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Pfarrer Karl HennigKarl Hennig (Christian Julius Karl) wurde am 4. Juni 1903 in Zwickau geboren. Er wuchs als Sohn eines Oberstudienrates auf. Nach dem Besuch der Thomasschule in Leipzig studierte er Theologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte an den Universitäten Leipzig und Köln sowie Theologie und Religionspädagogik am Theological Seminary in Hartford/Conn. (USA).
1929 promovierte er in Leipzig mit einer Untersuchung über die sächsische Erweckungsbewegung im frühen neunzehnten Jahrhundert zum Dr. phil. (Die sächsische Erweckungsbewegung im Anfange des 19. Jahrhunderts, Leipzig 1929) und mit einer Dissertation über den Wahrheitsbegriff zum Lic. theol. (Zur religiösen Deutung der Wahrheit. Die Überwindung des statischen Wahrheitsbegriffes in der Philosophie durch den dynamischen in der evangelischen Glaubenslehre, Leipzig 1929). Das Studium in Hartfort schoss Karl Hennig mit dem Erwerb des Master of Sacred Theology ab. Während der Ausarbeitung der Dissertationen war Hennig Assistent bei dem Leipziger Systematischen Theologen Horst Stephan, der zugleich der Betreuer seiner theologischen Doktorarbeit war. Später heiratete Karl Hennig eine Tochter Stephans. Nachdem er als Lehrkandidat im Evangelisch-lutherischen Zentralverein für Mission unter Israel gearbeitet hatte, absolvierte Hennig seine Referendar- und Assessorzeit an Leipziger und Dresdner Gymnasien. Die Ordination fand am 3. April 1929 statt. 1930 und 1931 hielt er sich als Austauschtheologe in Hartfort auf, wo er vertretungsweise an der Saint Trinity Church amtierte. Nach einer Reise über Ostasien kehrte Karl Hennig nach Leipzig zurück, übernahm dort zunächst eine Stelle an der Immanuelkirche und wurde schließlich als Religionslehrer an das König Albert-Gymnasium berufen. Die politische und kirchenpolitische Situation veranlassten den liberal eingestellten Hennig 1934 dazu, eine Pfarrstelle in der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Antwerpen zu übernehmen. Gleichzeitig übte er das Amt des dortigen Seemannspastors aus. 1938 wurde er Pfarrer der Gemeinden von Eupen, Malmedy und St. Vith, die der Union des Églises Évangeliques Protestantes en Belgique angeschlossen waren. In den Jahren von 1940 bis 1945 war er Standortpfarrer des Truppenübungsplatzes in Elsenborn. Am 8. September 1945 wurde Karl Hennig aus Belgien ausgewiesen. 1946 wählte die evangelische Gemeinde in Stolberg im Rheinland ihn zu ihrem Pfarrer. Dieses Amt übte er bis 1968 aus. In theologischer Hinsicht stand Hennig insbesondere Paul Tillich nahe, zu dessen 75. Geburtstag er die Festschrift herausgab (Der Spannungsbogen. Festgabe für Paul Tillich zum 75. Geburtstag. Herausgegeben von Karl Hennig, Stuttgart 1961). Karl Hennig starb am 8. Juli 1992 in Stolberg. Im Mitteilungsblatt Juli/August 1948 überbrachte Pfarrer Urs Höner Grüße aus Stolberg Grüße von Pfarrer HennigAn dieser Stelle möchte ich der Gemeinde die herzlichen Grüße ausrichten, die Herr Pfr. Hennig, Herrn Kirchmeister Scholten und mir anlässlich eines Besuches in Stolberg für die Gemeinde mitgegeben hat. Herr Pfr. Hennig betreut heute die große Diasporagemeinde Stolberg mit über 2000 Gliedern und einer evangelischen Schule mit 250 Kindern. Er bat uns eindringlich, der Gemeinde mitzuteilen, man möge den Kindern die schwarz über die Grenze kommen, nichts mehr geben, vor allem kein Geld. Die Kinder würden durch die Grenzgängerei verdorben und zu Gangstertum und Unzucht verleitet. Die Währungsreform habe eine Besserung geschaffen in jeder Beziehung. Wer Familien helfen wolle, die in wirklicher Not sich befänden, möchte Gutscheine oder Pakete an das Pfarramt senden, von wo aus sie an den rechten Ort gelangten. Anlässlich der Fernsehübertragung des Gottesdienstes zu Heilig Abend am 24. Dezember 1974 durch das ZDF (siehe Brückeausgabe Februar 1975) meldete sich Pfarrer Hennig zu Wort: Vor allem aber meine Anerkennung zu der schönen Fernsehübertragung, die ausgerechnet am hl. Abend unmittelbar vor der Eröffnung des hl. Jahres Sie und die mir so vertraute Kirche in den Blickpunkt von vielen Millionen Zuschauern rückte. Das kleine Krippenspiel und die Mitwirkung der Laien, der Musik und Ihre Ansprache haben einen guten Eindruck von den Möglichkeiten einer solchen Diasporagemeinde vermittelt. Wie viel Arbeit hat hinter dem allen gesteckt. Aber das Liliputbewusstsein, das sich manchmal falsch auf unsere Gemeinden legt, ist sicher für lange in Eupen verschwunden. Gott segne Sie in Ihrem Dienste. Pfr. Dr. Hennig, Stolberg Am 19. November 1978 hat Pfarrer Hennig die Predigten in Neu-Moresnet und Eupen gehalten (siehe Brückeausgabe November 1978). |
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