Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu Moresnet 

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Festschrift 150-Jahrfeier                                    

   

Festschrift 150-Jahrfeier

Vom 16. - 18. September 2005 feierte die Evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet das 150-jährige Bestehen der Eupener Friedenskirche und die Restaurierung ihrer Walcker-Orgel. Zu diesem Anlass wurde die folgende Festschrift ausgegeben:

FESTSCHRIFT

150

JAHRE 
FRIEDENSKIRCHE EUPEN

 

EINWEIHUNG
DER RESTAURIERTEN
WALCKER-0RGEL

 

Ehre sei Gott in der Höhe,

Friede auf Erden

und den Menschen ein Wohlgefallen.

Lukas 2,14                             

Dr. Guy Liagre

Le protestantisme, un écho de la réforme de l'Eglise installée dans la tradition, est un mouvement ouvert, divers et toujours en évolution. C'est une famille enracinee dans une fidélité à la Bible et à Jesus-Christ.


Minoritaire, divers à l'extrême, le protestantisme belge est heureux de compter aussi des églises de langue allemande dans ses rangs. En plus, la paroisse d'Eupen est une communauté avec une langue histoire dont les vraies racines datent bien avant l'indépendance belge.

Le fait que le 150ème anniversaire de la construction de l'édifice va de pair avec l'inauguration de la nouvelle orgue est dans ce cadre plus que significatif " Bis orat qui cantat " - celui qui chante prie doublement, disait Saint Augustin. Le jeu d'orgue [J-S Bach!] comme le chant des psaumes et des cantiques protestants sont une image de marque dont nous sommes fiers! Etre protestant, c'est témoigner, annoncer la bonne nouvelle par la proclamation de la parole et par la musique!

Chanter c'est notre manière de vivre l'Eglise de Jésus-Christ.

Au nom du conseil synodal et de taus les membres de l'Eglise Protestante Unie de Belgique je félicite la paroisse d'Eupen : que Dieu vous bénisse et vous garde dans les temps à venir !

Dr. Guy Liagre
Pnésident du Conseil synodal
de l'Eglise Protestante Unie de Belgique

Dr. Elmar Keutgen

Am Wochenende vom 16. bis 18. September 2005 finden in der Eupener Friedenskirche die Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Kirche statt.

Die Anfänge der Verbreitung der Lehre Martin Luthers im 16. und 17. Jahrhundert waren auch in unserer Gegend von der Verfolgung seiner Anhänger geprägt. Die ersten Gottesdienste mussten in unserer vorwiegend katholischen Umgebung versteckt stattfinden, die erste Eupener Gemeinde entstand im Geheimen.

Erst nach langen Jahren der Verfolgung durften die reformierten Gemeinden Anfang des 18. Jahrhunderts ihre Religion wirklich frei ausüben.

Der Bau eines ersten Pfarrhauses wurde 1707 in Angriff genommen, damit die Gemeinde einen Ort hatte, an dem sie sich versammeln und ihre Gottesdienste abhalten konnte.

Erst unter französischer Herrschaft wurde die protestantische Religion der katholischen völlig gleichgestellt. Die Gemeinde wuchs und die Union der Reformierten und der Lutheraner beschloss bei ihrer Einführung im Jahr 1831 den Bau einer Kirche.

Diesem Beschluss verdankt unsere Stadt einen prägnanten Kirchenbau. Der Grundstein der Friedenskirche wurde am 30. Oktober 1851 gelegt, ihre Einweihung erfolgte  am 5. Dezember 1855. Im neugotischen Stil erbaut prägt diese Kirche seitdem das Bild unserer Stadt im Bereich Gospert/Klötzerbahn.

Anlässlich der Feiern zum 150-jährigen Bestehen wurde die wertvolle alte Walckerorgel dieser Kirche komplett restauriert und kann somit zum Jubiläum erneut in den schönsten Tönen erklingen.

Als Bürgermeister dieser Stadt hoffe ich, dass das heutige Mit- und Nebeneinander der verschiedenen religiösen Gemeinschaften zum Sinnbild für Verständnis und Toleranz in unserer Gesellschaft wird.

Ich hoffe, dass unsere Eupener Friedenskirche auch die nächsten 150 Jahre überdauern wird und in unserer Stadt weiterhin als Symbol des Friedens und der Völkerverständigung Bestand hat.

Dr. Elmar Keutgen
Bürgermeister

Karl-Heinz Lambertz

"Was lange währt, wird endlich gut"
- so könnte die Instandsetzung der Orgel in der Eupener Friedenskirche treffend umschrieben werden. Denn zwischen den ersten Planungen und dem Abschluss der Restaurierungsmaßnahmen gingen einige Jahre ins Land.

Nun ist es endlich soweit: Die Walcker-Orgel erstrahlt in neuem Glanz und dürfte bei den Gottesdienstbesuchern für einen Augen- und Ohrenschmaus sorgen. Der Friedenskirche hätte man zu ihrem 150. Geburtstag wohl kein schöneres Geschenk bereiten können.

Mein Dank und meine Anerkennung gilt all jenen, die mit viel Engagement und vor allem mit einer bemerkenswerten Ausdauer dieses Projekt in all den Jahren begleitet und immer wieder neu angestoßen bzw. vorangetrieben haben.

Karl-Heinz Lambertz
Ministerpräsident

Mathieu Grosch

Als Gemeinde freuen wir uns, dass das Projekt der Restauration der Walcker-Orgel der Friedenskirche in Eupen nach 15 Jahren zum Abschluss gekommen ist, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Überwindung mancher Verwaltungshürden sich öfters schwieriger gestaltet als die technischen Herausforderungen eines solchen Unterfangens. Wir danken deshalb allen Personen, die das Projekt jahrelang geduldig und unermüdlich mit angepackt und zu einem guten Ende geführt haben.

Für uns ist es selbstverständlich, dass die Gemeinde und die Gemeinschaft mit in ein solches Projekt investieren, weil diese Orgel zum Kulturerbgut unserer Region gehört. Dabei konnte den technisch anspruchsvollen und vor allem handwerklichen Arbeiten zuversichtlich entgegengesehen werden, da sie in den Händen hochkarätiger Fachkräfte lagen.

Die neu restaurierte Orgel wird nicht nur die Festgottesdienste der evangelischen Gemeinde verschönern. Wir wissen, dass die Verantwortlichen gerne ihre Pforten für anspruchsvolle Konzerte öffnen und die Orgel somit allen Musikliebhabern zukünftig viel Freude bereiten wird.

Mathieu Grosch
Bürgermeister der Großgemeinde Kelmis
Europaabgeordneter

Pfarrer Martin Schuler

"Friedenskirche" nannten die evangelischen Christen ihre neu errichtete Kirche. Sie wählten diesen ebenso schönen wie programmatischen Namen, nachdem zwei protestantische Gruppierungen Frieden miteinander geschlossen hatten.

Die lutherische und die calvinistische Gemeinde versöhnten sich miteinander. Die Gemeinsamkeiten und weniger die Unterschiede sollten nun betont werden. Lange Jahre gab es auch innerhalb des protestantischen Lagers große Differenzen und man sprach sich gegenseitig den Glauben ab. Doch in der Zeit nach den napoleonischen Kriegen wurde dieser Friedensprozess in Gang gesetzt.

Das Ergebnis des Friedensschlusses in Eupen ist bis heute sichtbar: Die schöne und stattliche Friedenskirche. Gemeinsam nämlich konnte man sich eine für Diasporaverhältnisse sehr stattliche Kirche leisten.

"Glücklich sind die Friedensstifter", sagt Jesus, "denn sie sollen Gottes Kinder heißen." [Mt 5,91].

Vor 150 Jahren hatten die Gemeinden den Mut, Brücken über tiefe Gräben zu bauen und Frieden miteinander zu schließen. Das Risiko hatte sich gelohnt. Man hatte das protestantische Erbe stärken und bewahren können.

Der "Friedenskirche" sollte uns daran erinnern, nicht nur am eigenen Kirchturm, an dem Erreichten festzuhalten, sondern weiter nach Frieden zu streben. Die Bibel macht an verschiedenen Stellen deutlich, dass Friede nicht nur ein Geschenk Gottes ist, also nicht nur in den Schoß gelegt wird, sondern man muss ihm geradezu nachjagen, sonst entwischt er und läuft wieder weg [Ps 34,15].

Ich wünsche der Friedenskirche, dass der Friedensprozess unter Christen aufflammt und weitergeht. Dass Brücken gebaut werden zwischen den verschiedenen christlichen Gemeinden in unserer Gegend, dass dieses Gebäude sich füllt, mit Menschen, die dem Frieden nachjagen. Diese Menschen brauchen Mut zur Demut und zur Versöhnungsbereitschaft. Doch Friede unter uns Christen muss sein, damit uns die moderne Welt überhaupt als Nachfolger Jesu erkennt, damit das christliche Erbe nicht untergeht unter den vielen Sinnangeboten unserer Zeit. Gottes Segen könnte über diesem Frieden so richtig zum Tragen kommen.

In diesem Sinne ist mein Geburtstagsglückwunsch für die Friedenskirche: "Friede sei mit dir!"

Pfr. Martin Schuler

Geschichtliches
zur Evangelischen Friedenskirche Eupen

Die älteste Dokumentation finden wir bei "Eupen und Umgebung" von C. Rutsch, seines Zeichens Postdirektor, dessen Buch 1879 durch die Druckerei und Verlag Mayer zu Aachen herausgegeben wurde. Dort lesen wir: "Die Bemühungen der Gemeinde in Stelle des bisherigen Betsaales auf der Hookstraße ein würdiges Gotteshaus zu erhalten, blieben lange Zeit ohne Erfolg und erst am 30. Oktober 1851 war es möglich geworden den Grundstein zu der jetzigen Pfarrkirche auf dem früheren Gottesacker der Gemeinde, an der Klötzerbahn, in feierlicher Weise zu legen. In demselben ist die folgende Urkunde niedergelegt worden:

Im Namen Gottes und zu seiner Ehr'
haben wir heute den Grundstein zu unserer neuen
evangelischen Kirche gelegt.

Nachdem die Gemeinde nach mannigfachen früheren Unterbrechungen und Hemmungen sich seit dem Jahre 1783 in Folge des Toleranzedikts Kaiser Joseph II von Österreich vom Jahre 1781 einer freien Religionsausübung erfreut und ihre Seelenzahl, welche gegenwärtig 500 Glieder beträgt, seitdem wieder in steter Zunahme begriffen gewesen, - wurde schon im Jahre 1831, bei der Einführung der Union durch welche sich in der ursprünglich Gemeinde die hiesigen lutherischen Glaubensgenossen mit den Reformierten zu einer evangelischen Gemeinde verbanden. - das Bedürfnis lebhaft empfunden, anstatt des bisherigen, auf der Hookstraße gelegenen ungeeigneten Betsaals eine ihrem hohen Zwecke entsprechende, geräumige Kirche zu besitzen, und die allmähliche Ansammlung der erforderlichen Bausumme durch Verzinsung der gezeichneten Beträge der einzelnen Gemeindeglieder beschlossen.

Diese Beträge sind in unseren Tagen durch erneuerte freiwillige Gaben der Gemeindeglieder durch reichliche Geschenke auswärtiger Freunde und durch ein Gnadengeschenk Sr. Majestät unseres Königs Friedrich Wilhelm IV von Preußen in solcher Weise vermehrt worden, dass wir den längst ersehnten Bau, - dessen Kosten nach dem von dem Herrn Regierungs = Bau = Rathe Stein in Aachen entworfenen und von Sr. Majestät unserem Könige genehmigten Plane vorläufig zu 13 - 14.000 Taler veranschlagt sind, - auf der früheren Begräbnisstätte der Gemeinde, welcher wir hierdurch zugleich die würdigste Bestimmung zu geben glauben, - im Vertrauen auf Gottes Hülfe haben beginnen können.

Möge die auf dem heute gelegten Grundstein sich erhebende Kirche uns und unseren Nachkommen eine Pforte des Himmels, eine Arche des Heils und des Friedens, und eine Stätte der Erbauung zu einem heiligen Volke Gottes werden, das da verkündet die Tugend.

Des, der uns berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht!

Der Segen Gottes walte über ihr!
Eupen, den 30. Oktober 1851.
Der Kirchenvorstand und das Bau=Comité der evangelischen Gemeinde."

Weiter lesen wir in dem Buche von Julius Boehmer "Evangelium und Evangelisch in Eupen - Malmedy" herausgegeben von der Aachener Verlags- und Druckerei-Gesellschaft 1937.

"Die Leitung des nachfolgenden Kirchenbaus lag in Händen des Herrn Schubert, technischen Lehrers an der höheren Bürgerschule in Eupen. Die Einweihung des in neugotischem Stil ausgeführten Kirchengebäudes geschah am 5. Dezember 1855 durch den Synodalpräses der Rheinprovinz Dr. Wiesmann [damals Pfarrer in Bonn, von 1860 bis 1862 Generalsuperintendent in Koblenz]. Die drei von der Firma Beduwe in Aachen gegossenen Glocken trugen die Inschriften: "Glaube", "Hoffnung", "Liebe". Sie kosteten zusammen gegen 4800 Mk zwei von ihnen wurden als Kriegsopfer gefordert und am 19. Juni 1917 (ohne Unfall) vom Turm geholt; nur die kleinste ist in der Kirche verblieben.

Die Gesamtkosten des Kirchenbaus, die auf rund 40.000 Mk veranschlagt worden waren, beliefen sich tatsächlich auf 90.000 Mk. Sie wurden, wie schon die Grundstein-urkunde besagt, meist durch freiwillige Gemeindegaben dazu durch Geschenke auswärtiger Freunde aufgebracht, wozu das Gnadengeschenk des Königs mit 12.000 Mk kamen."

1939 konnten am 15. Dezember die neuen Glocken eingeweiht werden. Es waren durch den Bochumer Verein gegossene Stahlglocken und die verbliebene kleinste Bronzeglocke, die den Krieg überlebt hatte, wurde durch eine neue Stahlglocke ersetzt."

1955 wurde die Hundertjahrfeier der Kirche festlich angegangen. Unter anderem gab es ein Konzert, ausgeführt durch den ehemaligen Organisten und späteren Musikdirektor Hans Hulverscheidt aus Köln. Die anschließende weltliche Feier fand im Kurhotel Pauquet statt, wo der Gemeindpfarrer Johannes Wipf die zahlreichen Gäste, unter anderem auch die ehemaligen Pfarrer Dr. Hennig und Urs Höner begrüßen konnte.

1966 wurde auf Initiative von Pfarrer Wolfgang Rehbein die Kirche einer gründlichen Renovierung unterzogen. Unter Aufsicht von Frau Dr. Schild aus Aachen führte die Firma Liègois Frères aus Battice die umfangreichen Arbeiten aus. So wurde die Kanzel, die sich auf der rechten Seite des Altarraumes befand und in welche der Pfarrer durch eine Tür über eine Treppe in der Sakristei gelangte an der linken Seite angebracht und mit einem modernen Aufgang versehen. Zu diesem Zwecke wurde der dort befindliche Alkoven zugemauert und die dort befindliche Lutherbüste entfernt. Das Marmorkreuz hinter dem Altar wurde durch ein schlichtes Holzkreuz ersetzt. Die Kriegergedenktafel für die Gefallenen des 1. Weltkrieges wurde entfernt ebenso das rund um die Wände aufgemalte Vaterunser und die gemalten Wandbehänge. Beeindruckend waren auch die von ihrer Ölfarbe gesäuberten Säulen, die in ihrem ursprünglichen Naturstein neu erglänzten.

Die Gemeindglieder allen voran der Männerkreis sammelten über 100.000 Franken und das Gustav Adolf Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland gab einen Zuschuss von 20.000 DM, um diese Renovierung durchzuführen. Großzügige Spenden kamen auch von den Patengemeinden aus Düsseldorf [Kreuzkirchengemeinde] und von der Evangelischen Gemeinde Remscheid - Lüttringhausen. Im Laufe der Zeit wurden regelmäßig Dach-, Mauerreparaturen und 1970 eine größere Turmreparatur durchgeführt.

1977 enteignete die Stadt für die Summe von 428.700 BeF einen Teil des Gartens auf der rechten Seite der Kirche wegen einer Straßenerweiterung. Als zusätzliche Gegenleistung wurde die Mauer und das auf ihr befindliche schmiedeeiserne Gitter versetzt und wiedererrichtet.

In den Jahren 2004/ 2005 wurde die über längere Zeit defekte Walckerorgel grundlegend restauriert.

Rolf Lander

Die Friedenskirche in Eupen

Walcker-Orgel
Beschreibung des Instruments,
laut dem Lastenheft

Dieses Instrument wurde im Jahre 1907 von der Orgelbaufirma E. F. Walcker aus Ludwigsburg erbaut. Die Orgel besitzt nach der Gepflogenheit der Erbauerzeit pneumatische Kegelladen. Die renommierte Orgelbaufirma Walcker hat sich um die Jahrhundertwende bis in die 20er Jahre stets durch die Verwendung hochwertiger Materialien und solider Konstruktionen ausgezeichnet. Das war unter anderem auch der Grund dafür, dass dieses Instrument lange Zeit seinen Dienst ohne nennenswerte Störungen versehen konnte.

Die Orgel ist ausgestattet mit 21 eigenständigen Registern, vier Transmissionen und drei Teiltransmissionen, die auf zwei Manuale und ein Pedal verteilt sind.

Die Orgel ist auf der Emporenmitte platziert und die einzelnen Werke [Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal] stehen hinter der Prospektfront und dem Untergehäuse, das Pedalwerk auf der linken und die Manualwerke auf der rechten Seite.

Das auf Rahmen und Füllungen aus massiver Eiche gefertigte neugotische Orgelgehäuse bildet mit dem Kirchenraum und den schmuckreichen Ausstattungsstücken architektonisch eine Einheit.

Diese Walcker Orgel ist ein sehr interessantes Zeugnis des symphonisch-postromatischen Orgelbaus. Sie besticht sowohl durch die umfangreiche Disposition als auch durch die hervorragende Verarbeitung sämtlicher Einzelteile.

Abgesehen vom Spieltisch [Der in den 70er Jahren zerstört wurde] und von den zwei veränderten Registern [Aeoline + Gamba], ist das Instrument noch original erhalten.

Als Besonderheiten sind unter anderen die profilierten Bekrönungen der Frontpfeifen und die sehr spezielle Bauart der Gamba/Spitzflöte im Schwellwerk zu erwähnen.

In unserer Gegend ist diese Orgelbaurichtung nur sehr selten vertreten, so dass dieses Instrument für die ost-belgische Orgellandschaft von großer Bedeutung und unbedingt erhaltenwürdig ist.

Diese Meinung vertreten Herr Eumann, Sachverständiger vom Orgel- und Glockenamt, des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche im Rheinland und Herr Hans-Georg Reinertz, Sachverständiger der Denkmalschutzkommission der Deutschsprachigen Gemeinschaft, sowie die Orgelbaufirmen Gebr. Stockmann [Werl - D); E. F. Walcker Gmbh. & Co. [Kleinbitterdorf - D) und Schumacher Gmbh [Baelen - B].

Auf der Grundlage ihrer Gutachten wurde das folgende Lastenschriftheft zusammengestellt.

Die Königliche Denkmal- und Landschaftsschutzkommission der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat am 7. Juni 1994 ein günstiges Gutachten abgegeben und laut Erlass der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft - 980/EXIV/B/III - vom 31.5.96 ist die Orgel als Denkmal unter Schutz gestellt.

Disposition
der Walcker-Orgel (nach dem Lastenheft)

I. MANUAL -HAUPTWERK
C - g''' - 56 Töne

Originalbestand

Stand 1995

 

 

Keilbälgchen

Membranen

1. Bourdon

16'

Holz, gedeckt 30 + 56  
2. Principal

8'

Zink + Zinn

56

    Prospekt  
3. Hohlflöte 8' Holz, offen

56

4. Viola di Gamba 8'

jetzt 2'

56

5. Quintatön 8' Zink + Zinn

56

6. Dolce 8' nicht mehr da 56 Relais

56 Oberlade

7. Octav 4' Zink + Zinn

56

8. Rohrfloete 4' Metall

56

9. Octav 2' Transmission aus 10

56

10. Mixtur 2 2/3' 4 f Zinn

56

11. Trompete 8'   56 + 30 Relais

Doggenlade

    aufgeschlagene Zungen aus Messing
mit Expressionsschlitzen
Becher: Zink + Zinn
 
     

II. MANUAL -SCHWELLWERK
C - g''' - 56 Töne

Originalbestand

Stand 1995

                                         

12. liebl. Gedackt 16'   12  

                                           C - H + Transmission aus 14.

13. Gemshorn 8'          Holz 56
           Zink + Zinn  
14. Liebl. Gedackt 8'          Holz + Zinn

30+56

 
15. Concertfloete 8'          Holz offen 56
16. Viola 8' Zink + Zinn     jetzt 4'

30+56

 
17. Aeoline 8' abc° Zink + Zinn     jetzt Cymbel 3f.                     56
18. Voix celeste

8'

         Zinn                 jetzt Terz            56
19. Salicet 4'          Zinn     jetzt Quinte 2 2/3' 56
20. Flauto dolce

4'

                    Holz + Zinn           56
21. Piccolo 2'          Zinn 56
   

30 + 56 Relais

 
     
PEDAL Originalbestand  

C-f' = 30 Töne

   
22. Violon 16' Holz + Zink  
    C-E mit Quinte  
23. Subbaß 16' Holz Gedackt Doggenlade
24. Posaune 16' C-H Pf. + Transmission aus 11. Doggenlade
25. Violon 8' 12 Pf. + Transmission aus 22. Doggenlade
 

30 Relaisbälgchen

 
PIANO PEDAL    
26, Bourdon 16' Transmission aus 1.  
27, Liebl. Gedackt 8' Transmission aus 14.  
28,Cello 8' Transmission aus 16.  
       
Koppeln:      
    Manualkoppel II/I  
    Pedalkoppel I  
    Pedalkoppel II  
    Suboctavkoppel II/I  
    Superoctavkoppel im I. MAN  
       
Spielhilfen      
Freie Kombination   für alle Register und Koppeln  
       
Feste Kombination   : Tutti  
    : Forte  
    : Piano  
    : Generalcrescendro  
    : Handregistrierung ab  
    : Walze ab  
    : Zunge ab  
       
Windladensystem   : Kegelladen und Doggenladen  
Windanlage   : mit Doppelfaltenbalg, Motor, Langsamläufer
Spieltraktur   : pneumatisch  
Registratur   : pneumatisch  
Spieltisch   : freistehend (Original Spieltisch nicht mehr vorhanden)
       
Erbaut von   : E.F. WALCKER, Opus 1371, im Jahre 1907

Disposition

30 Jahre lang war es ein Wunsch der Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet eine wohlklingende Orgel in ihrer Friedenskirche zu haben. Einige Jahre des Vorbereitens und der konkreten Ausführung ließen nun diesen Wunsch in Erfüllung gehen. Fachmännisches Können, belgisch - polnischer Arbeitseinsatz und eine große Spendenfreudigkeit führten zu einem erfreulichen Ergebnis.

So möchte ich im Namen der ganzen Evangelischen Kirchengemeinde einen herzlichen Dank sagen:

  • der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern der Firma Schumacher Orgelbau in Eupen für die sachkundige Beratung, die präzise Ausführung der Arbeiten und das persönliche Engagement aller Beteiligten;

  • dem Herrn Jan Drozdowicz und seinen Mitarbeitern in Polen für die kurzfristige aber fachgerechte Ausführung der Restaurierung am Orgelspieltisch und an allen Orgelpfeifen;

  • unserem Verwaltungsrat und dem Orgelkomitee, für intensives und freiwilliges Helfen bei allen organisatorischen Aktivitäten;

  • der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Provinzialregierung von Lüttich, der Stadt Eupen, den Gemeinden von Kelmis, Raeren, Lontzen, Bleyberg, Baelen und Welkenraedt, die uns mit Zuschüssen geholfen haben, die Generalrestaurierung zu finanzieren;

  • ganz besonders aber den lebenden und den verstorbenen Mitgliedern und Freunden der Evangelischen Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet , die durch ihre kleinen und großen Geldbeträge in erheblichem Maß dazu beitrugen, dass das Vorhaben ohne Einschränkung zur Ausführung kommen konnte;

  • auch den Firmen und Spendern, sowie allen Mitarbeitern, welche dieses Fest möglich machen, sei Dank gesagt.

Nun freuen wir uns darüber, ein altes Instrument in neuem Zustand zu besitzen, das möglichst oft und viele Jahre unsere Gottesdienste begleiten und die Herzen vieler Menschen froh machen möge. Allen an der Generalrestaurierung Beteiligten möchte ich nochmals sagen:

Danke! - Merci! Soli Deo Gloria!

Dariusz Tomczak,
Pfarrvikar in Eupen

Die Restaurierungsarbeiten
der Walcker-Orgel

Nach dem Abbau des Orgelinneren wurde eine vorläufige Sichtung des Materials vorgenommen um die im Lastenheft erwähnten Dispositions-Veränderungen späterer Zeit zu überprüfen. Dabei zeigte sich, dass die zu hohen Stimmen umgebauten Register Viola di Gamba des Hauptwerks und Salicet des Schwellwerks ebenfalls um einige Halbtöne versetzt wurden. Die Mixturzusammensetzung war im Diskant ebenfalls wesentlich verändert und weist unübliche Mensurverläufe und Repetitionen auf. Auf Basis der größtenteils noch vorhandenen Raster und nach Vergleichen mit anderen Walcker-Instrumenten aus jener Zeit - wofür wir der Orgelbauwerkstatt Christian Scheffler zu Dank verpflichtet sind, die uns bereitwillig ihre Mensurensammlung zur Verfügung gestellt hat - ist es gelungen das ursprüngliche Mensurgefüge mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder herzustellen.

Das gesamte Pfeifenwerk aus Metall wurde gründlich gereinigt, ausgebeult und Beschädigungen an Stimmschlitzen und Fußspitzen repariert. Wider Erwarten mussten die zwei äußeren Seitenfelder der Prospektpfeifen, die Pfeifen des Pedal-Violon und der Oktave 4' im Hauptwerk enthalten, völlig erneuert werden. Rekonstruiert wurden auch die verschwundenen Register Aeoline 8' und Voix céleste 8' im Schwellwerk und Dolce 8' im Hauptwerk. In Anpassung an bestehende Vorbilder wurden die Pfeifen der tiefen Oktave von Viola di Gamba 8' und von Dolce 8' in Zink gebaut.

Zahlreiche Holzpfeifen waren gerissen und mussten neu ausgeleimt werden. Die Spunddeckel wurden neu befilzt und mit Schafsleder abgedichtet.

Der wohl aufwändigste Teil des Restaurierungsprojektes war die genaue Rekonstruktion des verschwundenen rein pneumatischen Spieltisches mit 2 Manualen und Pedal. Als Modell dafür hat der Spieltisch der Walcker-Orgel von 1902 der Sankt-Florian-Kirche in Poznan [Polen} gedient. Zusätzlich ist es gelungen einige Originalbestandteile von Walcker-Orgeln zu beschaffen [40% der Registerschildchen, die Klaviaturbacken und Tasten, der Pedalapparat sowie der Apparat der Freien Kombination und dazugehörige Hebel), die mit integriert werden konnten. Das Gehäuse inklusive Bank und Pedalklaviatur sind aus massiv Eiche hergestellt.

Das Orgelgehäuse wurde gereinigt und von den Spuren der Zeit befreit: verschiedene elektrische Leitungen wurden entfernt und die beschädigten oder fehlenden Füllungen und Türen im Sockel ersetzt. Die Füllungen unter den Prospektpfeifen wurden herausnehmbar gemacht um eine bessere Zugänglichkeit zu den darüber liegenden Relais der Prospektpfeifen zu erreichen.

Die zahlreichen Fugen im Schwellwerksgehäuse wurden sorgfältig abgedichtet und die Schwellflügel neu befilzt.

Nach reiflicher Überlegung wurden die Windladen in der Orgel belassen und die zu restaurierenden Teile sorgfältig ausgebaut. Alle Membranen, Bälgchen und andere Bestandteile wurden neu beledert, oder falls notwendig, erneuert. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die Transmission der tiefen Oktave des Lieblich Gedackt 16' im Schwellwerk nie existiert hat. Sie wurde demnach auch nicht rekonstruiert. Überhaupt hat sich gezeigt, dass das von Walcker verwendete System der Transmissionen relativ umständlich ist. Besondere Sorgfalt verlangte die genaue Einregulierung der Kegelventile.

Alle pneumatischen Rohrverbindungen wurden in angepasstem Durchmesser erneuert, sowohl für die Ton- als für die Registertraktur.

Die Balganlage wurde von Grund auf restauriert. Der Hauptbalg im Sockel des Gehäuses wurde ganz neu beledert, so wie auch die davon abgehenden Ziehharmonikabälge. Das neue Gebläse befindet sich in der Turmkammer und wurde in einem Schallschutzkasten untergebracht. Der Ansaugstutzen befindet sich in der Trennwand zwischen Turmkammer und Kirchenschiff, wodurch die Speisung der Orgel mit trockener und warmer Luft garantiert wird. Alle Windkanäle wurden restauriert und neu abgedichtet.

Die Intonation bestätigte die Erwartungen: eine breit gefächerte und fein abgestimmte Palette von Grundstimmen in allen Schattierungen, ein sattes Plenum und kräftige Zungenstimmen.

Im vollen Werk klingt das Instrument in dem kleinen Kirchenraum sehr kräftig, jedoch ohne aufdringlich zu wirken. Die vorhandenen Sub- und Superkoppeln erweitern die Registrierungsmöglichkeiten noch um ein Vielfaches.

Sämtliche Restaurierungsarbeiten wurden von der Firma Orgelbau Schumacher aus Baelen in enger Zusammenarbeit mit der Orgelbauwerk statt Drozdowicz aus Posen in Polen ausgeführt. Für unsere Werkstatt war diese enge Zusammenarbeit neu und diesen internationalen Austausch mit erfahrenen Kollegen dürfen wir als ein gelungenes Novum betrachten, das sicherlich gelegentlich eine Fortsetzung finden wird.

H. G. Schumacher am neuen Spieltisch

Die Restaurierung dieser Orgel bedeutet für die regionale Orgellandschaft eine wesentliche Bereicherung und erlaubt die Interpretation eines breiten Repertoires, das in unserer Gegend bisher nur selten zu Gehör kam und nun stilistisch korrekt dargeboten werden kann. Der Wunsch der beteiligten Orgelbauwerkstätten ist, dass diese Orgel häufig gespielt werde zum Lobe Gottes und im Dienste der Musik.

Jan Drozdowicz und Guido Schumacher

Gottesdienste
Programm

Einweihungskonzert der restaurierten Walcker-Orgel in der Evangelischen Friedenskirche Eupen am 16.09.2005 um 19.30 Uhr.

  1. Theodor Dubois [1897-1924]: Entrée, La fête Dieu

  2. Camille Saint-Saëns [1835-1921]: Aus "Trois Rhapsodies sur des Cantiques Bretons" Nr. 3

  3. Jörg Baur [1918- ]: 2 Choralvorspiele:
    1) Heiland reiß den Himmel auf
    2) Es kommt ein Schiff geladen

  4. Joseph Callaerts [1838-1901]:
    2 Improvisationen aus op. 1
    1) c-moll
    2) F-Dur

  5. Albrecht Hänlein [1840-1909]: Choralbearbeitung "Ein feste Burg"

  6. Alexandre Guilmant [1837 -1911]: 3 Stücke aus op. 90
    1) Impression Grégorienne
    2) Introduction et Allegro
    3) Paraphrase sur un choeur de Judas Maccabee de Händel

  7. Théodore Salomé [1834-1896] : Aus "Dix Pièces"
    1] Offertoire
    2) Grand Choeur

  8. Christian Pfretzschner [1821-1885] : Choralvorspiel
    "Nun ruhen alle Wälder"
    Choralbearbeitung "Jesus meine Zuversicht"

  9. Marcel Dupré [1896-1971]: Präludium und Fuge über
    "Ihr Knechte des Herrn, den Meister tut kund"

  10. Leon Boëllman: Nr. 3 in F
    Chorale - Offertoire - Mystique - Finale

  11. Theodor Dubois [1837 -1924]: Toccata G-Dur

An der Walcker-Orgel: Johannes Fleu


Gottesdienst mit Synodalpräsident Dr. Guy Liagre am Sonntag, 18.09.2005 um 10.40 Uhr.

Gottesdienst mit unserem Kirchenchor Nota Bene

In diesem Gottesdienst wird Synodalpräsident Dr. Guy Liagre ein Referat über die Aktualität und Relevanz des Protestantismus halten. (Hinweis des Webmasters: Sie finden dieses Referat im Archiv unter Der Protestantismus.)


Festgottesdienst zur Orgelweihe und zum 150jährigen Bestehen der Evangelischen Friedenskirche Eupen am Sonntag, 18.09.2005 um 15.00 Uhr mit anschließendem Umtrunk im Festzelt neben der Kirche.

Der Gottesdienst wird geleitet von Pfarrer Martin Schuler, der auch die Predigt hält.
Folgende musikalische Werke erklingen in diesem Gottesdienst:

  1. Georg Friedrich Händel:
    Konzert B-Dur, op. 4,2 für Orgel und Orchester

  2. G. F. Händel:
    Arien
    "The soft complaining flute" 
    "But oh', what can we teach." Aus der Cäcilienode

  3. Alexandre Guilmant:
    "Meditation" D-Dur für Violine und Orgel

  4. Carl August Fischer:
    "Consolation" für Violoncello und Orgel

  5. Benjamin Jucker:
    Fantasie und Fuge über B-A-C-H (Orgelnachspiel)

Ausführende: Ensemble "Musica Sacra":
Martin Gotzen - Violine-Solo
Peter Jax - Violoncello-Solo
Parwin Jusofie - Sopran
Johannes Fleu - Orgel

Zu den Veranstaltungen der Festtage und zum Festgottesdienst laden die Ev. Kirchengemeinde Eupen/ Neu-Moresnet sowie der Organist Johannes Fleu ganz herzlich ein.

Festsponsoren

Bautechnik Zalas

Weststr. 37 ; 52074
Tel/Fax: 0241/ 51 52 48 3
Mobil: 0177 / 45 55 53 5

 

Anstreicherbetrieb

Ritzen Camille

Presterstr. 58
4711 Astenet - Belgien
Telefon + Fax : +32/(0)87/65 34 92

Adressen

Evangelische Kirchengemeinde
Eupen - Neu-Moresnet

Pfarrhaus Eupen
Vikar D. Tomczak Hookstr.40
4700 Eupen

Pfarrhaus Neu-Moresnet
Pfarrer M. Schuler
Hasardstr.8
4721 Kelmis

Presbyterium:

Fr. Brigitte Kemper, Bergstr. 85, 4700 Eupen.
Fr. Dania Kever, Kelmiser Heide 25, 4721 Kelmis.
H. Rolf Lander, Olengraben 35, 4700 Eupen.
Fr. Stephanie Lischke, Karl-Weiß-Str. 17, 4700 Eupen.
Fr. Ulrike Maassen, Kirchbuschweg 36, 4711 Lontzen/Walhorn.
Fr. Gisela Plumanns, Kirchplatz 9, 4720 Kelmis.
H. Klaus Wolf, Malmedyer Str. 128c, 4700 Eupen.

Verwaltungsrat:

Fr. lßgen Kaub-Krietenstein, Hauseter Sir. 145, 4730 Raeren/Hauset.
H. Wilfried Kemper, Bergstr. 85, 4700 Eupen.
H. Dr. Ulrich Knittel, Asteneter Str. 55, 4711 Lontzen/Walhorn.
Fr. Regine Noethlichs, Marienheide 16, 4728 Kelmis/Hergenrath.
H. Dieter Plumanns, Kirchplatz 9, 4720 Kelmis.
H. Paul-Gerhard Schippers, Pannesschopp 17, 4728 Kelmis/Hergenrath.
H. Klaus Sommer, Pfarrer-Henrico-Str. 23, 4700 Eupen.

Organist:

H. Johannes Fleu
Hookstr. 38 4700 Eupen

Küster:

An der Friedenskirche in Eupen:
H. Willy Janssen
Hookstr.36 4700 Eupen

An der Johanneskirche in Neu-Moresnet:
H. Walter Schütt Casinostr. 4
4721 Neu-Moresnet

Orgelkomitee:

H. Dieter Plumanns,  Kirchplatz 9, 4720 Kelmis
Stadtrat Felix Peters
H. Pfr. Willy Flückiger, Moresneterstr. 73, 4720 Kelmis.
H. und Fr. Schmidbauer, rue de le Coul45, 4850 Moresnet.

Layout:
Frl. Sabine Plumanns, Kirchplatz 9, 4720 Kelmis
 

Ende der Festschrift

GOTTESDIENST

ZUM 150-JÄHRIGEN JUBILÄUM
DER FRIEDENSKIRCHE
UND DER EINWEIHUNG DER
RESTAURIERTEN ORGEL

 

 

 

 






EHRE SEI GOTT

IN DER HÖHE

UND FRIEDE AUF ERDEN

BEI DEN MENSCHEN

SEINES WOHLGEFALLENS.

LK 2,14

Ablauf des Festgottesdienstes am 18. September 2005, 15.00

  • Orgelvorspiel: 1. und 4. Satz
    G.F. Händel: Orgelkonzert Op 4,2 B-Dur
     

  • Lied: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (EKG 233, 1,7-9)
    Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte,
    dem, der alle Dinge tut, dem Gott, der mein Gemüte
    mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott der allen Jammer stillt.
    Gebt unserm Gott die Ehre!
    Ich will dich all mein Leben lang, 0 Gott, von nun an ehren,
    man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören.
    Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreu dich!
    Gebt unserm Gott die Ehre!
    Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserem Gott die Ehre;
    Ihr die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserem Gott die Ehre!
    Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott!
    Gebt unserm Gott die Ehre!
    So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen;
    Bezahlet die gelobte Pflicht und lasst uns fröhlich singen:
    Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht.
    Gebt unserm Gott die Ehre
     

  • Begrüßung (M. Schulet dt; R. Lander frz.)
     

  • Psalm 150 und Gebet (D. Tomczak)
     

  • Arie: G. F. Händel, Cäcilienode Nr. 7
     

  • Einweihung der Orgel (Synodalratspräsident Dr. G. Liagre)

    "Erwache Orgel, um Gott dem Herrn zu dienen, stimme an den Lobgesang Gottes unseres Schöpfers, der Vater und Mutter ist fur alle Welt."

    Karg EIert: Choralvorspiel: Allein Gott in der Höh sei Ehr

    "Erklinge Orgel, um Gott dem Herrn zu dienen, preise Jesus Christus unseren Herrn und Gott, der für uns starb und aus dem Tod erstand."

    Samuel Scheidt: Choral: Christ lag in Todesbanden

    "Ertöne Orgel, um Gott dem Herrn zu dienen, singe dem Heiligen Geist, der unser Leben mit Gottes Hauch belebt."

    Choralvorspiel: Nun bitten wir den Heiligen Geist

    "Erschalle Orgel, um Gott dem Herrn zu dienen. Führe die Gemeinschaft der Gläubigen an im Dank an Jesus Christus, bringe denen die leiden, die Hoffnung und den Trost des Glaubens, stütze und stärke das Gebet der Christen und verkünde die Ehre Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen"
     

  • Christian Pfretzschner: Jesu meine Zuversicht
     

  • Predigt zum Thema "Ehre sei Gott in der Höhe" (M. Schuler)
     

  • Guilmant: Meditation für Violine und Orgel
     

  • Gebet und Vater unser (D. Tomczak)
     

  • Segen (G. Liagre)
     

  • Lied: A toi la gloire (Während des Liedes wird die Kollekte eingesammelt)

    À toi la gloire » À toi la gloire, 0 Ressuscite!
    À toi la victoire pour l'éternite!
    Brillant de lumière, l'ange est descendu,
    Il roule la pierre du tombeau vaincu.
    À toi la gIoire, 0 Ressuscité!
    À
    toi la victoire pour I'èternité!

    Vois-le paraître: C'est lui, c'est Jésus,
    Ton Sauveur, ton Maître, Oh! ne doute plus!
    Sois dans l'allégresse, peuple du Seigneur,
    Et redis sans cesse: Le Christ est vainqueur!
    À toi la gIoire, 0 Ressuscité!
    À toi la victoire pour I'èternité!

    Craindrais-je encore? Il vit à jamais.
    Celui que j' adore, le Prince de paix;
    Il est ma victoire, mon puissant soutien,
    Ma vie et ma gloire : non, je ne crais rien!
    À toi la gIoire, 0 Ressuscité!
    À toi la victoire pour I'èternité!

     

  • Dankesworte von Pfr. M. Schuler
     

  • Rheinberger: Elegie für VC und Orgel
     

  • Dankesworte von D. Plumanns (Präsident des Verwaltungsrates)
     

  • Arie: G. Friedrich Händel, Aus Cäcilienode: "Wer kann ermessen den Klang der Orgel"
     

  • Weitere Informationen
     

  • Orgelnachspiel: Benjamin Jucker: Fantasie und Fuge über B-A-C-H

Jedermann ist herzlich zu einem Umtrunk in unserem Festzeit neben der Kirche eingeladen!

Wer bei dieser Gelegenheit ein Grußwort sprechen möchte, wende sich an Herrn Pfr. M. Schuler.

S.D.G.

Fotos vom Festgottesdienst und dem anschließendem Empfang im Festzelt neben der Kirche

Foto vom Altarraum - Zu diesem Fest wurde ein neuer Teppich angeschafft sowie die beiden Kandelaber mit den für unsere Gemeinde so traditionsreichen Aufschriften AD ISTAM und PER HANC aufgestellt. Die Leuchter schmücken seitdem den Altarraum. Dank an Frau Hildegard Verheyen, die den Altar und die Kanzel so wunderbar mit ihrer Stickerei geschmückt hat und an allen fleißigen Helfern und Helferinnen.

Auch unser Siegel trägt diese Aufschrift «AD ISTAM PER HANC». Es zeigt eine Dornenkorne, über der die Lebenskrone schwebt. «Zu jener durch diese» - Zur Lebenskrone gelangt man durch die Dornenkrone. Das Siegel wie die Worte kennzeichnen die Situation, in der sich der evangelische Glaube in unserem Gebiet seit der Reformationszeit über nahezu zweieinhalb Jahrhunderte befand.

Kandelaber mit der Lebenskrone und der Aufschrift AD ISTAM und der Dornenkrone mit der Aufschrift PER HANC

Diese wunderschöne Stickerei
wurde von
Frau Hildegard Verheyen
angefertigt.

Auch die Kanzel schmückt
seitdem eine Stickerei von Frau
Hildegard Verheyen.
Auf ihr ist der Heilige Geist
in Gestalt einer Taube abgebildet
(siehe Lukas 3,22).

Foto von der restaurierten Orgel

unser Organist Johannes Fleu in voller Aktion

Vor dem Gottesdienst - von rechts nach links: Pfarrer Martin Schuler, Vikar Darius Tomczak, Synodalpräsident Guy Liagre mit Ehefrau und der ehemalige Distriktpräsident Ferdi Dehousse

Vor dem Gottesdienst - Unser ehemaliger Pfarrer Rehbein mit Gemahlin

Zur großer Freude aller konnte die evangelische Kirchengemeinde Eupen - Neu-Moresnet Pfarrer Rehbein mit Gemahlin anlässlich der 150 Jahrfeier der Friedenskirche in Eupen begrüßen. Pfarrer Rehbein war Pfarrer dieser Gemeinde von  Oktober 1964 bis Dezember 1967

Nach dem Gottesdienst - Pfarrer Axel Fabian im Gespräch mit Pastor Evers

Ebenfalls konnten wir mit großer Freude unseren ehemaligen Pfarrer Axel Fabian begrüßen, der von 1983 bis 1989 Pfarrer dieser Gemeinde war. 

Nach dem Gottesdienst - Ein Synodalpräsident zum Anfassen
Synodalpräsident Dr. Guy Liagre hier im Gespräch mit unserem Gemeindeglied Herrn  Martinius

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gut gesorgt. Neben dem reich geschmückten Tisch trugen auch viele fleißige Helfer und Helferinnen Häppchen und Getränke aus.

Viele Gäste nahmen die Gelegenheit zu einem Plausch nach dem Gottesdienst wahr.

Unser Presbyter Rolf Lander (Mitte) im Gespräch mit Bürgermeister Elmar Keutgen und Ministerpräsident Karl-Heinz Lamberz.

Nach dem Gottesdienst hatte jeder die Möglichkeit ein Grußwort an unsere Gemeinde zu richten. Diese Gelegenheit nahm neben vielen anderen auch Pfarrerin Brühn von unserer Patengemeinde der »Kreuzgemeinde« Düsseldorf wahr. Mit dieser Gemeinde verbindet uns schon seit Jahrzehnten eine innige Freundschaft. Die Kreuzkirchengemeinde hat in früherer Zeit einige Umbauten mit großzügigen Spenden unterstützt, vor allem die Schaffung des Gemeindesaals in der Hookstraße, und auch zur Renovierung unserer Orgel leistete sie einen kleinen Beitrag. Und wenn Sie in unsere roten Gesangbücher schauen, finden Sie in den meisten den Stempel der Kreuzkirchengemeinde.

Pfarrerin Brühn überreichte hier Pfarrer Martin Schuler ein Präsent und lud das Presbyterium zu einem Gegenbesuch ein. Der Gegenbesuch fand am 30. Oktober 2005 zur Wiedereröffnung der Kreuzkirche statt.

 

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Stand: 02. Oktober 2008