3. Jahrgang                                                 Eupen, Mai/Juni 1960                                                   Nr. 5/6

Inhalt:

Die Hilfe des Geistes: Pfingsten
Guter Rat für Mischehen
Die Mitte
Streiflichter zum Kirchenjahr, Immer wieder zum Staunen, Das Stundenbuch des Pfarrers
Aus der Gemeinde - Für die Gemeinde

Die Hilfe des Geistes: Pfingsten

Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen.

Röm. 8,26
 

Das Pfingstfest der Kirche tritt obwohl es zu den drei großen christlichen Festen gehört - in der Beachtung der Öffentlichkeit offenkundig zurück. Volle Kirchen gibt es zu Weihnachten, am Karfreitag und vielleicht auch noch zu Ostern. Zu Pfingsten aber finden sich in den meisten Kirchen nur die sonntäglichen Kirchgänger ein. Selbstverständlich spielt dabei die Frühlingszeit eine große Rolle, deren leuchtende Pracht die Menschen ins Freie lockt. Zugleich aber wirken tiefere Gründe mit, die in einem mangelnden Verständnis für die christliche Pfingstbotschaft zu suchen sind.

Die christliche Predigt hat es offenbar nicht vermocht, den Sinn dieses Festes so klar herauszustellen, dass seine Notwendigkeit wenigstens von den Fragenden und Bereitwilligen empfunden wird. Man hat zuweilen den Eindruck, als stünde der Prediger gerade an diesem Tage selber in einer gewissen Verlegenheit und Unsicherheit, als spürte er schmerzlich den Abstand zwischen dem ersten Pfingstwunder, da der Geist mit feuriger Gewalt die Gläubigen überfiel, und dem heutigen Zustand der Kirche.

In dieser Lage kann es hilfreich sein, sich auf ein Apostelwort zu besinnen, in dem der heilige Geist nicht mit flammender Begeisterung oder unwiderstehlicher Kraft, sondern umgekehrt mit menschlicher Schwachheit In Verbindung gebracht wird. "Der Geist hilft unsere Schwachheit auf". Das klingt, als wäre es nicht für die strahlende Frühzeit des Christentums sondern für eine müde Spätzeit geschrieben. Da ist es schon wichtig sich vor Augen zu halten, dass dieses Wort nicht von uns, sondern von dem Geistmächtigsten aller Apostel stammt. Vielleicht tun wir gar nicht recht daran, uns allzu sehr von den ersten Gemeinden zu distanzieren. Sicherlich gibt es hier Unterschiede, die wir respektieren sollen. Wir dürfen aber darüber nicht vergessen, dass auch sie in menschlicher Schwachheit ihren christlichen Glauben bezeugten. Wir haben jedenfalls kein Recht, sie als eine christliche Elite, als Ausnahmemenschen zu betrachten und damit der Wirkung ihrer Worte auf uns, die wir keine Elite, keine Helden und Heiligen sind, die Spitze abbrechen.

Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Woran auch immer der Apostel Paulus bei diesem Satz gedacht haben mag, auf jeden Fall trifft das Wort "Schwachheit" den Zustand der heutigen Christenheit. Von ihrer Ohnmacht wird heute lauter gesprochen als gestern. Es macht den Eindruck, als bahne sich nach einer Zeit, in der das christliche Wort an Geltung zu gewinnen schien, eine neue Enttäuschung an der Kirche an.  Von vielen Seiten wird dem Christentum seine mangelnde Kraft, seine "Funktionslosigkeit in der Mitte des modernen Lebens" bescheinigt. Die Christen sollten sich dagegen zur Wehr setzen, indem sie Recht und Wahrheit dieser Kritik bestreiten. Wenn Paulus, der Mann der kraftvollen, unermüdlichen Arbeit, von Schwachheit redet, dann dürfen wir unsere Schwachheit getrost eingestehen. Wenn der große Beter, der so inbrünstig für seine Gemeinden zu beten weiss den Satz ausspricht:

"Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt," dann brauchen wir uns nicht zu schämen, die Dürftigkeit unseres Gebetes zuzugeben. Nein, wir wissen nicht, was wir beten sollen. Wir spüren die Mattigkeit unserer eigenen Gebetsworte so tief, dass wir im Gottesdienst lieber nach den Gebeten anderer Zeiten greifen, die uns eher Kraft und Gehalt zu haben scheinen als unsere eigenen Gebete.

Wir könnten noch hinzusetzen: wir wissen nicht, wie wir predigen sollen. Unsere Sprache scheint den Menschen unserer Zeit nicht mehr zu treffen. Sie hat den echten Bezug zu seiner Wirklichkeit verloren. Wir wissen auch nicht, was wir tun sollen. Wir fühlen, dass das Werk der Liebe heute weit hinausgehen müsste über den persönlichen Bereich und sind doch sehr unsicher, welche Schritte wir in der Sozialarbeit und im politischen Bereich wagen müssten. Wir spüren unsere Schwachheit an allen Ecken und Enden. Das soll uns gewiss beunruhigen, aber doch nicht mutlos machen. Denn Schwachheit ist nicht einfach menschliche Schuld. Sicherlich ist an ihr auch unser Wille beteiligt; aber sie ist doch zugleich durch vieles mitbestimmt, was wir als Gottes Willen nehmen und tragen müssen. Gott hat uns nicht in eine fertige und vollkommene Welt hineingestellt, sondern in eine Welt des Werdens und der Veränderung. Auch sein richtendes und rettendes Wort ist eingegangen in die menschliche Geschichte und steht in Beziehung zu den Entwicklungen des Geisteslebens und zu den Wandlungen der menschlichen Gesellschaft. Mit an dem aber ist notwendig die Schwachheit gegeben, die Relativität, die Unfertigkeit, der Zwiespalt zwischen Weg und Ziel.

Das Pfingstfest sagt uns, dass wir auch darin nicht allein auf uns selber angewiesen sind. Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Die echte Wirkung des Wortes hat ein eigenes Geheimnis: das Geheimnis des Geistes. Es hilft nicht immer so, dass seine Kraft. vor aller Augen sichtbar wird. Er wirkt nicht immer Erweckungsbewegungen und neuen christlichen Elan. Aber er wirkt in der Tiefe. Auch dann, wenn wir nichts von ihm zu spüren vermeinen, dürfen wir glauben an seine verborgene Hilfe.

Auf diese Hilfe aber ist die Kirche zu allen Zeiten angewiesen. Niemals steht der Geist als wirkende Kraft einfach zu ihrer Verfügung. Was sie betet, tut und verkündigt, dass ist zu keiner Zeit an sich schon heilsam und gut. Das wird erst gut dadurch, dass Gott es gut macht, dass er seinen Geist dazu gibt. "Wo der Herr nicht das Haus bauet, da bauen umsonst, die daran bauen" - das gilt auch für die großen Zeiten der Kirche.

Auch in ihren müden Zeiten darf sich die Kirche an diese Verheißung des Geistes halten. Wir mögen wirklich zu schwach sein, um eine befeuernde und beseligende Erfahrung des Geistes zu haben. Dennoch dürfen wir darauf vertrauen, dass auch heute der Geist nicht fern von uns ist. Er "vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen". Die Unruhe unserer Herzen, das Seufzen über unsere Schwachheit, die Sehnsucht nach dem rechten Wort und das Ringen um die rechte Tat, das darf von uns als Zeichen dafür verstanden werden, dass der Geist in der Tiefe unserer Seele arbeitet.

Walter Dittmann.

Guter Rat für Mischehen

Wir bringen nachfolgend den Abdruck einer Schrift von Pfarrer Fritz Schindelin, von der wir meinen, dass sie vielen unserer Gemeindeglieder eine wirkliche Hilfe zu sein vermag. Wir beginnen heute mit dem Abdruck und werden ihn in den nächsten Ausgaben fortsetzen. Pfarrer Schindelin ist uns ja durch seine Woche der Volksmission in Eupen wohlbekannt.


Wenn jemand, der in Mischehe lebt, daraufhin angesprochen wird, nimmt er sofort eine Abwehrstellung ein. Bewusst oder unbewusst glaubt er, ein wertvolles Gut sei bedroht: der Frieden seiner Ehe. Und er hat ganz recht, wenn er darum kämpft. Der

Friede in der Ehe

darf nicht durch einen Dritten gestört werden, auch nicht wegen Glaubensverschiedenheiten. Nicht nur vor Menschen, nein, auch vor Gott wäre es ein Unrecht, in eine Ehe, welcherart sie auch sei, Unfrieden zu tragen. Das ist jedenfalls evangelische Überzeugung und sollte eigentlich die Haltung jedes Christen sein. Auch wenn ein

Wort der Kirche

zur Mischehe gesprochen wird. Die Empfindlichkeit der Mischehenpartner hat auch hier einen Grund. Sie wissen, dass beide Kirchen vom Eingehen einer Mischehe abraten. Die deutschen katholischen Bischöfe haben sie noch kürzlich in einem Hirtenbrief ein "furchtbares Unglück" genannt. Die evangelische Kirche der Rheinlande, in deren Bereich besonders viele Mischehen geschlossen werden, hat sich ebenfalls geäußert. Sie hat auf die mancherlei Schwierigkeiten hingewiesen, die erfahrungsgemäß in vielen Mischehen später entstehen, ohne dass die jungen Leute bei ihrer Heirat daran gedacht haben. Der Unterschied in Ton und Inhalt beider Verlautbarungen ist freilich beträchtlich.

Die evangelische Kirche ruft ihren Mitgliedern zu:

Haltet Eurer Kirche die Treue. Lasst Euch von niemand zur katholischen Trauung überreden. Gebt nicht um eines falschen Friedens willen Versprechungen, die Euch zeitlebens belasten.

 

Wenn so im Raum der evangelischen Kirche je und dann direkt vor Mischehen gewarnt wird, so geschieht das darum, weil wir immer wieder von evangelischen Mischehepartnern, und zwar auch von solchen, deren Ehe menschlich geredet sonst in Ordnung ist, zu hören bekommen: "Wenn ich es noch einmal zu tun hätte, ich täte es nicht wieder." Deutlicher Kann auch ein Außenstehender es nicht sagen:


Es gibt in den Mischehen

Schwierigkeiten durch die Glaubensverschiedenheit.

Das also sagt die evangelische Kirche zu ihren Gliedern. Aber sie nimmt sich nicht das Recht zu urteilen, das Eingehen einer Mischehe könne Gott nicht gefallen und er werde sie nicht segnen. Das sei deutlich herausgestellt. Und ebenso noch einmal das andere: Wenn wir im folgenden die Gatten in Mischehen ansprechen, wollen wir nicht den Frieden in ihrer Ehe stören.

Wir wollen nicht wehtun, Wir wollen helfen.

Der Hilfe freilich bedarf es. In manchen, vielleicht gar nicht wenigen Mischehen, ist eine heimliche Not, an die keiner von beiden rührt. Nicht selten wird sie freilich - wir hörten es schon - offen ausgesprochen. Die Not ist da, auch in Fällen, wo die Ehegatten sich sonst gut verstehen, gar nicht zu reden von den Ehen, wo die Glaubensverschiedenheit auf die Dauer die Ursache von Zank und Streit, ja sogar dauernder innerer Entfremdung geworden ist. Selbst da, wo man behauptet, keinerlei Not zu spüren, wird der gläubige Christ urteilen müssen, dass auch dann eine sehr große Not da ist. Vielleicht ist sie hier am größten. Sie wird nur noch nicht erkannt. Nein, Not ist immer vorhanden und von mancherlei Art. Dürfen wir einmal ganz offen von der

Not der Mischehe

reden? Nehmen wir den besten Fall, beide Ehepartner sind lebendige Glieder ihrer Kirche und wollen mit Ernst Christen sein. Gerade dann werden sie auf die Dauer die Glaubensverschiedenheit schmerzlich empfinden. Am Sonntagmorgen geht der eine den, der andere jenen Weg zum Gottesdienst. Die tiefe innere Verbindung, die das gemeinsame Erlebnis des Glaubens zwischen Ehegatten schafft, der Händedruck, der dann oft mehr sagt als Worte vermögen, das Sichaussprechen über das Gehörte, Gefühlte, Gedachte findet nicht statt. Das wirkt sich dann weiter aus.

Das Befolgen einer von Gott kommenden Weisung wird nicht mit vereinten Kräften in Angriff genommen. Die Auseinandersetzungen, die wohl in jeder Ehe manche Wunden schlagen, werden nicht so leicht von beiden gemeinsam im Lichte Gottes als Unrecht erkannt und nicht nach seinem Willen durch Bitte um Vergebung bereinigt. Gerade dies Geschehen führt in anderen Ehen oft zu neuer tieferer Verbundenheit.
Weiter, in jeder Ehe kommt auch das Leid. Aber der Schmerz um geliebte Menschen kann hier nicht gemeinsam vor Gott gebracht werden. Man kann die alltäglichen Sorgen nicht miteinander auf den werfen, der für uns sorgen will. Und auch gerade hier müsste sich die Tragkraft der Ehe doch besonders bewähren.

Oft wird das Fehlen der Glaubensgemeinschaft erst dann bewusst, wenn man älter wird. Andere Dinge, die in der Jugend beiden wichtig waren und sie zusammenführten, treten zurück. Es entsteht eine Lücke. In mancher anderen Ehe wird sie vom Glauben her ausgefüllt. Das geschieht hier nicht.

Und die Kinder?

Hier entstehen neue Schwierigkeiten. Einer der Gatten hat ja schon bei der Trauung darauf verzichten müssen, dass die Kinder in seiner Konfession erzogen werden. Wenn sonst Eltern gemeinsam mit jüngeren Kindern beim Zubettbringen beten, - in manchem Haus einer der beglückendsten Augenblicke des Familienlebens - ist hier dem einen Gatten alles fremd, die Gebete, die gesprochen, die Lieder, die gesungen, die Geschichten, die erzählt werden, oder auch die Art, wie sie erzählt werden. Selbst beim Ermahnen und Zurredestellen der Kinder wird sich manche Verschiedenheit der Glaubenshaltung zeigen.

Vor allem aber werden die Kinder selbst auf diese aufmerksam: Warum geht der Vater (oder die Mutter) nicht mit uns in die gleiche Kirche? Warum schlägt er beim Beten das Kreuz (oder eben nicht?). Was hat er für andere (religiöse) Bilder? Fragen, die zu beantworten dem anderen Elternteil oft peinlich sind.

Wenn dann noch Dritte sich einmischen und hässlich über die andere Konfession reden, kann ein kaum gutzumachender Schaden für das Kinderherz und für das Vertrauensverhältnis zum anderen Elternteil entstehen.

Bei der Taufe, später bei der Erstkommunion oder der Konfirmation ist die Lage besonders schmerzlich. Einer der Gatten ist immer ein Fremdling. Vielleicht bleibt er fern, um das nicht zu sehr zu empfinden. Das tut nun wieder dem Kind oder dem anderen Elternteil weh. Es ist schon so, in der Kindererziehung wird die Not der Mischehe besonders deutlich. (Fortsetzung folgt.)

(mit freundlicher Genehmigung des Schriftenmissionsverlages Gladbeck)

Die Mitte

Am Portal der Kirche befand sich ein Schild: Von 9-12 Uhr zu stiller Andacht geöffnet - bei verschlossener Tür im gegenüberliegenden Haus bei Weidemann klingeln.

Seit die vielen Omnibusse auf dem nahen Marktplatz hielten, und die Insassen die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten besichtigten, kam es öfter vor, dass die Klingel betätigt wurde. Dann erschien der alte Weidemann, eine Hand auf den Stock gestützt, in der anderen den alten großen Kirchenschlüssel haltend. Bedächtig ging er über die breite Strasse und öffnete die Tür zum Gotteshaus. Trat als erster ein, nahm den Hut vom weißen Haupt, legte ihn auf die letzte Kirchenbank neben die dort bereitliegenden Gesangbücher, griff dann nach diesen und gab jedem Besucher eins in die Hand.

"Bitte setzen Sie sich in die ersten Bänke", sagte er dabei. Die Eintretenden schauten in diesem, von den farbigen Kirchenfenstern lichtgedämpften, stillen Raum nach links und rechts, dann nach oben, zuletzt nach vorn. Ihre Augen suchten nach besonderen Sehenswürdigkeiten dieses Hauses. Als letzter kam der alte, Weidemann nach vorn.

"Sie befinden sich in einem Gotteshaus, nicht in einem Museum. Ich denke, Sie sind hierher gekommen, um Gott, den Allmächtigen, zu loben und zu preisen. Erwarten Sie daher nicht von mir, dass ich Ihnen einen Vortrag halte wie in einem Museum. Sondern lassen Sie uns zuerst einmal singen. Bitte schlagen sie Ihr Gesangbuch auf." Er nannte eine Nummer. Dann begann er zu singen. Die Menschen sahen sich zunächst verwundert an, wohl erstaunt über die Art, andere wohl auch von der kräftigen Stimme des alten Mannes überrascht, einige fielen jedoch mit in den Gesang ein. Beim zweiten Vers waren es schon mehr. Als das Lied zu Ende, sagte er: "Wir wollen beten."

Sein Gebet war kurz, einfältig. Aber alle spürten dabei, die Worte kamen aus seinem Herzen.

"Schauen Sie nun bitte nach vorn."

Die Besucher erkannten, dass der Altar einen modernen Aufsatz hatte. Eine große Holzplastik. In der Mitte sah man den Herrn. In der linken Hand trug er ein großes Kreuz, die Rechte war erhoben, darunter, vor ihm, standen und knieten Männer und Frauen, Junge und Alte. Er schaute zu ihnen herab, sie auf ihn.

"Entschuldigen Sie bitte die Einfachheit meiner Rede", sagte der alte Weidemann, "ich habe es nicht gelernt, große Worte zu machen. Die längste Zeit meines Lebens war ich Drechslermeister. Ich war ein harter Mann, so hart wie das Holz, das ich bearbeitete. Ich dachte immer an mich. In meinem Haus ging alles nach meinem Kommando. Ich habe nicht nur gearbeitet, ich habe das Leben auf meine Art genossen. Vieles von dem, das ich verdiente, ist wieder durch meine Kehle geronnen. Alles ging in meinem Leben nach Wunsch, bis mein einziger Sohn die Kinderlähmung bekam. Ich hatte geglaubt, dass er einmal meinen Betrieb übernehmen könnte. Es kam anders. Wir mussten ihn in eine Anstalt geben, in dieser Stadt, in der sie sich jetzt befinden. Man sagte uns, hier könne man vielleicht seinen Zustand bessern. Ich lebte mein Leben weiter.

Schauen sie jetzt einmal auf die linke Seite der Plastik. Dort steht einer, der sieht nicht nach oben, der hat dem Herrn den Rücken zugekehrt, er blickt nach außen. Sehen Sie, das war ich - oder ist es jemand von Ihnen? Ich habe mein Leben ohne diese Mitte gelebt, bis ich hierher kam. Bis ich alles verlor, was mir wichtig war. Ich saß im Wirtshaus, als mein Anwesen abbrannte, bis auf die Grundmauern. Samt meiner Frau, die man nicht mehr aus den Flammen retten konnte. Es brach für mich ,alles zusammen. Was nun? Dann kam ein Brief meines Sohnes aus dieser Stadt; er rief mich nach hier. Es blieb mir nichts anderes übrig.

Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viele Stunden ich vor diesem Altar gesessen habe, ich gebrochener, alt gewordener Drechslermeister. Bis der da in der Mitte auch die Mitte meines Lebens wurde. Bis ich erkannte, dieser eine hat auch deine Schuld getragen an das Kreuz. Bei diesem ist allein Vergebung und Hilfe. Er lebt! Und durch meinen Geist leben die, die da unter ihm zu sehen sind, seine Gemeinde. Jetzt bin ich einer von ihnen. Und Sie, meine Zuhörer, wo finden Sie sich auf dieser Holzplastik?"

Als er einen Augenblick schwieg, fragte jemand: "Und wer hat diese Plastik geschaffen?"

"Das ist eigentlich unwichtig", fuhr der alte Weidemann fort, "aber da Sie mich gefragt haben, muss ich es Ihnen sagen: Der Krüppel - mein Sohn! Er hat mit diesem Werk seinem Vater auf den rechten Weg geholfen. Und ich sehe nun die mir verbliebene Aufgabe meines Lebens darin, es weiterzusagen, so wie es seit Pfingsten die Jünger getan haben. Damit die Menschen zum Glauben an den Herrn kommen durch das Wort des Bruders. Sie sollen wissen: um in dieser Welt zu leben, muss man die Mitte immer wieder suchen. Sie sollen das Wort hören, dass ER uns frei macht von allen Sünden."

Joachim Ulrich.


Martin Luther

Das ist nun der Artikel, der da immerdar in Kraft sein und bleiben muss. Denn die Schöpfung haben wir nun hinweg, ebenso ist die Erlösung noch ausgerichtet. Aber der heilige Geist treibt sein Werk ohn Unterlass bis auf den jüngsten Tag, dazu er verordnet eine Gemeinde auf Erden, dadurch er alles redet und tut. Denn er hat seine Christenheit noch nicht alle zusammengebracht noch die Vergebung ausgeteilet. Darum glauben wir an den, der uns täglich herzuholet durch das Wort und den Glauben gibt, mehret und stärkt durch dasselbige Wort und Vergebung der Sünden, auf dass er uns, wenn das alles ausgerichtet und wir dabeibleiben, der Welt und allem Unglück absterben, endlich ganz und ewig heilig mache, welches wir jetzt durchs Wort im Glauben erwarten. (Großer Katechismus)

Streiflichter zum Kirchenjahr, Immer wieder zum Staunen, Das Stundenbuch des Pfarrers

Streiflichter zum Kirchenjahr - Pfingsten

Die Bezeichnung "Pfingsten" hat keine besondere geistliche Bedeutung. Es handelt sich um eine einfache Zahlenangabe. Das griechische Wort Pentekosté, aus dem unser "Pfingsten" entstanden ist, bedeutet nichts weiter als der "Fünfzigste" - nämlich der 50. Tag (also sieben Wochen) nach Ostern. In der alten griechischen Kirche bezeichnete man gelegentlich mit dem Worte Pentekosté die gesamte 50tägige Freudenzeit des Kirchenjahres, die mit Ostern begann und mit dem Feste der Ausgießung des Heiligen Geistes abschloss. Im Englischen heißt das Pfingstfest "Whitsunday" (Weißsonntag), was auf die Sitte hinweist, weiße, also festliche Gewänder zu tragen. Die liturgische Farbe des Pfingstfestes ist nicht Weiss, sondern Rot, die Farbe des Geistes, des Feuers, der Liebe.

Im Mittelalter kamen eine Menge volkstümlicher Bräuche auf, um das Thema des Festes, das sich zunächst der Anschaulichkeit zu entziehen scheint, bildhaft näher zu bringen. Symbol des Heiligen Geistes ist die Taube. So hat man zum Pfingstgottesdienst eine hölzerne weiße Taube vom Gewölbe herabgelassen. Noch aus protestantischen Zeiten ist überliefert, dass der Küster während der Pfingstpredigt an einer bestimmten Stelle eine weiße Taube ins Kirchenschiff fliegen ließ. Ob dieses Unternehmen zum tieferen geistlichen Verständnis des Pfingstwunders beigetragen hat, darf bezweifelt werden. Aus einer Thüringer Dorfkirche wird jedenfalls berichtet, dass der Küster einmal in peinlicher Verlegenheit während der Pfingstpredigt gerufen habe: "Herr Pastor! Den heiligen Geist hat der Ratz gefressen!"

Auch andere Symbole des Geistes hat man bildlich dargestellt. Man ließ feurige Kugeln fliegen oder rote Rosenblätter fallen. In Sizilien hat das Pfingstfest geradezu den Namen. "Rosenpassat" (Pascharosatum) bekommen. Ohne erkennbare Beziehungen zu den geistlichen Inhalt des Pfingstfestes ist der seit dem Mittelalter übliche, heute allgemeine Brauch, den Pfingstaltar mit grünen Birkenreisern (Maien) zu schmücken. Das evangelische Pfingstlied von Benjamin Schmolck "Schmückt das Fest mit Maien" (EKG. 107) schließt sich an Psalm 118, 27 an. Es kann sein, dass der Brauch des jüdischen Pfingstfestes, das sieben Wochen nach dem Passah als Erntefest mit allerhand Pflanzenschmuck begangen wurde, hier nachgewirkt hat. Doch ist es wahrscheinlicher, dass in den Pfingstmaien alte Frühlingsbräuche aus germanischer Zeit übernommen wurden.


Immer wieder zum Staunen

5400 Kinder

In jeder Stunde des Tages werden im Durchschnitt 5400 Kinder geboren. Das wäre ein Thema für ein Rundgespräch, für die Bibelstunde und natürlich auch für eine Akademie. Denn die Zahl 5400 hat für die Kirche und ihren Dienst keine geringe Bedeutung: 5400 in jeder Stunde - wie viele von ihnen wird man zur hl. Taufe bringen bei uns und in Asien und Afrika? Werden nicht über zwei Drittel dieser 5400 die Zahl der Nichtchristen erhöhen? Und das Tag um Tag - welche Millionenmassen bleiben unerreicht vom Gruße Gottes? Ist die Tatsache, dass die Kirche wächst und im Verhältnis zu den Ungetauften doch immer kleiner wird, unabwendbar? Sind wir daran ohne Schuld?

Die Bibelgesellschaften der Welt sagen sich: Wenn die Weltbevölkerung so stark wächst, dann muss auch die Herstellung und der Verkauf von Bibeln ansteigen. Aber wer hilft ihnen?

Das Neue in der Welt

Zu einem alten Rabbiner kamen viele Leute, weil er weise war und guten Rat gab. Da kam auch ein Mann, der über das viele Neue in der Welt halbverzweifelt war: Was, das soll ein Fortschritt sein? Er sah nur Schäden, er betonte die Plagen, alles sei Ballast, wenn es einem Menschen noch um die wirklichen Werte des Lebens ginge.

Der Rabbi war anderer Meinung: "Alles vermag uns zu lehren; nicht nur alles das, was Gott erschaffen hat, sondern auch alles, was Menschen gemacht haben, vermag uns zu lehren."

"So?! Was kann man denn z. B. von der Eisenbahn lernen?" Antwort des Weisen: "Dass man um eines Augenblickes willen alles versäumen kann."

"Und vom Telegraphen?" Antwort: "Dass jedes Wort gezählt und angerechnet wird!"

"Und vom Telefon?" Antwort: "Dass man dort hört, was wir hier reden."

Der aufgeregte Mann verstand die Lektion. Wer das als Christ liest, der wird es auch verstehen und sich auch die technischen Dinge zur Gottseligkeit nütze sein lassen.

Das Menschenherz

Das Menschenherz bessert sich nicht, solange es sich selbst überlassen bleibt. Im Gegenteil. Das Herz ist einem Garten ähnlich. Wenn man den unbearbeitet lässt, vermehrt sich das Unkraut täglich darin und sein Zustand wird täglich schlimmer" (Spurgeon). A. L.


Das Stundenbuch des Pfarrers

"Wenn der Pfarrer einmal etwas tut läutet man gleich mit allen Glocken" - hat vor über 100 Jahren der Dichter Eduard Mörike einmal humorvoll geäußert. Dass diese Auffassung auch heute noch weit verbreitet ist, musste kürzlich der Seelsorger einer Stuttgarter Vorortgemeinde erfahren. Als er einen Schüler fragte, welchen Beruf er erlernen wollte, erhielt er die ebenso kurze wie bündige Antwort: "Sonntags Lehrer und Werktags Pfarrer."

Die Tatsachen sehen freilich anders aus. Auf Grund der Aufzeichnungen in seinem Amtskalender hat jener Pfarrer für das abgelaufene Jahr 1958 folgende Zahlen errechnet: 70 Sonntagsgottesdienste, 80 Bibelstunden, 68 Tauf-, Trau- und Grabreden, 160 Stunden Religionsunterricht, 80 Konfirmandenunterricht, 80 Schüler- und Jugendgottesdienste, 45 Vorbereitungsstunden für den Kindergottesdienst, allmonatlich mindestens je einen Vortrag oder eine Bibelauslegung im Männerkreis, Frauenkreis, Jugendkreis und bei den Frauen des Gemeindedienstes, sowie insgesamt über 700 Hausbesuche im Jahr.

Der Zeitaufwand für die Vorbereitung einer Sonntagspredigt beträgt durchschnittlich 10 Stunden, für einen Hausbesuch einschließlich der zurückgelegten Wegstrecke eine Stunde. Das ergibt zusammen schon mehr als 2000 Stunden. Dabei ist der Zeitaufwand für die Vorbereitung des Unterrichts und der Bibelstunden ebenso wenig berücksichtigt wie die Stunden, die von Dienstbesprechungen, Sitzungen, Verwaltungsarbeiten und seelsorglichen Gesprächen im Amtszimmer beansprucht werden. Obwohl der Verfasser der Aufstellung betont, dass sein Bericht weder als eine Entschuldigung noch als ein Berechtigungsnachweis aufgefasst werden darf, ist festzustellen, dass ein Pfarrer das Jahresstundensoll eines Arbeitnehmers, das bei Berücksichtigung der 45-Stunden-Woche und 14 Tage Urlaub im Jahr bei 2250 Stunden liegt, beträchtlich überschritten.

Aus der Gemeinde - Für die Gemeinde

Gottesdienstordnung.

Sonntag, den 5. Juni 1960, Pfingstfest

  Eupen

10.00 Uhr

Abendmahlshauptgottesdienst

11.15 Uhr

Kindergottesdienst
  Neu-Moresnet

14.30 Uhr

Hauptgottesdienst
Sonntag, den 12. Juni 1960, Trinitatis
  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

    Sonntag, den 19. Juni 1960, 1. Sonntag nach Trinitatis
  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

11.00 Uhr

Kindergottesdienst
  Neu-Moresnet

14.30 Uhr

Hauptgottesdienst
    Sonntag, den 26. Juni 1960, 2. Sonntag nach Trinitatis
  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst
    Samstag, den 3. Juli 1960, 3. Sonntag nach Trinitatis
 

 

Gemeindeausflug
    Sonntag, den 10. Juli 1960, 4. Sonntag nach Trinitatis
  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

11.00 Uhr

Kindergottesdienst
  Neu-Moresnet

14.30 Uhr

Hauptgottesdienst
    Sonntag, den 17. Juli 1960, 5. Sonntag nach Trinitatis
  Eupen

10.00 Uhr

Hauptgottesdienst

  Neu-Moresnet

14.30 Uhr

Hauptgottesdienst

... und Gott?

Neun Tage lang wurde die Frage gestellt. Sie rief von den gelben Plakaten herab, die überall in der Stadt hingen, die Glocken ließen sie Abend für Abend über den Dächern erklingen, in jedem Vortrag wurde sie neu aufgeworfen: Du bist Glied der evangelischen Kirche, du bist jung, du bist verheiratet, du hast Sorgen, du fragst nach dem Sinn des Lebens, du musst sterben... und was ist mit Gott? Hast du ihn bei dir in deinem Leben, berät dich sein Wort in den Fragen des Alltags, löst du mit ihm deine Eheprobleme, gibt er deinem Leben einen Sinn, erwartest du etwas von ihm im Leben und im Sterben?

Und jeder Vortrag gab die Antwort: Gott ist da, er will dir helfen, dir den Weg zeigen, dir Trost geben, dir raten! Gott ist da in dem lebendigen Jesus Christus, ist da in seinem Wort, ist da in der Kirche, im seelsorgerlichen Gespräch, antwortet dem Beter, hilft dem Geängsteten. GOTT IST WIRKLICHKEIT!

Und es war für unsere kleine Gemeinde eine stattliche Zahl die sich Abend für Abend versammelte. Freilich viele kamen nicht, viele hörten die Frage nicht oder wollten sie nicht hören. Die aber, die kamen erhielten Antwort. Pfarrer Schindelein gab die Antwort in klarer und eindringlicher Weise. Hier wurde zur Sache gesprochen, nicht drumherum geredet. Alle, die dabei waren, waren sich einig: Wir haben neun Abende lang aufmerksam zugehört und etwas für uns mit nach Hause genommen. Wir haben auch erfahren, dass Christsein Verantwortung in sich birgt: Verantwortung für den Nächsten, für die Gemeinde, für die Welt. Wir wissen nun auch, dass es so nicht mehr weitergehen kann in unserer Gemeinde. Wir wollen etwas tun!

 

So kamen die Frauen und die Männer zusammen, so versammelte sich eine große Gemeinde zum Abendmahlsgottesdienst, so ging einmal eine Bewegung durch die Gemeinde - ist sie schon verebbt? Jeder der dabei war soll  sich fragen - was nun? Der Arbeitstag des Pfarrers ist derselbe geblieben, die Anzahl der Unterrichtsstunden hat sich nicht vermindert. Für jeden Sonntag muss die Predigt vorbereitet werden. Regelmäßig sind die Gottesdienste. Die Verwaltungsarbeit muss geschafft werden. Also müssen alle die heran, die dabei waren. Sie sollen weitergeben, was sie gehört haben, sie sollen rufen und vor allem: sie sollen selbst dabei sein beim Gottesdienst, beim Frauen- und beim Männerarbeitskreis! Dann geht die Bewegung weiter! Wir haben alle unsere Kinder an zwei Nachmittagen in der Kirche gehabt, sie kamen Samstagvormittag zum Schulgottesdienst. Sie haben einmal unsere Kirche ganz anders gesehen. Sie sprechen heute noch davon. Über fünfzig Jungen und Mädchen waren beieinander. Wann gab es das einmal in letzter Zelt In unserer Gemeinde? Es war eine gute Woche, eine reiche Woche, ein Gewinn für unsere Gemeinde! Wir haben zu danken: Gott, dem Herrn, der sie uns geschenkt hat. All denen, die sich bemüht haben, Menschen zu rufen und herbeizuführen, dem, der klar und eindrücklich sprach zu all den Themen, die gestellt waren.

Aller Dank aber, der nicht in der Tat seinen Ausdruck findet, bleibt Lippenbekenntnis, darum lasst uns vorangehen zum Dienst in der Gemeinde für Christus!

 


 

Vom Dienst der Frauen

Während der Missionswoche zeigte sich am Mittwochnachmittag, dass auch viele unserer Frauen wissen, dass der lebendige Christ sich verantwortlich weiss für den Dienst in der Gemeinde. Es ist ein Vorrecht der Frauen, dass Gott ihnen besonders die Gabe des Bewahrens und der Fürsorge für andere gegeben hat. Diese Gabe nun auch in der Gemeinde zur Geltung zu bringen, soll unsere Bemühung in Zukunft sein. Wir haben bereits den Frauenverein, der sich das ganze Jahr unermüdlich müht, Kindern und alten Leuten unserer Gemeinde eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Es gibt aber daneben noch viele andere Aufgaben: da sind Kranke, denen einmal beigestanden werden, dort müssen einmal Kinder versorgt werden, hier alten Leuten in schwieriger Lage beigesprungen werden. Dazu brauchen wir Frauen, die zum Dienst bereit sind. Wir streben an, einen Helferinnenkreis zu gründen, der sich dieser Aufgaben annehmen soll. Dazu laden wir sehr herzlich ein. Gottes Wort soll uns Grund und Kraftquelle für diese Arbeit sein. Unsere erste Zusammenkunft findet statt am Donnerstag, dem 16. Juni um 20 Uhr im Pfarrhaus.

Mögen viele diesen Ruf vernehmen und kommen!


 

Männer als Mitarbeiter

Am Samstagnachmittag der Missionswoche hatten wir die Männer eingeladen. Die Freude war groß, als sich eine stattliche Anzahl im Pfarrhause einfand. Es entwickelte sich sehr bald ein lebhaftes Gespräch über vielerlei Fragen unserer Gemeinde. und es stellte sich heraus, dass mancher sich schon viel Gedanken über die Mitarbeit in der Gemeinde gemacht hatte.

Das Ergebnis war, dass beschlossen wurde, einmal monatlich zusammenzukommen, um die Fragen unseres Glaubens zu besprechen, intensiver in die Bibel einzudringen und die Aufgabe der Mitarbeit, die jedem Christen gestellt ist, miteinander zu bedenken.

Die erste Zusammenkunft ist am Dienstag nach Pfingsten, den 7. Juni um 20 Uhr im Pfarrhaus. Zum Obmann der Männerarbeit wurde Herr Heinz Kemper gewählt, der dieses Amt angenommen hat.

Wir laden alle Männer unserer Gemeinde sehr herzlich ein, an diesen Abenden mit uns zusammenzukommen, damit unsere Gemeinde auferbaut werde zur Ehre unseres Herrn Jesus Christus.


 

Gemeindeausflug 1960

Auch in diesem Jahr soll wieder kurz nach dem Sommeranfang unser Gemeindeausflug stattfinden. Wir haben für dieses Jahr Sonntag, den 3. Juli ausgewählt. Nachdem wir im vorigen Jahr in die Ardennen gefahren sind, machen wir den Vorschlag, dieses Jahr ins Bergische Land hinter Köln zu fahren. Auf dieser Fahrt in eine schöne Landschaft werden wir den bekannten Altenberger Dom, der von evangelischen und katholischen Christen benutzt wird, besuchen, uns in dem in der Nähe liegenden Märchenwald ergehen und zum Schluss einen kurzen Stadtbummel in Köln unternehmen. Ein detailliertes Fahrtprogramm wird dann aufgestellt werden, wenn unser Vorschlag zustimmend aufgenommen wird.

Der Start zu diesem Ausflug würde am 3. Juli morgens 7.45 Uhr erfolgen, die Rückkehr gegen 22 Uhr.

Der Fahrpreis beträgt 130 frs.

Wir rufen insbesondere auch die Jugend zur Teilnahme an dieser Fahrt auf, für welche ein Sonderpreis von 105 frs. festgesetzt wird, falls mindestens 50 Personen an der Fahrt teilnehmen.

Die Anmeldung wird möglichst bald erbeten. Die Fahrtkosten sind bei der Anmeldung im Pfarramt zu entrichten.


Gottes Segen

wünschen wir Frau Magdalene Herld, welche am 15. Mai ihr 93. Lebensjahr vollendete und Frau Margarethe Mayer, welche am 28. Mai ihren 80. Geburtstag feiern durfte. Wir freuen uns, dass beide Gemeindeglieder ihre Ehrentage so frisch erleben durften und hoffen, dass der Herr ihnen Frische und Gesundheit noch lang erhalten möchte.


Neuregelung der Gemeindebezirke

Durch Königlichen Erlass vom 22. März 1960 werden die Gemeindebezirke in den Ostkantonen und den angrenzenden Bezirken neu geregelt. Es wird errichtet

1. Die Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet

Sie umfasst die im Kanton Eupen gelegenen Orte und dazu Welkenraedt, Membach, Baelen, Gemmenich, Moresnet und Kelmis.

2. Die Evangelische Kirchengemeinde Malmedy - St. Vith

Sie umfasst die in den Kantonen Malmedy und St. Vith gelegenen Orte.

Der bisherige Posten des zweiten Pfarrers der Evang. Kirchengemeinde Eupen kommt in Fortfall. Anstelle dessen wird in Malmedy der Posten eines Titularpfarrers geschaffen.

Nach Mitteilung des Präsidenten der Synode der Evangelischen Kirche in Belgien muss somit für Malmedy - St. Vith nunmehr ein Pfarrer nominiert, von der Gemeinde gewählt und von der Synodaldirektion bestätigt werden.

Wir hoffen, dass die nunmehrige Regelung von Bestand sein wird und dazu hilft, dass sich das evangelische Leben in unserem Gebiet zu neuer Blüte entwickelt.


Kurz mitgeteilt

Am 5. Mai waren eine Anzahl unserer Gemeindeglieder im Pfarrhaus zusammengekommen, um die Gründung einer Evangelischen Gesellschaft zu erwägen. Diese soll vor allem eine Plattform der Begegnung für unsere Gemeindeglieder werden und soll durch mancherlei Vorträge geistige Anregung für jeden Interessierten geben. Die Anwesenden beschlossen, jeden ersten Donnerstag im Monat (zum ersten Mal am 2. Juni) im Gemeindesaal zusammenzukommen. Die Leitung dieser Veranstaltungen hat der Sekretär des Verwaltungsrates, Herr Guy Gendebien, übernommen.


Infolge des sehr späten Ostertermins in diesem Jahr, der darauf folgenden Missionswoche und der schon wieder beginnenden Abschlussexamen in der Schule konnte der Konfirmandenunterricht vor den Ferien nicht mehr aufgenommen werden. Er wird erst mit dem neuen Schuljahr begonnen werden, dann aber mit einer Doppelstunde pro Woche. Die Zeit wird rechtzeitig bekannt gegeben werden.


Am 1. Mai kamen der Chor und Gemeindeglieder der Freien Evangelischen Gemeinde aus Antwerpen zu uns. Am Morgen sangen sie in Eupen im Gottesdienst, am Nachmittag waren sie in unserer Kirche in Neu-Moresnet zusammen mit den dortigen Gemeindegliedern vereint. In Wort und Lied legten sie Zeugnis ab für den Herrn Jesus Christus. Ihr Kommen war uns ein schönes Zeichen für die Bruderschaft, die wir in Christus miteinander haben, auch dann wenn unsere Sprache und mancherlei Ausdrucksformen des Gottesdienstes verschieden sind.

So wurde zum Ausklang des Tages deutlich, dass wir uns aneinander gefreut haben und die Einladung an unsere Gemeindeglieder, einmal nach Antwerpen zu kommen wurde ebenso herzlich gegeben wie gern angenommen. Wir hoffen, dass wir im September ihr nachkommen können. Familie Franssen sorgte in nicht erlahmendem Eifer für das Wohl der Gäste und der Gemeindeglieder, wofür ihr herzlich Dank gesagt werden soll.

Herausgeber: Evangelische Kirchengemeinde Eupen -  Neu-Moresnet - Malmedy - St. Vith.

Pfarrer: Günter Göring, Eupen, Hookstraße 40. Tel. 521.95.

 

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Stand: 07. Mai 2010