterhin untersagt, erklärt die Leitung der Evangelischen Kirche im
Rheinland in einem Schreiben, das sie an alle Pfarrer der Rheinischen
Kirche gerichtet hat. In dem Schreiben heißt es: «Die Instruktion der
Kongregation für die Glaubenslehre über die Mischehe vom 18. März 1966
hält im Gegensatz zum Votum des Konzils an der diskriminierenden
Bestimmung fest, dass evangelisch getraute Mischehen ungültige Ehen sind,
und schließt evangelisch getraute Katholiken - trotz formaler Aufhebung
der Kirchenstrafe der Exkommunikation - weiterhin von den Sakramenten aus.
Entgegen dem Geist des Ökumenismus-Dekrets haben über diese Regelung
keinerlei Gespräche zwischen den Konfessionen stattgefunden. Die
katholische Kirche hat einseitig verfügt, es könne ein evangelischer
Pfarrer nach der Eheschließung vor dem katholischen Priester ein
Segenswort sprechen». Wenn sich ein evangelischer Pfarrer dazu bereitfinde,
erklärt die rheinische Kirchenleitung, stütze er das katholische
Mischehenrecht, «das nach unserer Überzeugung der Heiligen Schrift und den
reformatorischen Bekenntnissen widerspricht». Da die Instruktion der
Kongregation noch keine rechtliche Geltung erlangt habe und nur zur
Erprobung erlassen sei, hoffe man mit vielen Katholiken auf eine Regelung,
die den Beschlüssen des Konzils deutlicher Rechnung trage und nicht ohne
den vorherigen ökumenischen Dialog in Kraft gesetzt werde, heißt es
abschließend in dem Schreiben der Kirchenleitung.
Richtlinien für Dialog zwischen den Konfessionen
(Washington,
D.C.) Eine Broschüre, die Richtlinien zur Förderung der christlichen
Einheit enthält, die von der römisch-katholischen Bischofskommission für
Ökumenische Angelegenheiten in Washington herausgegeben wurde, enthält
sechs Vorschläge für den Dialog von Dr. Robert McAfee Brown, einem
Beobachter des Reformierten Weltbundes auf dem Zweiten Vatikanischen
Konzil.
Dr. Browns
Vorschläge für den Dialog, die in der Broschüre enthalten sind, sind
folgende:
-
Jeder Partner
im Dialog muss glauben, dass der andere in gutem Glauben spricht.
-
Jeder Partner
muss seinen eigenen Glauben richtig verstehen.
-
Jeder Partner
muss sich um ein klares Verstehen des Glaubens des anderen bemühen.
-
Jeder Partner
muss eine angemessene Verantwortung in Demut dafür annehmen, was seine
Kirche getan hat, und tut, um die Teilung immerwährend
aufrechtzuerhalten.
-
Jeder Partner
muss offen den Punkten ins Auge sehen, die die Teilung verursachen,
ebenso wie denen, die die die Einheit schaffen.
-
Jeder Partner
muss erkennen, dass alles, was mit dem Dialog getan werden kann, ist,
ihn Gott darzureichen.
Die 'Empfehlungen für Bistumskommissionen für Ökumenische Angelegenheiten'
schlagen ebenfalls die Gründung von ökumenischen Zentren vor. Diese
Zentren sollen entweder von Katholiken allein gegründet werden oder in
Zusammenarbeit mit Protestanten und Orthodoxen. Ferner wird in diesen
Empfehlungen vorgeschlagen, nicht-katholische Kirchenpersönlichkeiten
aufzufordern, Artikel oder Leitartikel für katholische Wochenzeitungen zu
schreiben.
R.P.D. |
Koexistenz ist
die einzige Möglichkeit zu überleben
Im Vertrauen
darauf, dass trotz aller Verleumdungen, aller Propaganda, Diffamierung und
gegenseitiger Verketzerung die Wahrheit vielleicht nicht siegen werde,
aber siegen könne, müssten die Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben
der Völker weitergehen, denn die Koexistenz sei die einzige Möglichkeit zu
überleben. Dies betonte Prof. D. Dr. Friedrich Karrenberg (Velbert), der
Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der rheinischen Kirche, am
15.5.1966 auf einer Tagung in der Evangelischen Akademie Mülheim/Ruhr.
Karrenberg, der über «Krieg, Frieden, Koexistenz heute» sprach,
erläuterte, wie der Begriff der Koexistenz von der evangelischen und der
katholischen Kirche und wie er vom Kommunismus verstanden wird.
Im Bereich der
Ökumene sei die Koexistenz zum ersten mal auf der Weltkirchenkonferenz in
Amsterdam 1948 erwähnt worden. Die Weltkirchenkonferenz in Evanston 1954
habe dann sechs «Minimalforderungen» für das friedliche Zusammenleben der
Völker aufgestellt, zu denen u. a. der Verzicht auf militärische
Interventionen außerhalb des eigenen Machtbereiches, die Beseitigung
sozialer und anderer Ungerechtigkeiten, die zu einem Bürgerkrieg oder gar
internationalen Krieg führen könnten, und der Wille gehöre, ungelöste
Streitfragen einer unparteiischen, internationalen Organisation zu
unterbreiten und deren Entscheidungen auszuführen. Koexistenz im
katholischen Sinne, führte Karrenberg weiter aus, kenne zwar auch den
Minimalzustand des politischen Friedens auf Grund äußerer Maßnahmen. «Aber
wahren Frieden gibt es dort nur im Zuge der wachsenden Geltung der
Naturrechtsordnung im Leben», sagte der Referent. Er zitierte
Weihnachtsbotschaften von Papst Pius XII., von dem die entscheidenden
Lehraussagen der katholischen Kirche zur Koexistenz stammten.
Wesentlich andere Vorstellungen von einer Koexistenz habe der Kommunismus.
Lenins These, dass Krieg und Revolution die «höchste Form des
Klassenkampfes» sei, habe schon Stalin abgeschwächt. Auf dem 20. und 21.
Parteikongress der KPdSU sei man davon noch weiter abgerückt und habe
erklärt, dass es auf Grund der wachsenden Stärke des «sozialistischen
Lagers» möglich geworden sei, den Krieg «aus dem Leben der Gesellschaft zu
verbannen». Diese extensive Auslegung werde von Peking allerdings
entschieden bestritten. Moskau spreche von einer längeren, aber
befristeten Dauer der Koexistenz und meine damit die Ausbreitung des
Kommunismus ohne kriegerische Mitte. Auf ideologischem Gebiet, was dem
christlichen Koexistenz-Verständnis gerade wesentlich sei, lehne die
Sowjetunion eine Koexistenz scharf ab. Der ideologische Kampf soll
vielmehr bis zum «Endsieg» des Weltkommunismus «ohne Waffenstillstand»
kompromisslos weitergeführt werden.
Vermutlich
werde es in der Zukunft eine Vielzahl von Gesellschaftsordnungen geben,
die miteinander koexistieren und kooperieren, erklärte Prof. Karrenberg.
Dabei würden wahrscheinlich auch die harten Alternativen viel von ihrer
Schärfe einbüßen. «Auch der politische Atheismus wird wahrscheinlich an
Interesse verlieren, weil nicht recht einzusehen ist, weshalb man
politische und wirtschaftliche Konzeptionen nur dann verfolgen kann, wenn
man gleichzeitig allen religiösen Bindungen abschwört», meinte Karrenberg.
Er wandte sich nachdrücklich gegen einen «affektgeladenen Antikommunismus»
und empfahl als deutschen Beitrag zur Koexistenz, jede Provokation zu
unterlassen, selbstkritisch zu sein und sich der Kritik anderer, «so
unsanft sie auch oft sein mag», nicht zu verschließen.
Atomare
Abschreckung steht auf schwankenden Boden
Präses D. Dr. Beckmann zum
Thema «Kirche, Krieg und Frieden»
Mit dem
gegenwärtigen Status der atomaren Abschreckung, die auf schwankendem Boden
stehe, könne und dürfe sich die Kirche nicht in Gleichgültigkeit abfinden.
Sie müsse vielmehr das Gewissen aller, die politische, militärische oder
wirtschaftliche Verantwortung tragen, wach halten, den Mächtigen der Erde
unentwegt zum Frieden reden und selbst ein Beispiel dafür geben, dass
gewaltlose Liebe eine größere Macht sei als alle andere Gewalt auf der
Welt. Dies erklärte Präses D. Dr. Joachim Beckmann (Düsseldorf) am Sonntag
in der Evangelischen Akademie Mülheim/Ruhr auf einer Tagung mit dem Thema
«Kirche, Krieg und Frieden». Beckmann forderte erneut einen aktiven
Friedensdienst der Kirche, die zu überlegen habe, was zur Verhinderung
eines Krieges zu tun sei. In Anbetracht dessen, dass es heute keine
Rechtfertigung des Krieges mehr gebe, seien auch die herkömmlichen
Kirchenlehren weithin nicht mehr vertretbar. Es bedürfe einer «neuen
theologischen Durchdringung» der Versöhnungsbotschaft von Jesus Christus.
Kirchliche Unterweisung und Verkündigung müssten neu akzentuiert werden.
Die Kirche müsse auch die Ursachen von Kriegen erkennen und bekämpfen. Die
Ursachen seien nicht nur in den ideologischen Gegensätzen zu suchen,
sondern vor allem in den krassen Unterschieden zwischen Reichen und Armen,
Satten und Hungrigen, zwischen Bildung und Analphabetismus sowie in der
Rassendiskriminierung. «Als Christen müssen wir eine Armee des Friedens,
eine Armee der Entwicklungshelfer schaffen», betonte Beckmann. Nach seiner
Meinung ist es
sinnvoller, statt Milliardenbeträge einige tausend Menschen als
Entwicklungshelfer in die bedürftigen Länder zu schicken.
Nachrichten
RUMELANGE-LUXEMBOURG.
In einer Feierstunde übergab am vergangenen Sonntag der Bürgermeister der
luxemburgischen Stadt Rumelange, Henri Luck, dem Seelsorger der
evangelischen Kantonalgemeinde Eschsur-Alzette, Gerard Brubacher, einen
Saal des städtischen Kulturzentrums als Gottesdienstraum für die rund 200
evangelischen Bewohner von Rumelange, Roudange und Kayl. Der Raum mit etwa
50 Sitzplätzen wird am Ort als «Evangelischer Kirchsaal des Kayl-Tales»
bezeichnet. Den ersten Gottesdienst im neuen Saal hielt Pfarrer Hermann
Kurtz (St Ingbert-Saar).
GENFER KIRCHE NIMMT DAS ÖKUMENISCHE VATERUNSER AN.
Das Konsistorium der protestantischen Nationalkirche von Genf folgte dem
Beispiel der meisten Französischsprechenden protestantischen Kirchen in
Europa und genehmigte die neue ökumenische Fassung des Vaterunsers in
Französisch zur Verwendung in den Gemeindegottesdiensten.
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Gottesdienstordnung für die Monate
Juni-Juli
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Sonntag, den 5. Juni 1966, Dreifaltigkeitsfest |
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Gemeindeausflug |
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Sonntag, den 12. Juni 1966, 1. Sonntag nach
Trinitatis |
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Eupen |
10.00 Uhr |
Hauptgottesdienst |
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11.00 Uhr |
Kindergottesdienst |
|
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Sonntag, den 19. Juni 1966, 2. Sonntag nach
Trinitatis |
|
Neu-Moresnet |
09.00 Uhr |
Frühgottesdienst |
|
Eupen |
10.00 Uhr |
Hauptgottesdienst |
|
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Sonntag, den 26. Juni 1966, 3. Sonntag nach
Trinitatis |
|
Eupen |
10.00 Uhr |
Hauptgottesdienst |
|
|
11.00 Uhr |
Kindergottesdienst |
|
|
Samstag,
den 2. Juli 1966 |
| Eupen |
18.00 Uhr |
Abendgottesdienst zum Wochenschluss |
|
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Sonntag, den 3. Juli 1966, 4. Sonntag nach
Trinitatis |
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Neu-Moresnet |
10.00 Uhr |
Hauptgottesdienst |
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Sonntag, den 10. Juli 1966, 5. Sonntag nach
Trinitatis |
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Eupen |
10.00 Uhr |
Hauptgottesdienst |
|
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Sonntag, den 17. Juli 1966, 6. Sonntag nach
Trinitatis |
|
Eupen |
10.00 Uhr |
Hauptgottesdienst |
|
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Sonntag, den 24. Juli 1966, 7. Sonntag nach
Trinitatis |
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Neu-Moresnet |
08.30 Uhr |
Frühgottesdienst |
|
Eupen |
10.00 Uhr |
Hauptgottesdienst |
Achtung Gottesdienstzeit
Der Gottesdienst für den 4. Sonntag nach Trinitatis findet in Eupen am
Samstag, den 2. Juli um 18 Uhr in Form eines Wochenendgottesdienstes
statt.
Brüssel
An jedem Sonntag
10.30 Uhr Gottesdienst, gleichzeitig Kindergottesdienst.
Am Sonntag, dem 10. Juli: Ausflug der Kindergottesdienst Gruppen nach
Tervueren.
Treffpunkt: 15.00 Uhr an der Endhaltestelle der Tram (Kongo-Museum). Dort
werden die Kinder um 18.00 Uhr den Eltern wieder übergeben. Bitte bfrs.
10,- mitbringen.
Singkreis: jeden Montag 20.30 Uhr.
Jugendkreis I: Dienstag, 7.6. - Freitag, 17.6. (mit der «Jungen
Gemeinde» Refrath) Zeiten werden noch bekannt gegeben. - Sonst (bis 19.7.)
immer dienstags 18.30 Uhr.
Schulgottesdienste in der Deutschen Schule
Dienstag, 7.6. O I - U III
Dienstag, 21.6. G I - G IV und VI - IV
Dienstag, 5.7. 0 I - U III
Dienstag, 19.7. GI - G IV und VI - IV jeweils 8.00 Uhr.
Antwerpen
Gottesdienste
am Samstag, 11.6. Sonntag, 26.6. Samstag, 9.7. Sonntag, 24.7., jeweils um
17.30 Uhr in der Kirche Antwerpen, Bexstraat 11.
Geel
(Statiestraat 9)
Gottesdienste: im Juni ausnahmsweise nur am
Sonntag, 12.6., 10.30 Uhr - im Juli ausnahmsweise nur am Sonntag, 17.7.,
10.30 Uhr. Wir bitten um Geduld; unser neuer Vikar, Herr Winheller,
braucht etwas Zeit zum Einarbeiten.
Der Hauskreis trifft sich am Dienstag, 14.6., 20.00
Uhr bei Familie Hecker, Mol, Groeneweg 44. Es wird dort um das Buch von
Prof. Willi Marxen «Streit um die Bibel» gehen: Wie kommt die biblische
Botschaft heute zu uns und wie verstehen wir sie?
Im Bezirk Brüssel - Antwerpen wurden im Mai getauft: Judith
Johannes, Daniel-Sebastian Risch, Markus Rösgen, Stephanie Hohl, Beate
Paulsen.
Getraut wurden am 2.4.66: Hans-Diether Rose und Ursula
Rudolph.
Charleroi-Gilly
(218 chaussée de Fleurus, Gilly)
Sonntag, 26. Juni,
10.30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst
Sonntag, 10. Juli, 10.30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst
Sonntag, 24. Juli, 10.30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst
Mons-Cuesmes
(rue du cerisier, Cuesmes)
Sonntag, 26. Juni, 17.00 Uhr Gottesdienst
Sonntag, 10. Juli, 17.00 Uhr Gottesdienst
La Louvière
(rue du temple, La Louvière)
Sonntag, 26. Juni,
15.00 Uhr Gottesdienst
Sonntag, 17. Juli, 17.00 Uhr Gottesdienst
Genk
P. J. Nijs, 45, Weh naar As, Genk - Tel. (O11) 54704
Gottesdienste Sonntags 9.30 Uhr - Baracke d. Dt. Clubs i.
Zwartberg
5.6. - Gründer
12.6. - Weber
19.6. - Konfirmationsgottesdienst (Demeester - Gründer / Nijs - Weber).
26.6. - Nijs
3.7. - Nijs
10.7. - Nqs
17.7. - Gründer
24.7. - Nijs
31.7. - Gründer - Nijs.
Lüttich
Pastor L. Gründer, 90 A, rue de Joie, Liège, (04)
52.67.17 Gottesdienste - Lüttich, rue Raikem 14
Sonntag, den 5.6. um
15.30 Uhr
Sonntag, den 12.6. um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst
Samstag, den 18.6.
um 19.30 Uhr Wochenschlussgottesdienst
Sonntag, den 26.6. um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst
Sonntag, den 3.7.
voraussichtlich Gemeindeausflug
Sonntag, den 10.7.
um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst
Samstag, den 16.7.
um 19.30 Uhr Wochenschlussgottesdienst
Sonntag, den 24.7. um 10.30 Uhr zugleich Kindergottesdienst
Sonntag, den 31.7. um 15.30 Uhr
Sonntag, den 7.8. um 10.30 Uhr
Ökumene «unten»
Treffen deutscher und belgischer Protestanten.
Im Laufe der
letzten zwei Jahre sind eine Reihe schöner Kontakte zwischen belgischen
evangelischen Gemeinden und deutschen Gemeinden aus dem Rheinland zustande
gekommen. Vor allen haben sich Gemeinden im Raum
Remscheid-Solingen-Leverkusen gegenseitig zu solchen Patenschaften
ermuntert.
So wurde es
möglich, am 14. und 15. Mai ein gemeinsames Treffen zu veranstalten, zu
dem etwa 180 evangelische Christen aus sechs belgischen Gemeinden -
darunter mehr als dreißig aus unserer Genker Gemeinde - ins Rheinland
fuhren, wo sie Gäste ihrer Patengemeinden waren. Am Samstagabend kamen sie
im großen Saal der Stadtkirche in Solingen mit ihren deutschen Gastgebern
zusammen, sangen gemeinsam, hörten Grußworte von Präses Pichal - Brüssel,
Oberkirchenrat Stöver von der Rheinischen Landeskirche und dem
Oberbürgermeister von Solingen, sahen zwei Filme über das Bergische Land
und erfreuten sich am Gesang eines belgischen und eines deutschen
Kirchenchores und am Spiel der Posaunen. Der Abend schloss mit einem
Vortrag von Pastor Nijs - Genk über die heutige Lage des belgischen
Protestantismus.
Mit Recht wurde
dieses Treffen als ein Zeichen für den gelungenen Versuch gewertet,
ökumenische Gemeinschaft, die leider meist noch Sache kirchlicher
«Spitzengremien» bleibt, auf der «unteren» Ebene der Kirchengemeinden zu
verwirklichen, wo sie eigentlich hingehört.
In den
Gottesdiensten am Sonntag waren die «Belgier» in ihren Patengemeinden, wo
ihre Pfarrer in der Regel die Predigt hielten. Nach dem gemeinsamen
Mittagessen mit den deutschen Gastgebern traten die Busse die Heimreise
an.
Die Pfarrer
blieben noch; denn sehr sinnvoll hatte man die diesjährige Tagung des
rheinisch-belgischen Bruderrates mit dem Treffen der Gemeinden verbunden.
Nach einem gemeinsam verbrachten Sonntagnachmittag, an dem man sich ein
bisschen im Bergischen Land umsah, fand man sich abends wieder in einem
Solinger Gemeindehaus gemütlich zusammen, wo zwischen den Gesprächen vor
allem ein ausgezeichneter Film gezeigt wurde, den die Solinger
Gemeindejugend über ihre belgische Patengemeinde Ronse gedreht hatte.
Am Montagmorgen
hörte die Versammlung dann zwei eindrucksvolle Vorträge: Präses Beckmann -
Düsseldorf über «Die Probleme der farbigen Welt und die Aufgaben der
Kirchen» und Professor Bronkhorst - Brüssel, künftig in Utrecht, über
«Konzil und Ökumene».
Im ganzen eine ausgewogene Tagung, die alle Teilnehmer befriedigt haben
dürfte. Für das kommende Jahr nannte ein Vorschlag Genk als Tagungsort. Es
wäre schön, wenn wir dann dort unsere Kirche schon fertig hätten.
L.G.
Spendenaufruf
Am 15. Mai hat
die Speisung von 400.000 Kindern und Müttern im Nordosten Indiens
begonnen, die die Evangelische Kirche in Deutschland für mindestens 8
Monate durchführen will. Dazu werden Geldspenden der Gemeindeglieder
benötigt.
Die ersten
Spenden auch aus unseren Gemeinden sind schon überwiesen und helfen mit im
Kampf gegen den Hungertod.
Wir rufen von
neuem zu einmaligen oder monatlichen geldlichen Zuwendungen auf.
Mit 350 bfrs.
kann die Grundnahrung einer achtköpfigen Familie für einen Monat beschafft
werden. Wir rufen alle unsere Gemeindeglieder auf, sich aktiv an der
Aktion gegen den Hungertod in Indien zu beteiligen. Bitte überweisen Sie
Ihre Gaben auf eines unserer Gemeindekonten mit dem Vermerk: Indienhilfe.
GEMEINDEKREISE
Frauenhilfe und Männerkreis treffen sich nach Vereinbarung.
Evangelium in unserer Zeit - (UKW-Kanal 5 von 20.20 - 20.50)
Sendung im
Juni: am Mittwoch, dem 8. Juni. Thema:
-
Interview nach dem Tode (Lazarus)
-
Ein Mensch betet- V. ... wie im
Himmel also auch auf Erden.
-
Nachrichten und Kommentare.
Sendung im
Juli: am Mittwoch, dem 6. Juli. Thema:
-
Paulus der Kleine -
Unüberwindliche Schwäche.
-
Ein Mensch betet- VI. ...Unser
täglich Brot...
-
Nachrichten und Kommentare.
Wir gratulieren
I. Hagen, Verviers (am 25. Mai, 82
Jahre)
Johanna Rexroth, Eupen (am 16.7., 77 Jahre)
«Ich will dich nicht verlassen noch versäumen».
Es wurden getauft:
Sibylle Eveline Görth aus Warsage, Tochter der Eheleute Harald Görth und
Renate geb. Fein. (Am 22. Mai 1966). - «Ist jemand in Christus, so ist er
eine neue Kreatur». |
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Herausgeber:
Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet. - Redaktion: Pfarrer
Wolfgang Rehbein, Eupen, Hookstraße 40. Konten: Banque de Bruxelles Eupen Nr.
12271 - Postscheck: 836488 Evang. Kirchengemeinde Eupen. |
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